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Geschichte des Rudervereins Rüsselsheim (RVR)
von 1908 bis 1942

1929

Anzeige in der "Main-Spitze" am 27. April 1929

Wenn auch in rudersportlicher Hinsicht gegenüber dem Vorjahr ein leichter Rückgang zu verzeichnen ist, so verlaufen die geselligen Abende, die der Vergnügungs-Ausschuss unter seinem bewährten Vorsitzenden Friedebert Armbruster arrangiert, doch immer in feuchtfröhlicher Stimmung. Das Motto hierzu lautet: "Fresse is aach en Sport".

Doch nicht nur Feiern werden im RVR abgehalten, am 28. April 1929 findet als Auftakt der Rudersaison das gemeinsame Anrudern mit einer Bootsauffahrt des Rudervereins Rüsselsheim, der Rudergesellschaft Undine 1919, des Flörsheimer Rudervereins 1908, der Flörsheimer Rudergesellschaft 1921 und des Ruder-Clubs 1920 Raunheim statt. Eine stattliche Flotte von 25 teilnehmenden Booten beweist die gute Arbeit der Vereine.

Der erfolgreiche Jungmann-Achter des Vorjahres startet in etwas veränderter Besetzung mit Ludwig Eisele, Gotthard Roßbach, Wilhelm Petzold, Leo Daum, Karl Meurer, Marcel Schopfer, Karl Pöppel, Fritz Brumme und Stm. Friedrich Traiser. Neben zwei Achtersiegen in Heidelberg und Hanau gelingt auch ein Vierersieg in Heidelberg in der Aktivenklasse. Es folgt die Regatta in Frankfurt, doch Erkrankung und Trainingsbruch eines Ruderers schwächen den Achter. Als Ersatzmann wird der fast untrainierte Richard Baer ins Boot genommen, die alte Schnelligkeit kann jedoch zunächst nicht erreicht werden.

In Mannheim beweist die Mannschaft im Juniorachter jedoch, dass es mit Wille und Zuversicht auch gehen kann. Knapp (1/2 Sekunde) hinter Amicitia Mannheim wird der zweite Platz erkämpft, die anderen Boote außer Germania Frankfurt liegen weit zurück. Auch in Bingen muss der Achter sich nur einem Gegner, dem Kölner Club für Wassersport, mit einer knappen halben Länge beugen, abgeschlagen kommen der Frankfurter Ruderverein und Rhenania Koblenz ins Ziel. Damit sind die Sommerregatten für die RVR-Ruderer schon beendet.

Sofort wird mit der Vorbereitung für die Herbstregatten begonnen. Schließlich kann Trainer Friedrich Traiser acht Mann für das Herbsttraining gewinnen, so dass auch für einen Achterstart trainiert wird. Jedoch berufliche Verpflichtungen stören das Training der Mannschaft. Fritz Brumme übt im Einer und übernimmt gleichzeitig das Training der Schülerruderer, die gute Fortschritte machen.

Zum zweiten Mal in seiner Geschichte veranstaltet der RVR eine Regatta, die 6. Herbst-Regatta verbunden mit der 1. Schüler- und Jugendregatta des Mittelrheinischen Regatta-Verbandes findet am 17. und 18. August 1929 auf dem Main bei Rüsselsheim statt. Der Regatta-Ausschuss, für den Paul Nebelung und Adam Ihrig verantwortlich zeichnen, verlegt den Start diesmal weiter nach Osten, so dass das Ziel der 1.900 Meter langen Rennstrecke (für Jugendrennen 1.200 Meter) vor das RVR-Bootshaus zu liegen kommt. Fünfzehn Rennen werden ausgetragen, zu denen vierzehn Vereine mit 39 Booten gemeldet haben.

Boote des RVR beim Anrudern im Jahr 1929

Spiel auf dem Hockeyplatz am Main 1929

Natürlich ist hier auch der RVR am Start. Bei der samstags ausgetragenen Jugendregatta startet der RVR im Jugendvierer und im Jugend-Doppelzweier mit Stm., in beiden Rennen jedoch ohne Erfolg, ein dritter und ein zweiter Platz.

Sonntags bei der Herbstregatta starten Philipp Jung, Richard Trapp, Wilhelm Heil, Albert Meeser und Stm. Bernhard Nachmann im Herbst-Vierer; schon an der Opel-Brücke ist das Rennen gewonnen, weit zurück der Mainzer RV, der Flörsheimer RV und die Kasteler RG. Im Jungmann-Einer mit acht Meldungen kann Fritz Brumme seinen Vorlauf gewinnen, doch im Hauptrennen siegt keiner der Vorlaufsieger sondern der Hochheimer Hans Lenschen. Im "Wassersport" werden Fritz Brumme gute Anlagen bescheinigt, doch seine körperliche Verfassung sollte etwas kräftiger sein.

Zum schönsten Rennen der Regatta wird der Herbst-Achter, zu dem der Mainzer RV, der Flörsheimer RV und der RVR ihre Meldung abgegeben haben. Zwischen dem Mainzer Achter und dem RVR-Boot mit Heinrich Klein, Willi Filtzinger, Wilhelm Heil, Adam Müller, Peter Horle, Richard Trapp, Philipp Jung, Albert Meeser und Stm. Friedrich Traiser kommt es, da Flörsheim zurückfällt und aufgibt, zu einem harten Bord-an-Bord-Rennen, das der Mainzer RV am Ende glücklich durch Zielrichter-Entscheid mit 2/10 Sekunden oder einer halben Luftkastenlänge Vorsprung für sich entscheiden kann. Der "Wassersport" schreibt zum RVR-Achter: "Der Achter von Rüsselsheim war schon im vorigen Jahr gut, er ist stärker geworden. Er kämpfte auch in den ersten Regatten des Sommers mit Erfolg. Auf späteren Regatten erschien er nicht."

Anzeige in der "Main-Spitze" am 15. August 1929

Anzeige in der "Main-Spitze" am 16. November 1929

Außerdem schreibt der "Wassersport" zur Rüsselsheimer Herbstregatta: "Wie in Rüsselsheim üblich fand am Sonntag im Bootshaus des RV Rüsselsheim ein Mittagsmahl für die Funktionäre, die Presse und einige Ehrengäste statt. Der Ehrenvorsitzende des RV Rüsselsheim, Paul Nebelung, begrüßte die Gäste, gab seiner Genugtuung Ausdruck, dass der Mittelrheinische Regattaverband die Durchführung der Regatta dem RV Rüsselsheim übertragen habe und verbürgte sich für eine glatte Durchführung. Der Bürgermeister von Rüsselsheim, Müller, war in der Lage erklären zu können, dass die Stadtverwaltung dem Sport, als dessen wertvollster Teil der Rudersport zu gelten habe, immer wohlwollend gegenüberstehe und jedes Jahr einen bestimmten Betrag ins Budget zur Verteilung an die Sportvereine einstelle. Er widmete sein Glas dem RV Rüsselsheim. Die Preisverteilung fand sofort nach Beendigung der Rennen am Bootshaus statt."

Der RVR erkämpft damit in der Rudersaison des Jahres 1929 fünf Regattasiege.

Bei der mit dem Abrudern am 15. September 1929 verbundenen Internen Regatta mit Gastrennen werden acht Rennen ausgetragen. Die sich anschließenden Rahmenkämpfe – Büttenrennen, Wellenreiten und Fischerstechen – erheitern die Teilnehmer und auch die anwesenden Zuschauer.

Als Nachfolger von Otto Stocker übernimmt ab 1. November 1929 Adam Gandenberger aus Pfungstadt den Wirtschaftsbetrieb im Bootshaus.

Der RVR-Hockeyplatz auf der ehemaligen Fohlenweide am Main nahe dem Bootshaus nach regnerischem Wetter

Bootshaus mit angebauter Bootshalle des Rudervereins Rüsselsheim auf dem Maindamm nördlich der Rüsselsheimer Festung im Jahr 1929

Die von den Ruderern langersehnte "warme Dusche" im Bootshaus wird von dem neuen 1. Vorsitzenden, Henry Geerdes, gestiftet. Auch erhält das Bootshaus unter der Nr. 278 einen Anschluss an das Rüsselsheimer Telefonnetz.

Während der Rudersaison werden von 68 Ruderern 738 Ruderfahrten auf dem Main durchgeführt und dabei 3.180 Bootskilometer gerudert. Den Fahrtenpreis gewinnt Fritz Brumme mit 168 Fahrten und geruderten 648 Kilometern vor Bernhard Nachmann und Marcel Schopfer. Die meisten Fahrten bei den Damen erreicht Irmgard von Opel mit 22 Fahrten bei 122 geruderten Kilometern.

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