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Geschichte des Rüsselsheimer Ruder-Klubs 08 (RRK)
von 1942 bis heute

2001

Am 1. Januar 2001 hat der RRK 544 Mitglieder. In den ersten Wochen des Jahres wird die Renovierung des Saales im Bootshaus beendet.

Die Hockeyabteilung ist zu Beginn des Jahres mit 1. Damen- und 1. Herrenmannschaft schon mitten in der Hallensaison der Bundesliga. Während die Herren unter Trainer Kai Stieglitz am Ende der Runde auf dem dritten Platz stehen und damit das Viertelfinale um die Deutsche Meisterschaft verpassen, erreichen die Damen den zweiten Platz, damit das Viertelfinale, und spielen in Berlin gegen den Berliner HC. Am Ende verliert der RRK mit 2:4.

Christian Domke gewinnt Ende Januar mit der deutschen Hockey-Nationalmannschaft in Luzern die Europameisterschaft im Hallenhockey durch ein 9:2 im Endspiel gegen Spanien.

Berti Rauths Vertrag als Damen-Bundestrainer wird vom Deutschen Hockey-Bund wegen des enttäuschenden 7. Platzes bei der Olympiade in Sydney nicht verlängert. Damit steht Berti Rauth wieder verstärkt dem RRK und insbesondere seinen weiblichen Mannschaften zur Verfügung.

Bei den Nachwuchsmannschaften werden die weibliche A-Jugend, die A-Mädchen, die A-Knaben und die B-Knaben Hessenmeister in der Halle. Anschließend sichert sich die weibliche B-Jugend den Titel eines Süddeutschen Meisters, weibliche A-Jugend und A-Mädchen werden Zweite, so dass alle drei Mannschaften sich für die DM-Endrunde qualifizieren. Dagegen können die männlichen Nachwuchsteams nicht die DM-Endrunde erreichen.

Es folgt Ende Januar der Hallenhockey-Europacup unter Mitwirkung der RRK-Damen im französischen Les Ponts de Cé nahe Angers. Zitieren wir die "Frankfurter Allgemeine Zeitung":

Beispiellose Hockey-Erfolgsgeschichte:

Rüsselsheimer RK holt seinen zehnten Europacup

Von Dingen, die einem besonders lieb geworden sind, trennt sich niemand gerne. Der Hallen-Europapokal etwa ist den Hockeyspielerinnen des RRK seit der ersten Teilnahme an diesem Wettbewerb 1991 regelrecht ans Herz gewachsen. Nur einmal in zehn Jahren haben sie die Trophäe einer anderen Mannschaft überlassen und sich sonst in insgesamt neun Endspielen durchgesetzt. Am Sonntag, als beim zwölften Zusammentreffen der Landesmeister in der französischen Kleinstadt Les Ponts de Cé die Entscheidung nahte, kam es zum wohl dramatischsten Endspiel in der Turniergeschichte. Dabei machten die Rüsselsheimerinnen aus ihrer Außenseiterrolle gegen den Berliner HC das Beste und schrieben ihre bisherige Erfolgsgeschichte mit einem 11:9-Erfolg nach Siebenmeterschießen um das zehnte Kapitel fort. Und weil dieser Triumph nach einer von Höhen wie Tiefen begleiteten Bundesligasaison, die vor 14 Tagen mit der 2:4-Niederlage  im Viertelfinale des nationalen Championats beim Berliner HC vorzeitig zu Ende gegangen war, so völlig unerwartet zustande kam, feierten und sangen die Spielerinnen in der mit etwa 1.000 Zuschauern gut gefüllten Athletis-Sporthalle so laut und ausgelassen wie schon lange nicht mehr.

Die RRK-Damen gewinnen in Les Ponts de Cé den Hallen-Europacup zum 10. Mal (Denise Klecker, Nicole Hardt, Lisa Jacobi, Jennifer Lutz, Nina Günther, Lena Schüder, Jana Schwärzel, Irene Balek, Mandy Haase, Sybille Breivogel, Tanja Dickenscheid)

Verständlich, hatten doch nicht wenige das nach den Abgängen der Nationalspielerinnen Britta Becker und Friederike Barth weiter verjüngte Team bereits abgeschrieben. Anders Berti Rauth. "Wir haben eine Fifty-fifty-Chance", Hatte der langjährige Trainer gesagt. Tatsächlich entwickelte sich zunächst eine ausgeglichene Partie. Berlin führte zwar nach 8 Minuten 2:0, doch dann begann die Zeit der Irene Balek. Mit zwei Toren in Folge verhalf die Nationalspielerin aus Österreich, die vor der Hallenrunde zum RRK gekommen war, dem RRK zu Ausgleich und ließ erkennen, warum sie vor zwei Jahren zur besten Spielerin der Hallen-EM gewählt worden war. Mit zwölf Treffern wurde sie dieses Mal beste Torschützin des Turniers. 15 Sekunden vor dem Ende der ersten Halbzeit lag der immer selbstbewusster aufspielende Titelverteidiger nach dem dritten Treffer von Nicole Hardt erstmals 5:4 vorne. Als Torhüterin Jennifer Lutz ihre Leistung  in der 26. Minute mit einem gehaltenen Siebenmeter krönte und Tanja Dickenscheid sowie abermals Irene Balek (2) für einen 8:5-Vorsprung sorgten, sprach drei Minuten vor dem Ende der Spielzeit alles für Rüsselsheim.

Doch dann setzte der Berliner Trainer Friedel Stupp, der mit seinem Team vor einer Woche das nationale Endspiel gegen Klipper Hamburg 3:4 verloren hatte, alles auf eine Karte und tauschte seine nicht überzeugende Nationaltorhüterin Louisa Walter zugunsten einer sechsten Feldspielerin aus. "In dieser Phase hat man gesehen, dass unsere jungen Spielerinnen noch nicht abgezockt genug sind", sagte Rauth. Zehn Sekunden vor dem Abpfiff nutzte Katrin Kauschke den insgesamt vierten Siebenmeter zum 8:8. 

Aus dieser Aufholjagd vermochten die Berlinerinnen im nun folgenden Siebenmeterschießen keinen psychologischen Vorteil zu ziehen. Alleine Katrin Kauschke traf. Anders der RRK. Irene Balek, Denise Klecker und Nicole Hardt verwandelten so sicher, dass Lena Schüder und Tanja Dickenscheid gar nicht mehr in Aktion treten brauchten. "Andere Vereine, die einmal ganz oben standen, sind mittlerweile von der Bildfläche verschwunden. Wir haben dafür Sorge getragen, dass der RRK seit mehr als zehn Jahren zur Spitze gehört und dies auch weiterhin darstellen wird. Und das ist die beste Antwort für so manchen Unkenruf, zumal auch anderen ein Umbruch bevorsteht", sagte Rauth. 

Dass der RRK parallel zum zehnten Europacupsieg als einziger Klub in allen drei Altersklassen mit seinen weiblichen Nachwuchsteams um die deutsche Meisterschaft mitspielte, verleiht den Worten des früheren Bundestrainers besonderes Gewicht.

Am gleichen Wochenende starten drei Jugendmannschaften bei Deutschen Meisterschaften in der Halle. Die Weibliche B-Jugend wird in Hamburg Deutscher Meister, die A-Mädchen werden in München Dritter und die Weibliche Jugend wird in Hannover Siebter, ein Beweis für hervorragende Nachwuchsarbeit im RRK durch Berti Rauth und seine Helfer. Wir zitieren die "Main-Spitze":

Mit großem Kämpferherz zum Meisterwimpel

Im DM-Finale besiegt auch die weibliche B-Jugend des Rüsselsheimer RK den Berliner Hockey-Club vom Siebenmeterpunkt

Die weibliche B-Jugend wird in der Halle Süddeutscher und Deutscher Hallenhockey-Meister 2001 (hinten: Sabrina Radtke, Henrike Stopfkuchen, Maren Pfefferkorn, Bettina Edlefsen, Lena Jacobi, Elena Christl, Sabrina Heppel, Betreuer "Jupp" Braumann und Kerstin Strubl; vorn: Anja Meisner, Ann-Kathrin Zielonka, Torfrau Susanne Drexler)

Die Duplizität der Ereignisse war ebenso schön wie verblüffend. Um 14.30 Uhr wurden am Sonntag an zwei Orten, zwischen denen mehr als 1.000 Kilometer liegen, bedeutsame Hockeyspiele angepfiffen. Und sowohl in der französischen Kleinstadt Les Ponts de Cé als auch in der Metropole Hamburg ließen eine Stunde später fast zeitgleich Teams des Rüsselsheimer RK ihren Gefühlen freien Lauf, nachdem der letzte Akt erfolgreich bewältigt worden war. Dass neben dem Damenteam des Ruder-Klubs, das den Europacup zum neunten Mal verteidigte, auch die weibliche B-Jugend ihren DM-Finalgegner Berliner HC per Siebenmeterschießen in ein Tal der Tränen stürzte, machte die Triumphe besonders außergewöhnlich.

Bei dem ganzen Jubel soll aber nicht vergessen werden, dass sich die A-Mädchen des RRK als DM-Dritte in Mannheim ebenfalls einen Platz auf dem Siegerpodest verdienten. Und obwohl die weibliche A-Jugend in Stadtoldendorf sieglos blieb und über Rang sieben nicht hinauskam, rundete dieses Team das positive Gesamtbild ab. Als einziger Verein war der Rüsselsheimer RK in allen drei Altersklassen bei Endrunden um die deutsche Meisterschaft an den Start gegangen.

Weibliche A-Jugend

Die alles andere als optimalen personellen Voraussetzungen bekam der RRK unweit von Hannover gleich im ersten Gruppenspiel gegen Club Raffelberg zu spüren (0:6). Die beste Leistung bot das Team von Trainer Kay Körner im Anschluss gegen den Großflottbeker THGC (1:2), dem im Finale nur ein Treffer fehlte. Wer die vier Rüsselsheimer Tore erzielt hat, hätten wir an dieser Stelle gerne berichtet, doch die versprochenen Informationen blieben zum wiederholten Male aus.

Weibliche B-Jugend

Trotz des vor 14 Tagen errungenen Südtitels war der RRK nicht mit zu hohen Zielen an die Alster gefahren. Dies auch deshalb, weil mit Bettina Edlefsen eine Spielerin erkrankt war, die für den Bundesligakader vorgesehen ist. Doch der Rückzug des Westmeisters Club Raffelberg machte einiges einfacher, da Nachrücker RTHC Leverkusen in der Vorrunde 6:2 beherrscht wurde. Am kniffligsten lief es im stets brisanten Hessenduell gegen den SC Frankfurt 1880, das aber auch knapp gewonnen wurde.

Dank mannschaftlicher Geschlossenheit und guter Kondition sowie dem einen oder anderen hilfreichen Tipp aus profundem Mund – die früherer RRK-Bundesligaspielerin Kerstin Strubl saß in Hamburg neben Betreuer Jupp Braumann auf der Bank – lief es nach den drei Gruppensiegen auch im Halbfinale gegen DTV Hannover super (5:2). Und im Endspiel gegen den Berliner HC schwangen sich die 15 und 16 Jahre alten Talente dann zu einer kämpferischen Großleistung auf. Der eigentlich Favorit schaffte es jedenfalls weder in der regulären Spielzeit (4:4) noch in der Verlängerung (5:5), den RRK abzuschütteln. Und obwohl im fälligen Siebenmeterschießen auch Elena Christl wie Maren Pfefferkorn das Ziel verfehlten, reichten die Treffer von Lena Jacobi und Bettina Edlefsen locker, da der BHC gleich vier Fahrkarten in Serie schoss.

A-Mädchen

Aufgrund der Eindrücke aus der Vorrunde, die der RRK mit zwei sicheren Siegen und einem Remis gegen ATV Leipzig als Tabellenerster beendet hatte, ging das von Dirk Haase betreute Team in Mannheim eigentlich leicht favorisiert ins Halbfinale. Doch der vor 14 Tagen noch 5:1 besiegte Süddritte TV Schwabach erwischte einen Auftakt nach Maß, traf bei jedem Schuss und führte so zur Halbzeit vorentscheidend 4:1. Mehr als eine Resultatsverbesserung auf 3:5 gelang danach nicht mehr. Die Partie um Platz drei wurde dann aber gegen Club Raffelberg 4:2 gewonnen. Darüber hinaus erhielt Laura Appel als beste Torschützin der Endrunde einen Ehrenpreis.

Edith von zur Mühlen tauft beim Anrudern einen Renngig-Doppelfünfer auf den Namen "die zummis" (Gerhard Darnieder, Hans Ludwig Blöcher, Hilde Blöcher, Roland von zur Mühlen)

Bei den inoffiziellen Deutschen Meisterschaften der Reserveteams in Hamburg anfangs März können die Damen den fünften Platz belegen, während die Herren sogar erst im Endspiel mit 5:8 unterliegen. Die Ib-Damen liegen am Ende der Hallensaison auf dem vierten Platz der Oberliga, die Ib-Herren werden Sechster der 2. Regionalliga und entgehen damit dem Abstieg knapp.

Ende März, anfangs April finden die Hauptversammlungen der Abteilungen und des Gesamtvereins statt. Während die Hockeyabteilung, die 2001 ihr 75-jähriges Bestehen feiert, trotz oder gerade wegen der großen sportlichen Erfolge Probleme im finanziellen Bereich sieht, wird die Ruderabteilung die Zusammenarbeit mit dem Flörsheimer Ruderverein fortführen und die Nachwuchsarbeit mit den Schulen forcieren. 

Bei der Generalversammlung des Gesamtvereins stehen natürlich die sportlichen Erfolge im Vordergrund, aber auch die finanzielle Lage kann als zufriedenstellend bezeichnet werden. Da zum 1. Januar 2002 der Euro eingeführt wird, beschließt die Versammlung neue Beiträge und streicht die Aufnahmegebühren, um die "Eintrittsbarriere" zu senken. Während Elke Schumacher für ihr langjähriges Engagement im Vorstand die RRK-Leistungsnadel in Gold erhält, werden Heinz Schmitt und Jochen Zimmermann mit der RRK-Leistungsnadel in Silber ausgezeichnet. Der 1. Vorsitzende des RRK, Dr. Dietmar Klausen, und der Hockey-Abteilungsleiter, Martin Müller, werden durch Beschluss der Versammlung zu Ehrenmitgliedern des RRK ernannt.

Vor der Hockey-Feldsaison verliert der RRK einen weiteren Nationalspieler, Nicolas Emmerling, der seinem Bruder Björn nach Stuttgart folgt. Dagegen wechselt Nationalspielerin Silke Müller von Eintracht Frankfurt zum RRK.

Während die Hockey-Feldsaison bereits läuft, haben die Ruderer am 12. Mai 2001 ihr Anrudern, bei dem ein neuer, von Hans Ludwig Blöcher gestifteter Renngig-Doppelfünfer von Edith von zur Mühlen auf den Namen "die zummis"  getauft wird. 

Die große Ruderwanderfahrt der Freunde von RaB und RRK, an der 30 Ruderer teilnehmen, führt dieses Jahr auf die Elbe; gerudert wird am Fronleichnams-Wochenende von Usti in Tschechien über Schmilka, Rathen und Dresden nach Meißen (117 km). Nur eine Woche später starten sechs Ruderfrauen des RRK − unterstützt von vier Männern − zu einer Ruderwanderfahrt auf Berliner Gewässern. An drei Tagen werden 92 km gerudert.

Jungfernfahrt des Renngig-Doppelfünfers "die zummis" nach der Taufe mit Wilfried Hoffmann, Roland von zur Mühlen, Georg Gagel, Karl Taube und Rudi Reitz

Die fast komplette Mannschaft der Wanderfahrer von RaB und RRK vor Schloss Pillnitz (hinten stehend Helmut Gerds, Christian von Schneidemesser, Rudolf Müller, Dieter Lang; davor sitzend letzte Reihe: Karl-Heinz Wagner, Gerhard Ketter, Werner König, Wolfgang Mudra, Gerhard Ruppert, Manfred Hölzel (verdeckt), Werner Alt; davor vorletzte Reihe: Dr. Wolfgang Mack, Dr. Michael Winkels, Dr. Claus Holzapfel, Jochen Zimmermann, Jürgen Kleine, Wolfgang Orlowski, Manfred Scherrer; zweite Reihe: Ragnar Otto, Dr. Dietmar Klausen, Udo Renk, Bernd Strahl, Helmut Hölzel; vordere Reihe: Peter Riethmüller, Wilfried Hoffmann, Jochen Rudloff, Dieter Korb; es fehlen: Rudi Reitz, Georg Gagel, Karl Heinz Ampütte)

Auf den Regatten in Köln, Offenbach, Gießen, Bürgel, Schierstein und Großauheim kann der RRK insgesamt 25-mal als Sieger am Steg anlegen. Höhepunkt der Regattasaison für die RRK-Ruderer ist am Schluss der Regattasaison Mitte Oktober die Teilnahme eines Vierers mit Steuermann bei den Deutschen Sprintmeisterschaften in Schweinfurt. Die "Main-Spitze" berichtet:

Silbermedaille bei den Deutschen Sprintmeisterschaften für den RRK-Vierer mit Lutz Beyer, Jens Bornemann, Stfr. Melanie Berger, Martin Kraft und Sven Hoffmann

Endlauf ist das Minimalziel für den RRK-Vierer

Der Rüsselsheimer Ruder-Klub (RRK) versucht an diesem Wochenende an seine Erfolge aus den Jahren 1997 und 1998 anzuknüpfen. Der Männer-Vierer mit Steuermann des Vereins (Sven Hoffmann, Jens Bornemann, Martin Kraft, Lutz Beyer und Steuerfrau Melanie Berger) – eine von zehn Mannschaften – hat sich in Schweinfurt (Bayern) bei den Deutschen Sprintmeisterschaften fest vorgenommen, den Endlauf am Sonntag zu erreichen. Dort will das Rüsselsheimer Quintett den favorisierten Booten aus Münster, Osnabrück, Hameln, in denen auch Weltmeisterschafts-Teilnehmer sitzen, nicht kampflos den Vortritt auf der 400 Meter langen Strecke zu lassen.

An stolze Siege von einst lässt sich nicht immer anknüpfen

Silbermedaille bei der Deutschen Sprintmeisterschaft für den RRK-Vierer nach sehr knappem Rennen

0,18 Sekunden zu langsam: Nach den Titeltriumphen 1997 und 1998 zog der Vierer mit Steuerfrau des Rüsselsheimer Ruder-Klub bei der deutschen Sprintmeisterschaft in Schweinfurt knapp und unglücklich den kürzeren. In einem Wimpernschlagfinale löste das Quintett von Wiking Berlin nach 400 Metern die Zielglocke 18 Hundertstel Sekunden vor dem RRK-Boot aus. Da aus dem ersten Meistervierer von 1997 nur noch Schlagmann Lutz Beyer und Bugmann Sven Hoffmann auf dem Obermain mit dabei waren, kann sich Rang zwei für Lutz Beyer, Martin Kraft, Jens Bornemann, Sven Hoffmann und Steuerfrau Melanie Berger aber sehen lassen.

Nach einem klaren Vorlaufsieg hat die Mannschaft mit Sven Hoffmann, Jens Bornemann, Martin Kraft, Lutz Beyer und Steuerfrau Melanie Berger im Finale in einer "Wimpernschlag-Entscheidung" schließlich dem RRK die Deutsche Vizemeisterschaft gesichert.

Am letzten Mai-Wochenende feiert die Hockeyabteilung mit einer akademischen Feier im Bootshaus "75 Jahre Hockey im RRK". Die etwa 100 Personen umfassende "Feiergemeinde" mit zahlreichen Ehrengästen erlebt eine Laudatio und einen in die Zukunft gerichteten Ausblick. Die "Main-Spitze" berichtet:

Paradebeispiel des erfolgreichen Vereins

Akademische Feier zum 75-iährigen Bestehen der RRK-Hockeyabteilung im Bootshaus

Es klang immer wieder an: Die Hockeyabteilung des Rüsselsheimer Ruder-Klubs (RRK) gilt als Paradebeispiel dafür, wie man Leistungsorientierung mit Gesellschaftlichkeit kombinieren, Spaß am Breitensport mit professioneller Europapokaleinstellung verbinden kann. Insofern waren die Festivitäten zum 75-jährigen Jubiläum der Abteilung ein Spiegelbild. Der akademischen Feier am Vormittag folgten die "Greyhoundfete" neben dem Hockeyfeld und das Bundesligaspiel der Herren zwischen dem RRK und dem Münchner SC.

Bei Sektempfang, kleinen Häppchen und beschwingender Musik des Ginsheimer Duos "Medicine" traf sich die etwa 100 Personen umfassende Feiergemeinde am Samstag Mittag im Restaurant "Bootshaus". Ehrenmitglied Karl Heuß, Oberbürgermeister Stefan Gieltowski, Erster Kreisbeigeordneter Baldur Schmidt, der stellvertretende Stadtverordnetenvorsteher Murtaza Ak, die ehrenamtlichen Stadträte Heide Böttler und Kurt Stolz, Robert Neubauer und Klaus Astheimer aus den Sportämtern von Stadt und Kreis, Manfred Gollenbeck vom Sportkreis, Jörg-Dieter Häußer vom Sportbund, Vertreter der Sponsoren, ehemalige und aktuelle Spieler sowie Vertreter der Fraktionen wollten sich die akademische Feier samt Laudatio nicht entgehen lassen.

Die gestaltete der RRK-Gesamtvereinsvorsitzende Prof. Dr. Dietmar Klausen als Beamer-Show, in deren Verlauf er Fotos aus der Geschichte der Abteilung an die Leinwand projizierte und mit kleinen Anekdoten würzte. Die Erläuterung der Mannschaftsbilder übernahmen allerdings die älteren Mitglieder, wie aus der Pistole geschossen kamen die Namen der Spielerinnen und Spieler, die schon in den 30-er und 40-er Jahren die Hockeyschläger für Rüsselsheim führten.

Der RRK-Vorsitzende, Prof. Dr. Dietmar Klausen, und interessierte Zuhörer beim Festvortag "75 Jahre Hockey im RRK"

Seite aus dem "Goldenen Buch des RVR"
anlässlich der akademischen Feier im Booteshaus
"75 Jahre Hockey im RRK" am 26. Mai 2001

Abteilungsleiter Martin Müller beschäftigte sich vor allem mit einem Ausblick, nannte Trainer Berti Rauth stellvertretend für kontinuierliche Jugendförderung, lobte den hohen Anteil ehrenamtlichen Engagements durch Eltern und ehemalige Aktive, einen Bereich, für den die finanziellen Mittel derzeit erschöpft sind. Nach dem Schnuppertag vom vergangenen Wochenende lägen inzwischen über 40 Voranmeldungen von interessierten Kindern und jugendlichen vor, ein sicheres Zeichen dafür, dass dank intensiver Arbeit Hockey in Rüsselsheim ein Selbstläufer geworden ist.

In die gleiche Scharte schlug Stefan Gieltowski. Nicht umsonst habe die Jugendabteilung schon das Grüne Band für Talentförderung erhalten, gleichsam als Belohung für den steten Aufbau von Nachwuchsspielern. Einig war man sich auch hinsichtlich der Rolle der Stadt. Kontinuierlich, so der Oberbürgermeister, habe Zusammenarbeit stattgefunden, wurde in den späten 80ern die Flutlichtanlage installiert, 1991 gab es den Kunstrasenbelag am Sommerdamm, dessen Erneuerung in diesem Jahr ebenso ansteht wie die Sanierung des Bodens in der Sporthalle Dicker Busch.

Baldur Schmitt nutzte die Gelegenheit, den Verein für seine Äußerungen zum Thema Flughafenausbau zu loben und stellte seine Verdienste in Sachen Emanzipation in den Vordergrund. Schließlich wurde den Frauen schon 1880, lange vor der politischen und sozialen Gleichstellung, der Zugang zum Hockeysport ermöglicht. Gollenbeck, Häußer und Erich Kupfer, Leiter der Abteilung Öffentlichkeitsarbeit bei Opel, ergänzten den Reigen der Redner, lobten hohen Standard und Ehrenamt, versicherten weitere Unterstützung und Zusammenarbeit.

Anfangs August, rechtzeitig vor dem "Rüsselfanten-Turnier", bei dem Freizeit-Mannschaften aus ganz Deutschland am Sommerdamm spielen, kann die Sanierung des Kunstrasenplatzes durch die Stadt Rüsselsheim abgeschlossen werden.

Die Ersten Herren des RRK mit viel "Jungvolk" erreichen das Viertelfinale um die Deutsche Feldhockey-Meisterschaft, scheitern hier jedoch am Gladbacher HTC (hinten: Holger Klein, Jan Petersen, Volker Schädel, Sven Schaefer, Christopher Reitz, Joachim Ritter, Frank Trautmann, Christian Domke, Thomas Block, Jürgen Stuhlträger, Betreuerin Beate Müller, ..., Nico Hosang; davor: Trainer Kai Stieglitz, Glenn Eifert, Roland Schneefuß, Mirco Fuchs, Christian Minar, Oliver Markowsky, Jonas Hof, Christian Kösling; vorn: Oliver Domke, Andreas Späck)

Die RRK-Rudergruppe der Damen-Wanderfahrer vor dem Berliner Wasser: Heike Uhr, Sigrid Schäfer, Slvia Reitz, Werner Alt, Ursula Alt, Rudi Reitz, Christine Brossier, Ralph Knöß und Heike Knöß

Die 1. Herren erreichen in der Süd-Bundesliga auf dem Feld den vierten Platz, spielen Viertelfinale um die Deutsche Meisterschaft, können jedoch eine 2:5-Niederlage beim Gladbacher HTC nicht verhindern. Die Damen landen auf dem zweiten Platz der Süd-Bundesliga, schlagen Eintracht Braunschweig im Viertelfinale mit 5:0 und bei der Endrunde in Hamburg den SC Frankfurt 1880 im Halbfinale mit 4:1. Im Endspiel um die Deutsche Meisterschaft trifft der RRK einmal wieder auf den Berliner HC. In einem "Krimi" gewinnt der RRK schließlich nach Sieben-Meter-Schießen mit 5:3. Lassen wir die "Main-Spitze" zu Wort kommen:

Deutsche Meisterschaft 2001 auf dem Feld für die Damen des RRK (hinten: Betreuer Thomas Blivier, "Physio" Hanne Zöller, Tanja Dickenscheid, Lotte Schwärzel, Maren Pfefferkorn, Lisa Jacobi, Annika Martin, Bettina Edlefsen, Sybille Breivogel; vorn: Jennifer Lutz, Mandy Haase, Denise Klecker, Jana Schwärzel, Irene Balek, Elena Christl, Silke Müller, Nina Günther (verdeckt), Berti Rauth)

Grenzenlose Glückseligkeit

Hockeydamen des RRK zum fünften Mal Deutscher Feldhockey-Meister

Als die Entscheidung nahte, rief Berti Rauth seine müden Spielerinnen vor der Auswechselbank noch einmal zusammen und ließ einen Kreis um sich bilden. Um seinen Stimmbändern, an denen die 100 Minuten des Endspiels um die 56. deutsche Feldhockey-Meisterschaft auf der Anlage des Hamburger Polo Clubs nicht spurlos vorbei gegangen waren, ein wenig Linderung zu verschaffen, hatte sich der langjährige Trainer des RRK zuvor zum wiederholten Male zwei Halsbonbons in den Mund gesteckt. Viel zu reden brauchte er in diesem Moment nicht mehr: "Wir haben es so weit geschafft, und nun müssen wir hier und jetzt auch zupacken. Denkt an den Hallen-Europacup in Frankreich und haltet Euch alle an den Händen ...", sagte Rauth.

Fünf Minuten später fiel von den Hessinnen und ihrem 42 Jahre alten Übungsleiter alle Anspannung ab und wich grenzenloser Glückseligkeit. Soeben war der vierte Siebenmeter des Berliner HC gegen den Torpfosten geklatscht und der fünfte Titelgewinn unter freiem Himmel in der Vereinsgeschichte des Ruder-Klubs aufgrund eines uneinholbaren 3:1-Vorsprungs Wirklichkeit geworden. Während die 16 überglücklichen RRK-Spielerinnen, wie bei den meisten der 22 nationalen und internationalen Triumphe seit 1990 zuvor auch, ihre Schläger durch die Luft warfen und sich gegenseitig herzten, kommentierte der Coach den vielleicht unerwartetsten Erfolg auf deutschem Boden nach einem 2:2(2:1)-Zwischenstand zunächst mit einem ungläubigen Kopfschütteln. "Wie ist das Team in dieser Saison gewachsen", sagte Rauth und strahlte dabei wie ein Honigkuchenpferd.

In Deutschland 2001 nicht zu schlagen: Die A-Jugend bescherte dem RRK in Düsseldorf den zweiten DM-Feld-Titel einer männlichen Nachwuchsmannschaft in der Klubgeschichte (hinten: Trainer Kai Stieglitz, Marcel Nold, Jan Petersen, Daniel Burghardt, Oliver Markowsky, Sascha Gottschalk, Philipp Tangerding, Thomas Jost, Jonas Hof, Frank Trautmann, Betreuer Edgar Wohlfahrt; vorn: Clemens Rosenbaum, Maximilian Ankner, Lorenz Klee, Sven Wohlfahrt, Andreas Späck, Mirco Fuchs, Tobias Leibl)

Knapp 40 Minuten zuvor hatte es nicht nur um seine Gefühlswelt ganz anders ausgesehen. Drei Sekunden vor dem Schlusspfiff war dem BHC seine insgesamt fünfte kurze Ecke zugesprochen worden. Und nachdem der Favorit mit dieser Standardsituation die hervorragend eingestellte RRK-Abwehr zuvor nicht überwinden konnte, lagen Frust und Freude verständlicherweise dicht beieinander, als Natascha Kellers Schuss diesmal zum 2:2-Ausgleich gegen das Torbrett knallte. Zuvor hatten sich die beiden Dauerrivalen einen offenen Schlagabtausch geliefert, wobei jede Partei eine Halbzeit für sich reklamieren konnte. Abschnitt eins gehörte dem Außenseiter, obwohl Natascha Keller ihren Ruf als Bundesliga-Torschützenkönigin in der zehnten Minute nach einer punktgenauen Flanke der links freistehenden Katrin Kauschke mit dem 0:1 unterstrichen hatte. "Da habe ich nicht aufgepasst", räumte Jana Schwärzel ein. Im weitern Spielverlauf bekam sie die gefürchtete Nationalspielerin aber immer besser in den Griff.

Innerhalb von 150 Sekunden wendete sich das Blatt. Nach drei vergeblichen Anläufen nahm Denise Klecker bei der vierten Strafecke genau Maß und glich aus (20.). Die Berlinerinnen hatte sich noch nicht wieder gefangen, da gerieten sie sogar in Rückstand. Lisa Jacobi schnappte sich am Schusskreis die Kugel, trickste BHC-Nationaltorhüterin Louisa Walter aus und schlenzte zum 2:1 ein.

Der zweite Durchgang gehörte nahezu ganz dem druckvoll anstürmenden Favoriten. Doch was auch aufs Tor kam, Jennifer Lutz hielt alles. Mehrere Ecken und brenzlige Situationen meisterte sie mit Bravour, ehe sie bei der letzten Aktion machtlos war. Für Bundestrainer Peter Lemmen stand da längst fest, "dass sie beim nächsten Stützpunktlehrgang  des Nationalteams dabei ist".

In der Verlängerung wurde dann bald augenscheinlich, dass der späte Ausgleich die Rüsselsheimerinnen nicht nur mental Kraft gekostet hatte. Die Abwehrschlacht wurde mit Ausnahme von zwei Strafecken und einer Schrecksekunde – Jana Schwärzel war umgeknickt, konnte aber weitermachen (75.) – ohne große Torgefahr überstanden. Und dann wurde es richtig spannend. Die Hessinnen mussten (oder durften) das Siebenmeterschießen eröffnen. Die Österreicherin Irene Balek ("Davor habe ich vor meinem Wechsel geträumt, mit dem RRK den Europacup zu gewinnen und deutscher Feldmeister zu werden!") zeigte sich nervenstark und legte vor. Danach kam die große Zeit von Jennifer Lutz, die auch beim zweiten Versuch von Katrin Kauschke mit der Hand am Ball war. Beim vierten Berliner Siebenmeter half der Pfosten – doch bekanntlich hat nur der Tüchtige das nötige Quäntchen Glück ..."

Im Nachwuchsbereich können die weibliche Jugend, die A-Mädchen und die B-Mädchen Hessenmeister auf dem Feld werden. Drei Mannschaften ziehen schließlich in die Endrunde um die Deutsche Feldhockey-Meisterschaft ein, die männliche A-Jugend, die A-Knaben und die A-Mädchen. Nur dem Harvestehuder THC aus Hamburg gelingt es, ebenfalls drei Mannschaften in die Endrunden zu bringen. Wir zitieren die "Main-Spitze" zu den drei Endrunden mit RRK-Beteiligung:

Deutscher Feldhockey-Meister 2001, die A-Mädchen des RRK (hinten: Trainerin Lisa Jacobi, Marina Heppel, Charlotte Bock, Meike Acht, Eva-Maria Frank, Katie Maltmann, Anna Vorreiter, Lisa Faust, Charlotte van Bodegom; davor: Melanie Mees, Teresa Christl, Ela Tarlan, Nicole Roßa, Stephanie Hering, Vera Battenberg, Daniela Gottschalk, Franziska Eckhard; vorn: Torfrau Katharina Knodt)

Eine noch nie dagewesene Erfolgsbilanz

Zwei Hockey-Nachwuchsteams des Rüsselsheimer RK gewinnen die Deutsche Feldmeisterschaft / Lob für Ausrichtung

Berti Rauth schmeckte das zweite Frühstück im Greyhoundbus neben dem Hockeyplatz am Sommerdamm besonders gut. Und Kurt Becker war die blendende Laune von weitem anzusehen. Cheftrainer und Jugendleiter des Rüsselsheimer RK hatten aber auch allen Grund zur Zufriedenheit: "Die A-Mädchen sind Deutscher Meister", bestätigte Becker das, was Rauth kurz zuvor bereits freudestrahlend herausgelassen hatte.

Was die Beiden zu diesem Zeitpunkt noch nicht wussten: Der dritte Sonntag im Oktober sollte dem RRK eine noch nie dagewesene Erfolgsbilanz bescheren. Denn mitten hinein in das Endspiel der weiblichen A-Jugend platzte die Meldung, auf die nicht wenige im RRK-Lager mehr als nur gehofft hatten. Die männliche A-Jugend war nach einem torlosen Halbzeitstand als 3:0-Triumphator im Endspiel gegen Gastgeber Düsseldorfer HC hervorgegangen. Verständlich, dass Kurt Becker fortan grinste wie ein Honigkuchenpferd. Schließlich war dies erst der zweite DM-Titel eines männlichen RRK-Nachwuchsteams überhaupt, und zum anderen konnten noch nie zwei Feldmeisterschaften auf einmal gefeiert werden. Damit nicht genug, erwies sich die weibliche A-Jugend nicht nur als allseits gelobter Endrunden-Gastgeber, sondern holte mit Platz drei ebenfalls das Optimum heraus.

A-Jugend (in Düsseldorf)

Halbfinale: RRK – Alster Hamburg 6:0 (3:0). Dass der Nachwuchs des deutschen Männermeisters derart unter die Räder kommen würde, hatte kaum jemand geglaubt. Ein furioser Start nach fünf Minuten "lochte" Oliver Markowsky die zweite Strafecke zur Führung ein sowie ein glänzend disponierter Torhüter Andreas Späck machten vieles leichter. Sven Wohlfahrt (17.) und Daniel Burghardt (19.) erhöhten zum Pausenstand. Damit war der Widerstand des Nordmeister gebrochen, der sein Potential nie abrufen konnte. So fiel es Wohlfahrt (38.), Markowsky (52.) sowie Frank Trautmann (53./7m) nicht schwer, zu erhöhen. Die Hamburger vergaben bei einem Siebenmeter die Chance zum "Ehrentor" (54.).

Finale: RRK – Düsseldorfer HC 3:0 (0:0). Vor der imponierenden Kulisse von 500 Zuschauern begannen beide Teams verhalten, wobei die Gastgeber zuerst in Tritt kamen und unter anderem einen Pfostenschuss verzeichneten (25.). Erst nach der Pause wurde der RRK stärker, verdankte die wichtige Führung aber einem Fehlpass des Westmeisters. Den daraus resultierenden Freischlag lenkte Daniel Burghardt ins Tor (41.). Fünf Minuten später leistete sich der DHC einen weiterer Abspielfehler, den diesmal Lorenz Klee zum 2:0 nutzte. Dei für viele auffälligste Rüsselsheimer, Jan Petersen, versetzte dem Heimteam per Strafecke den endgültigen K. o. (52.).

Dritter Platz bei den Deutschen Feldhockey-Meisterschaften 2001 für die Weibliche A-Jugend des RRK (hinten: Betreuerin Birgit Jacobi, Sabrina Radtke, Bettina Edlefsen, Henrike Stopfkuchen, Lena Jacobi, Mareike Neubauer, Maren Pfefferkorn, Lotte Schwärzel, Trainer Berti Rauth; davor: Antje Lutz, Miriam Burghardt, Lydia Haase, Ann-Kathrin Zielonka, Sabrina Heppel, Elena Christl, Anja Meisner; vorn: Susanne Drexler, Nina Ankenbrand)

A-Mädchen (in Schwabach)

Halbfinale: RRK – Klipper Hamburg 5:0 (4:0). Die urlaubsgeschwächten Hanseatinnen sahen kein Land gegen den hochmotivierten Hessenmeister. Nicole Roßa ebnete mit einer feinen Einzelleistung früh den Weg (5.). Nach dem 2:0 durch Stephanie Herings Stecher im Anschluss an die dritte Strafecke (21.) brach das Unheil übet Klipper herein: Abermals Nicole Roßa (25.) sowie Franziska Eckhardt, in klassischer Abstaubermanier nach einem Pfostenschuss (30.), sorgten für entspannte Mienen beim Pausengespräch. Obwohl nun Kräfte geschont wurden, blieb der RRK dominant und schraubte das Resultat in der Schlussminute durch eine fulminante Ecke von Charlotte Bock sogar noch in die Höhe.

Finale: RRK – Großflottbeker THGC 2:1 (1:0). Trotz Dauerregens zog das Finale 250 Zuschauer an, die mit einer hochklassigen und spannenden Partie belohnt wurden. Eine gelungene Strafeckenkombination nutzte Nicole Roßa zur Führung (16.). Danach drängte der Norderste auf den Ausgleich, traf aber nur den Pfosten (24.). Nach der Pause dasselbe Bild: Großflottbek drückte, der RRK konterte Obwohl dem THGC ein Siebenmetertor aberkannt wurde (Schrittfehler), ließen sich die Hamburgerinnen nicht entmutigen und bejubelten neun Minuten später doch den Ausgleich. Der hatte aber nur kurz Bestand, denn nach einer regelwidrigen Aktion des Torwarts bekam auch der Ruder-Klub einen Siebenmeter zugesprochen, den Stephanie Hering sicher verwandelte (51.). Trotz turbulenter Szenen hüben wie drüben blieb es beim etwas glücklichen Sieg des RRK.

Weibliche A-Jugend (in Rüsselsheim)

Halbfinale: RRK Berliner HC 0:3 (0:2). Dank der aufmerksamen Susanne Drexler im Tor hielt das vergleichsweise junge Team des Hessenmeisters im ersten Halbfinale 16 Minuten lang ein 0:0. Erst als sich die Abwehr einmal zu weit nach vorne wagte, brachte Annika Melchert den drückend überlegenen BHC prompt mit dem Führungstreffer zum Ausdruck (17.). Die Frage, wie der dominierende Favorit mit einem Ausgleich zurecht gekommen wäre, stellte sich nach der 22. Minute nicht mehr: Bei der ersten RRK-Ecke hatte Ann-Katrin Zielonka in aussichtsreicher Position den Ball nicht optimal getroffen. Sechs Minuten später sorgte Katharina Scholz für die Vorentscheidung. Nach der Pause nahm der BHC einen Gang heraus, und die Partie wurde ausgeglichener. Ins Tor traf aber nur Berlins Viviane Rosin (67.).

Spiel um Platz 3: RRK UHC Hamburg 2:0 (1:0). Zwei schwungvolle Startphasen in beiden Halbzeiten entschieden das so genannte "Duell der Enttäuschten". Ann-Katrin Zielonka traf nach zwei Minuten des ersten, Elena Christl nach zwei Minuten des zweiten Abschnitts. Aufgrund eines deutlichen Chancenplus ging der Rüsselsheimer Sieg ebenso in Ordnung, wie der anschließende 1:0-Finalerfolg des BHC über einen kämpferisch starken Düsseldorfer HC.

RRK: Susanne Drexler, Nina Ankenbrand, Antje Lutz, Maren Pfefferkorn, Lydia Haase, Bettina Edlefsen, Ann-Katrin Zielonka, Anja Meisner, Lena Jacobi, Elena Christl, Miriam Burghardt, Henrike Stopfkuchen, Sabrina Heppel, Lotte Schwärzel, Sabrina Radke, Laura Appel.

Ein noch nie im RRK da gewesener Erfolg hat sich eingestellt. Die Männliche A-Jugend gewinnt in Düsseldorf die Deutsche Meisterschaft, die A-Mädchen gewinnen in Schwabach die Deutsche Meisterschaft und die weibliche Jugend kann in Rüsselsheim bei der Endrunde um die Deutsche Meisterschaft Bronze gewinnen.

Oliver Domke und Christopher Reitz gewinnen mit der deutschen Hockey-Nationalmannschaft in Rotterdam das Turnier um die "Champions Trophy" durch einen 2:1-Endspielsieg über Australien.

Am Ende der Feldrunde stehen die Ib-Herren auf dem letzten Tabellenplatz in der 2. Regionalliga und müssen in die Oberliga absteigen, die Ib-Damen belegen in der Oberliga am Ende einen Mittelplatz. Die 3. Herren beenden die Runde in der 1. Verbandsliga auf dem vorletzten Tabellenplatz und entgehen damit knapp dem Abstieg.

Am vorletzten Oktober-Wochenende ehrt der RRK in einer Meisterschaftsfeier seine erfolgreichen Ruderer und Hockeyspieler der Jahre 2000 und 2001. Die Presse bezeichnet den RRK als "fast unglaublich erfolgreichen Verein".

Das Abrudern der Ruderabteilung am 27. Oktober beinhaltet traditionsgemäß eine interne Regatta mit dem Höhepunkt der Klubmeisterschaft im Einer, die Kilometerpreise werden vergeben und man sitzt gemütlich beisammen. Die "Main-Spitze" berichtet:

Rudersaison beendet

Martin Kraft neuer Klubmeister 2001 im Einer

Ganz traditionell hat die RRK-Familie mit dem Abrudern das Ende der Saison gefeiert. Bei Speis und Trank ließ Abteilungsleiter Wolfgang Adrian die abgelaufene Saison noch einmal Revue passieren. Insgesamt hätten die Ruderer 25 Siege erringen können, zwei mal zweite Plätze bei den Hessischen Rudermeisterschaften in Eschwege errungen und zum Abschluss der Saison eine Vize-Meisterschaft bei den Deutschen Ruder-Sprintmeisterschaften im Männer-Vierer mit Steuermann in Schweinfurt nach Hause geholt.

Den Fahrtenpreis 2000/2001 holte sich Hans-Peter Wagner mit insgesamt geruderten 1.844 Kilometer vor Dominic Schwöbel und Sascha Adrian. Bei den Damen siegte Silvia Reitz (701 Kilometer) vor Christine Brossier (523) und Sigrid Schäfer (500). In der Wertung der Senioren kam Werner Alt auf 943, Dietmar Ostermai auf 741 und Wilfried Hoffmann auf 571 Kilometer.

Höhepunkt des Tages war jedoch die Klubmeisterschaft im Einer. Am Start waren nur zwei Anwärter: Martin Kraft setzte sich mit einem Start-Ziel-Sieg gegen Dominic Schwöbel durch. Somit hat er ebenso sechs Klubmeisterschaften gewonnen wie Harald Ruppert und Wilfried Hoffmann. Bei den Anfängern siegte Steffen Bockius vor Christian Wolfer.

Wolfgang Adrian gratuliert dem Klubmeister 2001, Martin Kraft, der damit den Wanderpreis nach den Jahren 1991, 1992, 1993, 1994 und 2000 zum 6. Mal gewinnt!

Gratulation für den Gewinner des Fahrtenpreises 2000/2001 mit 1.844 km, Hans-Peter Wagner, durch RRK-Ruderleiter Wolfgang Adrian

Am 17. November 2001 kann der RRK bei seiner Jubilarenehrung eine ganze Reihe von RRK-Mitgliedern für langjährige, treue Mitgliedschaft im RRK ehren. Im Rahmen einer kleinen Feier im Saal des Bootshauses ehrt der 1. Vorsitzende Prof. Dr. Dietmar Klausen in Anwesenheit des 2. Vorsitzenden Horst Ackermann und der Schriftführerin Elke Schumacher die Jubilare und verteilt Urkunden und Ehrennadeln. "Star des Abends" ist zweifelsfrei Friedebert Armbruster, der mit seinen 75 Klubjahren und seiner guten Laune überzeugt, aber auch Charlotte Wippich, Hockey-Hessenmeisterin 1948, und Rolf Sittmann, Deutscher Jugendmeister im Vierer 1942, sind bereits 60 Jahre und Dr. Randolf Renker, siebenmaliger Deutscher Meister im Hockey, 50 Jahre Mitglied im RRK. Für 25 Jahre im RRK werden Heike Richter, Wolfgang Gummersbach, Detlev Welters, Holger Kraft und Dr. Christoph Krehl geehrt. Nicht anwesend sind leider Karl Heuß (75 Jahre), Dr. Walter Gentzsch (60), Friedebert Grass (60), Maria Hartmann (40), Andreas Hartmann (40), Wolfgang Knoll (40), Klaus Köppen (25), Stefan Pöppel (25), Stefan Pfannebecker (25), Werner Pfeifer (25), Heinz Sauer (25), Prof. Dr. Reinhard Passing (25), Marga Blivier, Holger Klein, Michael Köhler und Kai Stieglitz.

Die RRK-Jubilare  2001: Holger Kraft (25 Jahre), Werner Pfeifer (25), Helmut Schumacher (40), Rolf Sittmann (60), Wolfgang Gummersbach (25), Heike Richter (25), Klaus Jeske (1998: 25), Charlotte Wippich (60), Detlev Welters (25), Friedebert Armbruster (75), Peter Emig (2000: 25), Dr. Randolf Renker (50), Heiner Bindrim (2000: 25), Dr. Christoph Krehl (25) und RRK-Vorsitzender Prof. Dr. Dietmar Klausen.

Bei der Sportlerehrung der Stadt Rüsselsheim anfangs Dezember werden vom RRK wieder viele Sportler geehrt; RRK-Schatzmeister Wilfried Hoffmann erhält den Ehrenbrief der Stadt Rüsselsheim für langjähriges aktives Engagement im RRK. Mannschaft des Jahres 2001 in Rüsselsheim werden die Hockeydamen des RRK, Sportler des Jahres wird der RRKler Christian Domke.

Die Hallenrunde in den vier Gruppen der Herren-Bundesliga endet bereits am 22. Dezember 2001. Nach meist überzeugenden Leistungen steht der RRK in der Südgruppe auf dem 1. Platz vor der TG Frankenthal und hat damit im Viertelfinale um die Deutsche Meisterschaft anfangs Januar 2002 Heimrecht. 

Zum Abschluss des Jahres soll hier ein kurzer Rückblick auf "75 Jahre Hockey im RRK" gestattet sein. Wir zitieren die "Main-Spitze" vom 24. Mai 2001:

Anfangs nur Ausgleichssport der Ruderer

Die Hockeyabteilung des RRK wird 75 Jahre alt / Unvergleichliche Erfolgsgeschichte

Dass sich aus dem winterlichen Ausgleichssport einiger Ruderer einmal einer der erfolgreichsten deutschen Hockey-Vereine entwickeln würde, konnte Anfang 1926, als die ersten Spiele gegen Mannschaften aus Frankfurt, Wiesbaden oder Offenbach ausgetragen wurden, niemand ahnen. An diesem Samstag (26. Mai) feiert die Hockey-Abteilung des RRK mit einer akademischen Feier im Bootshaus ihr 75-jähriges Bestehen.

Der RRK ist Deutscher Hallenhockey-Meister 1973: Fritz Schmidt, Dr. Randolf Renker, Michael "Mike" Martin, Wolfgang Beck, Manfred "Polo" Liebig, Martin Müller, Klaus Held, Roland Segner, Rainer Seifert, Frieder Fleck und Wolfgang Molitor

"Hockey ist ein Spiel mehr fast für den Spieler als für die Zuschauer. Die Spielhandlung ist außerordentlich schnell und nicht leicht zu verfolgen. Zum Hockey eignen sich feinnervige, blitzschnell handlungsbereite Menschen. Sie müssen voll gelöster und doch spannungsfähiger Bewegtheit sein", heißt es in einer Beschreibung aus den Anfangsjahren. Gespielt und trainiert wird anfangs auf dem Hassia-Platz am Schützenhaus, 1928 wird die "Fohlenweide" in unmittelbarer Nähe des Bootshauses planiert und mit einer Aschendecke versehen: der damalige Ruderverein Rüsselsheim hat seinen ersten Hockey-Platz.

Die Abteilung wächst kontinuierlich. 1929 kann erstmals eine Jugendmannschaft zusammengestellt werden und 1932 tragen bereits sechs Mannschaften Wettkampfspiele aus. Ab Mitte der 30-er Jahre wird es dann aber immer schwerer, eine Mannschaft zusammen zu bekommen. Die Spieler werden erst zum Arbeitsdienst und später dann zur Wehrmacht eingezogen. Während die Herren also immer wieder mit Aufstellungsschwierigkeiten zu kämpfen haben, geht 1943 erstmals eine Damenmannschaft in einer Meisterschaftsrunde an den Start.

Nach dem Krieg ist es gerade die Hockeyabteilung, die den am 8. April 1946 wiedergegründeten RRK mit geselligem und sportlichen Leben erfüllt. Verstärkt durch zurück gekehrte Wehrmachtsangehörige entwickelt sich bald ein flotter Hockey-Spielbetrieb. Die Herren nehmen an den Gau-Verbandsspielen teil und sichern sich gleich die hessische Hockey-Meisterschaft. Zwei Jahre später gelingt den Damen der gleiche Erfolg. Im Endspiel um die Hessenmeisterschaft kann der THC Wiesbaden bezwungen werden.

In den folgenden Jahren hat die Hockeyabteilung einen schweren Stand. Da es finanziell nicht mehr möglich ist, einen hauptamtlichen Trainer zu halten, müssen die Herren in die Landesliga absteigen. 1950 zieht man sich wegen der rauen Gangart ganz aus der Punktrunde zurück.

Dennoch baut die Stadt 1952 im Stadion am Sommerdamm zwei Hockeyplätze und stellt sie dem RRK zur Verfügung. Auf diesen neuen Plätzen werden in den Folgejahren hervorragend besetzte internationale Turniere ausgetragen. An Ostern 1958 etwa kommen 32 Mannschaften mit 350 Spielern nach Rüsselsheim.

Die Hallenhockey-Saison 1959 bringt für die Damen und Herren des RRK gute Turnierplatzierungen und die Knaben, die 1955 bereits Hessenmeister in der Halle geworden waren, können diesen Erfolg nun auch auf dem Feld erringen und in den folgenden sechs Jahren wiederholen.

1968 dann der bis dahin größte Triumph der Rüsselsheimer Hockeymänner um Spielertrainer und Nationalspieler Fritz Schmidt: Vor 5.000 begeisterten Zuschauern am Sommerdamm wird der RRK mit einem 4:1 über Schwarz-Weiß Köln erstmals Deutscher Feldhockey-Meister. Bis 1979 sollen vier weitere Titel auf dem Feld und drei in der Halle folgen.

Die noch größere Erfolgsgeschichte der Rüsselsheimer Hockeydamen beginnt bereits Ende der 70-er Jahre und erfährt 1983 mit der ersten Deutschen Hallenmeisterschaft der Mädchen eine zwischenzeitliche Krönung. Trainer Berti Rauth, der von seinen erfolgreichen Vereinskollegen anfangs noch belächelt wird, formt die erfolgreichste Vereinsmannschaft der Welt.

Zum 50-Jährigen Bestehen der Abteilung kann im Jahr 1976 erstmals unter Flutlicht gespielt werden. Und seit Anfang der 90-er Jahre werden die Hockeyspiele nicht mehr auf Natur- sondern auf Kunstrasen ausgetragen.

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