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Geschichte des Rüsselsheimer Ruder-Klubs 08 (RRK)
von 1942 bis heute

1957

Die Jugendruderer entwickeln, wie schon im Vorjahr, unter ihrem Trainer Ulrich Hintze besondere Initiativen, sowohl in sportlicher Hinsicht beim winterlichen Training in der Halle, rund um die Festung, im Ruderbecken und auf dem Wasser, als auch in kameradschaftlicher und geselliger Hinsicht bei den allseits beliebten Tanztees im Bootshaus. Diese vierwöchentlich stattfindenden Tanztees der Ruderer sind der Geheimtipp  der Jugend von Rüsselsheim und Umgebung – Karten nur im Vorverkauf bei den Ruderern; Höhepunkt ist zweifellos der Köstüm-Tanztee im Februar mit den "Flamingos" unter dem Motto "ruder-rhythm rock`n roll".

Plakat für den Kostüm-Tanztee der Ruderjugend am 17. Februar 1957

Plakat für den Gala Maskenball des RRK: Motto "Panama"

Plakat für den traditionellen Lumpenball am Fastnachtsdienstag

Nach den großen Faschingsveranstaltungen im Bootshaus, dem Gala-Maskenball unter dem Motto "Panama" und dem traditionellen Lumpenball am Fastnachtsdienstag, trifft sich der RRK am 16. März 1957 zur Generalversammlung. Bei den Wahlen des Vorstands wird Josef Saar erneut 1. Vorsitzender, Hans Eisen wird 2. Vorsitzender, Schatzmeister wieder Richard Trapp, Kassierer Josef Schnur, Schriftführer Günter Schmitt, 1. Ruderwart Gerhard Ruppert, Jugend-Ruderwart Ulrich Hintze, Frauen-Ruderwart Friedrich Traiser, Haus- und Bootswart Friedrich Traiser, Pressewart Rolf Sittmann usw. Die Mitgliedsbeiträge werden um etwa 15 %, bei Jugendlichen um 25 % erhöht. Im nun laufenden Geschäftsjahr, in dem die Vorbereitungen zum 50-jährigen Vereinsjubiläum getroffen werden müssen, möchte der Vorstand die sportlichen Erfolge der letzten Saison steigern sowie durch Veranstaltungen das gesellige Leben und die Verbundenheit der Klubmitglieder fördern.

Ansprache des RRK-Vorsitzenden Josef Saar zum Spalier der aktiven RRK-Ruderer beim Anrudern des RRK 1957 – ein neuer C-Gig-Vierer der Opelit-Werft wird von Dr. Georg von Opel auf den Namen seines Vaters, "Carl von Opel", getauft.

RRK-Vorsitzender Josef Saar und Dr. Georg von Opel beim Anrudern 1957

Die RRK-Ruderdamen machen 1957 einen Bootsausflug (Trainer Paul Messerschmidt, Ursula Weinheimer, Ingrid Bauer, Elke Bauer, Irene Schömbs, Ingelinde Kemper, Brigitte Eichwald ‒ von hinten, Ingrid Weidmann, Sigrid Schumacher, Gudrun Traiser, Ingeborg Schedl, Waltraud Schedl)

Am 7. April 1957 findet die Trainingsverpflichtung von 3 Senioren – Horst Pöppel, Klaus Folger und Karl Pfeifer, 5 Jungmannen –  Erwin Kessler, Dieter Pfeifer, Herbert Eberts, Waldemar Dach und Johannes Thiele, sowie 21 Jugendlichen – Adolf Ketter, Rudi Reitz, Heinz Schäfer, Walter Eberle, Gerhard Ketter, Rudolf Müller, Karl Heinz Lotz, Jürgen Keth, Klaus Wolf, Peter Hochgesand, Wolfgang Freimuth, Heinrich Voges, Karl-Heinz Wagner, Klaus Vogel, Jan Joisten, Manfred Wolf, Hans-Eberhard Miethge, Harald Wolf, Klaus Peter Wollstadt, Ragnar Otto und Klaus Schreiber – im Rahmen eines Herrenabends statt, wobei jeder sich zum strengen Training verpflichtende Ruderer von einem "Paten" betreut wird.

Am Tag des Rudersports, dem 5. Mai 1957, wird angerudert und Dr. Georg von Opel tauft einen neuen C-Gig-Vierer auf den Namen seines Vaters, "Carl von Opel", eines der ersten Mitglieder und ein großer Gönner des Rudervereins Rüsselsheim.

Während sich die Senioren und Jungmannen nach einem verbummelten Wintertraining auf den Regatten nicht durchsetzen können und zum Teil wieder frühzeitig aus dem Training entlassen werden, besuchen die Jugendmannschaften die Regatten in Frankfurt (4 Siege), Offenbach (3), Hanau, nochmals Frankfurt, Düsseldorf (1), Heidelberg (1), Essen (2), Mainz (1), Mühlheim (2), nochmals Frankfurt (3) und Schierstein (4), starten in 52 Rennen und erringen 21 Siege. Erfolgreichster Ruderer des Jahres ist der Steuermann Karl-Heinz Wagner mit 15 Siegen vor Adolf Ketter mit 10 Siegen.Höhepunkt des Jahres ist die Teilnahme von drei RRK-Mannschaften an den Deutschen Jugendmeisterschaften auf dem Baldeneysee in Essen. Der "schwere Vierer" mit Gerhard Ketter, Rudolf Müller, Karl Heinz Lotz, Jürgen Keth und Stm. Ragnar Otto erreicht bei 12 gemeldeten Booten in seinem Vorlauf nur den 5. Platz und kann sich damit nicht für den Endlauf qualifizieren. Dagegen gelingt dem "leichten Vierer" mit Adolf Ketter, Rudi Reitz, Heinz Schäfer, Walter Eberle und Stm. Karl-Heinz Wagner der große Wurf, der Gewinn der Deutschen Meisterschaft im Leichtgewichts-Jugendvierer in 5:32,4 min vor dem WSV Düsseldorf in 5:35,8 min, der Koblenzer RG 1921 in 5:37,5 min, dem Emder RV in 5:42,8 min und dem Bremer RV in 5:53,8 min. Eine weitere, hervorragende Leistung zeigt der "leichte Jugendachter" des RRK mit Klaus Wolf, Peter Hochgesand, Hans-Eberhard Miethge, Klaus Schreiber, Adolf Ketter, Rudi Reitz, Heinz Schäfer, Walter Eberle und Stm. Karl-Heinz Wagner in seinem Rennen, gewinnt er doch hinter dem Achter des Emder RV (4:50,5 min) die Deutsche Vizemeisterschaft (4:59,6 min) vor den Achtern des RK am Baldeneysee Essen (5:01,8 min) und des RV Gelsenkirchen (5:04,0 min).

Die Hockeyabteilung, die mit sechs Mannschaften Spiele austrägt, kann an die hervorragenden Leistungen des Vorjahres nicht anknüpfen. Die Herrenmannschaft kann nach ansprechenden Leistungen in Freundschafts-Turnieren bei der Hessischen Hallenhockey-Meisterschaft den Titel nicht verteidigen und landet auf dem 3. Platz. Ohne Platzierung bleibt die Damenmannschaft in der Endrunde zur Hessenmeisterschaft in der Halle.

RRK-Jugendruderer am "Lamettasteg" 1957

Offenbach, 16. Juni 1957: Klaus Vogel, Wolfgang Freimuth, Jan Joisten und Klaus Peter Wollstadt am Siegersteg

Mühlheim am 25. August 1957: Gratulation für Karl-Heinz Wagner

Mühlheim am 25.August 1957: Gratulation für Heinz Schäfer, Rudi Reitz und Adolf Ketter

An Ostern, von Karfreitag bis Ostermontag, wird am Sommerdamm das 4. Internationale Hockeyturnier des RRK ausgetragen. 16 teilnehmende Vereine mit 24 Mannschaften und mehr als 260 Hockeyspielern aus fünf Nationen (England, Frankreich, Schweiz, DDR, BRD) machen die vier Turniertage zu einer Hockeydemonstration ersten Ranges. Aus der Schar derer, die dieses Turnier organisieren, sind zwei besonders zu erwähnen, Karl Saar und Werner Klepper. Die 1. Herren des RRK spielen gegen Union Geo Paris 4:1, gegen Motor Köthen 1:2, gegen Indian Gymkhana London 2:1 und gegen Gold-Weiß Wuppertal 0:1. Die Damen des RRK spielen gegen Young Boys Bern unentschieden 1:1 und besiegen Blau-Weiß Köln mit 3:2. Die spielstarke Ib des RRK spielt nur gegen erste Mannschaften, und zwar gegen Bad Homburg 4:0, gegen HC Mainz 0:0 und gegen Idar-Oberstein 2:1. Hier einige Zeilen aus "HOCKEY, der Wochenzeitung des deutschen Hockeysports" vom 25. April 1957, zum RRK-Osterturnier:

Impressionen aus Rüsselsheim

Die Bemühungen der Hockey-Idealisten in Rüsselsheim (RRK) und in der Weltkurstadt (Wiesbadener THC) wurden vom Himmel belohnt, der eitel Sonnenschein über die Spielfelder am Rüsselsheimer Mainstrand und das im Frühlingsgrün prangende liebliche Nerotal ausgoss. Für die Spieler war es nicht zu heiß, für die Zuschauer nicht zu kalt. Das schuf Spielfreude, die zu hinreißenden Kämpfen führte. Die Sachkenner schnalzten mit der Zunge und die Neugierigen empfanden den Hockeyreiz. In den Klubhäusern und auf den festlichen Bällen wuchs wieder einmal die Kameradschaft, die über Dialekt­ oder Sprachenschwierigkeiten hinwegkam. So feiern nur Hockeyfreunde Ostern.

Inder-Sensation in Rüsselsheim

Auch wer in der Opelstadt noch wenig von Hockey wusste, wollte sie sehen, diese braunhäutigen Gesellen mit Turban oder Schleifchen, deren Alter sich bei der langen Haar- und Barttracht nicht abschätzen ließ. Wer bangte nicht für die barfüßigen Spieler, wenn ein Kanonenschuss auf sie zukam. Aber sie stoppten mit dem Stock unfehlbar. Und erst ihre Dribbel- und Täuschungskünste. In rasendem Tempo wirbelten ihre spindeldürren Beine. Es war wie ein Tanz der Fakire auf heißem Eisen. Aber eines beherrschten sie weniger als ihre olympischen Kameraden, die zuletzt Europa bereisten: das Spiel mit dem freien Raum, die Vorlage in die Gasse. In dieses Schiebespiel im Schusskreis fuhren die deutschen Verteidiger und die Tormänner beizeiten dazwischen. Ihre Hochform erreichten die Exoten in ihrem dritten Spiel (gegen Rüsselsheimer RK). Bis dahin hatte man auch gelernt, von den Flügeln harte Flanken in den Kreis zu legen. Aber an ihrem indischen Landsmann  Debu Paul und seinem Rüsselsheimer Verteidigerkameraden Schnur (den Zerberus dahinter nicht zu vergessen), fanden die Asiaten ihren Meister. Da auch der Rüsselsheimer RK in Bestform spielte, wurde diese Begegnung zu einem der Höhepunkte des Turniers.

Deutscher Meister 1957 im Lgw.-Jugend-Vierer m. Stm. (Walter Eberle, Heinz Schäfer, Stm. Karl-Heinz Wagner, Rudi Reitz, Adolf Ketter, links dahinter Trainer Ulrich Hintze und Ruderwart Gerhard Ruppert)

Die Herrenmannschaft des RRK beim Oster-Hockeyturnier 1957 mit der gegnerischen Mannschaft von Indian Gymkhana (RRK, hinten: Karl Saar, Günther Görke, Fritz Staubach, Hans Hermann, Philipp Gütlich, Hans Richter; vorn: Werner Klepper, Torwart Karl-Heinz Georg, Werner Leonhardt, Josef Schnur, Debu Paul)

In der Feldsaison 1956/57 haben sich die Herren durch einen zweiten Platz in ihrer Gruppe die Berechtigung erworben, in der Saison 1957/58 in der hessischen Oberliga zu spielen. Doch der RRK kann nicht mehr die spielstarke Mannschaft des letzten Jahres in die Spiele schicken – Debu Paul und Karl Saar stehen nicht mehr zur Verfügung, so dass die Mannschaft zum Ende des Jahres am unteren Ende der Tabelle steht. Dagegen kann sich die Damenmannschaft in der 2. Liga, obwohl ebenfalls einige der erfahrenen Spielerinnen nicht mehr dabei sind, zur Mitte der Saison auf dem 2. Tabellenplatz behaupten.

Deutscher Vizemeister 1957  im Leichtgewichts-Jugendachter: Rudi Reitz, Adolf Ketter, Trainer Ulrich Hintze, Stm. Karl-Heinz Wagner, Klaus Schreiber, Peter Hochgesand, Walter Eberle, Klaus Wolf, Hans-Eberhard Miethge; es fehlt Heinz Schäfer

Bei der Hockeyjugend wird mit nur 19 ausgetragenen Spielen ein Tiefstand erreicht. Doch gegen Ende des Jahres ist bereits ein Aufschwung zu beobachten, der dem neuen Jugendleiter, Fritz Schneider, zugeschrieben werden kann.

Die Rudersaison wird am 29. September 1957 mit dem Abrudern, der Entlassung der "Spartaner auf Ehrenwort" aus dem strengen Training und der dazu gehörenden internen Regatta beendet.

Zum Ende September des Jahres kündigen die langjährigen und hochverdienten Bootshaus-Wirtsleute, Hermann und Mathilde Müller, ihren Vertrag, um mit ihren beiden Söhnen in ihr neues Eigenheim einzuziehen. Als Nachfolger übernehmen die RRK-Mitglieder Helmut Popp und Frau Marianne geb. Messerschmitt die Bewirtschaftung des "Bootshauses".

Am 12. Oktober trifft sich die RRK-Familie im Adlersaal zum Herbstball. Zunächst  werden die erfolgreichen Ruderer mit Trainer geehrt, erhalten ein Buchgeschenk, "Wir rudern durch die Zeit" oder "Kameraden im Boot", der Deutsche Jugendmeister im Vierer erhält zusätzlich ein "Miniaturruder" überreicht. Diese große sportliche Leistung findet außerdem Anerkennung durch den Deutschen Ruderverband und die Verleihung der Silbernen Plakette der Stadt Rüsselsheim an die Deutschen Meister und ihren Trainer Ulrich Hintze. Nach dem offiziellen Teil leitet 2. Vorsitzender Hans Eisen in seiner unübertrefflichen Manier zum eigentlichen Ball über. Die Kapelle Schultheiß und das Scheller-Ballett unterhalten die Ballbesucher bis in den frühen Morgen.

Anfangs November lädt "Hauptmann Scheuermann" (Friedrich Traiser) Hauptleute und Landsknechte zur Burgkneipe ins Behelfs-Bootshaus am Main ein. Außer in Atzung und Trank stattet der "Landgraf Georg von Hessen" (Dr. Georg von Opel) seinem Fähnlein für guten Kampf auch Dank in Worten ab:

"Mein getreuer Hauptmann Scheuermann, meine hochwohllöblichen tapferen Officiers, Euere Magnificens, brave Knechte, hoffnungsvolle Troßbuben!

Hocherfreut haben Wir trotz starker pressiertheit durch die schrecklich rasenden zeitläufte der bitte Unseres braven Hauptmann Scheuermann willfahren können und sind hergeeilt in Unser festes Schloß zu Rüsselsheimb, um in Eurer mitte den diesjährigen sieg ueber den gräßlichen feind der menschen, die Trägheit, zu würdigen. Von Unserem stammsitz Gothenhaus haben Wir die oft harten treffen Unserer braven Guarnison Rüsselsheimb verfolget und frohen herzens gesehen, daß der alte Kampfesmut noch lebet. Unser vorzüglicher Leutenant Utz von Brennabor hat es verstanden, eine junge kämpferschar heranzubilden, welche im heilsjahre 1957 nicht nur in vielen kleinen scharmützeln sondern auch großen treffen, ja sogar bei der größten battey Teutschlands im treffen Essen, den feind geschlagen hat.

Leutenant Utz von Brennabor ‒ Ulrich Hintze

Leutenant Hans im Glück ‒ Hans Eisen

Mundschenk Gambrinus Zappion ‒ Hermann Müller

Sindemal Wir selbsten noch vor kurzer zeit die größten kämpfe zu bestehen und selbige Gottlob und meist gewonnen haben, und alldieweil Wir wissen, welche mühsale für alle notwendig waren und noch sein werden, sind Wir gekommen, um Euch Meine lieben landeskinder Unsere hochachtung selbsten zu bezeugen und zu weiterem hartem kampfe gegen die trägheit aufzurufen, zumalen selbiger in den reihen Unserer älteren Fähnlein und auch bei den veteranen in diesem jahre nicht so erfolgreich war.

Achtunggebend auf den guten namen Unseres alten Hauses Hessen vertrauen Wir voll und ganz auf Euer können sowie stahlharten Eyffer zum siege. Wir werden auch fürderhin gnediglich und wohlwollend Eure kämpfe verfolgen und hoffen, dass sie mit Gottes Hilfe beitragen zum wohle Unserer getreuen guarnison Rüsselsheimb."

Die Tanztees der Jugend im Bootshaus sind auch in diesem Winter-Halbjahr wieder der "Renner" in Rüsselsheim. Und natürlich treffen sich Jung und Alt des RRK auch an Silvester im Bootshaus, um in festlichem Kreis das neue Jahr zu erwarten.

Der RRK verliert im Jahr 1957 durch den Tod sein ältestes Mitglied, Johann Georg Cezanne, das 38 Jahre zunächst der RG Undine und dann dem RRK angehörte, durch einen Verkehrsunfall das noch junge Klubmitglied Heinz Neumann und das langjährige Vorstandsmitglied Josef Müller.

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