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Geschichte des Rudervereins Rüsselsheim (RVR)
von 1908 bis 1942

1927

Hockey-Wettkampfmannschaft 1927 auf dem Hassia-Platz (hinten: Friedrich Traiser, Ludwig Hill, Alfons Margraf, Peter Horle, Wlhelm Horle, Richard Baer, Karl Saar, Karl Hill; vorn: Rudolf Froese, Wilhelm Petzold, Karl Renker)

Die Mitgliederzahl ist leicht rückläufig und liegt nun bei 191 (119 Aktive, 44 Unterstützende, 18 Auswärtige, 6 Jugendliche, 4 Damen).

Während der Wintermonate wird wieder eifrig Hockey gespielt; zwei Mannschaften tragen Wettspiele aus.

Am 16. Februar 1927 stirbt der große Förderer und das Ehrenmitglied des RVR, Carl von Opel. In ihm verliert der RVR einen Mann, dem der Ruderverein sehr ans Herz gewachsen war und viel zu verdanken hat.

Bei der ordentlichen Generalversammlung am 12. März 1927 legt der seitherige 1. Vorsitzende, Paul Nebelung, der von 1915 bis 1926 die Geschicke des RVR lenkte, wegen geschäftlicher Inanspruchnahme sein Amt nieder. In Würdigung seiner Verdienste um den Aufbau des RVR, insbesondere bei der Errichtung des neuen Klubhauses, wird er einstimmig zum Ehrenvorsitzenden des RVR ernannt.

Neuer RVR-Vorsitzender wird der seitherige "Vize", Wilhelm Bersch. Adam Ihrig wird Zweiter Vorsitzender, Joseph Grass und Alfons Margraf Schriftführer, Oscar Schlieben und Otto Stopfer Kassierer, Friedrich Traiser und Peter Horle Ruderwarte, Dr. Theo Brand Touren-Ruderwart, Kurt Müller Haus- und Bootswart, Beisitzer sind Heinrich Bergmann, Albert Dittmann, Heinrich Schmidt und Wilhelm Krämer, Ruderälteste sind Otto Sechting und Ernst Brenneisen, die Wirtschaftskommission besteht aus Heinrich Bergmann, Wilhelm Horle sen., Otto Stocker und Albert Dittmann, den Vergnügungs-Ausschuss bilden Albert Dittmann, Theodor Petzold, Wilhelm Horle und Hugo Armbruster.

Zu Beginn des Jahres scheint es so, als könnte der RVR mit bewährten Kräften auf den Regatten erscheinen. Klares Ziel der Vereinsleitung ist die Bildung eines Achters, den sich die Ruderleitung zunächst mit Friedrich Traiser, Heinrich Klein, Alfred Körbel, Peter Horle, Wilhelm Horle, Richard Trapp, Paul Diehl und Carl Nebelung vorstellt. Doch durch Wegzug, Studium und Beruf schmilzt die Zahl der sich für ein Renntraining zur Verfügung stellenden Rennruderer stark zusammen. Außerdem kann Albert Meixner aus Frankfurt nicht mehr als Trainer gewonnen werden.

Das Anrudern wird auch 1927 von den Rudervereinen in Raunheim, Flörsheim und Rüsselsheim gemeinsam abgehalten, so dass eine stattliche Flotte von 25 Booten auf dem Main zu einer Auffahrt zusammenkommt.

Verursacht durch die bestehenden Probleme bei der Zusammenstellung von Mannschaften besuchen die beiden Trainer Friedrich Traiser und Peter Horle mit ihren Aktiven nur vier Herbstregatten. Der Schülervierer, bei dem der Schlagmann des Vorjahres nicht mehr zur Verfügung steht, startet in der Besetzung Georg Petzold, Philipp Jung, Wilhelm Heil, Ludwig Eisele und Stm. Karl Hill in Heidelberg, jedoch ohne Erfolg.

Erste Seite des Mitteilungsblatts des RVR, April 1927

Anzeige in der "Main-Spitze" am 5. Mai 1927

Es folgt die Herbstregatta des Mittelrheinischen Regatta-Verbandes in Höchst, wo Wilhelm Petzold, Ernst Brenneisen, Karl Pöppel, Marcel Schopfer und Stm. Friedrich Traiser den Jungmann-Gig-Vierer, Paul Diehl den Jungmann-Einer und der Schülervierer in neuer Besetzung mit Rudolf Liedtke für Philipp Jung den Jugend-Gig-Vierer bestreiten. Wir lassen die "Main-Spitze" berichten:

"Letzten Sonntag beschloss der Mittelrheinische Regatta-Verband seine diesjährige rudersportliche Tätigkeit durch die 4. Herbstregatta in Höchst, an der sich auch der Ruderverein Rüsselsheim beteiligte. Es regnete während der ganzen Veranstaltung, so dass die gewünschte Zuschauermenge ausblieb. Trotz des strömenden Regens wurden von den Rudermannschaften gute Leistungen gezeigt.

Das Frankfurter Sport-Echo schreibt u.a.: "Es ist sehr schade, dass durch das schlechte Wetter die Leistungen bei den einzelnen Mannschaften etwas beeinträchtigt wurden, denn auf der schönen, geraden vom Ziel bis zum Start übersichtlichen Regattabahn lassen sich einwandfreie Kämpfe durchführen. Unter den Skullern, die in Höchst starteten, steht Paul Diehl vom Ruderverein Rüsselsheim, ein starker, vorzüglich veranlagter Jungmann im Einer, haushoch über seinen Gegnern, von denen nur Karl Wagner von der Kasteler RG einigermaßen an diesen heranreicht."

Die Rennen, an denen sich der Ruderverein Rüsselsheim beteiligte und über eine Strecke von 2.000 Meter gerader Kurs gerudert wurden, nahmen nachstehenden Verlauf:

Jungmann-Einer (Ehrenpreis): 1. RV Rüsselsheim (Paul Diehl) 6:00,0 min 2. Kasteler RG (Wagner) 6:17,6 min 3. RSV Teutonia Frankfurt (Dienstbach) 6:27,0 min. Diehl schiebt sich alsbald nach dem Ablauf in Front, an zweiter Stelle liegt Wagner, den Schluss bildet Dienstbach auf Start 1. Wagner geht von Startplatz 2 (Mitte) ans Ufer herüber. Zwischen den einzelnen Booten Längenunterschiede.

Jugend-Gig-Vierer (Ehrenpreis) Bahnlänge 1.400 Meter: 1. Frankfurter RV 1865 3:16,6 min 2. RV Rüsselsheim 3:19,8 min 3. Mainzer RV 3:23,2 min 4. Offenbacher RG Undine 3:28,0 min. Rüsselsheim muss die Führung nach den ersten 500 Metern an Frankfurt abgeben, dessen Mannschaft ein schönes schwungvolles Rudern zeigt und bei guter Zusammenarbeit mit einer Länge gewinnt. Um den zweiten Platz scharfer Kampf zwischen Rüsselsheim und Mainz. Rüsselsheim rudert mit hoher Schlagzahl und kommt nach hartem Kampf als zweites Boot ein. Die Mannschaft der Undine konnte den dritten Platz, den sie bei 1.000 Metern noch innehatte, nicht halten.

Erster Jungmann-Gig-Vierer (Ehrenpreis): 1. RV Rüsselsheim (Wilhelm Petzold, Ernst Brenneisen, Karl Pöppel, Marcel Schopfer, Stm. Friedrich Traiser) 6:04,0 min 2. RC Nassovia Höchst 6:06,0 min 3. Flörsheimer RV 6:19,8 min. Rüsselsheim und Höchst liefern sich bis 1.300 Meter einen harten Kampf, aus welchem sich Rüsselsheim herausschält und mit knapp anderthalb Längen siegen kann. Flörsheim fallt ab."

Die Mainzer Herbstregatta bringt dem RVR einen Sieg im Zweiten Herbst-Achter in der Besetzung mit Wilhelm Petzold, Ernst Brenneisen, Karl Pöppel, Marcel Schopfer, Wilhelm Horle, Richard Trapp, Peter Horle, Carl Nebelung und Stm. Friedrich Traiser, die restlichen Rennen im Jugendvierer, Jugend-Doppelzweier, Herbst-Vierer, Jungmann-Vierer und Jungmann-Einer gehen verloren.

Die letzte 1927 besuchte Regatta ist Frankfurt. Sechs Rennen werden gemeldet, aber auch hier gelingt nur ein Sieg im Seniorachter, dem Trost-Achter, den die Mannschaft mit Karl Pöppel, Marcel Schopfer, Peter Horle, Richard Trapp, Wilhelm Horle, Paul Diehl, Albert Meeser, Carl Nebelung und Stm. Friedrich Traiser nach hartem Bord-an-Bord-Kampf mit einer halben Länge vor Kastel und Hanau für sich entscheidet.

Pfingst-Ruderfahrt nach Erfelden 1927 (Georg Petzold, Karl Pöppel, Karl Hill, Ludwig Hill, Philipp Jung, ...,
Marcel Schopfer, Friedrich Traiser, Wilhelm Heil, Ludwig Eisele, Will Pabst)

Anzeige in der "Main-Spitze" am 10. September 1927

Beim folgenden Abrudern wird wieder eine "Vereins-Regatta" mit sieben Rennen ausgetragen. Die Vereinsmeisterschaft im Einer holt sich Peter Horle mit einem Vorsprung von zwei Bootslängen vor Paul Diehl. Höhepunkt der "Internen" ist aber der Achter, wo drei Boote aufeinandertreffen und sich einen schönen Kampf liefern.

Am gleichen Wochenende wird wie in den letzten Jahren ein Ruderwettkampf der Flörsheimer und Rüsselsheimer Ruderer im Schüler-Vierer und "Städte-Achter" ausgetragen. Wir zitieren die "Main-Spitze":

"Die Schüler- und Achter-Wettkämpfe der Rudervereine von Rüsselsheim und Flörsheim lockten eine zahlreiche Zuschauermenge an den Main.

Samstag Nachmittag pünktlich 5.30 Uhr startete der Schüler-Vierer in der Reihenfolge RG Undine Rüsselsheim, Flörsheimer RV und RV Rüsselsheim. Nach glattem Start setzt sich Undine an die Spitze und hält diese bis zum Endkampf. Hier überspurtet RV Rüsselsheim seinen Gegner und siegt mit einer knappen halben Länge. Flörsheim im Endkampf um zwei Längen zurück.

Besonderer Umstände halber musste der Städte-Achter getrennt ausgefahren werden. Flörsheim und RV Rüsselsheim stellten sich nach dem Schülerrennen dem Starter. Flörsheim startet schneller und führt bis 500 Meter mit etwa 1/2 Länge. Rüsselsheim läuft mit ruhigem, langem Schlag auf, führt bei 1.000 Meter mit einer Länge und gewinnt das Rennen verhalten fahrend mit etwa vier Längen Vorsprung.

Sonntag 11.00 Uhr lagen Undine Rüsselsheim und RV Rüsselsheim am Start. Die Verlosung der Startplätze nahm für die Undine Herr Simon, für RVR Herr Ihrig vor. Beide Boote kamen glatt vom Start. Ruderverein setzt sofort mit wuchtigem Mehrschlag ein, der ihm bis 200 Meter einen Vorsprung von etwa 1/2 Länge bringt. Undine versucht vergebens aufzulaufen und gibt das Rennen bei 500 Meter, über eine Länge zurückliegend, auf."

Mit vier Siegen auf offenen Regatten bringt es der RVR immerhin auf den 51. Tabellenplatz in der Punktwertung des Deutschen Ruderverbandes. Das Fahrtenbuch des RVR weist in der Rudersaison 1927 1.050 Fahrten aus, an denen 57 Ruderer mit insgesamt 14.403 Mannschaftskilometern beteiligt sind. Fleißigster Ruderer ist Peter Horle mit 258 Fahrten und 853 Kilometern vor Friedrich Traiser und Ludwig Eisele.

Nach Abschluss der Rudersaison beginnen die Ruderer sofort wieder mit dem Hockeyspiel und zeigen in den ausgetragenen Wettspielen gute Leistungen. Lassen wir die "Main-Spitze" am 1. November 1927 berichten:

"Sonntag hatten die 2. Herren des Rudervereins die Mainzer Sportfreunde zu Gast. Mainz trat verstärkt durch einige Herren der 1. Elf an. Rüsselsheim zeigte gegenüber Mainz ein ruhigeres, faires Spiel und konnte sich lange gegen die zeitweise etwas sehr hart spielenden Mainzer nicht durchsetzen. Jedoch zeigte die hiesige Mannschaft das größere Stehvermögen. Durch gute Zusammenarbeit gelang ein 4:2, so unserer Voraussage gemäß, das erste Spiel der Saison siegreich beendend. Wenngleich auch vor dem RVR-Tor einige gefährliche Situationen mit viel Glück gelöst wurden, entspricht das Ergebnis doch dem Spielverlauf. Den weiteren Spielen der Hockeyabteilung des Rudervereins sieht man mit besonderem Interesse entgegen, denn die Trainingsspiele zeigten, dass der RVR seine vorjährige Form erreicht, wenn nicht gar überschritten hat."

Im großen und ganzen tritt im Vereinsleben eine gewisse Flaute ein, die sich sowohl in der Rudertätigkeit wie auch in der geringen Beteiligung bei den Versammlungen zeigt. Die Interesselosigkeit geht sogar soweit, dass nicht einmal die Gaststätte des Bootshauses sich eines guten Besuches erfreuen kann.

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