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Geschichte des Rüsselsheimer Ruder-Klubs 08 (RRK)
von 1942 bis heute

1985

Am 1. Januar 1985 zählt man beim RRK 468 Mitglieder, 116 passive, 205 in der Hockeyabteilung, 115 in der Ruderabteilung und 83 in der Tennisgruppe (Doppelbelegungen!).

Mitte Januar zieht sich eine Gruppe von RRK-Vorständlern zu einer Klausurtagung in den Odenwald zurück. Ziel und Notwendigkeit, Mittel und Wege zu finden, um den RRK auf Dauer für seine Mitglieder attraktiv zu machen und das Klubleben zu aktivieren, ist allen Teilnehmern klar. Doch, was ist wichtig und was soll erreicht werden? Hierzu wird ein Papier erarbeitet, das anschließend auch umgesetzt wird.

In den Hallenrunden der Regionalligen können sich die Herren und die Damen des RRK als Tabellenerste für die Aufstiegsrunden zum "Hallen-Oberhaus" qualifizieren. Während sich die B-Mädchen des RRK den Hessentitel holen, werden die A-Mädchen und die Weibliche Jugend nur Vizemeister, jedoch beide können sich die "Süddeutsche Krone" aufsetzen. Das bedeutet für beide Mannschaften Teilnahme an der Endrunde um die Deutsche Meisterschaft. Die A-Mädchen spielen in Wiesbaden, müssen auf drei Stammspielerinnen verzichten (Aufstiegsrunde Damen!) und belegen nur den 8. und letzten Platz. 

Süddeutscher Hallenhockey-Meister 1985, die A-Mädchen des RRK (hinten: Britta Becker, Kerstin Strubl, Sabine Rausch, Ramona Münze, Inga Puhlmann, Carolin Press; vorn: Wanda Russow, Sandra Richter, Sandra Wohlfahrt, Susanne Hoffmann, Sally Traiser, Ruth Zinke)

Süddeutscher und Deutscher Hallenhockey-Meister 1985 der Weiblichen Jugend, der RRK (hinten: Betreuer Thomas Blivier, Eva Hagenbäumer, Sally Traiser, Anja Warnecke, Sabine Lersch, Susanne Hoffmann, Trainer Berti Rauth; vorn: Brigitte Schwarz, Bianca Weiß, Sabine Rausch, Anja Mück, Anke Wild, Andrea Wohlfahrt; es fehlt: Kerstin Strubl)

Dagegen kann die Weibliche Jugend in Bad Kreuznach groß auftrumpfen. Nach einem 4:4 gegen den RTHC Leverkusen, einem 3:1 über den DHC Hannover und einem 6:0 über den VfL Bad Kreuznach erreicht man den zweiten Vorrundenplatz, spielt im Halbfinale gegen den 1. Hanauer THC, einen alten Bekannten. Während man bei der Hessenmeisterschaft eben gegen diesen Gegner unterlag, bei den süddeutschen Titelkämpfen aber deutlich im Endspiel triumphierte, haben die mit einigen Bundesligaspielerinnen verstärkten Hanauerinnen in diesem Semifinale jedoch keine Chance und unterliegen einem über sich hinaus wachsenden RRK überdeutlich mit 3:8. Das bedeutet das Endspiel gegen den RTHC Leverkusen, der im anderen Halbfinale den Club zur Vahr Bremen nach hartem Gefecht mit 3:1 schlägt! Lassen wir die "Main-Spitze" berichten:

Entscheidung in letzter Minute

Weibliche Hockeyjugend des RRK wird Deutscher Meister

Es ist Sonntag Nachmittag, 14 Uhr. Schläger fliegen durch die Luft, und zwölf überglückliche Hockeyspielerinnen der weiblichen Jugend des RRK liegen sich in den Armen, umgeben von Betreuern und mitgereisten Anhängern. Genau fünfzehn Sekunden vorher war die Entscheidung im Endspiel um die Deutsche Meisterschaft zugunsten der von Berti Rauth und Thomas Blivier betreuten Mannschaft des Ruder-Klubs gefallen. Aus dem Gewühl vor dem Gehäuse des Endspielgegners RTHC Leverkusen heraus konnte Anja Warnecke den Ball zum 2:1 im Tor unterbringen und damit den Titelgewinn sichern. Nachdem man ja bekanntlich dem gleichen Gegner im letzten Jahr bei der Feldmeisterschaft noch knapp im Halbfinale unterlegen war, drehten Anke Wild und Co. diesmal den Spieß um und schickten die sieggewohnten Westdeutschen geschlagen auf den Heimweg.

Das Endspiel selbst war an Spannung, Dramatik und auch Klasse kaum noch zu überbieten und hatte in dem auch für die vielen Zuschauer am schönsten spielenden RRK eine würdigen Titelträger. Nachdem Brigitte Schwarz die Rüsselsheimer mit einer kurzen Ecke in Führung gebracht hatte, schafften die Leverkusenerinnen noch vor der Pause den Ausgleich. Auch nach dem Wechsel blieb das Spiel ausgeglichen, ehe dann Anja Warnecke im Stile eines Torjägers alle klar machte und den glücklichen, aber auch verdienten Erfolg sicherstellte.

Eine Woche später stehen die Herren mit Trainer Fritz Schmidt in der Bundesliga-Aufstiegsrunde in Mannheim. Obwohl der RRK vom Papier her als Favorit gilt, keine personellen Probleme hat und damit in der besten Besetzung spielen kann (Tobias Frank, Thomas Susenburger, Alfred Segner, Berti Rauth, Harald Eisenacher, Paul Anagnostou, Norbert Boll, Fritz Schmidt jr., Norbert Mexner, Christoph Krehl, Klaus Eberts, Thomas Krauss) scheitert er. Nach einem 10:9-Sieg über 1846 Mannheim folgt eine 10:11-Niederlage gegen den THC Hanau. Somit muss der RRK im letzten Spiel gegen den Düsseldorfer HC mit mindestens 12 Toren Differenz gewinnen, um noch an Mannheim vorbeizuziehen. Zum Geschehen dieses entscheidenden Spiels und zur weiteren Entwicklung zitieren wir die "Main-Spitze":

Auch im nächsten Jahr in der Regionalliga

RRK in der Aufstiegsrunde gescheitert / Niederlage gegen Hanau entscheidend / Mannheim Erster

Am Sonntag Mittag um 13.30 Uhr stand es endgültig fest. Die Hockeyspieler des RRK haben den sofortigen Wiederaufstieg in die höchste deutsche Spielklasse verpasst. Soeben hatte der Schiedsrichter-Ausschuss den Protest des RRK gegen die Wertung des letzten Spiels gegen den Düsseldorfer HC abgelehnt. Der Schiedsrichter hatte beim Stand von 7:2 für Rüsselsheim auf Siebenmeter erkannt, diesen jedoch wegen angeblicher Spielverzögerung des RRK-Schützen Alfred Segner in einen Freischlag für Düsseldorf umgewandelt. Der Schiedsrichter-Ausschuss konnte und wollte die Tatsachenentscheidung des Unparteiischen nicht revidieren und lehnte den Protest ab.

Natürlich war die Aufregung groß auf Rüsselsheimer Seite, doch letztlich hätte die Partie gegen Düsseldorf schon mit 12 Toren Differenz gewonnen werden müssen, um doch noch den Aufstieg zu schaffen. Die Chancen dazu waren in jedem Fall vorhanden, doch spielten im ganzen Turnierverlauf die Nerven der meisten RRK-Akteure nicht mit, so dass man sich diese Pleite in gehörigem Maße selbst zuzuschreiben hat.

Wer wie im Spiel gegen Düsseldorf von insgesamt 13 Ecken nur fünf in Tore umwandelt, dazu noch zwei Siebenmeter auslässt, oder, wie im letztlich entscheidenden Spiel gegen Hanau am Samstag zwei Dreitorevorsprünge nicht über die Zeit bringt, dessen Bundesligatauglichkeit muss doch erheblich angezweifelt werden. Dass der Aufstiegsmodus äußerst zweifelhaft ist und, wie im konkreten Fall, einen Drittplazierten der Regionalliga in die Bundesliga hievt, dagegen ein souveräner Tabellenführer auf der Strecke bleibt, steht außer Frage. Die Gesamtleistung der Saison zählt nichts, die Tagesform und in gehörigem Maße das Glück entscheiden diese Aufstiegsrunden.

Trotz aller verständlichen Enttäuschung über die äußerst schwache Schiedsrichtervorstellung haben die Spieler um Kapitän Alfred Segner die eigenen Schwächen und Fehler erkannt. Personelle Konsequenzen sind nicht zu befürchten, die Mannschaft will zusammenbleiben und im nächsten Jahr einen erneuten (dann hoffentlich erfolgreicheren) Versuch starten. Aufsteiger TSV Mannheim 1846, im Abschlussklassement gerade sechs Tore besser als der RRK, wird sich für die Bundesliga warm anziehen müssen, denn dort entscheidet wieder die Saisonleistung und nicht die Tagesform. Dem RRK bleibt nur die Genugtuung, dem Aufsteiger die einzige Niederlage des Turniers beigebracht zu haben.

Wieder eine Woche später, am ersten März-Wochenende, geht praktisch die weibliche Jugend des RRK in die Bundesliga-Aufstiegsrunde in Köln. Entgegen den Herren haben die "jungen Damen" des RRK nichts zu verlieren, da man den durchaus möglichen Aufstieg mit gemischten Gefühlen sieht. Vielleicht sollte das Abenteuer Bundesliga noch etwas warten. Die "Main-Spitze" berichtet:

Kein Glück mit den Unparteiischen

Auch die RRK-Damen scheitern in der Bundesliga-Aufstiegsrunde

Nicht gerade vom Glück begünstigt waren die Damen des RRK bei der Aufstiegsrunde zum Hockey-Oberhaus in Köln. Nachdem bereits vor acht Tagen die Herren des Ruder-Klubs als souveräner Tabellenführer über den unglücklichen Aufstiegsmodus stolperten und den (erwarteten) Aufstieg verpassten, hatten leider nun auch die weiblichen Aufstiegsanwärter im Kampf um die Bundesliga das Nachsehen. Während man aber bei den Herren ruhig von einer mittleren Katastrophe sprechen kann, so lassen die jungen RRK-Damen über diesen Misserfolg noch lange nicht die Köpfe hängen. Mit einem Durchschnittsalter von gerade 17 Jahren besteht auch gar kein Grund dazu. Ihre Zeit wird noch kommen, vielleicht schon im nächsten Jahr.

Eva Hagenbäumer (rechts) im Spiel gegen den Krefelder HTC, das vom RRK mit 3:2 gewonnen wird

Trotzdem war die Enttäuschung groß nach den beiden Auftaktniederlagen gegen Kreuznach (9:10) und Gastgeber Köln (5:6), da damit bereits alle Aufstiegshoffnungen dahin waren. Manche Träne tropfte auf das Parkett der Deutschen Sporthochschule zu Köln, doch waren es weniger Tränen der Enttäuschung als der Wut und Ohnmacht – Ohnmacht gegenüber den Schiedsrichtern, die in beiden Begegnungen Leistungen boten, die in keinster Weise mit denen auf dem Spielfeld mithalten konnten und selbst den ruhigsten Hockeyfreund auf der Tribüne immer wieder zu Zornesausbrüchen veranlassten. Da wurden die harmlosesten Aktionen in Strafecken verwandelt, unberechtigte Siebenmeter verhängt oder saubere Aktionen einfach abgepfiffen. Was sich da neben der Hockeybande tummelte hatte auf einer Bundesliga-Aufstiegsrunde wirklich nichts zu suchen. Selbst ein Mann wie Wolfgang Strödter, seines Zeichens Hockey-Bundestrainer der Damen und auf Talentsuche in Köln, empfahl den RRK-Verantwortlichen, einen Beschwerdebrief an den Deutschen Hockeybund zu schicken, um solche Vorfälle in Zukunft zu vermeiden.

Sicherlich hatte nicht nur der RRK mit den Schiedsrichtern zu kämpfen, doch gerade die noch jungen Spielerinnen hatten mehr Probleme im Wegstecken falscher Entscheidungen als die im Durchschnitt drei bis vier Jahre älteren Spielerinnen aus Köln oder Kreuznach. So gingen zum Teil klare Führungen verloren, und die Mannschaft büßte ihre Sicherheit ein, während der Gegner sich an den Entscheidungen der "Unparteiischen" aufbauen konnte. Letztlich kürten also mehr die Schiedsrichter den VfL Bad Kreuznach zum Bundesligaaufsteiger als die überzeugende Leistung der Nahestädter.

Diese benötigten zum Schluss sogar noch die Hilfe des RRK zum Aufstieg, da sie selbst über ein 7:7 gegen Köln nicht hinauskamen. Krefeld, bis dahin mit Kreuznach punktgleich, musste schon gegen den RRK verlieren, um doch nicht aufzusteigen. Am Ende des Turniers feierten die Schützlinge von Berti Rauth und Thomas Blivier dann mit dem 3:2 den einzigen Erfolg dieser Aufstiegsrunde und verhalfen damit dem von vier gleichwertigen Mannschaften am wenigsten von den Schiedsrichtern benachteiligten Team aus Bad Kreuznach zum Aufstieg.

Dieser Abschlusserfolg bestätigt noch einmal das Leistungsvermögen der jungen RRK-Damen, die, obwohl schon ohne Titelhoffnungen, noch einmal kämpften, als ginge es um den Aufstieg, und sich mit dem 3:2 gegen den Krefelder HTC achtbar aus Köln verabschiedeten. Im besten Turnierspiel überhaupt führte der RRK bereits zur Pause mit 2:0 und hatte den knappen und einzigen Turniersieg schließlich der überragenden Torfrau Andrea Wohlfahrt zu verdanken, die serienweise klarste Krefelder Chancen zunichte machte.

Insgesamt trat der RRK mit Bianca Weiß, Andrea Wohlfahrt, Anke Wild (8 Tore), Eva Hagenbäumer (3), Sabine Rausch (2), Brigitte Schwarz (1), Sabine Lersch (1), Anja Warnecke, Susanne Hoffmann, Anja Mück und Sally Traiser in Köln an.

Bei der Hauptversammlung der Hockeyabteilung wird Michael Heuß anstelle des sich nicht mehr zur Wahl stellenden Sigurd Traiser zum Abteilungsleiter gewählt. Stellvertretende Abteilungsleiter werden Winfried Cezanne und Fritz Schneider, Kassenwart wird Wilhelm Nold, Protokollführerin Anni Strubl, Kassierer werden Annemie und Winfried Cezanne sowie Jugendleiter Martin Müller und Thomas Blivier.

RRK/RaB-Ruderwanderfahrt auf Werra und Weser 1985 von Eschwege nach Bodenwerder (hinten: Karl Heinz Ampütte (Lulu), Rudolf Müller (Mule), Horst Stelges, Wilfried Hoffmann (Hobbes), Ludwig Dörsam (Lutz), Werner Alt (Werni), Wolfgang Gummersbach (Gummi), Jochen Zimmermann (Fels), Klaus Hartmann (Hardy), Ragnar Otto (Raggi), Detlev Welters (Grille), Dr. Wolfgang Mack (Maggi), Jürgen Kleine (Rübi), Wolfgang Orlowski (Orle), Rudi Reitz (Rommel), Dr. Dietmar Klausen (Tünn); vorn: Jürgen Vacilotto (Vazi), Jochen Rudloff, Michael Buschmeier, Ulrich Vorfalt, Willi Braner)

Bei der Jahreshauptversammlung des RRK stehen keine Neuwahlen an. Den größten Raum der Aussprache nimmt die finanzielle Situation des RRK ein, sowie die sich daraus ergebende Notwendigkeit einer Beitragserhöhung, die von der Versammlung akzeptiert wird.

Nach einem Trainingslager am Lago di Varese und dem DRV-Langstreckentest in Erlangen beginnen Lutz Beyer und Harald Blum die Regattasaison auf der 2.000-m-Strecke Ende April mit der Leistungsüberprüfungsregatta des DRV in Duisburg-Wedau. An beiden Regattatagen starten sie im Männer-Zweier-ohne, fahren am ersten Tag in den Vorläufen die sechsbeste Zeit unter 20 Zweiern, werden in den zweiten Finallauf eingeteilt, der überraschenderweise schneller ist als der erste, und fahren die insgesamt viertbeste Zeit des ersten Tages. Am zweiten Tag gewinne sie ihr Rennen bei reduzierter Konkurrenz. Als Belohnung für die guten Leistungen werden Lutz Beyer und Harald Blum vom DRV für den Fünfländerkampf an Pfingsten nominiert.

Doch beim Fünfländerkampf gegen DDR, CSSR, Österreich und Jugoslawien und bei der Internationalen Regatta an Pfingsten auf der Wedau zeigen sich Lutz Beyer und Harald Blum total von der Rolle, rudern weit unter ihren Möglichkeiten. Während sie beim Länderkampf den vierten Platz belegen, können sie sich bei der Internationalen Regatta für kein Finale qualifizieren. Nicht besser ergeht es dem RRK-Achter mit Peter Hafner, Markus Sauer, Harald Richter, Gerhard Darnieder, Rüdiger Kirsch, Rolf Hafner, Alwin Grieser, Thomas Mildenburger und Stm. Thomas Alt auf der Gießener Pfingstregatta, der einen im Vorjahr gewonnenen Wanderpokal nicht verteidigen kann.

Es folgen die Regatten in Schweinfurt (1 Sieg), Ratzeburg, Amsterdam und anschließend Ende Juli die Deutschen Rudermeisterschaften in München. Im Rennen der Zweier-ohne belegen Lutz Beyer und Harald Blum den fünften Platz, haben jedoch nie eine Chance weiter nach vorn zu kommen. Im Zweier-mit läuft es für die beiden RRKler besser, sie fahren ein recht gutes Rennen und sichern sich Platz vier.

Im Herbst starten die RRK-Ruderer noch auf den Kurzstreckenregatten in Mühlheim, Frankfurt, Schierstein und Bamberg, so dass schließlich 12 Regattasiege eingefahren werden können.

RRK-Mitglied Claudia Fachinger, die in Heidelberg studiert, startet 1985 sehr erfolgreich für den Heidelberger RK. Mit ihrer Partnerin Kristiane Zimmer gewinnt sie den Doppelzweier bei den Eichkranzrennen, beim "Match des Seniors" und auch beim Deutschen Meisterschaftsrudern.

Die Gemeinschafts-Ruderwanderfahrt der Freunde von RRK und RaB Essen führt 1985 auf Werra und Weser. Gerudert wird an drei Tagen von Eschwege nach Bodenwerder über insgesamt 111 km. Ebenfalls auf der Weser wanderrudern die "Jungen AHs" des RRK an Pfingsten. Sie beginnen in Kassel auf der Fulda, rudern über Hann.-Münden bis nach Wehrden auf der Weser und damit etwa 90 km.

Die vier Erstplazierten der RRK-Klubmeisterschaft im Tennis der Damenklasse 1985: Silvia Braner (3. Platz), Heidi Seifert (3. Platz), Marlene Heuß (1. Platz), und Maria Hartmann (2. Platz)

Ruderwanderfahrt der "jungen AHs" des RRK 1985 auf Fulda und Weser (hinten: Heinz Nold, Michael Walther, Rüdiger Hochstein, Reinhard Passing, Dirk Leisegang, Harald Ruppert, Ulrich Vorfalt, Jürgen Berger; vorn: Kurt Hofferberth, Wolfgang Gentzsch, Klaus Kraft, Karl-Heinz Schwarzer, Thomas Mildenburger, Guido Petri)

Beim Abrudern der Ruderabteilung mit interner Regatta wir Harald Blum zum dritten Mal hintereinander Klubmeister im Einer. Klubmeister im Tennis werden bei den Frauen Marlene Heuß vor Maria Hartmann und bei den Männern zum vierten Mal Rainer Seifert vor Willi Braner.

Die Tennisgruppe des RRK veranstaltet im Juni zur Belebung des Vereinslebens in der Sommerzeit im Bootshaus ein Tanzfest mit der "Welkebach Group". Eigene Kompositionen und fetzige Oldies der sechziger und siebziger Jahre heizen den zahlreichen Gästen gehörig ein, so dass bis in die Morgenstunden getanzt wird.

Eine "Zitterrunde" erleben die Hockeyherren des RRK mit Trainer Fritz Schmidt in der Feldhockey-Bundesliga. Kurz vor Beendigung der Runde schreibt die "FAZ" am 16. September 1985:

Viele ungelöste Probleme bei den Hockeyspielern des Rüsselsheimer RK:

Die Regionalliga als eine Aufbaukur?

Die altbekannten Namen sind am Rüsselsheimer Sommerdamm immer noch mit von der Partie: Fritz Schmidt, Rainer Seifert, Martin Müller und "Polo" Liebig. Aber nur die beiden Letztgenannten spielen noch in der Hockey-Bundesliga-Mannschaft des Rüsselsheimer Ruder-Klubs (RRK). Der langjährige Kapitän der Nationalmannschaft hat das Spielen mittlerweile seinem gleichnamigen Sohn überlassen und lenkt das Spiel als Trainer. Dribbelkünstler Rainer Seifert, jahrelang als Sturmspitze in Verein und Nationalmannschaft die ideale Ergänzung zum Mittelfeldregisseur Fritz Schmidt, ist gar nur noch Zuschauer.

Dabei hätte der RRK einen Stürmer wie Rainer Seifert dringend nötig. "Der schießt immer noch eiskalt seine Tore, kann mit dem Ball etwas anfangen und die Verteidiger an sich binden", sagt Fritz Schmidt. Aber leider zeigt Seifert, mittlerweile 38 Jahre alt, seine Künste nur noch bei den Alten Herren. Kurz vor Ende des Spiels gegen den Tabellenführer Kickers Stuttgart hat Schmidt seinen alten Weggefährten auf einem seiner ausgedehnten Spaziergänge entlang der Seitenlinie noch einmal, halb im Flachs, halb im Ernst, zum Mitspielen in der Bundesliga aufgefordert. Seifert hat nichts dazu gesagt, obwohl auch ihm die Schussschwäche seiner Nachfolger nicht entgangen ist.

Gegen die Stuttgarter Kickers, immerhin der souveräne Tabellenführer, reichte es zu zwei Toren. Das 1:0 durch den auch schon 37 Jahre alten Martin Müller in der 4. Minute und das vielbejubelte 2:2 von Alfred Segner nach einer kurzen Ecke in der 68. Minute. Aber dazwischen lagen nicht nur der 1:1-Ausgleich durch einen Siebenmeter von Wüterich und das 2:2 von Brandenstein bei einem Aussetzer von Nationaltorwart Tobias Frank, der irrtümlich annahm, Brandenstein habe von außerhalb des Schusskreises abgezogen und deshalb den Ball passieren ließ, sondern auch noch Chancen über Chancen der Rüsselsheimer.

Acht kurze Ecken, ein Pfostenschuss von Müller, Alfred Segner allein vor dem Tor – all diese Möglichkeiten verschluderten die Rüsselsheimer wie ast immer im Laufe dieser Saison. Zwei Spieltage vor Ende der Saison ist der Klassenverbleib für die Rüsselsheimer zum Rechenexempel geworden. "Wenn wir vor dem letzten Heimspiel gegen den Vorletzten Dürkheim nur zwei Punkte Rückstand haben, können wir es schaffen. Aufgrund der besseren Tordifferenz würde uns ein 1:0 genügen," sagt Schmidt.

Die Zeiten haben sich geändert. Fünfmal waren die Rüsselsheimer Meister auf dem Feld, dreimal in der Halle, und jetzt droht nach dem gescheiterten Versuch, in der Halle wieder erstklassig zu werden, auch auf dem Feld die Zweitklassigkeit. Das hängt mit dem Leistungsgefälle in der Mannschaft zusammen. Die Routiniers Frank, der 39 Jahre alte Liebig und Müller sind noch immer die tragenden Figuren, etliche Mitspieler nur Mitläufer. Der Generationsknick ist deutlich zu spüren, der Umbruch immer noch nicht geglückt. Für viele der Nachwuchsleute ist die Bundesliga eine Nummer zu groß, vielleicht wäre da die Regionalliga nicht einmal die schlechteste Aufbaukur.

Die Entscheidung um den Abstieg fällt im letzen Spiel gegen den Dürkheimer HC, der RRK gewinnt 2:0 und Dürkheim steigt ab. Die Mannschaft spielt die Bundesliga-Feldrunde mit Tobias Frank, Norbert Boll, Manfred Liebig, Roland Segner, Christoph Krehl, Harald Eisenacher, Norbert Mexner, Thomas Krauss, Volker Schädel, Stefan Morales, Paul Anagnostou, Fritz Schmidt jr., Klaus Eberts, Martin Müller, Alfred Segner, Ralf-Peter Rausch und Berti Rauth.

In der Damenhockey-Oberliga scheinen die Damen des RRK quasi einen "Durchmarsch" zur Regionalliga zu machen. Doch dann kommt aus Rüsselsheimer Sicht die "Woche der Wahrheit". Nach einem 0:0 gegen den SC Frankfurt 1880 folgt ein 1:1 gegen den Wiesbadener THC und eine 1:2-Niederlage gegen Eintracht Frankfurt, der Traum ist ausgeträumt. Das heißt keine Oberliga-Meisterschaft, sondern zweiter Platz und keine Teilnahme an der Aufstiegsrunde. 

Gute Leistungen zeigen die weiblichen Nachwuchsmannschaften im Kampf um die Hessenmeisterschaft. Während die weibliche Jugend hinter Eintracht Frankfurt Vizemeister wird, holen sich die B-Mädchen durch einen 2:0-Sieg und auch die A-Mädchen durch einen 2:1-Sieg, beide beim Wiesbadener THC, den Hessentitel. Die A-Mädchen ziehen in die in Rüsselsheim stattfindende Vorrunde um die Deutsche Meisterschaft ein, können die Gunst der Stunde jedoch nicht nutzen und verpassen die Endrundenteilnahme.

Die Hockeysenioren des RRK holen sich unter 11 teilnehmenden Mannschaften überlegen den Hessenpokal, die inoffizielle Hessische Senioren-Meisterschaft. Nach der Punktrunde liegt der RRK mit 16:4 Punkten vor dem Wiesbadener THC mit 15:5 und dem SC SaFo mit 16:6 Punkten.

Im September übernimmt Ante Grubisic mit seiner Familie, d.h. seiner Frau Anke, den Töchtern Mira und Drinka und den Söhnen Jacob und Ivan, die Bewirtschaftung der Bootshaus-Gaststätte. Die Art und Weise, wie die neue Wirtsfamilie das "Bootshaus" führt, lässt schon nach wenigen Wochen hoffen, dass die Verbindung nicht nur von kurzer Dauer ist.

Anfangs November spielen Sandra Wohlfahrt und Torsten Althoff in den hessischen Auswahlmannschaften der A- bzw. B-Jugend um den Berlin-Pokal, den die hessischen Mädchen gewinnen, und den Rhein-Pfalz-Pokal, wo die Hessen "nur" den vierten Platz belegen.

Bereits Mitte November holt sich die weibliche Hockeyjugend in der heimischen Walter-Köbel-Halle den hessischen Hallen-Landestitel der Saison1985/86 durch ein ungefährdetes 4:0 über Eintracht Frankfurt. 

Hallenrunde Herren 1985/86: RRK – Eintracht  Frankfurt (Klaus Eberts, Christoph Krehl, Fritz Schmidt jr., Harald Eisenacher, Paul Anagnostou, Tobias Frank)

Nikolausball 1985, Ehrung von Klaus Hartmann und Dr. Dietmar Klausen für 25-jährige RRK-Mitgliedschaft durch den RRK-Ehrenvorsitzenden Günter Schmitt

Eine Woche später beginnen die Hockeydamen die Hallensaison in der Regionalliga. Vorsichtiger Optimismus prägt die Szenerie im RRK-Lager, wenn man sich nach den Erwartungen erkundigt. "Wir wollen wieder in die Aufstiegsrunde, aber das wird schwerer als im letzten Jahr", weiß Betreuer Thomas Blivier zu berichten. "Die anderen Teams haben erkannt, dass in Rüsselsheim gutes Hockey gespielt wird und dass auch ein 'Kindergarten' auszuteilen versteht: einen 'Babybonus', wie noch vielleicht in der letzten Saison, wird uns diesmal keiner zukommen lassen", rechnet Blivier mit erheblich mehr Widerstand.

Für die Herren beginnen die Spiele in der Regionalliga später, da Tobias Frank mit der deutschen Hockey-Nationalmannschaft am Turnier um die Champions-Trophy in Australien teilnimmt. Auch für die RRK-Herren unter Trainer Fritz Schmidt ist erneut die Aufstiegsrunde zur Hallen-Bundesliga das Ziel, die vom 21. bis 23. Februar 1986 in der Opelstadt ausgetragen wird. Personell sieht es sehr gut aus. Fritz Schmidt kann sogar aus einem Überangebot von 14 Spielern auswählen, dabei auch Damentrainer Rauth und der Hanauer Neuzugang Klaus Musso.

Die Damen machen in den ersten Spielen sofort deutlich, was Sache ist; die Herren dagegen beginnen sehr durchwachsen. Am letzten Spieltag vor der Weihnachtspause liegen die RRK-Damen nach sechs Spielen mit 12:0 Punkten und 61:17 Toren klar an der Tabellenspitze. Dagegen beenden die RRK-Herren das Jahr 1985 mit einem Sieg beim Spitzenreiter Hanau, liegen damit nach acht Spieltagen mit 10:6 Punkten nur einen Punkt hinter Reichenhall und Hanau auf dem dritten Platz, keine schlechte Ausgangsposition für das angestrebte Ziel.

Zum 25. Mal ehrt die Stadt Rüsselsheim Ende November ihre erfolgreichen Nachwuchssportler, 53 an der Zahl, die mindestens eine Hessenmeisterschaft errungen haben. Die größte Zahl der zu ehrenden Sportler kommt vom RRK. Bei der zusammen mit dem Sportlerball durchgeführten Sportlerehrung werden 187 Sportler durch die Stadt Rüsselsheim ausgezeichnet. Für den RRK sind unter den Geehrten die Hockey-Senioren als Hessenmeister sowie die weibliche Hockeyjugend als Süddeutscher und Deutscher Hallenhockey-Meister.

Glanzvoller Abschluss der gesellschaftlichen Ereignisse im RRK ist am 7. Dezember der Nikolausball im Adlersaal. Tanz nach den Klängen der Showband "Los Bonitos" und Ehrungen stehen im Mittelpunkt. Thomas Blivier, Klaus Hartmann und der RRK-Vorsitzende, Prof. Dr. Dietmar Klausen, gehören dem RRK 25 Jahre an. Claudia Fachinger erhält in Anerkennung ihrer rudersportlichen Erfolge die RRK-Leistungsnadel in Silber.

Während des Jahres verliert der RRK durch Tod Rudolf Holz, Träger der RRK-Ehrennadel in Gold, und das langjährige Mitglied Dr. med. Hans Günther. Außerdem erliegt Ende November der ehemalige Rudertrainer des RRK, Dr. med. Alfred Buch, einem Herzleiden.

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