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Geschichte des Rüsselsheimer Ruder-Klubs 08 (RRK)
von 1942 bis heute

1995

Am ersten Wochenende des neuen Jahres treffen die RRK-Herren auf den alten "Erzrivalen" SC 80 Frankfurt und wollen sich als Aufsteiger im dritten Spiel unbedingt die ersten Punkte der Bundesligarunde holen, was mit 8:7 auch gelingt. Es folgt ein 8:8 gegen Vizemeister Dürkheim. Es folgen Spiele mit Überraschungen, es folgen "dumme" Spiele, es folgen unglückliche Spiele, es folgen Spiele mit "Packung"; am Ende einer interessanten Saison liegt die Mannschaft von Trainer Berti Rauth mit Christopher Reitz, Jens George, Oliver Domke, Björn Emmerling, Gerrit Rothengatter, Glenn Eifert, Thorsten Grimm, Benjamin Schröter, Torben Stalmach, Klaus Eberts, Holger Klein und Patrick Honnef mit 16:12 Punkten auf dem 4. Platz der Hallen-Bundesliga Gruppe Süd.

In der dritten Woche des neuen Jahres bringt das Tief "Wilma" Regen und Sturm in ungeahnten Ausmaßen nach Ost- und Südhessen. Das Wasser des Mains steigt und steigt, der Pegel Raunheim erreicht einen Höchststand von 585 cm, damit wird der in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts erreichte Main-Höchststand des Jahres 1970 überschritten, die Bootshallen und Umkleideräume im RRK-Bootshaus stehen unter Wasser.

Hochwasser an und in den Bootshallen des RRK-Bootshauses. Der Wasserstand im Mündungsbereich des Mains erreicht schließlich den Höchststand der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Ein Teil der Boote muss aus den Bootshallen entfernt werden. Aber auch der Kraftraum steht unter Wasser, eine große S...

Bei den RRK-Damen scheint die Bundesligarunde auf einen "Durchmarsch" hinauszulaufen. Doch dann folgt eine Niederlage beim SC 80; aber in der Abschlusstabelle hat der RRK dennoch mit 26:2 Punkten klar die Nase vorn. Die Endrunde um die 34. Deutsche Hallenhockey-Meisterschaft der Damen findet in Berlin mit den gleichen Mannschaften wie 1994 statt. Der RRK hat seit 1989 in jedem Jahr das Endspiel erreicht und viermal den Titel gewonnen. Trainer Berti Rauth hält die Erwartungen vor dem Halbfinale, wie im Vorjahr erneut gegen den Großflottbeker THGC, niedrig. Bei einer 5:2-Führung fünf Minuten vor Schluss scheint der RRK ungefährdet ins Finale vorzudringen, doch dann steht es 5:4 und erst ein Konter von Tanja Dickenscheid 30 Sekunden vor der Schlusssirene sichert auch bei siebten Endrundenstart die Teilnahme am Finale. Wir zitieren das "Darmstädter Echo":

Hockeyfinale der Spitzenklasse

Damen des Berliner HC entthronen den Rüsselsheimer RK mit 6:5

Der Berliner HC ist Deutscher Meister im Hallenhockey der Damen: Am Sonntag bezwang der BHC den Rüsselsheimer RK in der Schöneberger Sporthalle mit 6:5 und sicherte sich so das Double in Feld und Halle. Dem Titelträger von 1993 und 1994 aus Rüsselsheim blieb der Hattrick verwehrt: Der RRK verlor in dieser Saison alle drei Endspiele denkbar knapp.

Im Finale der 34. Endrunde um die deutsche Hallenhockeymeisterschaft musste der RRK in der 13. Minute einen Rückschlag wegstecken, als sich Susanne Müller verletzte und ins Krankenhaus eingeliefert werden musste. Die erste Halbzeit bestimmte aber der RRK, der sich durch Treffer von Britta Becker (2), Nicole Hardt und Tanja Dickenscheid eine 4:2-Pausenführung erspielte.

In der zweiten Hälfte erwischte der BHC den besseren Start und kam auf 3:4 heran. Denise Klecker gelang nach einer Ecke zwar das 5:3, doch in der Endphase sollte es sich rächen, dass der RRK in der ersten Hälfte einige gute Möglichkeiten nicht genutzt hatte. Der Berliner HC verschärfte nun das Tempo und setzte den RRK stärker unter Druck: Rüsselsheims Torfrau Stefanie Rinderer rettete mehrmals mit glänzenden Paraden, und Eva Hagenbäumer bot in der Abwehr eine ausgezeichnete Leistung.

Nach einer Verletzung kurz vor Spielende unterliefen allerdings ausgerechnet Eva Hagenbäumer zwei Fehler, die zu den entscheidenden Gegentreffern führten – in der Neuauflage des Vorjahresendspiels war dem BHC die Revanche für das 3:6 in Essen geglückt. Beim RRK war gegen Spielende deutlich zu spüren, dass nach dem Ausscheiden von Susanne Müller Wechselalternativen fehlten. Schmerzlich machte sich zudem die Verletzung von Eva Hagenbäumer bemerkbar.

"Nach dieser Topleistung besteht kein Grund zur Niedergeschlagenheit. Wir haben bei der besten Mannschaft Deutschlands ein Klassespiel geliefert", stellte sich RRK-Coach Berti Rauth vor seine Mannschaft. Einig waren sich Rauth und seine Berliner Kollegin Uschi Schmitz in der Bewertung des Spiels: "absolutes Spitzenniveau".

Nach dem Gewinn der Vizemeisterschaft durch Stefanie Rinderer, Jennifer Lutz, Britta Becker, Denise Klecker, Tanja Dickenscheid, Katrin Schmidt, Marja Busch, Eva Hagenbäumer, Nicole Hardt, Susanne Müller, Sybille Breivogel und Sina Fröhlich steht eine Woche später die Verteidigung des Europacups in der heimischen Walter-Köbel-Halle auf dem Programm. Allerdings kann der Cupverteidiger, der als einzige deutsche Mannschaft teilnimmt, nicht in Bestbesetzung antreten, wird jedoch als eindeutiger Favorit gehandelt. Während Susanne Müller aufgrund eines Kreuzbandrisses ausfällt, will Spielführerin Eva Hagenbäumer trotz eines Bänderrisses im rechten Knöchel spielen. Die seit ihrer Entbindung im Sommer 1994 inaktive Angela Müller hat sich bereit erklärt auszuhelfen. Die Walter-Köbel-Halle ist drei Tage lang Schauplatz des Turniers. Lassen wir das "Darmstädter Echo" nochmals berichten:

Hallen-Europacup 1995 für die Damen des RRK (hinten: Betreuer Thomas Blivier, Britta Becker, Angela Müller, Katrin Schmidt, Tanja Dickenscheid, Denise Klecker, Sybille Breivogel, Nicole Hardt, Trainer Berti Rauth; vorn: Bianca Weiß (schwanger), Susanne Müller (verletzt), Eva Hagenbäumer, Marja Busch und Stefanie Rinderer)

Rüsselsheimer Hockeydamen überlegen

Vierter Triumph beim Europapokal in der Köbelhalle – Überragende Britta Becker

Der Wettbewerb um den Hallenhockey-Europapokal der Landesmeisterinnen steht weiterhin ganz im Zeichen deutscher Mannschaften, bleibt besonders eine Domäne des Rüsselsheimer RK. Eine Woche nach dem unglücklich verlorenen deutschen Meistertitel (5:6 gegen den Berliner HC) hielten sich die Rüsselsheimerinnen auf' internationaler Ebene schadlos. Durch einen 7:1(4:1)-Endspielsieg gegen den Englischen Meister HC Slough durften sich die Rüsselsheimerinnen gestern Nachmittag in der heimischen Köbelhalle bereits zum vierten Mal als europäische Hallenmeister feiern lassen – ein Titel, dem außerhalb der relativ kleinen Hockeygemeinde aber weder national noch international allzu viel Beachtung geschenkt wird.

Selbst als Lokalmatadoren scheint das in den letzten Jahren vom Erfolg verwöhnte RRK-Team zu Hause von seiner Anziehungskraft eingebüßt zu haben. Der Zuschauerzuspruch ließ jedenfalls an den drei Veranstaltungstagen zu wünschen übrig. Etwa 700 Zuschauer stellten zwar zum Abschluss für das Endspiel einen vvürdigen Rahmen dar, doch ansonsten saßen, auch beim morgendlichen Halbfinale und bei den drei Vorrundenspielen des Veranstalters, kaum mehr als 200 Interessierte auf den Rängen.

Zum dritten Mal trafen sich die Hallenmeister aus acht europäischen Ländern in Rüsselsheim. Organisationschef Martin Müller kann sich jedenfalls nicht vorstellen, dass "wir uns in absehbarer Zeit nochmals als Ausrichter dieser Veranstaltung bewerben werden". Der erneute sportliche Triumph des Rüsselsheimer RK war nie ernsthaft gefährdet. Bei der einen oder anderen Gastmannschaft waren zwar gegenüber den letzten Jahren gewisse Fortschritte sowohl im taktischen als auch im spielerischen Bereich unverkennbar.

Doch vermochte letztlich niemand dem Titelverteidiger um Ausnahmespielerin Britta Becker das Wasser zu reichen. Britta Becker war auch wieder mit insgesamt 22 Toren (19 Strafecken, ein Siebenmeter und ein Feldtreffer) die überragende Spielerin des Turniers. Stark präsentierte sich auch Torfrau Stefanie Rinderer, die Nationalkeeperin Bianca Weiß (Schwangerschaft) erneut glänzend vertrat und in den fünf Begegnungen lediglich sechsmal bezwungen wurde. In den drei Gruppenspielen wurde Rüsselsheim nie gefordert, landete mit 8:1 gegen den italienischen Vertreter CUS Brescia, 10:1 gegen Inter Eurovil Siauliai (Litauen) und 11:1 gegen Stade Francais Paris drei Kantersiege. Knapp ging es nur im Halbfinale gegen die Spanierinnen von Aldeasa Valdeluz zu, wo nach Toren von Marja Busch (2), Eva Hagenbäumer und Britta Becker lediglich ein 4:2 heraussprang.

Das Finale gegen den Slough HC war dann wieder eine einseitige Angelegenheit. Britta Becker sorgte alleine bis zur 12. Minute für das vorentscheidende 4:0. Der Rest und die weiteren Treffer von Britta Becker, Denise Klecker sowie Tanja Dickenscheid zum 7:1-Endstand waren danach nur Formsache.

Die Reserveteams zeigen in der Hallenrunde nur mittelmäßige Leistungen, nur die erstmals als 4. Mannschaft spielenden Senioren verabschieden sich aus der untersten Klasse in die 5. Verbandsliga. Im Hessenpokal stehen die Senioren im Finale und ziehen gegen den Offenbacher RV mit 3:5 den kürzeren, das Turnier in Hürth jedoch gewinnen sie zum zweiten Mal in Folge.

Bei der RRK-Jugend wird in der Hallenrunde mit unterschiedlichem Erfolg gespielt. A-Mädchen und A-Knaben erringen die Hessenmeisterschaft, weibliche Jugend und männliche B-Jugend werden Vizemeister, B-Mädchen und B-Knaben werden Dritte. Damit sind vier Mannschaften bei den Süddeutschen Meisterschaften startberechtigt: die B-Jugend wird in Nürnberg Siebter, die A-Knaben in Wiesbaden und die weibliche Jugend in Nürnberg Dritter. Die Süddeutsche Meisterschaft holen sich die A-Mädchen in Speyer im Siebenmeterschießen gegen den TSV Mannheim.

Als einziges Nachwuchsteam des RRK haben sich die A-Mädchen damit für die Endrunde um die Deutsche Meisterschaft, die in Berlin stattfindet, qualifiziert. In den Gruppenspielen siegt der RRK über SW Köln 4:0, über den Berliner HC 3:0 und verliert gegen den Großflottbeker THGC 0:2. Das ist der zweite Platz und damit die Halbfinalteilnahme gegen den Gastgeber TuS Lichterfelde. Die von Bundesligatrainer Berti Rauth gecoachte Mannschaft hat hier gegen den späteren deutschen Meister mit 0:2 das Nachsehen; und auch im Spiel um Platz drei gegen den TSV Mannheim gelingt kein Sieg, man spielt Unentschieden 1:1, verzichtet einvernehmlich auf ein Siebenmeterschießen und teilt sich den dritten Platz.

Meister der 6. Verbandsliga und damit Aufsteiger in die 5. Verbandsliga sowie Zweiter im Hessenpokal in der Halle 1995, die Senioren des RRK (hinten: Joachim Heydweiller, Armin Krieger, Jürgen Kaul, Alfred Segner, Günter Schwanke, Ralf-Peter Rausch, Martin Müller; vorn: Norbert Boll, Thomas Susenburger, Manfred Liebig, Klaus Held, Wilfried Schwanke)

Hessenmeister, Süddeutscher Meister und Dritter der Deutschen Meisterschaft im Hallenhockey 1995, die A-Mädchen des RRK (hinten: Michele Nowak, Jennifer Herrlich, Andschana Mendes, Nicole Corell, Ingrid Stuhlträger, Andrea Naß, Nicole Loeck; vorn: Nina Günther, Jana Schwärzel, Hatice Basan, Lena Schüder, Nadin Özkol)

Am 09. März 1995 treffen sich die Hockeyspieler im Bootshaus zur Hockey-Hauptversammlung mit anstehenden Neuwahlen der Abteilungsleitung. Im Mittelpunkt der Versammlung stehen die sportlichen Erfolge des vergangenen Jahres, aber auch finanzielle Probleme. Um die finanzielle Ausstattung der Abteilung zu verbessern, beschließen die etwa 60 anwesenden Mitglieder den Hockey-Sonderbeitrag um 200 % zu erhöhen, d.h. zu verdreifachen. Bei den folgenden Wahlen bleibt das Führungsduo, Fritz Schneider und Martin Müller, im Amt; Sabine Lersch löst Ludwig Kraft als Kassenwart ab, Kurt Becker übernimmt von Thomas Susenburger nach zwei Jahren Pause wieder das Amt des Jugendwarts.

Schon einen Tag später findet die Ruder-Hauptversammlung statt. Da keine Neuwahlen anstehen, stehen auch hier im Mittelpunkt die sportlichen Erfolge der Aktiven, natürlich auf einem anderen Niveau als bei den Hockeyspielern. Ein Problem, das weiterhin besteht, ist die Nachwuchsarbeit und die Rekrutierung junger Ruderer. Erneut sind Werbeaktionen, auch in den Schulen, geplant.

Ende März treffen sich dann etwa 40 Mitglieder des Gesamtvereins zur RRK-Generalversammlung. In Abwesenheit des 1. Vorsitzenden leitet der "Vize" Horst Ackermann die Versammlung. Da außerdem alle "Abteilungsleiter" verhindert sind, gestaltet sich die Versammlung als reines "Stellvertreter-Meeting". Die Berichte des Vorsitzenden, des Schatzmeisters und der Sportabteilungen ziehen alle eine überaus positive Bilanz, was angesichts der sportlichen Erfolge nicht verwundert. Im finanziellen Bereich, der sich ebenfalls positiv darstellt, sollen jedoch, wie der Haushaltsvoranschlag darstellt, 1995 etwa 80.000 DM in die Instandhaltung und das Umfeld des Bootshauses investiert werden.

Taufe von drei neuen Booten beim Anrudern 1995

Rüdiger Weidmann tauft einen Gig-Einer auf den Namen "Pepi"

Maren Heuß sagt: "Ich taufe Dich auf den Namen "Phönix" und wünsche Dir ...

Maria Hartmann gibt einem Gig-Einer den Namen "Mary"

In die Endphase ihrer Vorbereitung auf die Regattasaison treten die Ruderer Mitte April mit einem unter Leitung von Trainer Günter Müller auf der Olympiastrecke in München abgehaltenen Trainingslager. Zwölf Ruderer und eine Ruderin verbringen fünf Tage am Olympiastützpunkt in Oberschleißheim und absolvieren mehrere Trainingseinheiten täglich. Einige Tage später zeigt das Trainingslager bei der Mannheimer Nachwuchsregatta erste Früchte. Das Ergebnis sind fünf Siege, an denen Maren Heuß, Tim Vorfalt, Lars Kerkmann und Sascha Lenz beteiligt sind.

Am 6. Mai 1995 folgt das offizielle Anrudern der Ruderabteilung bei herrlichem Wetter. Während am neu errichteten Fahnenmast die RRK-Fahne im Wind flattert, begrüßt Abteilungsleiter Rudi Reitz Mitglieder und Gäste. Drei neue Boote können getauft werden und ihre Jungfernfahrt antreten. Die Bootsspender Rüdiger Weidmann und Maria Hartmann taufen zwei Gig-Einer auf die Namen "Pepi" und "Mary", Maren Heuß gibt einem Renneiner den Namen "Phönix".

Hessenmeister und Deutscher Hochschulmeister 1995 im Lgw.-Doppelzweier, Jörg Herzog vom Flörsheimer RV und Thorsten Fett vom RRK, hier bei der hessischen Siegerehrung mit dem Sportwart des Hessischen Ruderverbandes, Norbert Kindelmann 

Acht Regattasiege 1995 im Einer und Doppelzweier sowie Bronze bei den Hessenmeisterschaften und RRK-Klubmeister im Einer, Sascha Lenz

Es folgt die Regatta in Offenbach (6 Siege) und gleichzeitig die DRV-Juniorenregatta in München, die wieder international sehr stark besetzt ist. Maren Heuß und Sascha Lenz im Einer und Tim Vorfalt/Lars Kerkmann im Doppelzweier bestreiten je zwei Rennen, doch nur der Doppelzweier kann am Siegersteg festmachen. Vierzehn Tage später besucht der RRK mit großem Aufgebot die Hessenmeisterschaften in Eschwege. Drei mal Gold, ein mal Silber und ein mal Bronze, das ist die Ausbeute der RRK-Ruderer. Hessenmeister werden Maren Heuß im Rgm.-Doppelzweier mit einer Ruderin aus Hanau, Tomislav Perkovic, Philipp Geppert, Tim Vorfalt, Lars Kerkmann und Stm. Maximilian Otto im gesteuerten Jugend-Doppelvierer sowie Thorsten Fett mit Partner Jörg Herzog vom FRV im Lgw.-Männer-Doppelzweier. Die Hessische Vizemeisterschaft holen sich Tim Vorfalt und Lars Kerkmann im Jugend-Doppelzweier und Sascha Lenz freut sich über seinen Bronzeplatz im Jugend-Einer. Ohne Medaille bleibt der "Männer-Vierer-ohne" des RRK mit Marcel Falb, Sven Hoffmann, Knut Müller und Martin Kraft.

Die Gießener Pfingstregatta bringt den RRK-Ruderern bei sechs Starts sechs Siege. Generalprobe vor den Jugendmeisterschaften sind die Regatten in Mainz (4 Siege) und Hamburg (2 Siege). Dann geht es zu den Deutschen Jugendmeisterschaften nach Duisburg, wo der RRK drei Eisen im Feuer hat. 23 Boote haben zum Junior-B-Doppelzweier gemeldet, darunter Tim Vorfalt und Lars Kerkmann. Durch einen Vorlaufsieg und einen dritten Platz im Halbfinale ist der RRK-Zweier im Endlauf der besten Sechs mit dabei. Doch für einen Platz auf dem "Podest" soll es nicht reichen, 8/10 Sekunden hinter dem Dritten liegt der RRK am Ende auf dem undankbaren vierten Platz. Im Junioren-A-Doppelzweier startet Sascha Lenz mit seinem Partner aus Hanau gegen 23 Gegner, die beiden ziehen über den Hoffnungslauf ins Halbfinale ein, doch die Finalteilnahme ist nicht drin. Im Juniorinnen-A-Doppelvierer haben acht Boote gemeldet. Über Vor- und Hoffnungslauf rudern sich Maren Heuß und ihre Bootskameradinnen aus Hanau ins Finale, können hier jedoch nur den sechsten Platz belegen. Am gleichen Wochenende starten Thorsten Fett und sein Flörsheimer Partner Jörg Herzog für die FH Darmstadt bei den Internationalen Deutschen Hochschulmeisterschaften auf dem Elfrather See bei Krefeld und holen sich den Titel im Lgw.-Doppelzweier, außerdem in Renngemeinschaft die Vizemeisterschaft im Lgw.-Doppelvierer.

Nach etwa sechswöchiger Sommerpause besucht der RRK-Rudertross noch die Herbstregatten in Bad Ems (4 Siege), Mühlheim (6 Siege, der RRK gewinnt als erfolgreichster Verein in der Juniorenklasse einen Wanderpreis), Limburg (1 Sieg) und Schierstein (10 Siege). Dann vertreten Trainer Günter Müller mit Tim Vorfalt, Lars Kerkmann und Sascha Lenz sowie Ruderern aus Hanau und Wetzlar den Hessischen Ruderverband bei der "Grote internationale Roeiwedstijden" in Gent. Am ersten Tag geht es über 500 m, am zweiten über 2.000 m. Die RRK-Ruderer gewinnen an den beiden Tagen jeweils in Renngemeinschaft den Junior-Doppelzweier und den Junior-Doppelvierer.

Zwei Mastersruderer-Achter des RRK ‒ Mindest-Durchschnittsalter 50 Jahre mit Ragnar Otto, Dr. Wolfgang Mack, Wolfgang Gummersbach, Jochen Zimmermann, Werner Alt, Dieter Lang, Ulrich Vorfalt, Schlagmann Harald Ruppert und Stm. Karl-Heinz Wagner sowie 55 Jahre mit  Stm. Lutz Dörsam, Schlagmann Wilfried Hoffmann, Wolfgang Vorfalt, Klaus Hartmann, Rudolf Müller, Georg Gagel, Dr. Dietmar Klausen, Rudi Reitz und Dietmar Ostermai ‒ beim Roseninsel-Achter 1995 auf dem Weg zum Sieg in ihrer Altersklasse!

Zwei Mastersruderer-Achter des RRK (Mindest-Durchschnittsalter 50 und 55 Jahre) gewinnen 1995 auf dem Starnberger See den "Roseninselachter" über eine Distanz von 12 km (hinten: Ulrich Vorfalt, Wolfgang Vorfalt, Georg Gagel, Wilfried Hoffmann, Dietmar Ostermai, Werner Alt, Ragnar Otto, Dieter Lang, Klaus Hartmann, Harald Ruppert, Rudolf Müller, Lutz Dörsam; vorn: Dr. Dietmar Klausen, Karl-Heinz Wagner, Jochen Zimmermann, Rudi Reitz, Dr. Wolfgang Mack; es fehlt: Wolfgang Gummersbach)

Ruderwanderfahrt der Essener und Rüsselsheimer Ruderer auf dem Schweriner See, hier auf dem Bootssteg der Schweriner Rudergesellschaft von 1874/75 vor dem Schweriner Schloss (hinten: Andreas Hartmann, Werner König, Karl Heinz Ampütte, Jochen Zimmermann, Heinz Schmitt, Manfred Hölzel, Rudi Reitz, Ulrich Vorfalt, Klaus Reinders, Peter Riethmüller, Udo Renk, Ragnar Otto; vorn: Wilfried Hoffmann, Dr. Wolfgang Mack, Helmut Hölzel)

Anschließend steht noch Bernkastel und Bad Waldsee an (3 Siege) sowie der "Roseninselachter" über 12 km auf dem Starnberger See. Zu diesem Langstrecken-Rennen meldet der RRK zwei AH-Achter, einen mit MDA 50 und einen mit MDA 55 Jahre. Beide Achter zeigen sich von ihrer besten Seite und gewinnen ihre Rennen klar. Saisonausklang ist die "Bocksbeutelregatta" in Würzburg über 4.500 m. Weder die RRK-Jugend noch der AH-Achter, MDA 55, können hier überzeugen. Zusammen holt sich der RRK in der Regattasaison 1995 58 Siege. Erfolgreichster Aktiver des RRK ist Lars Kerkmann mit 23 Siegen vor Tim Vorfalt mit 20 und Thorsten Fett mit 11 Siegen.

Der Marathonruderer des RRK, Michael Schindler, ist zwischenzeitlich wieder bei der "Turfschippersregatta" von Roosendal nach Breda über 35 km dabei. Nach 2 Stunden und 43 Minuten beendet er das Rennen in seiner Klasse als Zweiter, von allen gestarteten Einern fährt er die fünftbeste Zeit. Dann versucht sich Michael Schindler noch bei der Handicap-Regatta auf dem Baldeneysee. 52 Boot haben gemeldet, darunter 14 Einer. Mit persönlicher Bestzeit belegt Michael Schindler unter den 14 Einern den 5. Platz.

Auf Ruderwanderfahrt sind auch im Jahr 1995 wieder die Ruderfreunde von RaB und RRK. Mit dem Zug geht es von Rüsselsheim nach Schwerin, gerudert wird drei Tage lang auf dem Schweriner See, auf dem Störkanal und der Umgebung.

Offiziell wird die Rudersaison beim Abrudern mit interner Regatta beendet. Neben Rennen im Zweier, Vierer und Achter wird die Klubmeisterschaft im Einer ausgefahren, die sich der Jugendruderer Sascha Lenz nicht nehmen lässt, Zweiter wird Thorsten Fett.

Bevor die Rundenspiele der Feldsaison beginnen, wird den RRK-Damen an Ostern bereits eine besondere Frühform auf dem Feld abverlangt. Auf internationalem Terrain, d.h. in dem im nördlichen Holland gelegenen Groningen, wird der Europacup der Pokalsieger zum fünften Mal vergeben. Da ein Pokalsieger-Wettbewerb in Deutschland 1995 erstmals ausgetragen wird, vertritt traditionell der Verlierer des letzten Endspiels die deutschen Farben. So hat die unglückliche 0:1-Niederlage im DM-Finale 1994 doch noch eine positive Seite. In den Gruppenspielen siegt der RRK in Goningen mit 3:0 über HF Lorenzoni Bra, mit 4:0 über HC Muckross Dublin und mit 1:0 über Amiens SC. Das ist das Finale für die RRK-Damen mit Stefanie Rinderer, Jennifer Lutz, Marloes Rhebergen, Denise Klecker, Anja Mück, Lisa Jacobi, Britta Becker, Eva Hagenbäumer, Katrin Schmidt, Sina Fröhlich, Tanja Dickenscheid, Sybille Breivogel, Nicole Hardt, Andschana Mendes, Angela Müller und Cordula Müller! Wir zitieren die "Main-Spitze":

Überragende Steffi Rinderer ebnete Weg zum Titel

Hockeydamen des RRK gewannen Europacup der Pokalsieger in einem Siebenmeter-Krimi

Ob an Pfingsten oder an Ostern: Wenn es darum geht, Europapokalsiege zu feiern, ist mit den Hockeyspielerinnen des Rüsselsheimer RK immer zu rechnen. Zwei Jahre nach dem Triumph beim Landesmeister-Wettbewerb in Brüssel, kannte gestern auch in Groningen der Jubel keine Grenzen. Einmal mehr sicherte sich das Team von Trainer Berti Rauth vom Siebenmeterpunkt aus die einzige Trophäe, die noch nicht in der Klubvitrine gestanden hatte. Im Finale des fünften Turniers der acht besten europäischen Pokalsieger triumphierte der Ruder-Kub 4:2 über den englischen Vertreter Slough HC, nachdem die reguläre Spielzeit 1:1 (1:0) geendet hatte.

Den 5. Europacup der Pokalsieger im Feldhockey der Damen gewinnen an Ostern 1995 im niederländischen Haren bei Groningen die Damen des RRK durch einen glücklichen, letztendlich jedoch überlegenen 4:2-Sieg (1:1 nach regulärer Spielzeit) im Siebenmeter-Schießen des Finales über den englischen Pokalsieger und Landesmeister Slough HC (hinten: Jennifer Lutz, Angela Müller, Stefanie Rinderer, Nicole Hardt, Lisa Jacobi, Andschana Mendes, Sybille Breivogel, Katrin Schmidt, Britta Becker, Sina Fröhlich; vorn: Denise Klecker, Anja Mück, Marloes Rhebergen, Cordula Müller; es fehlen Eva Hagenbäumer und Tanja Dickenscheid)

Während sich beim RRK die mit derlei nervenaufreibenden Situationen hinlänglich vertrauten Spielerinnen keine Blöße gaben und viermal sicher verwandelten, zielten gleich zwei Schützinnen des neuen englischen Meisters neben das von Steffi Rinderer gehütete Tor. Die 19 Jahre alte Schlussfrau des deutschen Vizemeisters, im Spielverlauf die Garantin dafür, dass das Remis bis zur Schlusssirene Bestand hatte, war zudem beim Treffer durch Karen Brown dran, doch der Ball kullerte noch soeben über die Torlinie. "Mit der Leistung gehört sie ganz klar in den A-Kader", lobte Trainer Berti Rauth. Spielführerin Eva Hagenbäumer schloss sich an: "Steffi war heute unsere Matchwinnerin."

Bevor die 15 Spielerinnen – Angela Müller hatte wegen des Verdachts einer akuten Blinddarmreizung das Krankenhaus aufsuchen müssen – sowie der dreiköpfige Betreuerstab sich freudestrahlend in den Armen liegen konnten, war es ein beschwerlicher Weg. Insbesondere in der zweiten Halbzeit schienen sich die deutlich erkennbaren körperlichen Vorzüge der bisweilen hart attackierenden Britinnen durchzusetzen. Diese wirkten auch mental stark, was neben der Titelchance aber noch anderweitig motiviert war: Vor zwei Monaten hatte der Ruder-Klub im Endspiel des Hallen-Europacupwettbewerbs Slough mit 7:1 Toren eine herbe Lektion erteilt.

Ins Finale selbst war der Ruder-Klub engagiert und selbstbewusst gestartet. In den ersten sieben Minuten bekam der dreimalige Hallenchampion nicht weniger als drei Strafecken zugesprochen und hätte bei zwei weiteren Großchancen durch Nicole Hardt (2.) und Tanja Dickenscheid (7.) früh in Führung gehen können. Die Engländerinnen kamen nur langsam in Tritt. Doch beim ersten, schnell vorgetragenen Angriff über die linke Seite blitzte die Gefährlichkeit des Teams von der Insel auf: Die trickreiche Mandy Nicholls hatte sich durchgesetzt und die erste Strafecke herausgeholt, die von Steffi Rinderer aber per Fußabwehr glänzend pariert wurde. Sechs Minuten später bekam Eva Hagenbäumer, die sich wie Britta Becker in den verbissen geführten Mittelfeldduellen nahezu aufrieb, gerade noch soeben den Schläger dazwischen und lenkte zur Ecke. Umso überraschender fiel auf der anderen Seite das Führungstor: Nach der vierten Strafecke plumpste Tanja Dickenscheid der Ball maßgerecht vor den Schläger.

Wie erwartet, starteten die Britinnen mit viel Druck in den zweiten Abschnitt. Der RRK konnte sich nur einmal befreien, als Sina Fröhlich zu lange mit dem Torschuss zögerte (40.), so dass der Ausgleich in der Luft lag. Nach einem groben Abspielfehler von Anja Mück war es dann auch drei Minuten später so weit: Mandy Nicholls überspielte die herausstürmende Steffi Rinderer und erzielte ihr zehntes Tor bei diesem Turnier. Je länger die Partie andauerte, umso größer wurde die Überlegenheit des LHC Slough. Beim RRK schwanden die Kräfte. Bei den letzten drei Strafecken für die Engländerinnen hielten die etwa zehn angereisten RRK-Fans den Atem an, doch etwas Glück und eine überragende Steffi Rinderer ebneten den Weg ins Siebenmeter-Schießen – und um Titel.

Dann beginnen für RRK-Damen wie RRK-Herren auf dem Feld die Punktspiele in der Bundesliga. "Doppeltrainer" Berti Rauth hat so seine Probleme, bei Damen wie Herren muss er auf bewährte Kräfte der Vergangenheit verzichten; Susanne Müller und Gerrit Rothengatter wechseln zum Club Raffelberg, Sven Schaefer ist verletzt, Sabine Lersch und Klaus Eberts gehen aufs "Altenteil". So überredet er den alten Kämpen Fritz Schmidt jr. zu einem Come-back, außerdem müssen Aktive aus der Jugend nachrücken.

"Mit der Jugend an die Spitze", diesem Motto fühlt sich der am 15. Mai 1995 gegründete "Förderverein RRK-Hockey" verpflichtet. Der Förderverein soll durch optimale Talentförderung auf breiter Basis dem Spitzenhockey in Rüsselsheim die Zukunft sichern. Zum 1. Vorsitzenden des Fördervereins wird Fritz Schmidt gewählt, Ex-Nationalspieler und Aushängeschild des Rüsselsheimer Hockeysports.

Nach der Hinrunde und vor einer dreimonatigen Sommerpause wegen der anstehenden Europameisterschaft liegen die RRK-Damen in der Feldhockey-Bundesliga gemeinsam mit dem Berliner HC und dem SC 1880 Frankfurt mit 11:3 Punkten an der Spitze der Tabelle. Dagegen wird bei den Herren die Runde durchgespielt, der Bundesliga-Neuling RRK will als Tabellenvierter unbedingt das Viertelfinale um die Deutsche Meisterschaft erreichen, doch in der Endabrechnung fehlt ein einziges Tor zur Verwirklichung dieses Ziels.

Die Hockeysenioren fahren anfangs Juli nach Mülheim zum "Löwenpokal", einem Herausforderungsspiel, bei dem der Titelverteidiger aus der Liste der Herausforderer den nächsten Gegner bestimmt. Das Mindestalter der Spieler ist 42 Jahre, jede Mannschaft muss immer 500 Jahre auf dem Platz haben. Durch Ausfälle geschwächt muss sich das Seniorenteam des RRK den Senioren von Uhlenhorst Mülheim mit 4:2 geschlagen geben.

Die RRK-Hockeysenioren beim Löwenpokal 1995 (Mindestalter: 42 Jahre, immer auf dem Platz: 500 Jahre) mit der Mannschaft von Uhlenhorst Mülheim, die 4:2 gewinnt (die RRK-Spieler in roten Hemden, hinten: Wolfram Jirzik, Rolf Dauber, Helmut Robl, Jupp Braumann, Martin Müller, Walter Leichtweiß, Claus Birkicht; vorn: Wolfgang Beck, Klaus Held, Fritz Schmidt, Roland Segner, Wolfgang Molitor, Rainer Seifert)

Die AII-Mädchen des RRK freuen sich über die Verteidigung des Hessenpokals 1995 (hinten: Rebecca Ruhwald, Irini Dalatsi, Chrissa Foka, Melanie Nauheimer, Betreuer Jupp Braumann, Allison Vogel, Lotte Schwärzel, Melissa Özkol, Beate Edlefsen; vorn: Michele Nowak, Elena Christl, Daniela Braumann, Maren Pfefferkorn)

Bei der Europameisterschaft für Damen-Nationalmannschaften in Amstelveen sind vom RRK Britta Becker, Tanja Dickenscheid, Eva Hagenbäumer und Denise Klecker dabei. Nach einer 1:2-Halbfinalniederlage gegen die Niederlande siegt die deutsche Mannschaft im Spiel um den dritten Platz mit 1:0 über England. Dieses Ergebnis ist für das DHB-Präsidium nicht ausreichend, mit Blick auf das im November in Kapstadt anstehende Qualifikationsturnier für "Atlanta" wird Nationaltrainer Rüdiger Hänel mit sofortiger Wirkung entlassen und durch RRK-Trainer Berti Rauth ersetzt.

Ebenfalls um die Europameisterschaft spielt die Herren-Nationalmannschaft im August in Dublin. Christopher Reitz und Oliver Domke sind dabei, die Mannschaft spielt sich ins Halbfinale, siegt mit 4:0 über Belgien und in einem "Krimifinale" im Siebenmeterschießen mit 9:8 über die Niederlande, das ist die Verteidigung des Europameistertitels.

Erstmals wird bei Damen und Herren im Feldhockey eine Pokalrunde ausgetragen. Die RRK-Damen kommen bis ins Halbfinale, unterliegen hier jedoch dem Berliner HC im Siebenmeterschießen mit 5:6. Dagegen bleiben die RRK-Herren bereits am zweiten Spieltag der Runde in München auf der Strecke.

Im September stehen für beide Nationalteams die Turniere um die "Champions Trophy" an. Die Damen spielen unter dem neuen Bundestrainer Berti Rauth im argentinischen Mar del Plata mit fünf RRKlerinnen (Bianca Heinz, Britta Becker, Eva Hagenbäumer, Tanja Dickenscheid, Denise Klecker), das erhoffte Wunder bleibt jedoch aus, die Mannschaft landet auf einem enttäuschenden 4. Platz. Mit Christopher Reitz und Oliver Domke vom RRK spielen die Herren in Berlin, sind klar auf Finalkurs, wo sie auf Australien treffen, gewinnen im Siebenmeterschießen mit 4:2 und damit die "Champions Trophy". Der 19-jährige Oliver Domke wird zum Shooting-Star des Turniers und als bester Spieler ausgezeichnet.

Erst im Oktober geht die Rückrunde der Damen-Bundesliga in die Endphase. Der RRK belegt den ersten Platz und trifft im Viertelfinale am Sommerdamm auf den Großflottbeker THGC, der mühelos mit 4:0 ausgeschaltet wird. Für die Endrunde um die Deutsche Meisterschaft, die am 28./29. Oktober in Rüsselsheim am Sommerdamm ausgetragen wird, qualifizieren sich der RRK, der Berliner HC, der RTHC Leverkusen und der SC 1880 Frankfurt. Verantwortlich für die Organisation der Veranstaltung beim RRK ist Kurt Becker mit etwa 30 Helfern. Im Halbfinale treffen der RRK und der SC 80 aufeinander. Nur mit einer gehörigen Portion Glück gelingt dem RRK zum vierten Mal in Serie der Einzug in das deutsche Feldhockey-Endspiel der Damen: Am Ende liegt der RRK mit 2:1 vorn – doch die bessere Leistung hat der SC 80 geboten. Zum Endspiel lesen wir die "FAZ":

Berliner HC unterliegt im Endspiel um die Damenhockey-Meisterschaft

Rüsselsheimer Kampfgeist macht den Meister

Vor dem Spiel war sogar der Trainer pessimistisch. 30:70 hatte Berti Rauth, Trainer des RRK, die Chancen seiner Damen eingeschätzt, den Favoriten und Titelverteidiger Berliner HC im 50. Endspiel um die deutsche Damenhockey-Meisterschaft besiegen zu können. Zu glücklich war am Tag zuvor der 2:1-Sieg der Rüsselsheimerinnen im Halbfinale gegen den SC 1880 Frankfurt zustande gekommen. Die Branche räumte dem Meisterschaftszweiten des Vorjahres eher noch geringere Erfolgsaussichten ein, doch am Ende hatten sich alle getäuscht. Die kampfstarken Rüsselsheimerinnen setzten sich überraschend 2:1 gegen den enttäuschten BHC durch und gewannen ihren dritten Feldtitel innerhalb der vergangenen vier Jahre.

Dabei hatte für die zunächst überlegenen Berlinerinnen alles nach Wunsch begonnen. Der Sturm der Nationalspielerinnen Inga Möller, Natascha Keller und Irina Kuhnt beschäftigte das Abwehrpersonal des RRK über alle Maßen. Verdienter Lohn der Berliner Bemühungen war der Führungstreffer nach einer sehenswerten Einzelleistung von Inga Möller in der 16. Minute. "Berlin ist klarer Favorit, aber umsonst geben wir den Titel nicht her", hatte Rauth zuvor angekündigt. Nach dem Rückstand von ihrem Trainer lautstark zu mehr Engagement aufgefordert, schienen sich die Hessinnen an diese Devise zu erinnern. Die technisch unterlegenen Rüsselsheimerinnen kämpften urplötzlich um jeden Meter Boden und konnten die Partie zunächst ausgeglichen und nach der Pause gar überlegen gestalten. Der Ausgleichstreffer durch die erste Strafecke von Denis Klecker in der 23. Minute machte zudem zusätzliche Kräfte beim Außenseiter frei.

 

Eva Hagenbäumer und Berti Rauth

Thommy Blivier und Bianca Heinz-Weiß

Deutsche Feldhockey-Meisterschaft der Damen 1995

Die Damen des RRK feiern die Deutscher Feldhockey-Meisterschaft 1995 (hinten: Marja Busch, Denise Klecker, Ingrid Stuhlträger, Lisa Jacobi, Sybille Breivogel, Nicole Hardt, Bianca Heinz-Weiß; vorn: Jennifer Lutz, Marloes Rhebergen)

Hans Teerling und Eva Hagenbäumer

Anja Mück und Sina Fröhlich

 
 

Die Damen des RRK sind Deutscher Feldhockey-Meister 1995 (hinten: Betreuer Thomas Blivier, "Physio" Hanne Zöller, Tanja Dickenscheid, Britta Becker, Andschana Mendes, Sina Fröhlich, Lisa Jacobi, Eva Hagenbäumer, Nicole Hardt, Denise Klecker, Sybille Breivogel, Trainer Berti Rauth; vorn: Hockey-Abteilungsleiter Fritz Schneider, Marja Busch, Jennifer Lutz, Marloes Rhebergen, Anja Mück, Ingrid Stuhlträger, Katrin Schmidt und Bianca Heinz-Weiß mit Tamara)  

Nach dem Wechsel überraschte Rüsselsheim selbst die eigenen Fans, auf deren Unterstützung Rauth gesetzt hatte. Die Mannschaft bestimmte dank ihrer Kampfkraft die Partie, die Berliner Verunsicherung nahm von Minute zu Minute zu. Allein Irina Kuhnt hätte bei einem Konter dem Spiel eine Wende geben können, aber die Nationalspielerin scheiterte in der 49. Minute an ihrer Auswahlkollegin im Rüsselsheimer Tor. Bianca Heinz hatte schon am Samstag dem RRK den Sieg im Halbfinale gerettet. Zwei Minuten nach ihrer Glanztat durfte sich die Nationaltorhüterin über den 2:1-Siegtreffer von Nicole Hardt freuen.

Zwei bange Situationen mussten die Hessinnen in der Schlussphase noch überstehen, dann hatte Rauth, in Personalunion seit August auch Bundestrainer, seinen Ruf als erfolgreichster Damentrainer gemehrt. "Ich kann es kaum glauben, dass wir dieses Finale gewonnen haben. Meine Mannschaft hat eine Riesenmoral gezeigt und ist verdient deutscher Meister geworden. Ich bin unheimlich stolz auf die Mädels."

Bei den Reservemannschaften des RRK gibt es in der Feldsaison 1995 keine herausragenden Leistungen, Ib-Damen und Ib-Herren belegen beide in der Oberliga den dritten Platz, die 3. Herren müssen von der 1. in die 2. Verbandsliga absteigen. Die Senioren haben im Hessenpokal nur drei Gegner und holen sich die inoffizielle Hessenmeisterschaft unangefochten.

Zum Teil, aber nur zum Teil zeigt die Hockeyjugend bessere Ergebnisse. Hessenmeister werden die B-Mädchen und die B-Jugend, die Vizemeisterschaft holen sich die weibliche Jugend und die B-Knaben. Die A-Mädchen belegen den 3., die A-Knaben den 4. und die A-Jugend den 5. Platz. Nur die B-Jugend qualifiziert sich damit für die Zwischenrunde zur Deutschen Meisterschaft in Mülheim, doch die Überlegenheit der Mannschaft bei den Spielen in Hessen kann nicht fortgesetzt werden, man gewinnt zwar gegen den Crefelder HTC mit 4:2, verliert jedoch gegen den Gastgeber, Uhlenhorst Mülheim, mit 2:9. Endrunde ade!

Die Tennisgruppe des RRK schreibt im Sommer wieder die vereinsinternen Tennis-Klubmeisterschaften aus. Zehn Spieler melden zu Herrenkonkurrenz und zum "Mixed" haben sich fünf Paare zusammengefunden. Bei den Herren spielt in zwei Fünfergruppen jeder gegen jeden und im Mixed ebenfalls jeder gegen jeden. Im Herreneinzel siegt Rainer Seifert vor Manfred Liebig und Thomas Susenburger, im "Mixed" siegen Heidi und Rainer Seifert vor Jeannette Wagner/Manfred Liebig und Gabriele Otto/Edgar Wohlfahrt.

Im November beginnt für den Großteil der Mannschaften schon wieder die Hallenrunde. Doch der Trainer der Damen und Herren des RRK reist als "Bundes-Berti", als Nationaltrainer der deutschen Damen auf Honorarbasis, mit seiner Mannschaft nach Kapstadt, um in einem Turnier "Jeder gegen Jeden" unter acht Teams das Olympiaticket zu buchen, d.h. der fünfte Platz muss erreicht werden. Seine fünf Nationalspielerinnen vom RRK sind dabei. Bereits nach fünf Spielen hat die deutsche Mannschaft das Ticket nach Atlanta in der Tasche, am Ende liegt sie auf dem dritten Platz.

In den ersten Dezembertagen steht die Sportlerehrung der Stadt Rüsselsheim und der Sportlerball des Sportbundes auf dem Programm. Wie in jedem Jahr ist der RRK wieder mit einer großen Zahl erfolgreicher Sportler vertreten, die den Silbernen Lorbeerzweig oder Ehrenurkunden erhalten. Sportlerin des Jahres wird die Schwimmerin Meike Freitag, Sportler des Jahres der Hockeyspieler Oliver Domke und Mannschaft des Jahres die Hockeydamen des RRK.

In der Abwesenheit von RRK-Trainer Berti Rauth vertritt Torsten Althoff den Chef bei den RRK-Herren. Gerrit Rothengatter ist vom Club Raffelberg zurückgekehrt und Benjamin Dröse vom SC Frankfurt 1880 hat sich dem RRK angeschlossen. Zum Einsatz kommen außerdem Christopher Reitz, Martin Ehrhard, Holger Klein, Glenn Eifert, Jens George, Patrick Honnef, Thorsten Grimm, Oliver Domke, Christian Domke, Benjamin Schröter, Torben Stalmach und Björn Emmerling. Doch aufgrund von Undiszipliniertheit und schlechter Chancenverwertung stehen die RRK-Herren vor der Weihnachtspause nach acht Spielen auf dem vorletzten Tabellenplatz, drei Punkte vor Schlusslicht Frankenthal.

Auch die RRK-Damen beginnen nach ihrem Kapstadt-Ausflug noch vor dem Jahreswechsel die Hallenrunde. Nach drei Spielen führt der RRK mit 5:1 Punkten die Tabelle an und "zielt" natürlich schon wieder auf die Endrunde.

Während des Jahres hat der Vorstand des RRK auf dem Parkplatz beim Bootshaus nach langjährigen, untragbaren Zuständen Verbundpflaster verlegen lassen; auch vor den Bootshallen und auf der Tennis-Terrasse wird Pflaster verlegt, so dass diese Objekte nun in neuem Glanz erstrahlen.

Der RRK verliert im Jahr 1995 durch Tod das langjährige Mitlied Hans Amsl, Träger der RRK-Ehrennadel in Silber.

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