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Geschichte des Rüsselsheimer Ruder-Klubs 08 (RRK)
von 1942 bis heute

1984

Zu Beginn des Jahres läuft bereits die Hockey-Hallenrunde auf vollen Touren. Der RRK ist mit 9 Jugendmannschaften beteiligt, jedoch nur die B- und C-Mädchen können Hessenmeister werden, die B-Knaben werden hessischer Vizemeister. Die A-Mädchen dagegen holen sich bei der Süddeutschen Meisterschaft in Bad Kreuznach den Titel, nehmen damit an der Endrunde um die Deutsche Meisterschaft in Berlin teil, können als Titelverteidiger jedoch "nur" den 6. Platz belegen, da mit Monika Reichmann und Sabine Rausch wegen der gleichzeitig stattfindenden Aufstiegsrunde der Damen zwei Stammspielerinnen fehlen. Bianca Weiß wird als beste Spielerin der Endrunde ausgezeichnet.

Während die Seniorenmannschaft des RRK mit Fritz Schneider, Rüdiger Weidmann, Manfred Liebig, Martin Müller, Wolfgang Beck, Michael Heuß, Rainer Seifert und Rolf Dauber "Hessenmeister" wird, kämpfen die 1. Herren in der Halle um den Abstieg. Ihr Schicksal hängt am seidenen Faden! Nach drei Siegen, drei Unentschieden und sieben Niederlagen entscheidet am Ende der letzte Spieltag, wobei der RRK, für den Tobias Frank, Fritz Schmidt jr., Norbert Boll, Christoph Krehl, Fritz Schmidt sen., Alfred Segner, Rainer Seifert, Martin Müller, Berti Rauth, Harald Eisenacher und Paul Anagnostou auflaufen, es nicht allein in der Hand hat. Wolfgang Scheffler berichtet in der "FAZ":

Die Senioren sind in der Halle Hessenpokalsieger 1983/1984 (hinten: Winfried Cezanne, Michael Heuß, Martin Müller, Rolf Dauber, Rainer Seifert, Wolfgang Beck; vorn: Manfred Liebig, Fritz Schneider, Rüdiger Weidmann)

Der dreimalige Meister Rüsselsheim steigt aus der Hockey-Bundesliga ab:

Spieler Schmidt kann Trainer Schmidt nicht mehr helfen

Das Spiel war zu Ende, und doch machte kaum einer der rund 600 Zuschauer in der Rüsselsheimer Köbelhalle Anstalten zu gehen. 11:9 hatte der Rüsselsheimer Ruder-Klub (RRK) im letzten Saisonspiel der Hallenhockey-Bundesliga gegen den Limburger HC gewonnen, doch der Sieg allein genügte den Rüsselsheimern nicht. Die Konkurrenz musste mitspielen. Wenige Minuten nach Spielschluss dann über den Hallenlautsprecher fast schon die bittere Gewissheit: Der Dürkheimer HC und der SC München hatten sich 8:8 getrennt. Drei Minuten später die endgültige Bestätigung: Heidelberg hatte Mülheim 12:8 geschlagen. Aus, vorbei für den RRK, den dreimaligen Meister, der seit Gründung 1968 der Bundesliga angehört hatte. Fünf Tore fehlten dem RRK – punktgleich mit Dürkheim und Heidelberg (alle elf Pluspunkte) – und doch müssen die Hessen den bitteren Weg in die Regionalliga antreten.

Fritz Schmidt, 41 Jahre alt, saß auch über eine halbe Stunde nach Spielschluss noch in der Kabine. Erstmals in seiner langen Laufbahn war der Bäcker- und Konditormeister abgestiegen, ein Gefühl so neu für Schmidt, dass er es noch gar nicht recht begreifen konnte: "Das kommt erst in zwei Wochen." An Fritz Schmidt hat es nicht gelegen, dass der RRK nun zweitklassig ist. Ursprünglich hatte er das Feld den Jüngeren überlassen wollen und nur noch als Coach von der Bank aus dirigieren wollen. In der Stunde der Not hat er sich dann wieder eingewechselt, um zu retten, was noch zu retten war. "Die Mannschaft hat gedacht, es geht auch ohne mich. Aber da haben sie sich wohl überschätzt." Schmidt sagt es ohne Genugtuung in der Stimme, sagt nüchtern ein Faktum, das seine Mitspieler längst eingesehen haben. "Allein wenn Fritz auf dem Platz steht, geht ein Ruck durch die Mannschaft", erzählt Christoph Krehl. Der Ruck kam zu spät.

Im letzten Saisonspiel hätten sie gegen die Limburger, die schon als Endrundenteilnehmer feststanden, mit sieben Toren Vorsprung gewinnen müssen. "Das war illusorisch", sagt Rainer Seifert, ein ehemaliger Nationalspieler, den Schmidt eigens für das letzte Spiel reaktivierte. Da hatte Seifert recht, obwohl an diesem Tag die Limburger dem hessischen Nachbarn tüchtig Schützenhilfe leisteten. "Die haben in der ersten Halbzeit höchstens ein Viertel ihres Könnens gezeigt, in der zweiten Halbzeit vielleicht die Hälfte", machte sich Fritz Schmidt nichts vor.

Wenn man so will, hat sich in diesem Spiel für die Rüsselsheimer die ganze Saison, die ganze Misere widergespiegelt, die Unfähigkeit, Tore zu schießen. Etliche Spiele wurden hauchdünn verloren, Torchancen vergeben, denen jetzt nachgetrauert wurde.

Bei allem Wenn und Aber, der Blick ging auch in der bisher bittersten Stunde des RRK nach vorne. Auf dem Feld sind sie noch erstklassig und wollen es bleiben, und der Regionalliga gewannen sie mit Galgenhumor noch Tröstliches ab. Rainer Seifert: "Da lernt man mal was Neues kennen, Ulm, Mannheim und Ludwigsburg."

Die 1. Damen spielen mit ihrer jungen Mannschaft (Durchschnittsalter 17 Jahre) in der Hallenhockey-Oberliga Hessen. Sie werden ungeschlagen Meister und nehmen an der Aufstiegsrunde in Ludwigsburg teil mit Andrea Wohlfahrt, Anke Wild, Sabine Rausch, Anita Benischek, Brigitte Schwarz, Eva Tichatzky, Anja Warnecke, Monika Reichmann, Kerstin Storto, Christine Traiser, Sabine Lersch. Lassen wir die "Main-Spitze" berichten:

Aufstieg der RRK-Damen in die Regionalliga (hinten: Trainer Berti Rauth, Brigitte Schwarz, Eva Tichatzky, Anja Warnecke, Monika Reichmann, Kerstin Storto, Christine Traiser, Sabine Lersch; vorn: Anke Wild, Sabine Rausch, Andrea Wohlfahrt, Anita Benischek)

Im zweiten Anlauf: RRK-Damen in der Regionalliga

Im zweiten Anlauf haben die Hockey-Damen des Rüsselsheimer RK ihr großes Ziel erreicht: ohne Punktverlust und mit einem Gesamttorverhältnis von 21:6 gewannen sie in Ludwigsburg das Aufstiegsturnier und spielen damit in der kommenden Saison in der Regionalliga Süd, der gleichen Klasse also wie nach ihrem Abstieg aus der Bundesliga die Herren des RRK.

Die Opelstädterinnen stellten in Schwaben mit einem Durchschnittsalter von 17 Jahren nicht nur die jüngste sondern auch die spielerisch und technisch versierteste Truppe. Gleich im Auftaktspiel trumpfte die Mannschaft von Trainer Berti Rauth groß auf und fertigte Wacker München mit 5:0 ab, noch schlechter erging es Schott Mainz, das eine 8:2-"Packung" bekam. Mit diesen beiden klaren Erfolgen war bereits der Grundstein zum Aufstieg gelegt, obwohl am Sonntag dann noch der VfB Stuttgart auf den Hessenmeister wartete, der am Samstag ebenfalls zweimal siegreich geblieben war. Zuerst einmal aber räumten die jungen Damen vom Main den HC Heidelberg mit 4:2 aus dem Weg, ehe es dann gegen die Stuttgarterinnen zu einem echten Endspiel kam, denn beide Teams gingen mit "weißer Weste" in die Begegnung. Die Rüsselsheimerinnen erwischten einen blendenden Start und lagen schnell mit 3:0 in Führung, doch der Vorsprung konnte gegen einen mit verbissenem Einsatz fightenden Kontrahenten nicht gehalten werden und schmolz im weiteren Verlauf auf 3:2 zusammen. Die Partie stand auf des Messers Schneide, bei beiden Mannschaften überwogen nun die kämpferischen Elemente, wobei der RRK spielerisch das berühmte Quäntchen mehr aufs Feld brachte und mit seinem vierten Treffer die endgültige Entscheidung herbeiführte. Die weiteren Plätze hinter dem frischgebackenen Aufsteiger belegten in dieser Reihenfolge der VfB Stuttgart, der HC Heidelberg, Wacker München und Schott Mainz.

Gratulation für den neuen Ehrenvorsitzenden des RRK, Günter Schmitt, durch den RRK-Vorsitzenden, Prof. Dr. Dietmar Klausen

Bei der Hauptversammlung der Hockeyabteilung steht der seitherige Abteilungsleiter Wolfgang Vorfalt nach sechs Jahren im Amt überraschenderweise für eine Neuwahl nicht mehr zur Verfügung. Man beschließt, eine neue Abteilungsleitung bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung zu wählen. Da der DHB festgelegt hat, in naher Zukunft Bundesligaspiele nur noch auf Kunstrasen auszutragen, spricht sich die Versammlung für die Einführung eines "Kunstrasenbeitrags" aus, um einen Beginn für die erforderliche Millioneninvestition zu schaffen. Drei Monate später wird auf einer neu angesetzten Mitgliederversammlung Sigurd Traiser zum Abteilungsleiter gewählt, als Stellvertreter werden Michael Heuß und Winfried Cezanne bestimmt.

Bei den Ruderern wird bei der Hauptversammlung Bilanz nach einem erfolgreichen Jahr 1983 gezogen, aber auch Probleme durch den Abgang von Aktiven zu anderen Vereinen werden behandelt. Klaus Köppen wird als Abteilungsleiter für zwei weitere Jahre bestätigt, sein Stellvertreter wird Guido Petri, Kassenwartin Elke Schumacher und Schriftführerin Claudia Fachinger.

Bei der folgenden Generalversammlung des RRK kann der 1. Vorsitzende Dr. Dietmar Klausen auf ein im sportlichen wie gesellschaftlichen Bereich erfolgreiches Jubiläumsjahr zurückblicken. Die Neuwahlen ergeben in der Vorstandsspitze keine Änderungen, lediglich einige Ämter des erweiterten Vorstands werden neu besetzt. Die Versammlung ernennt Günter Schmitt zum Ehrenvorsitzenden des RRK, eine Ehrung die in der Geschichte des RRK erst zum dritten Mal vorgenommen wird. Diese Ehre wird vom RRK erstmalig wieder seit zwanzig Jahren einem Mitglied zuerkannt. In einem kurzen Rückblick erinnert der Erste Vorsitzende, Prof. Dr. Dietmar Klausen, nochmals an die Verdienste und jahrelange Hingabe, mit der sich Günter Schmitt der Vorstandsarbeit widmete. Insgesamt fungierte der neue Ehrenvorsitzende zwölf Jahre als Erster Vorsitzender des Ruder-Klubs. Zwischen beiden Amtszeiten – von 1960 bis 1967 und 1974 bis 1977 – bekleidete Günter Schmitt über vier Jahre lang das Amt des Zweiten Vorsitzenden. Gleichzeitig zeichnete er drei Jahre lang als Kassierer verantwortlich. 1972 und 1973 war Günter Schmitt Leiter der Ruderabteilung, außerdem war er acht Jahre als Schriftführer und vier Jahre als Beisitzer im RRK tätig. Den guten Verlauf des letztjährigen 75-jährigen Jubiläums des Ruder-Klubs verdankt man letztendlich auch ihm: Günter Schmitt sorgte sich zwei Jahre lang um die Koordination des Jubiläumsfestes.

Bei den Ruderern lässt sich die Regattasaison recht erfolgversprechend an. Ulrike Kirsch und Maria Dürsch (RV Ingelheim) hoffen im Doppelzweier auf eine Teilnahme an den Olympischen Spielen in Los Angeles. Claudia Fachinger rudert mit ihrer Heidelberger Partnerin Kristiane Zimmer ebenfalls im Doppelzweier. Harald Blum und Gerhard Darnieder starten im Riemenzweier, Lutz Beyer und Harald Richter, die Trainingsrückstand haben, versuchen das ebenfalls; gemeinsam sind Viererstarts angedacht. Außerdem ist ein Leichtgewichts-Vierer im Training.

Nach den Regatten von Mannheim (2 Siege), Flörsheim (6) und Essen (2), wo die RRK-Mannschaften ansprechende Leistungen zum Teil gegen deutsche und auch internationale Spitze zeigen, findet wegen der Olympischen Spiele das Deutsche Meisterschaftsrudern bereits Ende Mai statt. Mit großen Hoffnungen nach Ratzeburg fährt der Frauen-Doppelzweier mit Ulrike Kirsch und Maria Dürsch. Und auch der Männerzweier mit Gerhard Darnieder und Harald Blum, der im Zweier-ohne und Zweier-mit gemeldet hat, ist nicht ohne Hoffnungen. Die "Main-Spitze" schreibt:

Eine herbe Enttäuschung bei der "Deutschen"

Ulrike Kirsch und Maria Dürsch wurden nur Dritte / Harald Blum und Gerhard Darnieder erreichten ihr Saisonziel

Veranstalter der diesjährigen deutschen Meisterschaft im Rudern war der Ratzeburger Ruderclub. Am Samstag standen auf dieser traditionsreichen Regattastrecke die Vor- und Hoffnungsläufe auf dem Programm. Im Frauen-Doppelzweier war der RRK gleich mit zwei Booten vertreten. Ulrike Kirsch (RRK) und Maria Dürsch (RV Ingelheim) gewannen ihren Vorlauf standesgemäß und qualifizierten sich damit direkt für den Endlauf. Claudia Fachinger (RRK) und Kristiane Zimmer (Heidelberger RK) belegten im gleichen Lauf den zweiten Platz. Mit einem eindrucksvollen Hoffnungslaufsieg bereinigte man die einkalkulierte Niederlage und zog ebenfalls ins Finale ein.

Der Vierer der Renngem. RRK / RV Ingelheim / Heidelberger RK siegt bei den Eichkranzrennen 1984 (DM bis 22 Jahre) im Frauen-Doppelvierer m. Stm., außerdem gewinnen Maria Dürsch (RVI) und Ulrike Kirsch (links) den Frauen-Doppelzweier, Kristiane Zimmer (HRK) und Claudia Fachinger (rechts) holen sich im gleichen Rennen die Silbermedaille.

Im Männerbereich gingen Harald Blum und Gerhard Darnieder für den Ruder-Klub an den Start. Im ungesteuerten Zweier rechneten die beiden zusammen mit Trainer Klaus Köppen mit einem Vorlaufsieg. Dieses Vorhaben wurde dann auch in einem harten Rennen realisiert. Man konnte die starke Crew von TVK Essen mit Piesik und Evers mit einer Bootslänge schlagen. Piesik saß vor zwei Wochen noch im DRV-Achter. Marktheidenfeld und Offenbach konnten in die Entscheidung nicht eingreifen. In den anderen Vorläufen setzten sich erwartungsgemäß die Weltmeister Guido und Volker Grabow aus Witten sowie der Osnabrücker RV durch.

Nach dem kräftezehrenden Vorlauf im Zweier ohne Steuermann, ließen es Harald Blum, Gerhard Darnieder und Steuermann Thomas Alt im Wettkampf des gesteuerten Zweiers locker angehen. Man machte nicht die geringsten Anstalten, dem Gespann Göpfert/Gress/Ziegler den Vorlaufsieg streitig zu machen. Die RRK-Crew konzentrierte sich schon voll und ganz auf den Hoffnungslauf. Diese Taktik erwies sich als richtig, denn die RKKIer trumpften im entscheidenden Moment groß auf und gewannen diesen Lauf vor Köln, Essen, Hannover und Neuß. Damit hatte der Ruder-Klub alle gemeldeten Boote ins Finale gebracht.

Am Sonntag, dem Finaltag, mussten dann die Damen zuerst am Startnachen anlegen. Von den zehn gemeldeten Mannschaften hatten sich die Boote aus Berlin / Köln, Herdecke / Hamburg, Frankfurt, Ingelheim / Rüsselsheim, Berlin und Heidelberg / Rüsselsheim für das Finale qualifiziert. Der Zieleinlauf war dann für viele Fachkundige sicherlich eine Überraschung. Die favorisierte Kombination Kirsch/Dürsch belegte in 4:00,89 Min."nur" den dritten Rang. Es siegte Berlin / Köln in 3:56,91 vor Herdecke / Hamburg in 3:57,46. Für Ulrike Kirsch und Maria Dürsch war diese Niederlage eine herbe Enttäuschung, zumal der Abstand auf die ersten beiden Boote recht deutlich war. Man konnte sogar froh sein, dass man nicht noch weiter hinten landete, da die andere Renngemeinschaft mit Rüsselsheimer Beteiligung ganz knapp mit 86 Hundertstel Sekunden Rückstand folgte. Dieser undankbare vierte Platz ist für Claudia Fachinger und Kristiane Zimmer trotzdem ein beachtliches Ergebnis.

Die männlichen Aktiven des Ruder-Klubs konnten mit ihren Ergebnissen aus Ratzeburg zufriedener sein. Blum/Darnieder fuhren im Zweier ohne Steuermann auf den vierten Platz, Zeit 8:09,56. Dabei verfehlten sie die Bronzemedaille nur um zwei Sekunden. Sieger wurden die Gebrüder Volker und Guido Grabow aus Witten in 7:58,06 vor Osnabrück 8:01,85 und Würzburg 8:07,25. Etwa eineinhalb Stunden später mussten Harald Blum und Gerhard Darnieder und diesmal mit Steuermann Thomas Alt nochmals über die 2.000-Meter-Strecke gehen. Im Finale des Zweiers mit Steuermann traf man auf Würzburg, Köln / Honnef, Hannover, Würzburg / Tübingen und Essen. Schon bald zog sich das Sechsbootefeld auseinander und die Ruderer Göpfert und Gress aus Würzburg setzten sich deutlich ab. Sie gewannen schließlich mit souveränem Vorsprung in 8:25,63 Minuten. Zweiter wurde die Mannschaft von ETUF Essen in 8:40,43 vor der Mannschaft aus Rüsselsheim, Zeit: 8:49,71. Damit erreichten Blum/Darnieder ihr Saisonziel, das sie sich vor dem Wintertraining gesteckt hatten, nämlich eine Medaille auf den deutschen Meisterschaften in irgendeiner Bootsgattung. Vielleicht hätte man auch noch Silber erreichen können, wenn man auf einen Doppelstart verzichtet hätte.

Bei der AH-Ruderwanderfahrt von RRK und RaB wird 1984 in Frankreich gerudert, von Sarralbe nach Straßburg. Dagegen bleiben die "Jungen Alten Herren" des RRK bei ihrer Ruder-Wanderfahrt an Pfingsten in der Heimat, sie rudern auf der Lahn.

Ruderwanderfahrt der "jungen AHs" des RRK 1984 auf der Lahn (hinten: Ulrich Vorfalt, Dirk Leisegang, Harald Ruppert, Thomas Mildenburger, Heinz Nold, Reinhard Passing; vorn: Kurt Hofferberth, Jürgen Berger, Klaus Kraft) Weinstand der RRK-Hockeyabteilung auf dem Rüsselsheimer Maimarkt 1984 (Ursula Kraus, Annelie Strubl, Ilse Bode, Ute Schmidt, Wilfried Schwanke, Harald Eisenacher, Winfried Cezanne, Arno Wild)

Nach den folgenden Regatten in Gießen und Schweinfurt, wo sich die RRK-Männer in Renngemeinschaft erfolgreich auch im Achter versuchen, folgen Ende Juni die Eichkranzrennen (Deutsche Meisterschaft bis 23 Jahre) in Salzgitter. Kirsch/Dürsch und Fachinger/Zimmer starten im Frauen-Doppelzweier, gemeinsam starten die beiden Zweier dann noch im Doppelvierer mit Steuerfrau. Da Gerhard Darnieder wegen seines Alters bei den Eichkranzrennen nicht mehr starten darf, fährt Harald Blum den Zweier mit Lutz Beyer; beide steigen noch mit Matthias Woehnke und Bahne Rabe aus Lüneburg in den "Vierer-ohne". Wir zitieren die "Main-Spitze":

300 Meter vor dem Ziel führt beim Eichkranzrennen im "Vierer-ohne" die Rgm. RRK / Lüneburg vor der Rgm. Berlin

Drei deutsche Meistertitel für den Ruder-Klub

Doppelsieg im Doppelzweier der Damen / Kirsch/Dürsch und Beyer/Blum zum Europacup

Die Ruderinnen und Ruderer des Rüsselsheimer Ruder-Klubs schnitten bei den Deutschen Meisterschaften der Klasse B, startberechtigt sind alle Aktiven zwischen 19 und 22 Jahre, überaus erfolgreich ab. Bei diesen Eichkranzrennen errang der RRK drei deutsche Meistertitel sowie jeweils einen zweiten und dritten Platz. Austragungsort war in diesem Jahr Salzgitter. Der Veranstalter hatte jedoch großes Pech mit dem Wetter. Die für Samstag angesetzten Vor- und Hoffnungsläufe mussten aufgrund eines sehr starken Seitenwindes (Windstärke 5 bis 7) alle abgesagt werden. Man überlegte daraufhin schon, die Meisterschaft auf einen anderen Zeitpunkt zu verlegen. Dann aber entschloss sich die Regattaleitung, alle Rennen am Sonntag auszutragen. Anstatt der Hoffnungsläufe gab es jetzt nur noch Vorläufe mit K.-o.-System. Man hatte also keine Gelegenheit mehr, sich nach einem verpatzten Vorlauf noch im Hoffnungslauf für das Finale zu qualifizieren.

Am Sonntag mussten dann so ziemlich alle Aktiven sehr früh aufstehen, damit der Veranstalter das gestraffte Programm reibungslos durchziehen konnte. Allerdings war das Wetter nicht wesentlich besser, so dass man wegen der starken Wellenbildung durch den Wind mit Zeitverzögerungen rechnen musste.

Das erste Rennen für den Ruder-Klub bestritten Ulrike Kirsch (RRK) und Maria Dürsch ( RV Ingelheim) sowie Claudia Fachinger (RRK) mit ihrer Partnerin Kristiane Zimmer (Heidelberger RK). Beide Renngemeinschaften starteten im Frauen-Doppelzweier. Nachdem man sich erfolgreich in den beiden Vorläufen mit je sechs Mannschaften durchsetzen konnte, traf man dann im Finale auf Boote aus Bremen, Regensburg, Waldsee und die Rgm. TuS Treis-Karden / RG Cochem. Von Anfang an setzten sich Kirsch/Dürsch in Front, gefolgt von Fachiger/Zimmer. Auf dem sehr rauen Wasser gab es für die anderen Mannschaften nichts zu bestellen. Am Ende der 1.000-Meter-Strecke hatte dann die Rgm. RRK / RV Ingelheim einen deutlichen Vorsprung und siegte in 3:37,50 Minuten vor RRK / Heidelberger RK in 3:44,54 und der Rgm. RG Cochem / TuS Treis-Karden in 3:47,88. Damit errang der RRK gleich zu Beginn dieser Eichkranzrennen einen Doppelsieg. Beide Boote setzen sich ca. vier Stunden später noch zusammen in den Doppelvierer, der von einer Steuerfrau aus Hamburg gesteuert wurde. Zu diesem Rennen hatten nur sechs Boote gemeldet, so dass keine Vorläufe notwendig waren. Obwohl diese Kombination vorher noch nie zusammen trainieren konnte, war man der Konkurrenz doch deutlich überlegen. Ulrike Kirsch und Maria Dürsch erruderten sich damit ihren zweiten Meistertitel.

Trainer Klaus Köppen hat gut lachen: Die RRKler Lutz Beyer und Harald Blum in Rgm. mit Matthias Woehnke und Bahne Rabe vom Lüneburger RC Wiking siegen im "Vierer-ohne" (Bild) der Eichkranzrennen (DM U23) vor der Rgm. Rvg. Hellas-Titania Berlin / RC Tegel / Berliner RC / Berliner RK Brandenburgia und der Rgm. TVK Essen / RG Benrath / Würzburger RG Bayern. Außerdem gibt es noch zwei weitere DM-Titel für den RRK.

Im Männerbereich wurde der Ruder-Klub durch den Leichtgewichts-Vierer-ohne mit Peter Hafner, Marc Löffler, Rolf Hafner und Heinz Grittner, der das Finale leider nicht erreichen konnte, sowie den Zweier mit Lutz Beyer und Harald Blum vertreten. Beyer/Blum waren zu vier Rennen gemeldet, jedoch wegen der neuen Ausgangslage war es klar, dass man nicht alle Rennen bestreiten konnte. Der RRK entschied sich, im "Zweier-ohne" und im "Vierer-ohne", den man in Renngemeinschäft mit dem Lüneburger RC Wiking fuhr, an den Start zu gehen. In beiden Vorläufen spielten Beyer/Blum ihre technischen Vorteile aus und erreichten relativ locker die Endläufe.

Im Finale des ungesteuerten Zweiers lagen Beyer/Blum zur Hälfte der Distanz noch auf dem zweiten Platz, dann aber mussten sie die Rgm. TVK Essen / RG Benrath vorbeiziehen lassen und sich im Ziel mit der Bronzemedaille begnügen. Es siegte die Würzburger RG Bayern in 7:33,96 Minuten vor der Rgm. TVK Essen / RG Benrath in 7:39,38, dem RRK in 7:46,60, dem Lüneburger RC Wiking in 7:52,26 und dem RC Leer in 8:24,69.

Zwei Stunden später stiegen dann die Lüneburger Matthias Woehnke und Bahne Rabe sowie Lutz Beyer und Harald Blum in den Vierer ohne Steuermann. Alle vier Ruderer mussten also zum vierten Mal an diesem Sonntag über die 2.000-Meter-Strecke gehen. Als Hauptkonkurrenz hatte man die Vorjahresmeister dieser Bootsgattung aus Berlin zu fürchten. Bei 1.000 Meter lagen alle fünf Finalteilnehmer noch relativ dicht zusammen. Dann aber konnte das RRK-Boot die Führung etwas ausbauen und siegte mit zwei Sekunden Vorsprung in 6:35,52 Minuten vor der Rgm. Rvg. Hellas-Titania Berlin / RC Tegel / Berliner RC / Berliner RK Brandenburgia in 6:37,61, der Rgm. TVK Essen / RG Benrath / Würzburger RG Bayern in 6:42,68 und der Rgm. Berliner RC / Hannoverscher RC 1880 in 6:51,66. Für Lutz Beyer und Harald Blum ist dies nach 1982 und 1983 die dritte Deutsche Meisterschaft in Folge.

Nach der Regatta wurde der Frauen-Doppelzweier mit Ulrike Kirsch und Maria Dürsch sowie der Vierer ohne Steuermann mit Beyer/Blum/Woehnke/Rabe für den Eurocup "Match des Seniors" in Kopenhagen vom DRV nominiert, an dem nur die Ostblocknationen nicht teilnehmen.

 

 

Lutz Beyer und Harald Blum gewinnen bei den Eichkranzrennen 1984 (DM bis 22 Jahre) im "Zweier-ohne" die Bronzemedaille

 

Harald Blum und Gerhard Darnieder im Zweier: Beim Deutschen Meisterschaftsrudern 1984
vierter Platz im "Zweier-ohne" und mit Steuermann Thomas Alt dritter Platz im "Zweier-mit"

Nach der Eichkranzregatta werden Ulrike Kirsch und Maria Dürsch im Frauen-Doppelzweier sowie Lutz Beyer, Harald Blum, Matthias Woehnke und Bahne Rabe im "Vierer-ohne" vom Deutschen Ruderverband für das "Match des Seniors" in Kopenhagen nominiert. Lassen wir die "Main-Spitze" berichten:

Lutz Beyer und Harald Blum gewinnen beim "Match des Seniors" 1984 in Kopenhagen zusammen mit den Lüneburgern Bahne Rabe und Matthias Woehnke Silber im Vierer-ohne

Zwei Silbermedaillen für Rüsselsheimer Ruderer

Europa-Cup in Kopenhagen – Beyer/Blum und Ulrike Kirsch

Der Europa-Cup der Ruderer der Klasse B (Altersgrenze 22 Jahre), auch "Match des Seniors" genannt, verzeichnete in diesem Jahr ein Rekord-Meldeergebnis. Insgesamt 18 Nationen nahmen an dieser internationalen Ruderregatta der B-Nationalmannschaften teil, darunter auch überseeische Nationen wie Neuseeland, Australien und Kanada. Ausrichter dieses "Match des Seniors" war die dänische Hauptstadt Kopenhagen.

Der Deutsche Ruderverband hatte seine Eichkranzsieger für diesen internationalen Vergleich nominiert, wobei auch Ulrike Kirsch sowie Lutz Beyer und Harald Blum vom RRK mit von der Partie waren. Ulrike Kirsch startete mit ihrer Partnerin Maria Dürsch im Frauen-Doppelzweier. Insgesamt hatten acht Nationen zu diesem Rennen gemeldet. Nachdem das bundesdeutsche Team (Kirsch/Dürsch) sowie die Olympiateilnehmer aus Schweden die beiden Vorläufe für sich entscheiden konnten, trafen diese beiden Boote im Finale noch auf Italien, Belgien, Norwegen und Österreich. Das Finale gestaltete sich zu einem Zweikampf zwischen den beiden Vorlaufsiegern. Auf der 1.000-Meter-Strecke waren Schweden und das DRV-Boot bis etwa 40 m vor dem Ziel auf gleicher Höhe. Dann aber konnte sich das Drei-Kronen-Team etwas absetzen und die Goldmedaille erringen. Ulrike Kirsch und Maria Dürsch belegten vor Italien den zweiten Platz und damit die Silbermedaille. Nach Auswertung aller fünf Frauenrennen hatte der DRV mit seinen weiblichen Aktiven den Mannschaftspreis gewonnen.

Während Ulrike Kirsch erstmals an diesem Wettkampf teilnahm, war es für Lutz Beyer und Harald Blum bereits die dritte Nominierung. Die beiden RRKler starteten mit den Lüneburgern Bahne Rabe und Matthias Woehnke im Vierer ohne Steuermann. Zu diesem Rennen meldeten elf Nationen. Italien und Spanien qualifizierten sich durch einen Vorlaufsieg direkt für das Finale. Das deutsche Team erreichte hinter den Italienern den zweiten Platz und musste sich daraufhin in einem der zwei Hoffnungsläufe behaupten, um noch in den Endlauf zu gelangen. Trotz eines Bootsschadens an einer Steuerborddolle, der während des Rennens auftrat, konnten sich Beyer/Blum/Rabe/Woehnke noch für den Endlauf qualifizieren.

Im Finale am Sonntag standen sich dann Spanien, Italien, Jugoslawien, Niederlande, Österreich und das DRV-Boot gegenüber. In dem sehr spannenden Finale gewann die Mannschaft aus Italien die Goldmedaille. Mit etwa einer Bootslänge Rückstand erruderte das DRV-Boot den zweiten Platz, ganz knapp dahinter die Niederländer. Für Lutz Beyer und Harald Blum ist dieser großartige Erfolg bereits die dritte Medaille auf dem "Match des Seniors", nachdem sie 1982 Gold bzw. Silber und 1983 beide Bronze erringen konnten. Ebenso wie die Frauen gewannen auch die Männer des DRV die Nationenwertung.

Damit haben die RRK-Ruderer beim "Match des Seniors" in Kopenhagen zwei Silbermedaillen errudert.

Vierzehn Tage später starten Gerhard Darnieder, Harald Blum und Thomas Alt in Bad Ems. Gerhard Darnieder und Stm. Thomas Alt starten in Renngemeinschaft mit dem Mainzer RV (Diethelm Maxrath) und der Frankfurter RG Germania (Thomas Wissler und Thomas Scholl) und können zwei Viererrennen, darunter den "Kaiservierer" gewinnen. Alle drei RRKler starten dann noch zweimal im Achter, gewinnen diese Rennen zunächst, werden aber disqualifiziert.

Nach dem Ausfall der Hessenmeisterschaften anfangs der Saison in Hanau werden diese am ersten Wochenende im September auf der Gerbermühlstrecke in Frankfurt nachgeholt. Claudia Fachinger und Ulrike Kirsch werden Hessenmeister in den Frauen-Doppelzweiern A und B, Claudia Fachinger außerdem im Frauen-Einer B.

Bevor die Hockey-Feldrunde in ihre Endphase tritt, finden im August die Olympischen Spiele in Los Angeles statt. Tobias Frank steht im Tor der deutschen Nationalmannschaft gegen Indien um den Einzug ins Halbfinale. Die Leistung des Rüsselsheimers im deutsche Tor ist phänomenal. Er erläuft jede kurze Ecke der Inder, stoppt jeden ihrer Konter, so dass das Spiel 0:0 endet. Das reicht der deutschen Mannschaft zum Halbfinale, wo sie 1:0 über Großbritannien siegt. Auch im Finale gegen Pakistan ist Tobias Frank wieder der große Rückhalt seiner Mannschaft, aber er muss zum ersten Mal bei diesem Turnier hinter sich greifen. Das ist die Silbermedaille für die deutsche Hockey-Nationalmannschaft und Tobias Frank. Natürlich wird der "Silbermedaillengewinner" von "seinem" RRK im Bootshaus empfangen. Die "Main-Spitze" berichtet:

Der "Held von Los Angeles" hatte viel zu erzählen

Tobias Frank von Mannschafts- und Klubkameraden sowie "Offiziellen" für seine Silbermedaille geehrt

Man könnte ihn mit vielen Adjektiven beschreiben, den Applaus, den die Mannschaftskameraden und Freunde von Tobias Frank dem "Star von Los Angeles" zollten. Doch was über allem beim Klatschen mitschwang, war der Stolz auf den Rüsselsheimer Hockeynationalspieler, der aus dem sonnigen Kalifornien olympisches Silber mitgebracht hatte. Nach zwölf Jahren gelang es erneut einem RRK-Torwart, eine olympische Medaille in den Ruder-Klub zu holen, nachdem Peter Kraus damals in München zusammen mit Fritz Schmidt und Reiner Seifert Gold gewonnen hatte.

Dass auch der 26-jährige Tobias Frank noch einmal mit der goldenen Medaille um den Hals von einer Olympiade zurückkehren werde, wünschten ihm die zahlreichen Gratulanten nicht nur, sondern sie zeigten sich von kommenden Erfolgen fest überzeugt. Kurt Reinhardt, der die besten Glückwünsche von der Stadtverordnetenversammlung überbrachte, klang es noch genau im Ohr: "Tobias Frank war der beste Torhüter der Olympischen Spiele in Los Angeles", zitierte er aus Urteilen über die Spiele. Der Stadtverordnetenvorsteher freute sich in seiner Rede zur Feier des Tages jedoch auch über das Glück des RRK, der schon immer herausragende Sportler in seinen Reihen gehabt habe. "Im Leben der Menschen gibt es kein Auskommen ohne Herausragendes", so der Kernpunkt seiner Laudatio auf den Sportler. Ein Schreibgerät als Geschenk des Stadtverordnetenvorstehers soll dem Medizinstudenten schließlich beim Unterschreiben der Autogramme behilflich sein.

Eine ganze Reihe weiterer Ehrengaste reihten sich bei dem "Tobias-Frank-Klubabend" unter die Schar der Gratulanten. Stadträtin Liesel Thurn freute sich besonders, als einer ihrer ersten offiziellen Auftritte einem solchen Ereignis beiwohnen zu können, und dem Silbermedaillengewinner von Los Angeles die Glückwünsche des Magistrates überbringen zu dürfen. Das "miteinander Spielen" in der Hockeysportart beurteilte sie als sehr sympathischen Zug des Spiels, in dem man noch den Mannschaftserfolg erleben könne.

Nach dem Sieg in München 1972 nun auch einen "Held von L. A." zu haben, wusste besonders Jakob Marx zu schätzen. Mit den Worten, eine Medaille sei mehr wert als der Slogan "Dabeisein ist alles", schloss auch der Vorsitzende des Sportausschusses sich dem Reigen der Gratulanten an. Kurt Wenzel, der Vorsitzende des Sportkreises Groß-Gerau, freute sich in seiner kurzen Rede über die Feststellung, dass es sich bei den Hockeysportlern um Amateure "reinsten Wassers handele. Er hoffe insgeheim, dass der Olympiasieg der Feldmannschaft nun auch den Hallenhockeyspielern des RRK Ansporn für den Wiederaufstieg in die Bundesliga gebe.

RRK-Coach Fritz Schmidt überreichte Tobias Frank im Namen der Mannschaftskameraden ein Geschenk besonderer Art: alle über den Medaillengewinner berichtenden Zeitungsausschnitte zu einer Collage zusammengestellt, sollen den Sportler ein dauerndes Andenken an seine Teilnahme bei den Olympischen Spielen sein.

Tobias Franks Auftritt folgte schließlich nach den offiziellen Reden: für ihn gab es viel über die Olympischen Spiele und das Land der unbegrenzten Möglichkeiten zu erzählen Auch die erfolgreichen Sportler früherer Jahre waren zu dem Klubabend besonderer Art ins Bootshaus gekommen und feierten bei Freibier und kaltem Büfett den "Held" des Rüsselsheimer Ruder-Klubs.

Hessenmeisterschaft 1984 für die männliche A-Jugend des RRK (hinten: Thomas Böhme, Gerrit Rothengatter, Holger Klein, Klaus Eberts, Bernhard Schramek, Meinhard Wicht, Trainer Martin Müller; vorn: Bernd Schmitt, Andreas Leichtweiß, Bernd Wild, Volker Schädel, Kai Stieglitz)

Hessenmeisterschaft 1984 für die A-Mädchen des RRK (hinten: Susanne Hoffmann, Sally Traiser, Inga Puhlmann, Carolin Press, Beate Bemmert, Alexandra Kaiser; davor: Kerstin Strubl, Sabine Rausch, Sandra Wohlfahrt; vorn: Ruth Zinke, Angela Vögele, Britta Becker)

Im Oktober endet die Bundesligarunde der Herren auf dem Feld mit dem RRK auf einem Mittelplatz. Im Nachwuchsbereich werden die Weibliche Jugend, die A-Mädchen und die Männliche A-Jugend Hessenmeister. Während sich die A-Mädchen und die Männliche A-Jugend in der Zwischenrunde zur DM nicht qualifizieren können, erkämpft sich die Weibliche Jugend in Rüsselsheim den Einzug in die Endrunde unter die letzten Vier. Und auch die Finalrunde um die Deutsche Meisterschaft wird auf dem Platz am Sommerdamm ausgetragen. Die "Main-Spitze" berichtet:

Hessenmeisterschaft und dritter Platz bei der Deutschen Meisterschaft 1984 für die weibliche Jugend des RRK (hinten: Trainer Berti Rauth, Sabine Rausch, Brigitte Schwarz, Sabine Lersch, Anja Warnecke, Christine Traiser, Monika Reichmann; vorn: Anita Benischek, Anke Wild, Susanne Hoffmann, Bianca Weiß, Anja Mück, Kerstin Strubl, Andrea Wohlfahrt)

RRK-Mädchen fehlte nur das Glück

Ein Siebenmeter kurz vor Schluss verbaute den Weg ins Finale

Die weibliche Jugend des Rüsselsheimer RK hat ihr großes Ziel nicht ereicht: der deutsche Meistertitel ging nicht an die Mädchen aus der Opelstadt, sondern an den Nachwuchs des RTHC Leverkusen.

Bereits vor dem Halbfinalspiel gegen Leverkusen war man beim RRK skeptisch, galten die Spielerinnen aus der Chemiestadt doch als Angstgegner. In der Anfangsphase der Begegnung standen die Rüsselsheimerinnen unter starkem Druck. Zwar konnten sie sich nach und nach davon befreien, doch Leverkusen blieb spielbestimmend, ohne die Überlegenheit in Tore ummünzen zu können. Im zweiten Abschnitt hatte der RRK dann mehr vom Spiel und ging durch einen schönen Treffer von Anke Wild mit 1:0 in Führung. Die Gastgeberinnen standen bereits mit einem Bein im Finale, als Leverkusen kurz vor Schluss einen Siebenmeter zugesprochen bekam und zum 1:1 ausgleichen konnte. In der notwendig gewordenen Verlängerung blieb das Spiel meist ausgeglichen, erst gegen Ende besaß der RRK die Chance, alles klarzumachen. Brigitte Schwarz brachte jedoch freistehend den Ball nicht an der Leverkusener Keeperin vorbei, und Anke Wild vergab zu allem Übel zwei Minuten vor dem Abpfiff sogar einen Siebenmeter. Im anschließenden Siebenmeterschießen zeigten die Gäste dann die besseren Nerven und zogen mit dem Gesamtergebnis von 5:4 ins Finale ein.

Im Spiel um Platz drei hieß der Gegner am Sonntag Eintracht Braunschweig. Die Norddeutschen hatten in der ersten Hälfte bei ausgeglichenem Spiel die klareren Torchancen und führten beim Wechsel verdient mit 1:0. Die RRK-Mädchen hatten trotz des Kräfteverlustes vom Vortag genügend Reserven, um im zweiten Durchgang das Tempo zu verschärfen und Braunschweig in der eigenen Hälfte regelrecht einzuschnüren. Ein Tor fiel allerdings nicht, Braunschweig sorgte mit Kontern immer wieder für Gefahr vor dem RRK-Tor. Kurz vor Schluss gelang dann endlich der verdiente Ausgleichstreffer, mit dem Kerstin Strubl ihr Team in die Verlängerung rettete. Hier dominierte der RRK eindeutig, doch die gut gestaffelte Abwehr der Eintracht ließ keinen Rüsselsheimer Torerfolg mehr zu. Wieder musste ein Siebenmeterschießen entscheiden. Diesmal hatten die Mädchen aus der Opelstadt das Glück und die Nerven, die gegen Leverkusen fehlten, und sicherten sich mit 5:4 den dritten Platz hinter Berlin und Leverkusen.

Die Schützlinge von Trainer Berti Rauth waren nach dem Turnier verständlicherweise etwas enttäuscht, bewiesen doch die übrigen Ergebnisse, dass der RRK genauso gut ganz oben auf dem Treppchen hätte stehen können. Dennoch ist der erreichte dritte Platz ein großer Erfolg für das Rüsselsheimer Nachwuchs-Hockey.

RRK-Herren beim Leverkusener Sommertreff 1984 (hinten: Rainer Seifert, Christoph Krehl, Norbert Mexner, Martin Müller, Fritz Schmidt jr., Stefan Morales; vorn: Paul Anagnostou, Thomas Susenburger, Norbert Boll, Alfred Segner, Berti Rauth) Die Sieger beim 1. Bembelturnier der RRK-Tennisgruppe 1984 (hinten: Ellen Weidmann, Christiane Vorfalt, Marlene Heuß; vorn: Willi Braner, Walter Leichtweiß, Rüdiger Weidmann)

Neu im Spielplan der Tennisgruppe ist das im Juli erstmals ausgetragenen "Bembelturnier". Klubmeister im Tennis werden auf der Tennisanlage am Bootshaus Silvia Braner vor Maria Hartmann und Marlene Heuß und Rüdiger Weidmann vor Willi Braner und Klaus Hartmann; Klubmeister bei den Ruderern im Einer wird erneut Harald Blum, der damit seinen Titel aus dem Vorjahr verteidigen kann.

Bei der Sportlerehrung der Stadt Rüsselsheim wird der Hockey-Torwart des RRK und der deutschen Nationalmannschaft, die in Los Angeles die Silbermedaille gewinnt, Tobias Frank zum "Sportler des Jahres" erklärt. Die Stadt Rüsselsheim ehrt Fritz Schneider mit ihrem Ehrenbrief.

Mit dem Nikolausball im Adlersaal beschließt der RRK ein in allen Bereichen erfolgreiches Jahr. Geehrt werden die erfolgreichen Sportler, aber auch verdiente "Vereinsfunktionäre". Wir lassen die "Main-Spitz" zu Wort kommen:

Erfolge in beiden Abteilungen

RRK ehrte bei seinem Nikolausball Ruderer und Hockeyspieler

Eine schöne Bescherung gab es für die Aktiven des Rüsselsheimer Ruder-Klubs anlässlich ihres traditionellen Nikolausballes im Adlersaal. Weil man sich im zu Ende gehenden Jahr auf dem Wasser und auf dem Hockeyplatz so glänzend schlug, nutzte der Verein die Gelegenheit, die herausragenden Sportler mit Urkunden und Ehrennadeln zu erfreuen.

Mit Urkunden und Nadeln zeichnet der RRK seine verdienstvollen Mitglieder aus: Martin Müller, Ludwig Kraft, Hedwig Traiser, Ludwig Stolz, Paul Schmitt, Harald Blum, Jochen Zimmermann, Peter Kraus und Klaus Köppen

Eingebettet in ein gediegen festliches Ballprogramm mit Tanzmusik der "Stan Glogow Band" traten zunächst die Erfolgreichen aus der Hockeyabteilung ins Rampenlicht. Dabei waren die Damen in großer Zahl vertreten, denn die weiblichen Aktiven im Alter von 11 bis 18 Jahren konnten mit mehreren Mannschaften hessische und süddeutsche Titel an ihre Fahnen heften. Natürlich versäumte es der RRK auch nicht, seinen Olympia-Torwart Tobias Frank zu ehren, der in der Woche zuvor bereits als "Sportler des Jahres" vom Rüsselsheimer Stadtverband für Leibesübungen ausgezeichnet wurde. Mit dabei war auch Franks Torwartkollegin Bianca Weiß, die mit der deutschen Juniorinnen-Mannschaft Vize-Europameister wurde. In den Dank mit eingeschlossen wurden zudem die Erstmannschaftsspieler Berti Rauth und Martin Müller, die sich im Nachwuchsbereich als Trainer engagierten.

Auch die Ruderer ernteten Lorbeeren, wobei insbesondere das starke sportliche Engagement von Harald Blum gewürdigt wurde. Ausgezeichnet wurden auch seine Mannschaftskameraden Lutz Beyer und Gerhard Darnieder, aus dem Lager der Damen ehrte man Ulrike Kirsch und Claudia Fachinger für ihre Erfolge im Doppelzweier und Doppelvierer.

Zu späterer Stunde standen dann die Ehrungen verdienter Vereinsmitglieder auf dem Programm. Die RRK-Leistungsnadel in Silber für besondere Verdienste ging an Georg Franke, Ludwig Kraft, Ludwig Stolz, Klaus Köppen und Harald Blum, für 25-jährige Mitgliedschaft ehrte man Martin Müller, Peter Kraus und Jochen Zimmermann. Im Mittelpunkt der Ehrungen standen indes Hedwig Traiser und Paul Schmitt, die dem Verein seit 50 Jahren die Treue halten.

Im Laufe des Jahres verliert der RRK durch Tod seine Ehrenmitglieder Karl Saar und Karl Müller, beide mehr als 50 Jahre Mitglied des RRK und viele Jahre im Vorstand tätig, außerdem die Gold-Ehrennadel-Träger Willi Filtzinger und Hugo Zimmer.

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