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Geschichte des Rudervereins Rüsselsheim (RVR)
von 1908 bis 1942

1928

Der Ruderverein Rüsselsheim besteht im Jahr 1928 20 Jahre. Die Rudertätigkeit nimmt unter der Leitung von "Pip" Friedrich Traiser und Peter Horle gegenüber dem Vorjahr einen enormen Aufschwung.

Bereits am 21. Januar 1928 hält der RVR im Bootshaus seine Generalversammlung ab, die gut besucht ist. Mit der Entwicklung der Wirtschaftskasse, d.h. dem Geschäft des RRK in seiner Bootshaus-Gastronomie, und den sportlichen Erfolgen im vergangenen Jahr kann man nicht zufrieden sein. Der Vorstand wird fast geschlossen wiedergewählt, die Leitung des RVR verbleibt damit in den bewährten Händen von Wilhelm Bersch.

Erste Kappensitzung im RVR-Bootshaus 1928 (hinten: Wilhelm Krämer, Otto Stopfer,
Rudolf Fritz, Theo Petzold, Albert Dittmann, Friedebert Armbruster, Ludwig Hill, Karl Müller,
Joseph Grass, Oscar Schlieben, Otto Stocker; vorn: Will Pabst, Marcel Schopfer)

Winterarbeit im Ruderbecken 1928 (hinten: Karl Meurer, Leo Daum, Fritz Brumme, Philipp Jung, Wilhelm Heil,
Marcel Schopfer, Wilhelm Petzold, Adam Müller; vorn: Friedrich Traiser, Gotthard Roßbach, Karl Pöppel)

Anzeige in der "Main-Spitze" am 4.Februar 1928

Anzeige in der "Main-Spitze" am 28. April 1928

Anzeige in der "Main-Spitze" am 3. März 1928

Am 4. Februar 1928 veranstaltet der RVR in allen Räumen des Bootshauses einen großen Faschingsrummel für Mitglieder, Angehörige, Freunde und Gönner.

Die Hockeyabteilung trifft sich während der Wintermonate mit auswärtigen Mannschaften zu Wettspielen, wobei der RVR immer zwei Herrenmannschaften stellen kann.

Traditionsgemäß wird das Anrudern von den Rudervereinen in Raunheim, Flörsheim und Rüsselsheim gemeinsam durchgeführt. Wir zitieren die "Main-Spitze":

"Das Anrudern vom Sonntag ist gleich vielen andern sportlichen Veranstaltungen  dem Unwetter teilweise zum Opfer gefallen. Der Wettergott ist anscheinend aber auch im besonderen den Ruderern nicht gut gesinnt, den während die ganze vorige Woche denkbar bestes Wetter war, setzte Sonntag früh schon ab und zu ein Sprühregen ein, der nachmittags von einem orkanartigen Unwetter abgelöst wurde. Für die Jugend der Ruderer, die auf dem Wasser zu Hause ist, war dies jedoch kein Hindernis, dem Ruf ihrer Vereine zum gemeinschaftlichen Anrudern in großer Anzahl zu folgen.

Das gemeinsame Anrudern der Rudervereine von Raunheim, Flörsheim und Rüsselsheim fand seinen Auftakt in der Bootstaufe des RVR, der zwei Schulboote, die den Namen "Eleonore II" und "Seppl" (diesen zum Gedenken des leider allzu früh verstorbenen Trainers des Vereins, Herrn Josef Dörrstein) erhielten, in den Dienst stellen konnte.

Frühzeitig war auf dem Wasser reges Leben, und es war ein stattlicher Anblick, als sich die große Flotte von weit über 20 Booten um 2.30 Uhr in Bewegung setzte. Jedem Zuschauer musste klar werden, dass in der Gesamtsportbewegung Rudern wohl einen der Hauptfaktoren bildet. Hoffentlich trug diese gemeinsame Veranstaltung der Rudervereine dazu bei, dem Rudersport erneut Freunde zu erwerben.

Die Auffahrt der Boote ging von der Brücke  bis zum Bootshaus Undine, von dort aus zurück im Kiellinie bis Raunheim. Der Raunheimer Ruder-Klub konnte gleichzeitig einen Rennvierer und einen Rennachter in Dienst stellen. Die Boote waren kaum zur ersten Fahrt auf dem Wasser, als ein starkes Unwetter einsetzte, das die bis dahin stimmungsvoll verlaufene Feier jäh unterbrach. Das Wetter konnte indes die Ruderer nicht daran hindern, ihre Boote auch wieder nach Hause zu rudern."

Anrudern beim RVR 1928 mit Taufe von zwei Booten, dem Gig-Vierer "Eleonore II" und dem Schulzweier "Seppl"

Klarer Sieg des RVR im Ersten Jungmann-Vierer in Frankfurt 1928 durch Karl Pöppel, Marcel Schopfer, Karl Meurer, Fritz Brumme und Stm. Friedrich Traiser

Die Rennmannschaften des RVR starten zunächst auf der großen Jubiläums-Regatta in Frankfurt mit gutem Erfolg. Lassen wir erneut die "Main-Spitze" zu Wort kommen:

"Der Ruderverein Rüsselsheim beteiligte sich am 23. und 24. Juni an der großen Frankfurter Regatta. In Anbetracht des 40 jährigen Bestehens des Frankfurter Regatta-Vereins sowie der mit den großen Rennen verbundenen Ausscheidungsrennen für die Olympiade in Amsterdam war dieser Regatta ganz besondere Bedeutung zugefallen, was auch ohne weiteres an der Zahl der abgegebenen Meldungen zum Ausdruck kam.

Der Ruderverein Rüsselsheim bestritt mit der Mannschaft Karl Pöppel, Marcel Schopfer, Karl Meurer, Fritz Brumme, Steuer Friedrich Traiser den Ersten Jungmann-Vierer. In Anbetracht des starken Feldes (16 Boote) qualifizierten sich lediglich drei Vereine zum Hauptrennen, welches den Ruderverein Rüsselsheim gegen den Mainzer Ruder-Verein und Frankfurter Ruderverein als Sieger sah.

Der Achter, zusammengesetzt aus vorgenanntem Vierer, ergänzt durch die Herren Ludwig Eisele, Leo Daum, Wilhelm Heil und Peter Ganzer, bestritt den Preis von Oberrad, in welchem er auf ausgezeichnete Konkurrenz stieß, welche sich auf den Regatten in Heidelberg, Worms, Stuttgart und Karlsruhe schon bewährt hatte. Im Hauptrennen lagen Undine Offenbach, Mainzer Ruder-Verein, Wormser Rudergesellschaft und Ruderverein Rüsselsheim noch am Start. Undine Offenbach, welche ihr Fahrwasser verließ, wurde ausgeschlossen und das wiederholte Rennen sah Ruderverein Rüsselsheim mit einer knappen Länge als Sieger vor Worms.

In beiden Rennen fiel die gute Form unserer Mannschaften angenehm auf. Diese beiden Erfolge, errungen gegen stärkste Konkurrenz, haben gezeigt, dass der Ruderverein Rüsselsheim heute wohl über den stärksten Jungmann-Vierer und Achter Süddeutschlands verfügt."

Es folgen die Regatten in Gießen, Höchst, Heidelberg, Mainz und Bad Ems. Auch auf der Regatta in Gießen siegen die Mannschaften mit Fritz Brumme am Schlag im Ersten Jungmann-Vierer und Ersten Jungmann-Achter, außerdem die zweite Hälfte des Achters im Zweiten Jungmann-Vierer. Der Jugend-Vierer mit Hermann Jahn, Fritz Bangert, Georg von Opel, Karl Saar und Stm. Bernhard Nachmann kann in Heidelberg einen Sieg holen. Doch in Höchst, Mainz und Bad Ems gelingt kein erster Platz.

RVR-Jungmannachter 1928 in Frankfurt siegreich (Stm. Friedrich Traiser, Fritz Brumme, Karl Pöppel, Leo Daum, Karl Meurer, Marcel Schopfer, Wilhelm Heil, Peter Ganzer, Ludwig Eisele)

Nach den Sommerregatten wird 1928, wie in den letzten Jahren als Abschluss der Rudersaison im Herbst, bereits anfangs August der "Städte-Achter" ausgetragen, an dem sich außer dem RVR der Flörsheimer RV und die RG Undine Rüsselsheim beteiligen. Hier zeigt sich die Überlegenheit der Ruderer des RVR, die dieses Achterrennen mit anderthalb Bootslängen gegen den FRV und mit einer weiteren Länge Abstand gegen die RGUR gewinnen. Anschließend wird das Training für den Jungmann-Achter beendet.

Im Herbst folgen noch Regatten in Boppard, Mainz und Frankfurt. Zwei weitere Siege gelingen einem Jungmann-Vierer mit Wilhelm Petzold, Rudolf Liedke, W. Burr, Gotthard Roßbach am Schlag und Fritz Brumme am Steuer in Boppard und auf der Herbstregatta in Frankfurt, außerdem ein Sieg dem Jugend-Vierer in Mainz.

Insgesamt werden im Jahr 1928 auf sieben offenen Regatten also 9 Siege für den RVR errungen, dazu der Städte-Achter. Unter den 500 Vereinen des Deutschen Ruderverbandes liegt der RVR damit etwa an der 35. Stelle.

Aus Anlass der am 26. August 1928 vorgenommenen Einweihung der Opelbrücke zwischen Rüsselsheim und Flörsheim nimmt der RVR in Gemeinschaft der Rüsselsheimer, Flörsheimer, Raunheimer und Hochheimer Ruderer an einer gemeinsamen Auffahrt teil.

Anzeige in der "Main-Spitze" am 4. August 1928

Anzeige in der "Main-Spitze" am 15. September 1928

Beim Abrudern mit interner Regatta am 16. September werden acht Rennen ausgefahren. Im Rennen um die Vereinsmeisterschaft im Einer, dem "Preis von der Horlach", siegt Peter Horle mit etwa drei Bootslängen vor dem sich wacker wehrenden Fritz Brumme. Außerdem werden folgende Rennen ausgetragen:

Schüler-Vierer "Preis vom Negerdorf"
1. Boot: Hermann Jahn, Fritz Bangert, Karl Saar, Georg von Opel, St. ... Enders
2. Boot: Mannschaft Karl Renker
Die mit 10 Sekunden Vorsprung abgelassenen Schüler hielten sich sehr gut gegen die kampferprobte Opel-Mannschaft, deren größere Routine einen sicheren Sieg herausholte.

Schüler-Zweier "Preis vom Bopps-Eck"
1. Boot: ... Kyritz, R. Müller, St. Karl Heuß
2. Boot: Mannschaft Rudolf Fritz
Die stärkere Müller-Mannschaft konnte ihren Gegner sicher halten und gewinnt mit zwei Längen.

Erster Vierer "Preis vom Robiger"
1. Boot: Wilhelm Petzold, Rudolf Liedke, Wilhelm Heil, Gotthard Roßbach, St. Karl Hill
2. Boot: Mannschaft Albert Meeser
Harter Kampf bis auf 1.000 Meter, den alsdann die Roßbach-Mannschaft gegen den nachlassenden Gegner überlegen gewinnen kann.

Meister-Zweier "Preis der Mainflinger"
1. Boot: Karl Meurer, Richard Trapp, St. Willi Klein
2. Boot: Mannschaft Marcel Schopfer
3. Boot: Mannschaft Paul Diehl
Schlechte Steuerung, hierdurch behindert gibt Mannschaft Diehl auf halber Fahrt auf, schärfster Kampf der beiden übrigen Mannschaften bis ins Ziel. Mit Luftkasten-Länge gewonnen.

Zweiter Vierer "Preis von den Fichten"
1. Boot: Heinrich Klein, Adam Müller, Alfred Körbel, Philipp Jung, St. Alfons Margraf
2. Boot: Mannschaft Otto Sechting
3. Boot: Mannschaft Karl Hungsberg
Überlegener Sieg der Jungmannschaft. Die Gegner laufen in großem Abstand ein.

Erster Schüler-Zweier "Preis vom Asel"
1. Boot: Hermann Jahn, Karl Saar, St. Fritz Brumme
2. Boot: Mannschaft Karl Schömbs
3. Boot: Mannschaft Georg von Opel
Anfänglich harter Kampf, den die Mannschaft von Opel, gut im Rennen liegend, infolge Riemenverwechslung aufgeben muss. Sicherer Sieg der eingespielten Saar-Mannschaft.

Großer Achter "Preis von der Brücke"
1. Boot: Wilhelm Petzold, Ludwig Eisele, Wilhelm Heil, Gotthard Roßbach, Peter Horle, Richard Trapp, Karl Pöppel, Fritz Brumme, St. Karl Hill
2. Boot: Mannschaft Paul Diehl
Harter Kampf der beiden gleichwertigen Mannschaften, der erst im Ziel mit einer knappen halben Länge entschieden wird.

Nach den Ruderrennen finden noch Wasserspiele statt, deren Höhepunkte die "Büttenmeisterschaft" und das "Fischerstechen" sind. Mancher Teilnehmer muss mit einem nassen Bad vorlieb nehmen, bis der Sieg feststeht.

Mit von 74 Ruderern ausgeführten 1.221 Fahrten und 5.015 Bootskilometern wird die größte Anzahl von Fahrten in einer Rudersaison seit Bestehen des RVR erzielt. Sieger im Fahrtenpreis-Wettbewerb wird Peter Horle mit 265 Fahrten und 803 geruderten Kilometern vor Marcel Schopfer.

Endlich kann im Herbst der Bau eines eigenen Hockeyplatzes in Angriff genommen werden. Unter Leitung des Hockey-Sportwarts Peter Horle wird die Fohlenweide in unmittelbarer Nähe des Bootshauses mühevoll planiert und mit einer Aschendecke versehen.

"Goldenes Buch des RVR", gestiftet von den Damen des Vereins 1928

Einladung zum "Hes´chen-Essen" des RVR am 22. Dezember 1928

Am 25. Juli 1928 begeht der RVR sein 20-jähriges Jubiläum, das jedoch infolge der sportlichen Inanspruchnahme der Ruderer nicht an diesem Tag gefeiert werden kann; aber am 10. November wird das Fest nachgeholt. Anlässlich des Jubiläums stiften die Damen dem RVR das "Goldene Buch".

Auf Veranlassung des Vergnügungsausschuss-Vorsitzenden, Friedebert Armbruster, findet Anfang Dezember das erste Hasenessen im RVR statt, an dem sich etwa 60 Mitglieder beteiligen. Diese "Hasenkneipe" wird des guten Anklanges wegen drei Wochen später als "Hes'chen-Essen" wiederholt.

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