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Der Main und das Mainvorland an der Festung vor dem RRK-Bootshaus

 und auch etwas entfernt davon,

seine Veränderungen in den Jahren von 2014 bis heute

sowie Planungen für die Zukunft (von 2008 bis 2013 am Ende klicken)

"Das hat mit Natur nichts mehr zu tun"

Naturschützer kritisieren Umgestaltung des Mainvorlands

Aus "Rüsselsheimer Echo" vom 05.07.2017

Rüsselsheimer Naturschützer fordern die Stadtpolitik dazu auf, dem Naturschutz mehr Aufmerksamkeit zu widmen. Darmstadt soll als Vorbild dienen.

Der Zustand der Biologischen Vielfalt in Deutschland ist alarmierend. Laut einer gemeinsamen Studie von Naturschutzverbänden wie WWF, BUND und NABU ist jede dritte Tier- und Pflanzenart in Deutschland gefährdet, zwei Drittel aller Lebensräume sind bedroht. Besonders dramatisch ist die Situation bei den wirbellosen Tieren, zu denen die Insekten zählen: Etwa 46 Prozent der untersuchten Arten und Unterarten sind bedroht, extrem selten oder ausgestorben.

Wo sind all die Bäume hin? "Von Schutz kann man da nicht sprechen": Dieter Baumgardt am Rüsselsheimer Mainufer.

Zahlen, die auch den Rüsselsheimer NABU-Chef Dieter Baumgardt umtreiben. Seit Jahren kümmert sich der 60-Jährige um den Naturschutz in der Opel-Stadt und in Raunheim. Und ginge es nach ihm, würden Belange der Biodiversität in der Stadtpolitik eine viel größere Rolle spielen.

Geld bereitstellen

Als Beispiel führt Baumgardt das kommunale Maßnahmenprogramm "25 Schritte zur biologischen Vielfalt in Darmstadt" an. So hat sich die Stadt etwa auf die Fahnen geschrieben: "Erhaltung großräumiger, unzerschnittener Waldgebiete", "Erhaltung und Entwicklung der natürlichen und naturnahen Waldgesellschaften" und "Regeneration und Neuentwicklung gefährdeter Biotoptypen und Biotopkomplexe". Daran könne man sich doch ganz wunderbar orientieren, sagt Baumgardt. "Den Menschen muss endlich klar werden, dass die Natur das Wertvollste ist, was wir haben. Die Politik muss sich um die Rahmenbedingungen für den Schutz kümmern. Sie muss Gelder bereitstellen."

Große Hoffnung hat der Naturschützer indes nicht. So kritisiert er etwa die jüngste Umgestaltung des Mainvorlandes. "Das Gebiet am Fluss zählt zu den Hessischen Mainauen, und das ist ein Landschaftsschutzgebiet. Aber von Schutz kann man da doch nicht sprechen", sagt Baumgardt. Und er zeigt auf die Rasenfläche und das abgeflachte Ufer. "Das hat mit Natur doch nichts mehr zu tun", sagt er. Es bräuchte dringend mehr Rückzugsräume für Tiere, auch hier am Ufer. "Doch was passiert stattdessen? Man baut dauernd alles zu. Wann hört dieser Irrsinn endlich auf?" Die Prioritäten werden nicht richtig gesetzt. "Wenn die Politik nicht beginnt, anders zu denken, dann fahren wir an die Wand."

Mehr Biodiversität

Wie es aus Sicht des Rüsselsheimer NABUS mit dem Naturschutz und der Förderung der Biodiversität funktionieren kann, das zeigt ein Ausflug zum Naturfreundehaus im Rüsselsheimer Forst, in der Nähe des Horlachgrabens. Dort wurden in den vergangenen Jahren verschiedene kleine Tümpel errichtet, Himmelsteiche genannt.

Ein bisschen versteckt, zwischen Gebüsch und kleinen Bäumen, liegen die mal 5, mal 10, mal 20 Quadratmeter großen Tümpel. Sumpfig sehen sie aus, reinspringen will man nicht. "Das ist der ideale Rückzucksraum für Amphibien und Insekten", sagt Baumgardt. Für Frosch, Ringelnatter und Libelle sei der Rückzugsraum lebenswichtig.

Die Naturschutzverbände machen mit ihrer Studie derzeit deutschlandweit mobil. Und sie nehmen auch die Bundesregierung in die Pflicht. "Die Bundesregierung muss sich in der EU im Rahmen der angelaufenen Debatten um den mehrjährigen Finanzrahmen 2021–2027 für die Einrichtung eines EU-Naturschutzfonds einsetzen", fordern sie. Dazu: "Umweltschädliche Subventionen müssen schleunigst beendet und die Gemeinsame Agrarpolitik grundlegend reformiert werden." Für Dieter Baumgardt und seine Kollegen überfällige Maßnahmen. cp


Der Hessentag vor dem RRK am 14./15. Juni 2017


Das Mainvorland am RRK einen Tag vor Beginn des Hessentags (08.06.17)

Das RRK-Bootshaus einen Tag vor Beginn des Hessentags am 8. Juni 2017 mit Schriftzug "aufgehübscht"

Vor dem RRK-Bootshaus einen Tag vor Beginn des Hessentags am 8. Juni 2017 ‒ Baulager "Hessenforst", Tribüne Beachfeld und RRK-Bootssteg mit Ruderern, davor Main-Uferweg und Baustraße

Baulager von "Hessen-Forst" am 24. April 2017 von der Bootshaus-Terrasse

Aufbau von "Der Natur auf der Spur" mit dem RRK-Bootshaus im Hintergrund


Der Hessentag vor dem RRK am 21. Mai 2017

Aufbau von "Der Natur auf der Spur" mit dem RRK-Bootshaus im Hintergrund

RRK-Bootshaus hinter dem Baulager von "Hessen-Forst"


Der Hessentag vor dem RRK am 26. April 2017

RRK-Bootshaus mit Baulager von "Hessen-Forst" und Zelt bei "Der Natur auf der Spur"

RRK-Bootshaus mit Baulager von "Hessen-Forst" von Westen

Die Aufbauarbeiten zur Hessentag-Sonderschau


Der Aufbau für das Landesfest beginnt

Start der Arbeiten für die Ausstellung "Der Natur auf der Spur" / 17.000 Quadratmeter auf den Mainwiesen

Von André Domes (aus "Main-Spitze" vom 25.04.2017)

Es ist traditionell das größte und aufwändigste Element des Hessentagsprogramms und auch einer der wichtigsten Publikumsmagnete – klar, dass dieser Teil des Landesfestes auch der ist, der bei den Aufbauarbeiten am frühesten an der Reihe ist. Auf einem rund 17.000 Quadratmeter großen Teil der Mainwiesen, von den Opelvillen bis zur Mitte des Verna-Parks, entsteht seit vergangener Woche die Ausstellung "Der Natur auf der Spur". Dort soll während der zehn Festtage nicht nur ein Einblick in die heimische Flora und Fauna geboten werden, sondern auch den Themen Naturschutz, Artenvielfalt und Landwirtschaft eine prominent platzierte Präsentationsfläche geboten werden.

Anders als in Herborn, der Hessentagsstadt 2016, ist die Ausstellung für die Rüsselsheimer Ausgabe um einige tausend Quadratmeter geschrumpft. Zu tun hat das vor allem mit der Platzierung. Während "Der Natur auf der Spur" in Herborn am Ortsrand aufgebaut war, ist die Fläche in Rüsselsheim mittendrin im Festtreiben – genau zwischen dem großen Sportareal mit Beachvolleyball und Bike-Trial und dem Auftritt der Bundespolizei in Richtung Landungsplatz.

Gerüst für Zelt steht schon

"Die Ausstellung hat ihren Platz an einem der schönsten Orte, die wir in Rüsselsheim haben", machte Oberbürgermeister Patrick Burghardt (CDU), bei einem Pressetermin darauf aufmerksam, dass man "Der Natur auf der Spur" als Kernelement des Hessentags ganz bewusst eine solche Örtlichkeit verschafft habe. Bei den Ausstellern und Kooperationspartnern dieses Hessentagselementes, etwa 40 sind es an der Zahl, sei der Standort auch auf große Begeisterung gestoßen, vermeldete Susanne Conrad, die Hessentagsbeauftragte des Hessischen Umweltministeriums. Das Ministerium hat, gemeinsam mit Hessen-Forst und der Stadt die Federführung bei der Ausstellung, die Kooperationspartner sind mit ihren Angeboten aber eng in die Konzeption mit einbezogen.

Eines der Kernelemente von "Der Natur auf der Spur" wird gerade schon aufgebaut: Es ist das 60 mal 20 Meter große "Dioramazelt", in dem einerseits eine Catering-Station angesiedelt ist, vor allem aber der überdachte Teil der Ausstellung, der in jedem Jahr neu konzipiert wird. Für Rüsselsheim wollen die Veranstalter eine große Arche im Ausstellungszelt aufstellen und vor allem die für Südhessen typischen Landschaftstypen herausarbeiten: von Flüssen und Altarmen geprägte Feuchtgebiete und Kiefernwälder mit sandigen Böden. Wenn das Zelt steht, werden zunächst Erdarbeiten durchgeführt, um Täler und Hügel zu modellieren, erst ganz zum Schluss werden die schon seit vergangenem Jahr bei den Betriebshöfen eingelagerten Pflanzen gesetzt.

Bauernmarkt und Tiere

Hinter dem Zelt, Richtung Landungsplatz soll sich, wenn alles fertig ist, ein Bauernmarkt anschließen, in Richtung Mainufer dann Stände und Angebote von Verbänden aus den Bereichen Naturschutz, Land- und Forstwirtschaft und Jagd- und Fischereiwesen. Nicht fehlen dürfen auch die Freiluft-Gehege. Neben Ziegen und Kleintieren sollen dort unter anderem auch einige Galloway-Rinder zu bewundern sein.

Während der Aufbauarbeiten sind Sicherheitsvorkehrungen getroffen, damit es nicht zu Unfällen kommt, teilen die Veranstalter mit. Erst zu einem etwas späteren Zeitpunkt werde das Gelände tagsüber auf den Wegen zugänglich gemacht, damit sich die Bürger umschauen können. Nachts und an den Wochenenden ist das eingezäunte Gelände abgeschlossen.

Die Stadtverwaltung will den Main in Rüsselsheim sichtbar und erlebbar machen und hat den Uferbewuchs deutlich reduziert.


Der Rückschnitt nach dem Rückschnitt

Stadtverwaltung begründet erneute Fällungen am Mainufer mit Verkehrssicherungspflicht

Von André Domes (aus "Main-Spitze" vom 25.04.2017)

Bereits im Winter hatte die Stadtverwaltung entlang des Mainufers tief in den Baumbestand eingegriffen. Nach Jahren nur leichten Rückschnitts hieß das Ziel, den Main wieder sichtbar werden zu lassen. Vielen Nutzern des Mainvorlandes ging der ungewohnt starke Rückschnitt von Pflanzen damals schon zu weit. In den vergangenen Wochen folgte nun noch eine weitere Rückschnitt-Aktion entlang des Ufers – mitten in der Brutzeit, in der das Naturschutzgesetz das Fällen oder Auf-Stock-Setzen von Bäumen eigentlich untersagt. Auch in der Innenstadt wurden einzelne Gehölze entfernt.

Auf Nachfrage dieser Zeitung teilt die Stadtverwaltung mit, bei der jüngst durchgeführten Aktion handele es sich um Verkehrssicherungsmaßnahmen. Der Städteservice Raunheim/Rüsselsheim habe den Baumbestand des Mainvorlandes überprüft. "Hierbei wurde festgestellt, dass Bäume durch Stammrisse, Totholz oder Pilzbefall so stark geschädigt wurden, dass dringend Maßnahmen zu ergreifen waren, um die Verkehrssicherheit wieder herzustellen", heißt es in einer Stellungnahme aus dem Rathaus.

Acht Pappeln, Erlen und Weiden gefällt

Insgesamt seien acht Erlen, Pappeln und Weiden gefällt worden. Die Maßnahme sei bis auf einige Baumkronen-Sicherungsschnitte abgeschlossen. "Auch in Landschaftsschutzgebieten oder Naturschutzgebieten dürfen Schnitt- und Fällarbeiten durchgeführt werden, wenn die Gefahr besteht, dass Äste abbrechen oder Bäume umfallen. Unter Berücksichtigung des Artenschutzes geht die Sicherheit von Erholungs- und Freizeitsuchenden vor." Die nun durchgeführten Arbeiten hätten nicht früher erfolgen können, weil wegen anhaltend feuchter Witterung und dem Einsatz schwerer Fahrzeuge zu große Schäden am Uferrand zu befürchten gewesen seien. Die Mitarbeiter des Städteservices, erläutert die Stadtverwaltung weiter, hätten vor Antritt der Maßnahme die betreffenden Bäume auf Brut- und Nistaktivitäten überprüft, um den Artenschutz zu gewährleisten.

Sofern es sich um Sicherungsmaßnahmen handelt, werde selbst bei Rückschnitt- oder Fällarbeiten der Naturschutzbeirat nicht am Verfahren beteiligt. Der Fachbereich Umwelt und Planung sei hingegen über die Maßnahme informiert gewesen, berichtet die Verwaltung. Die Bäume im Baumkataster, stadtweit sind das etwa 15.000, würden zwei Mal jährlich kontrolliert – während und außerhalb der Vegetationsperiode.

Gefahr für Fußgänger und Radfahrer

Auch im Bereich der Innenstadt wurden zwei Bäume entfernt. Bei einem, er stand am Ende der Darmstädter Straße beim Übergang zur Sophienpassage, sei ebenfalls eine Schädigung Grund der Fällung gewesen. "Die Hainbuche musste gefällt werden, weil der Baum extrem viel Totholz und Stammverletzungen hatte und bereits Teile des Baums abgestorben waren. Es bestand die Gefahr, dass große Äste abbrechen und Fußgänger gefährden." An der Stelle soll ein neuer Baum gepflanzt werden. Vermutlich keinen Ersatz wird es für ein Gehölz geben, das am Übergang der Bahnhofstraße über die Alte Poststraße stand. Der Baum sei zum Zeitpunkt der Fällung bereits abgestorben gewesen. Weil im unmittelbaren Wurzelbereich Leitungen verlaufen, werde an der betreffenden Stelle nicht nachgepflanzt, sondern die Baumscheibe gepflastert.


Der Hessentag vor dem RRK am 18./24. April 2017

Baulager von "Hessen-Forst" am 18. April 2017

Baulager von "Hessen-Forst" am 24. April 2017


 

Sportlich, grün und international ‒ Rüsselsheim will am Hessentag zeigen, dass die Autoindustrie und Forschung wichtige, aber längst nicht alle Facetten der Stadt am Untermain sind.

 

Landrat Thomas Will und Oberbürgermeister Patrick Burghardt werden beide in eigenen Booten mitpaddeln.

Landesfest mit China-Touch

DRACHENBOOT-REGATTA    Zwei Tage Paddelwettbewerbe auf dem Main / Taufe nach traditionellem Ritus

Von André Domes (aus "Main-Spitze" vom 13.04.2017)

Typisch hessisch sind sie ja nicht gerade und am Untermain auch ein eher seltener Anblick ‒ einen imposanten Anblick bieten Drachenboote aber allemal und die Chance auf eine gute Show auch. Deshalb sollen die langen Paddelboote mit den namensgebenden Galionsfiguren beim Hessentagsprogramm auch eine tragende Rolle spielen. Zwei Tage lang, am 15. und 16. Juni, wird der Main zwischen Landungsplatz und Bootshaus hierfür zur Regattastrecke. Im Rahmen eines Pressetermins stellten Organisatoren und Veranstalter des Sportprogramms ihre Planungen für die Wettbewerbe vor, die die bedeutendste Hessentagsveranstaltung werden soll, die auf dem Wasser stattfindet.

Keine Meisterschaften bei den Regattarennen

Meisterschaften wird es bei den Regattarennen nicht geben, dafür aber einige Rennen mit teils illuster besetzten Booten. Am ersten der beiden Tage tragen beispielsweise die Landratsämter mehrerer hessischer Landkreise einen Wettstreit aus ‒ es ist die Wiederholung eines Rennens, das im vergangenen Jahr schon einmal in Marburg ausgetragen wurde. In Rüsselsheim von der Partie sind natürlich auch die beiden direkten Anlieger der Paddelstrecke, die Kreisverwaltungen von Groß-Gerau und dem Main-Taunus-Kreis. Schirmherr des ersten Tages ist daher auch Landrat Thomas Will: "Mit Rhein und Main sind zwei der Kreisgrenzen Wasserstraßen ‒ das passt doch." Die Besatzung, zu der auch er und der erste Kreisbeigeordnete gehören, sei bereits im Training für den Sondereinsatz. Den dritten Platz vom Rennen im vergangenen Jahr wolle man mindestens wieder erreichen, nach Möglichkeit aber noch weiter vorne landen, gibt der Landrat vor. Wie viele Kreisverwaltungen mitmachen, steht noch nicht endgültig fest, momentan haben sich mindestens sieben bereits angemeldet.

Der Freitag steht dann noch mehr im Zeichen der Drachenboote ‒ dann sollen nicht nur weitere Wettbewerbe ausgetragen werden, sondern auch die Jahrtausende alte chinesische Drachenboot-Tradition intensiver beleuchtet werden. Geschehen soll dies beispielsweise durch eine Bootstaufe nach chinesischem Ritus, zu dem eigens ein taoistischer Priester nach Rüsselsheim kommt und ein besonders rares Exemplar der Bootsklasse wieder-taufen wird. Es handelt sich um eines der vier allerersten Drachenboote, das überhaupt nach Europa importiert wurde und nach aufwändiger Restaurierung nun die standesgemäßen Weihen erhalten soll. "Nur eine Sektflasche am Drachenkopf zerschlagen, so wie es hier gemacht wird, so geht das in China nicht", berichtet Ansgar Hess, ehemaliger Drachenboot-Weltmeister und mit seiner Agentur Mit-Veranstalter des Paddel-Events auf dem Main. Hess berichtet vom feierlichen Aufmalen der Drachen-Pupillen, geworfenen Reisbällchen und rituellen ersten Fahrten auf dem Wasser.

20 Paddler

In China reicht die Geschichte der Drachenboote bis ins fünfte Jahrhundert vor Christus zurück. Was ursprünglich als Fortbewegungs- und Transportmittel diente, wurde alsbald auch zu sportlichen Wettkämpfen genutzt.

Erst in den Achtzigerjahren kamen die ersten Boote nach Europa. Mittlerweile hat sich auch hierzulande eine Szene um die Wassersportart entwickelt.

In Rüsselsheim gehen Boote mit maximal 20 Paddlern an den Start, hinzu kommen Trommler und ein Steuermann. Letzteren stellen aus Sicherheitsgründen die Veranstalter.

Auch ein Sponsorenrennen

"Die Regatta ist eine Idee, die aus unseren China-Aktivitäten bei den Drei-gewinnt-Kommunen heraus entstanden ist", berichtet Oberbürgermeister Patrick Burghardt. Die Koordinatorin des Zweckverbandes Fernost, Anja Warnecke-Bi, habe den Vorschlag gemacht, die Veranstaltung ins Hessentagsprogramm zu integrieren, um ein Zeichen für die China-Verbindungen zu setzen. Nun gehe sogar ein Drei-Gewinnt-Boot mit den drei Stadtoberhäuptern aus Kelsterbach, Raunheim und Rüsselsheim an den Start. Ausgetragen wird am zweiten Drachenboot-Tag ein Rennen, bei dem vor allem Teams der Hessentagssponsoren gegeneinander antreten. An die 15 Mannschaften dürften es am Ende sein, berichten die Organisatoren.

Gefahren wird auf der Rüsselsheimer Mainseite auf einem etwa 250 Meter langen Abschnitt zwischen Landungsplatz und Bootshaus. Damit es nicht zu leicht wird und weil sich die Startphase so besser organisieren lässt, wird stromaufwärts gepaddelt. Dabei, betont Hess, habe man stets den weiter laufenden Schiffsverkehr auf dem Main im Blick und takte die Rennen entsprechend. Ohnehin werde man voraussichtlich nicht mehr als drei Boote gleichzeitig aufs Wasser lassen.


Der Hessentag macht vor dem RRK nicht halt (12.04.2017)



Mainufer in Rüsselsheim wird am Hessentag zur "Flaniermeile des Sports"

Von Heike Bökenkötter (aus "Main-Spitze" vom 29.03.2017)

Für waghalsige Sprünge muss man nicht unbedingt in die Alpen fahren ‒ eine Skischanze wird es auch beim Hessentag in Rüsselsheim geben, ohne Schnee, versteht sich. Genauso wie einen Parcours für Sommerbiathlon, eine Fahrradtrial-Anlage und Ultimate-Frisbee. All das können Besucher auf einer "Flaniermeile des Sports" am Mainufer ausprobieren. Und zwar an allen zehn Hessentagstagen, berichten Oberbürgermeister Patrick Burghardt (CDU), Sportamtsleiter Robert Neubauer und Harald Schenk vom Sportbund Rüsselsheim.

Neben dem Stadion als Austragungsort vieler Veranstaltungen sollen sich auch die Mainwiesen in Sportstätten verwandeln. Viele Angebote stellen dabei die lokalen Vereine auf die Beine. Seit 1,5 Jahren sei man bereits mit der Planung befasst, erzählt Schenk. Für ihn sei das inzwischen ein Fulltime-Job ‒ den er glücklicherweise gerne und problemlos ausüben könne, da er ja bereits Rentner sei.

In diesem Planentwurf der Stadt Rüsselsheim ist die Aufteilung des Sportangebotes am Mainufer zu sehen.

"Kleine Olympische Spiele"

Das Programm erinnere an "kleine olympische Spiele", wie Burghardt es nennt. Viele Vereine präsentieren sich mit großen und kleinen Turnieren, die einen Einblick in die Sportarten geben und gepaart mit Wettkampfcharakter auch für entsprechende Spannung bei den Zuschauern sorgen sollen. Ein Basketballturnier der Schulen etwa ist bei der TG geplant, die ein Beachfeld mit verschiedenen Sportarten bespielen wird.

Auch Laufen, Radfahren und Volleyball sind im Programm. Am zweiten Sonntag fällt im Stadion der Startschuss für den Hessentagslauf mit eigenem Durchgang für Schüler. Beides soll den Mainuferlauf ersetzen, der in diesem Jahr hessentagsbedingt ausfällt.

Neben Breitensportangeboten sind auch die Profis nach Rüsselsheim eingeladen. In der Großsporthalle etwa werden hessische Meisterschaften im Fechten ausgetragen. Am Mainufer steht für die Turniere im Fahrradtrial ein eigenes Gelände zur Verfügung, auf dem mehrere Sektionen mit Hindernissen eingerichtet werden. Die Bedingungen für solche Meisterschaften seien natürlich spezieller als beim Freizeitsport, so Neubauer. "Wir müssen dafür die originalen Wettkampfbedingungen herstellen. Dazu gehört sogar ein Ort, wo Dopingproben entnommen werden können", sagt er schmunzelnd.

Insgesamt 112 Sportveranstaltungen gibt es, zehn Prozent des Hessentagsprogramms machen sie aus. "Wir haben mehr Sport als beim Landesfest üblich, und wir haben ein sehr vielfältiges Angebot", sagt Neubauer. Schenk ist vor allem stolz auf die Beteiligung der Vereine und Verbände: "Das Engagement ist wirklich bewundernswert. Alle sind sogar mit noch mehr Feuer dabei, als wir es erwartet hatten."

Angebote zum Mitmachen

Besonderen Wert legen die Verantwortlichen auf die Mitmachangebote. "Die Leute sollen möglichst viel selbst ausprobieren können", so Schenk. Im Straßenoutfit eine sechs Meter hohe Skischanze hinunterzuspringen, sei natürlich etwas für besonders Mutige. Aber auch weniger spektakuläre Disziplinen seien einen Selbstversuch wert. "Beim Sommerbiathlon können die Besucher mal ausprobieren, wie schwierig es ist, sich nach großer Anstrengung auf den Boden zu werfen und dann konzentriert zu bleiben", sagt Schenk. Statt Skifahren ist dabei Joggen vorgesehen. Auf einer Fläche gleich nebenan gibt es Disc Golf und einen Bewegungsparcours.

Um nicht nur den Publikumsverkehr abzufangen, sondern Besucher gezielt ins Sportareal Mainufer zu locken, steht ein "Festival des Sports" auf dem Programm. Am 14. Juni lädt der Sportkreis Groß-Gerau vor allem Schüler ins Stadion, am 15. Juni, also am Feiertag, sollen alle aktiv werden.

Die Kosten für alle Sportveranstaltungen werden sich laut Sportamtschef Neubauer auf rund 140.000 Euro belaufen. Für besonders teure Angebote wie die Skischanze und Drachenboot-Rennen bekomme die Stadt Unterstützung von Sponsoren. Auch Verbände beteiligen sich nach Angaben Neubauers. Mehr als die Hälfte des Budgets könne daher für die Versorgung der Ehrenamtler mit T-Shirts und Verpflegung verwendet werden. "Viele haben sich bewusst für den Bereich Sport gemeldet, wir freuen uns da auf viel Unterstützung", so Burghardt.


Der Hessentag wirft auch vor dem RRK seine Schatten voraus (17.03.2017)


Landungsplatz wird grunderneuert: Kein Stein bleibt auf dem anderen

Die Bauarbeiten am Landungsplatz biegen auf die Zielgerade ein. Wir haben uns dort mit Bauleiterin, Planer und Oberbürgermeister mal ein bisschen umgeguckt.

Von CHRISTIAN PREUSSER (aus "Rüsselsheimer Echo" vom 03.03.2017)

Es rattert und rumpelt und ruckelt und Oberbürgermeister Patrick Burghardt (CDU) guckt fröhlich dem Baggerfahrer beim Baggern zu. "So eine lärmende Baustelle bedeutet Veränderung. Und Veränderungen, die sind in der Regel gut", sagt er. Am Rüsselsheimer Mainufer lärmt es derzeit ganz schön, denn hier wird gerade kräftig gebaut und ordentlich was verändert: Auf dem Rüsselsheimer Landungsplatz stehen große Fahrzeuge, manche haben eine Schaufel, andere haben eine große Ladefläche, wieder andere transportieren imposante Gerätschaften. Löcher werden hier gebuddelt, Betonklötze in den Boden eingelassen, Sträucher versetzt. Kurz und gut: Auf dem Platz ist ganz schön was los.

Noch bis Ende April wird an der Uferpromenade gebaut und gebuddelt, es soll hier nachhaltige Veränderungen geben: Eine neue, sogenannte "Slipanlage" für Rettungsboote wird an einem Ende der rund 250 Meter langen Promenade entstehen, der Radweg wird aufgebessert, der Parkplatz wird ein bisschen umsortiert.

Und um mal zu gucken, wie diese Bauarbeiten so laufen, welche Veränderungen noch kommen, und welche Bäume in Zukunft am Rüsselsheimer Ufer stehen werden, hat Oberbürgermeister Patrick Burghardt zu einem Pressetermin geladen.

Der Blick der Anwesenden geht über das Wasser, Schwäne lassen sich gemütlich von der Strömung treiben. "Endlich kann man den Main von hier aus wieder sehen", sagt der Rathauschef. Das Ufer wurde unlängst von Gestrüpp und anderen Sichtbarrieren befreit, der Blick vom Landungsplatz und vom Damm reicht jetzt wieder bis ans Flörsheimer Ufer. "Eine massive Verbesserung", nennt das Patrick Burghardt.

Neuer Radweg

Dazu kommt nun auch der Radweg, der laut Frank Kohmann von der Rüsselsheimer Stadtplanung bei den Baumaßnahmen ebenfalls eine Verbesserung erfahren wird: Der Radweg läuft entlang des Ufers, zwischen Parkplatz und Fußgängerbereich. Abgeschirmt wird der Fahrradweg zukünftig durch einige Betonklötze, die Autos daran hindern sollen, auf den Weg oder gar in den Main zu rollen – wenn jemand beispielsweise vergessen sollte, die Handbremse anzuziehen. In der Vergangenheit sei genau dieser Fall in Rüsselsheim ja schon einmal vorgekommen, heißt es in der Runde.

Der Fußgängerbereich am Ufer wird ebenfalls aufgehübscht: Sitzbänke, Fahrradständer und Mülleimer sollen hier aufgestellt werden – alles natürlich für mögliche Hochwasser gerüstet. Dazu kommt eine sogenannte Tribüne, auf der man an warmen Sommertagen entspannen und die Füße ins Wasser halten kann. Sie wird sich nach Abschluss der Baumaßnahmen direkt hinter dem Leinreiter-Denkmal befinden. Für Spaziergänger und Ortsfremde kommt da auch noch eine Infotafel hinzu, um sich in der Opelstadt nicht zu verlaufen.

"Der Aufenthalt am Wasser wird für die Leute besser, er wird angenehmer", sagt Frank Kohmann. "Darauf haben wir bei den Planungen und Veränderungsmaßnahmen großen Wert gelegt." Viele neue Bäume werden zudem rund um den Parkplatz gepflanzt – darunter Eschen, Feldahorn, Schwarz-Erle und Silber-Weide. Und wie der Pressetrupp da so steht, zwischen den ganzen ratternden Baufahrzeugen, da kann man sich schon ganz gut vorstellen, dass das hier im Sommer bei Abendlicht ein hübscher Fleck sein wird.

Parkautomaten versetzt

Einige Veränderungen wird es auch auf dem großräumigen Parkplatz geben, Frank Kohmann nennt diese Veränderungen "Umsortierung". Er sagt: "Die Parkautomaten werden zum Beispiel etwas versetzt, dazu kommen noch weitere Baumbeete, die als Eingrenzung von Parkplätzen dienen werden." Wichtig auch: Es wird sieben Wohnmobil-Stellplätze in Ufer-Nähe geben.

Auch Platz für Kunst

Insgesamt gibt es 229 Parkplätze auf dem Landungsplatz. Hinzu kommt auch eine Stellfläche für ein festinstalliertes Kunstwerk – ein Stein-Manta, entworfen von Matthias Braun. "Da müssen wir dem Ordnungsamt mitteilen, dass der Wagen keine Strafzettel bekommt", sagt Burghardt lachend. Der Parkdruck, der derzeit auf diesem Areal herrscht, wird trotz dauerparkendem Kunstwerk spätestens nach dem Hessentag Vergangenheit sein.

Drei Jahre wurde an dieser Umstrukturierung des Landungsplatzes getüftelt, viele Monate wurde gebaut – jetzt biegen die Arbeiten also auf die Zielgerade ein. Ende April soll das Areal endgültig fertiggestellt sein, ab Mai baut der Hessische Rundfunk dann schon in Ufer-Nähe sein großes Festzelt für den Hessentag auf.

"Wir sind sehr gut im Zeitplan", sagt Bauleiterin Anika Wittek. Rund 14 Arbeiter sind im Schnitt auf der Rüsselsheimer Baustelle beschäftigt, mit größeren Problemen hätten sie bisher noch nicht zu kämpfen gehabt. Das zeigt auch die Planung: 2,5 Millionen Euro seien für das Projekt genehmigt worden – und Stand jetzt wird es auch genau so viel kosten.

Die Uferpromenade ist das Kernstück der Umgestaltung des Mainvorlands. Unter anderem sind eine hochwertige Pflasterung, Sitzgelegenheiten und in der Mitte eine 15 Meter breite Stufenanlage bis ins Wasser hinein geplant.

DAS IST GEPLANT

Kernstück der Umgestaltung ist eine Uferpromenade, die sich über 140 Meter links und rechts des Leinreiter-Denkmals erstrecken soll. Eine hochwertige Pflasterung, Sitzgelegenheiten und in der Mitte eine 15 Meter breite Stufenanlage bis ins Wasser hinein sollen zum Verweilen einladen. Am Ufer soll es weniger Grün geben, um die Stadt vom Wasser aus sichtbarer zu machen.

Direkt hinter der Promenade soll der Regionalpark-Radweg verlaufen, der bisher durch den Landungsplatz unterbrochen wurde. Durch Poller abgetrennt schließt sich der Parkplatz an, der etwa 30 Stellplätze einbüßt und durch die Entfernung von Baumbeeten flexibler nutzbar werden soll. Teil der Planung ist auch ein Bereich für Wohnmobile.

Fast am Ende des Platzes wird eine sogenannte Slip-Anlage gebaut, um Rettungsboote zu Wasser zu lassen. (agr)


Umgestaltung wird teurer

MAINVORLAND   Pläne werden trotz Kostensteigerung auf 2.5 Millionen Euro umgesetzt

Von Alexandra Groth (aus "Main-Spitze" vom 30.09.2016)

Die Umgestaltung des Mainvorlands wird teurer als geplant, aber dennoch umgesetzt. Die Stadtverordneten haben bei einer Sondersitzung des Haupt- und Finanzausschusses beschlossen, die Arbeiten zu vergeben. Diese kosten nun 2,5 statt wie geplant 1,8 Millionen Euro.

Parkplatz stärker verunreinigt als erwartet

Dafür gibt es zwei Gründe. Zum einen ist der Boden des Parkplatzes am Landungsplatz stärker verunreinigt, so dass für die Entsorgung 380.000 Euro an Mehrkosten entstehen, wie Oberbürgermeister Patrick Burghardt (CDU) erläuterte. Zum anderen komme es nicht wie ursprünglich erwartet zu Einsparungen bei den Umbauarbeiten in Frankfurter Straße sowie auf Friedens- und Marktplatz. Die Baustelle dort dauert, wie berichtet, wegen der Regenfälle im Frühjahr und Sommer sowie Schwierigkeiten mit anders verlaufenden Leitungen länger und wird teurer. Man bleibe hier zwar im veranschlagten Budget, könne aber nicht wie gedacht Geld einsparen und stattdessen am Mainvorland verwenden. Vermutlich werden die Mehrkosten von der Stadt zu tragen sein. Noch sei aber nicht im Detail klar, was alles genau vom Land gefördert wird.

Insgesamt wird das Hessentagsbudget, das für Infrastrukturmaßnahmen zur Verfügung steht und zu etwa zwei Dritteln vom Land bezahlt wird, nun 11,38 statt wie geplant 10,25 Millionen Euro betragen. "Ich halte die Preissteigerung persönlich für vertretbar", warb Burghardt um Zustimmung. Thorsten Weber (CDU) bezeichnete es zwar als "ärgerlich", aber die Gründe seien nachvollziehbar. Neubau und Sanierung für die kooperative Gesamtschule, die nach Sophie Opel benannt werden soll, würden um das Vierfache teurer als die gesamten Infrastrukturausgaben für den Hessentag. "Wir verfolgen das Projekt schon seit mindestens 15 Jahren. Wenn wir es jetzt nicht machen, wird es nie gemacht", erinnerte er an die vielfältigen Diskussionen der Vergangenheit zur Umgestaltung des Mainvorlands. Ähnlich sahen dies auch SPD und Grüne. "Es ist ja auch ein Konsolidierungsbeitrag, wenn das Mainufer endlich mal gemacht wird nach so vielen Jahren der Planung", befand Christian Vogt (Grüne).

Dagegen lehnte die WsR die Umsetzung ab. Bei der Verschuldung Rüsselsheims sei es nicht zu verantworten. Die Mehrkosten steigerten die Schulden. Daher plädierte er für abspecken oder neu planen. Heinz-Jürgen Krug (Linke/Liste Solidarität) stimmte ebenfalls gegen die Umsetzung und kritisierte die Mehrausgaben. An anderen Stellen, bei viel kleineren Summen, werde stets auf den Zwang zur Konsolidierung verwiesen, hier aber nicht. Der Änderungsantrag der Linken, die Planungen nicht umzusetzen und nach dem Hessentag neu zu diskutieren, fand nur die Zustimmung der WsR.


Das Spiel der Kraftprotze

Da war es nur noch ein Tag: Weil der deutsche Wetterdienst Starkregen, Sturmböen und Gewitter vorhergesagt hatte, zogen die Veranstalter schweren Herzens die Reißleine: keine Mainland Games am Sonntag. Umso schöner war der Samstag.

Von SUSANNE RAPP (aus "Rüsselsheimer Echo" vom 05.09.2016)

Das Risiko war einfach zu groß. Auch wenn sich die Prognosen des Wetterdienstes in Rüsselsheim nicht bewahrheiteten, war das Risiko zu groß, dass es bei Starkregen und Windböen zu Schäden kommen könnte. "Wir haben die Mainland Games für Sonntag abgesagt und können das jetzt nicht mehr rückgängig machen", bestätigte Birgit Remmer am Sonntagmittag. Dabei hatte alles am Samstag so gut begonnen.

Die Sonne lachte vom Himmel, so dass die muskulösen Sportler in ihren Kilts zu schwitzen begannen. Markerschütternde Kraftschreie, begeisternd rufendes Publikum und beste Stimmung hielten am Samstag vor. Wer hätte da geglaubt, dass sich am Sonntag alles ändern würde.

110 Kilogramm wiegt der schwerste Stein, der bei der Disziplin "Stone of Manhood" zu stemmen ist.

Hessenmeister im Baumstamm-Slalom: Die "Old Boys Nauheim" sollen an ihrer Technik dennoch etwas feilen, sagte die Schiedsrichterin.

Völlig ausgepumpt waren die "Old Boys Nauheim" noch beim Slalom gewesen, bei dem fünf Mann einen Baumstamm tragend auf Zeit einen Slalomparcours ablaufen mussten. Die Schiedsrichterin sprach von einer ungünstigen Technik, und dass die Kerls noch ein wenig daran feilen sollten. Dennoch gelang es dem kraftstrotzenden Team letztlich, den Hessenmeistertitel zu erreichen.

Moderation mit Humor

37 Mannschaften aus ganz Deutschland kämpften in elf Disziplinen während der neunten Mainland Games zum ersten Mal um zwei Wertungen. Zum einen für den Mainland Titel, den sich die "Dragon Fighters" aus Hamm holten. Die Leistungen der hessischen Teams wurden außerdem zum ersten Mal für eine Hessenmeisterschaft bewertet. Auch bei den Frauenmannschaften – acht waren angetreten – holte sich das Rüsselsheimer Team "Heras of Ruzilo" den Hessenmeistertitel. Bestes Mainland Games Frauenteam waren die "Khaleesis of 50° Nord 1".

Jurek Schilsky moderierte wieder mit viel Sachkenntnis und Humor die Veranstaltung, die viel Publikum herbeilockte, das es sich rund um die abgesperrte Arena gemütlich machte. Besonders begehrt waren die Plätze rund um die Disziplin "Stone of Manhood", bei dem Steine mit verschiedenen Gewichten auf ein 1,30 Meter hohes Podest gelegt werden müssen.

Verletzungsgefahr

Bei Disziplinen, bei denen viel Kraft abverlangt wird, kann es häufiger zu Verletzungen kommen. Wenn ein Berg von einem Mann plötzlich auf die Knie sank und nach Atem rang, so waren am Samstag glücklicherweise immer nur die hohen Temperaturen die Ursache.

Bei den Kinder Highland Games konnten sich Mädchen und Jungen im Steine-, Baumstamm und Dosenwerfen oder auch dem Armbrustschießen messen. Begeistert und mit glänzenden Augen machte der kleine Niklas aus Bad Vilbel mit, der sich von seiner Mutter nicht stoppen ließ. "Die werden heute Abend gut schlafen", sagte ein Helfer mit Blick auf die wuselnde Bande.

Wer es lieber gemütlich angehen lassen wollte, fand einen sonnigen Platz vor der Bühne, auf der die "Unique Voices" und viele weitere musikalische Darbietungen und Tanzauftritte zu sehen waren. Außerdem gehörten Schau-Schafehüten, Ponyreiten, ein Celtic Market, Bogenschießen und Axtwerfen zu den vielen Angeboten am Mainvorland.

Am Sonntag sollten die "Heavys", die besten Athleten und erste Liga der Highland Games in Deutschland ihr Können zeigen. Keine Mannschaften, sondern Einzelathleten sollten an den Start gehen. Moderator Schilsky nannte Jason Young, den mehrfachen Weltmeister und Stefan Kolitsch, vierter bei der Amateur Weltmeisterschaft, als Topleute. Leider musste all dies ausfallen. Noch vor einigen Jahren seien deutsche Teilnehmer bei Highland Games eher belächelt worden, berichtete Schilsky. Doch mittlerweile würden auch deutsche Sportler nach Schottland eingeladen, weil sie international anerkannt sind.

Beste Stimmung herrschte am Samstag auch bei den Kingstontown Dudes, die mit zwei Mannschaften aus Königstädten angetreten waren. Zum achten Mal dabei, hatten sie in diesem Jahr eine eigene mobile Theke mitgebracht, die von Disziplin zu Disziplin mitwanderte und deren Löcher in einem Holzbalken als Halterungen für Guinnessgläser dienen. Neben den regulären elf Disziplinen beherrschten sie auch noch eine zwölfte, sagte Simon Sulk. Das Guinnesstrinken.

Der Baumstammslalom, eine von zwölf Disziplinen, die letztlich über Sieg oder Niederlage entscheiden. Traditionell treten die Sportler im schottischen Kilt an.


Ein Baumstamm ist nicht genug

MAINLAND-GAMES Schottische Traditionswettkämpfe in Rüsselsheim mit Udenheimer und Wörrstädter Beteiligung

Von Nicholas Matthias Steinberg (aus "Main-Spitze" vom 02.09.2016)

Ob Baumstammziehen, Fassrollen, Steinstoßen oder Steinkugelheben. Die Rüsselsheimer Mainland-Games als einer der größten Ableger der schottischen Highland-Wettbewerbe in Europa ist etwas für echte Männer und natürlich auch Frauen. Zum neunten Mal veranstalten Birgit Remmer und ihr Mann am kommenden Wochenende das Mannschaftsspektakel. Mit dabei sind in diesem Jahr 40 Teams, darunter das Mixed-Team "Braveheart 50° Nord" aus Udenheim und drei Teams aus Wörrstadt, die sich namentlich aber der Landeshauptstadt zugehörig fühlen: die Damenmannschaft "Crossfit Mainz – Fitnessies" sowie die beiden Herrenteams "Crossfit Mainz – McHeroes" und "Crossfit Mainz – McMeenzer".

Pro Mannschaft gehen fünf Personen an den Start

"Wir sind schon seit Jahren dabei", berichtet der Teamchef von "Braveheart 50° Nord", Oliver Mühlhaus, der in diesem Jahr aber selbst nicht an den Start geht, weil sich der Termin mit seinen Urlaubsplänen kreuzt. Das ist aber nicht weiter tragisch, denn die Crossfitter der Bravehearts zählen insgesamt rund 200 Leute in ihrer Community.

Mitmachen können bei den Mainland-Games pro Team fünf Personen, die sich in den Mannschaftswettbewerben insgesamt zwölf Disziplinen stellen müssen. Für die Crossfitter der Bravehearts ist das kein Problem, überschneiden sich doch einige der Disziplinen, bei denen schwere Gegenstände geworfen, gestoßen, getragen oder einfach angehoben werden müssen, mit ihrer Sportart, dem Crossfit, bei dem zudem noch Rennen, Rudern und Seilspringen sowie Seile hochklettern auf dem Plan stehen. Ein Sport für Allrounder eben. Ohne Ehrgeiz geht nichts, so viel steht fest. Auch bei den Mainland-Games nicht. Ein Frauen-Team habe es im letzten Jahr sogar auf Platz zwei geschafft. "Doch darum geht es nicht", so Mühlhaus. Für die Bravehearts stehe vor allem der Spaß im Vordergrund. "Die Stimmung ist super, inzwischen kennt man dort viele Menschen. Wir sind einfach eine große Community", erzählt Mühlhaus von der Faszination der High- und insbesondere der Mainland-Games.

Ähnlich sieht es auch Veranstalterin Birgit Remmer, die seit einiger Zeit ein Faible für die schottischen Traditionen hat, gemeinsam mit ihrem Mann bereits seit dem Jahr 2005 anlässlich des St. Patrick’s-Day jährlich im März ein Irish Weekend in Rüsselsheim veranstaltet. "Irgendwann kam die Verwaltung auf uns zu und fragte, ob wir anlässlich des Kultursommers 2008 nicht auch etwas im Sommer machen wollen?" Das Ehepaar fackelte nicht lange und geht seither jedes Jahr aufs Neue mit den auf den Mainwiesen ausgetragenen Schwergewichtswettkämpfen an den Start. "Was die Teilnehmer angeht sind wir die größte Highland-Veranstaltung in Europa, zumindest außerhalb von Schottland", sagt Remmer und lacht. Auf der britischen Insel selbst sei der Highland-Sport aber noch mal eine "ganz andere Nummer".

Doch verstecken müssen sich die Rüsselsheimer mit ihren Wettbewerben nicht, bieten sowohl am Samstag als auch am Sonntag ein rundes Programm. "Da ist für jeden etwas dabei", ist sich Remmer sicher. Für die Teilnehmer aus Wörrstadt und Udenheim ja vielleicht sogar die eine oder andere gute Platzierung auf dem Siegerpodest.


Ruderausbildung auf dem Main am RRK-Bootssteg und das RRK-Bootshaus in der Abendsonne am 30. August 2016

LISTE DER ÄNDERUNGEN

In der Grafik eingezeichnet sind die vom Viererbündnis beschlossenen Änderungen. Diese reduzieren die Gesamtkosten von 1.3 auf 1,05 Millionen Euro.

1. Wassergebundene Decke statt Pflasterung. Wegen der schlechteren Belastbarkeit ist ein Befahren nicht mehr möglich. Höherer Pflegeaufwand.

2. und 3. Verzicht auf Wurzelschutz. Verkürzte Lebenszeit des Baumes (Blut-Buche).

4. Erhalt des Ahorn-Baumes. Verlust von zwei Parkplätzen.

5. Erhöhung der Zahl behindertengerechter Parkplätze. Verlust eines regulären Stellplatzes.

6. Erhalt Atlas-Zeder. Baum passt nicht in historischen Kontext, nimmt historischer Blut-Buche ihre Bedeutung.

7. Erhalt Blut-Buche: Erhöhte Pflegekosten, Wegeverlauf kann nicht korrigiert werden.

8. Erhalt vorhandener Wegeabschnitt. Zusätzliche Arbeiten im Wurzelbereich des Ginko-Baumes.

9. Verzicht auf Gebäudenahen Standort des Brunnens. Höhere Einbaukosten durch fehlende Leitungen.

10a und b. Verzicht auf Neubau Treppe und Wegeerneuerung. Keine Direktverbindung in den Festungsgraben.

11. Keine Grunderneuerung des Rasens. Höherer Pflegeaufwand nach intensiver Nutzung.

12. Verzicht auf Gehölz- und Staudenpflanzung.

Weitere Einsparungen betreffen Sanierungsmaßnahmen, die Beleuchtung und Pflasterarbeiten.


Mehr Kosmetik als Sanierung

OPELVILLEN   Verwaltung präsentiert neuen Plan zur Umgestaltung des Außenbereichs / Umsetzung erst nach Hessentag

Von André Domes (aus "Main-Spitze" vom 27.08.2016)

Eine grundlegende Umgestaltung des Freigeländes an den Opelvillen wird es bis zum Hessentag im Juni 2017 nicht geben. Und was danach erfolgen wird, ist zumindest aus Sicht der Planer kein großer Wurf. Wegen eines von den Stadtverordneten im Juni beschlossenen Kostendeckels für die Maßnahme können wesentliche Punkte der Konzeption nicht mehr wie vorgesehen umgesetzt werden.

Wie Landschaftsarchitekt Ralf Habermann, Oberbürgermeister Patrick Burghardt (CDU) und Stadtplaner Frank Kohmann am Freitag erläuterten, geht die Kostenreduktion insbesondere zu Lasten von Sanierungsmaßnahmen, die auf dem Gelände langfristig für geringere Unterhaltungskosten gesorgt hätten.

Die etwa sechs Monate dauernde Umgestaltung, für die es keine gesonderte Beschlussvorlage mehr geben wird, könne nun erst nach dem Hessentag angegangen werden. Einerseits könne man erst spät in die Vergabe einsteigen, zudem stünden noch neuerliche Gespräche mit Denkmalpflege und Anwohnern an.

Planung nur noch mit 900.000 Euro

Die Vorgeschichte: Im Juni beschloss das Viererbündnis aus SPD, WsR, Grünen und Linke/Liste Solidarität eine Liste von Änderungen an der im Januar vorgestellten und im April vom Magistrat goutierten Opelvillen-Planung. Zentrale Punkte waren die Deckelung der Kosten auf maximal 900.000 Euro und das Verbot, bestimmte Bäume auf dem Gelände zu fällen. Argumentiert wurde, dass durch eine weniger aufwändige und um einige Maßnahmen reduzierte Planung die Kosten wesentlich reduziert werden können und gleichzeitig mehr Grün auf dem Areal erhalten bleibe.

Die ursprüngliche Planung war mit 1,3 Millionen Euro angesetzt. Zwei Drittel der Kosten hätte das Land Hessen übernommen. Durch die Umplanung spart die Stadt damit nur noch rund 130.000 Euro. Immerhin übernehme das Land auch nach dem Hessentag noch den Kostenanteil, berichtete Burghardt. Durch die Änderungen haben sich die Planungskosten um 10.000 Euro erhöht.

Nach Einschätzung von Landschaftsarchitekt Habermann ist die Einsparung aber auch sonst teuer erkauft: "Viele Dinge, die Folgekosten deutlich reduziert hätten, sind jetzt eben nicht mehr drin. In den meisten Fällen ist das jetzt mehr Kosmetik als Zukunftsinvestition." Größer und damit teurer werde der Pflegeaufwand zum Beispiel da, wo geschädigte Bäume nun stehenbleiben oder auf sinnvolle Wurzelsicherung verzichtet werden müsse. "Das ist bei der großen Blut-Buche am Herrenhaus zum Beispiel der Fall. Es ist klar, dass sich die Lebenszeit dieses eigentlich noch gesunden Baums damit verkürzt."

Weniger Investitionskosten, dafür aber mehr Pflegebedarf sei auch bei der Mittelachse zu erwarten. Eigentlich war vorgesehen, auf Höhe des Villen-Verbindungsbaus einen gepflasterten Weg anzulegen, der als repräsentative Anfahrt vom Scheuermann-Weg zu den Opelvillen hin genutzt werden kann. Nun soll dort eine günstiger zu bauende wassergebundene Decke verwendet werden, die mehrmals pro Jahr gepflegt werden muss. Auch sei die Decke wenig tragfähig, dass nur in Ausnahmefällen Fahrzeuge darüber fahren können – die Müllabfuhr könne den Weg nicht benutzen.

Beleuchtung gestrichen

Bei der Erarbeitung der neuen Planung, berichtete Stadtplaner Kohmann, habe man zunächst versucht, die zwölf vom Viererbündnis beschlossenen Einzelpunkte umzusetzen. Damit sei man aber noch nicht zu einer Planung gekommen, die den Kostenrahmen einhält. Um weiter zu sparen, sei es nötig geworden, auch die Rasensanierung und die Erneuerung der Beleuchtung zu streichen. Auch eine tiefergehende Sanierung der Straße vor den Villen und das Pflastern einiger Fußwege sei nun nicht mehr drin.

"Aus meiner Sicht ist das der falsche Weg für Rüsselsheim. Aber wir sind Verwaltung und setzen das um, was die Politik uns als Auftrag gibt", bedauerte OB Burghardt die Änderungen. Vonseiten der Verwaltung gebe es keine weitere Beschlussvorlage. Sollte die Politik doch noch Änderungen wünschen, müsse von ihr die Initiative kommen.


16. Klassikertreffen in Rüsselsheim: Nicht nur Oldtimer zu bestaunen

Von Sérgio Presta (aus "Main-Spitze" vom 27.06.2016)

"Wir haben hier vor 17 Jahren mit Oldtimer-Enthusiasten wie Werner Kasper wirklich klein angefangen", erinnert sich Heinz Zettl noch gut an die ersten zarten Gehversuche des von ihm mitbegründeten Klassikertreffens rund um die Opelvillen, das längst deutschlandweit seinesgleichen sucht. "Damals gab es hier noch selbst gebackenen Kuchen. Alles war sehr familiär."

Auch wenn am Sonntag, wie schon im Vorjahr, wieder gut 30.000 Menschen etwa 3.000 Fahrzeuge aller Art bestaunten, die familienfreundliche Atmosphäre ist geblieben. Zahlreiche Kinder schleckten im Stadtpark genüsslich an ihrem Eis, während ihre Eltern die Handys zückten, um die faszinierendsten Oldtimer in Bildern festzuhalten, oder sich in Fachgespräche mit den Besitzern der historischen Modelle unterschiedlichster Marken vertieften.

Ein besonders beliebtes Fotomotiv war dabei der gerade erst 30 Jahre alt gewordene und somit ganz frisch zur Riege der Oldtimer zählende Artz "Cordett" des Bauschheimers Jürgen Reitz. "Der Wagen ist ein absolutes Unikat und in der Szene sehr bekannt", erklärte der glückliche Besitzer, der die pechschwarze Kreuzung einer Corvette mit einer Sonderkarosserie des Opel Kadett E erst diesen Monat erstanden und aus dem hohen Norden an den Main geholt hatte.

Auch etwas für Freunde historischer Landmaschinen

Schon wesentlich länger als Oldtimer geht dagegen der dunkelgrüne Bentley Speed Six des Darmstädters Simon Rudnig durch, der nur eine Reihe weiter parkte: "Der Wagen lief bereits 1929 vom Band", erklärte Rudnig, der zum ersten Mal zum Klassikertreffen gekommen war. "Ich bin wirklich überrascht, wie viel hier los ist. Daher kann ich mir durchaus vorstellen, auch nächstes Jahr wiederzukommen."

Doch nicht nur für Automobil-Fanatiker, auch für Freunde von historischen Landmaschinen war etwas geboten. So war eine zehnköpfige Gruppe aus Bischofsheim um Joachim Astheimer mit gleich acht seltenen Porsche-Diesel-Traktoren, den sogenannten "Rotnasen", zur Wiese an der Festung gefahren und ließ es sich beim gemütlichen Nachmittagsbier gut gehen. "Wir kommen schon seit einigen Jahren gern hierher und stoßen gerade bei älteren Menschen auf Begeisterung, die solche Maschinen noch aus ihrer Kindheit kennen", ließ Marcel Plaul wissen, während "Rotnasen"-Besitzer Astheimer zum Rundgang über das mit Attraktionen gespickte Gelände aufgebrochen war.

Große Vielfalt an Fahrzeugen

Zu den besonderen Anziehungspunkten zählte auch das Hochrad des Frankfurters Hans Rügner, der 2009 und 2010 die WM im Hochradfahren gewonnen hatte. "Ich finde die Location hier mitten im Park einfach toll. Zudem ist die Vielfalt an Fahrzeugen absolut beeindruckend", entpuppte sich der in Frack und Zylinder gewandete Weltmeister auch als ausgemachter Oldtimer-Liebhaber.

Auch für Szenekenner Detlef Krehl, der an den Opelvillen moderierte und dabei besondere Teilnehmerfahrzeuge vorstellte, hielt das 16. Klassikertreffen eine schöne Überraschung bereit. "Gleich das erste Fahrzeug, das am Morgen über den roten Teppich fuhr, war ein Morgan." Das blaue "Plus 8"-Modell hatte dem Autoexperten einen ohnehin schon tollen Tag versüßt.

Das Westrondell der Festung Rüsselsheim


Stahlkonstruktion geplant

Freundeskreis der Bürgerstiftung will Westrondell wieder erlebbar machen / Spender gesucht

Von Alexandra Groth (aus "Main-Spitze" vom 26.04.2016)

Es ist ein großes Projekt, das der Freundeskreis der Stiftung Festung sich vorgenommen hat: die Rekonstruktion des Westrondells. Dies soll jedoch nicht mittels Steinen geschehen, um sogleich den Unterschied zum historischen Gemäuer ersichtlich zu machen, wie Uwe Menges, Vorsitzender des knapp 100 Mitglieder zählenden Freundeskreises, im Gespräch mit der "Main-Spitze" erläutert.

Daher soll das Rondell mit einer Stahlkonstruktion nachempfunden werden, um die Ausmaße zu verdeutlichen. Kostenpunkt: mindestens 300.000 Euro. "Ohne größere Spenden ist das nicht innerhalb von zehn Jahren zu realisieren", sieht Menges hier ein langfristiges Projekt, das größte in der Geschichte des 2007 gegründeten Vereins.

Zugänge freilegen

Dennoch wird bereits jetzt mit den ersten Schritten begonnen. Im Februar wurde gerodet, in den nächsten Wochen soll mit der Freilegung der Bastion und der Tunnel begonnen werden, im Sommer dann das Mauerwerk gesichert werden. Denn die Zugänge zum Rondell, die von außen deutlich erkennbar sind, sind innen verfüllt worden. Langfristig soll über diese aber der Zugang zur Stahlkonstruktion ermöglicht werden, wie Menges erläutert.

Rund 60.000 Euro kosten diese Arbeiten, die vom Freundeskreis finanziert werden. Ein Teil der Kosten kann dadurch gedeckt werden, dass beim Bau einer Aussichtsplattform oberhalb des Westrondells, die im November 2014 eröffnet wurde, Kosten gespart werden konnten. Denn ursprünglich sollte die Plattform um die Ecke herumführen, was aber laut Menges aus statischen Gründen nicht umzusetzen gewesen sei. Insgesamt an fünf Stellen – an den vier Ecken und am Eingang – gab es an der Rüsselsheimer Festung ein Rondell. Sie dienten der Rundumsicht und der Verteidigung per Schießscharten.

Freundeskreis

Der Freundeskreis der Bürgerstiftung Festung engagiert sich für den Erhalt der Festung und deren Rekonstruktion.

Geld wird durch Mitgliedsbeiträge (75 Euro/Jahr), Veranstaltungen oder Spenden erwirtschaftet. Von den Mitgliedsbeiträgen gehen jeweils 60 Euro an die Bürgerstiftung Festung.

Die Stiftung habe derzeit das Problem, dass aufgrund der niedrigen Zinsen kaum noch Erträge erwirtschaftet werden.

Wer Mitglied werden will, kann sich an Uwe Menges wenden, 06142-13622. Ein Spendenkonto gibt es bei der Rüsselsheimer Volksbank, IBAN DE32 5009 3000 0020 2126 08.

Mehrere Ebenen

Das Ostrondell ist in Bruchstücken erhalten, neben dem Eingang ist das Fundament des Rondells seit ein paar Jahren wieder sichtbar. "Die Rondells gingen weit über die Wallkrone hinaus", verdeutlicht Menges die Größe. Es gab mehrere Ebenen und Zugänge, was an den unterschiedlichen Höhen der Durchbrüche zu erkennen sei.

"Früher konnte man weit gucken", erinnert der Vorsitzende daran, dass die Festung einst auf unbebautem Areal stand, was natürlich auch mit Sicherheitsgründen zu erklären ist. Daher sei es kein Eingriff in die historische Substanz, wenn man im Festungsgraben Bewuchs entferne oder die Wälle regelmäßig mähe. Denn viele Pflanzen schadeten dem Mauerwerk, vor allem Efeu. In einem ökologischen Gutachten sei dringend dazu geraten worden, vor allem die Götterbäume zu entfernen. Diesem Rat komme man seit einigen Jahren nach.

Neben Freundeskreis und Bürgerstiftung investiert auch die Stadt als Eigentümerin in die Festung. Zeitgleich wie bei der Freilegung am Westrondell soll auf der Rückseite der Festung in Richtung RRK-Platz ein Tunnel freigelegt und gesichert werden. Grund hierfür ist die Schaffung eines zweiten Fluchtwegs, um die Festung weiterhin als Veranstaltungsstätte nutzen zu können. Man kommt dann aus dem Café in den inneren Graben und durch den Tunnel in den äußeren Graben. Eine mobile Treppe, die nur bei Veranstaltungen montiert wird, soll helfen, den Höhenunterschied aus dem Tunnel bis auf den Boden des äußeren Grabens zu überwinden. Die Kosten werden auf rund 100.000 Euro beziffert. Die Arbeiten sollen im Herbst beendet sein


Alter Magistrat segnet Umbaupläne ab

Das Mainvorland und das Areal rund um die Opelvillen sollen schöner werden. Entsprechende Vorlagen werden nun die Stadtverordneten beraten.

Aus "Rüsselsheimer Echo" vom 26.04.2016

Die nächsten Baustellen in Rüsselsheim kündigen sich an. Wie jetzt bekannt wurde, hat der Magistrat den Weg für die Umbauarbeiten am Mainvorland und rund um die Opelvillen geebnet. Das Gremium hat während seiner letzten Sitzung am 19. April – der letzten Sitzung des alten Magistrats, ehe das Gremium bei der jüngsten Stadtverordnetenversammlung neu besetzt wurde – entsprechende Beschlussvorlagen für die Stadtverordnetenversammlung verabschiedet.

Am Mainvorland soll mittels umfangreicher Umbauarbeiten eine Promenade samt Treppenanlage zum Main entstehen. "Wir tragen den Main jetzt nicht nur im Stadtnamen, sondern wollen ihn auch erlebbarer machen. Das Mainvorland bietet innenstadtnah Raum für Erholung und Freizeit", sagt Oberbürgermeister Patrick Burghardt (CDU). Zudem sollen eine Slipanlage für Rettungseinsätze und Stellplätze für Wohnmobile gebaut werden. Derzeit sind am Mainvorland 277 Auto-Parkplätze und fünf Busstellplätze verfügbar. Nach der Umgestaltung werden es wahrscheinlich 224 Autoparkplätze, drei Busstellplätze und sieben Wohnmobilstellplätze sein.

Die Gesamtkosten für die Umgestaltung betragen 1,8 Millionen Euro. 65 Prozent davon sollen vom Land getragen werden, entsprechende Anträge seien gestellt worden, heißt es aus der Stadtverwaltung. Werden diese bewilligt, so beträgt der städtische Anteil 630.000 Euro. Die Zusage sowie die Höhe der Förderung durch das Land stehen jedoch noch aus. Geplant sind die Bauarbeiten von Oktober 2016 bis Juni 2017.

Umgebaut werden sollen zudem die Freiflächen rund um die Opelvillen und die Festung. Die beiden Denkmäler sollen hervorgehoben werden und künftig eindeutiger wahrnehmbar sein.

Erste Pläne schon vorgestellt

Eine erste Planungsgrundlage wurde den Stadtverordneten, wie auch im Fall des Mainvorlandes, bereits vor einigen Monaten präsentiert. In der Zwischenzeit kritisierten allerdings vor allem die Gastronomen aus Opelvillen und Festung die geplante Neugestaltung. Sie fürchten um ihr Geschäft, es fallen zu viele der Parkplätze im unmittelbaren Umfeld weg. Zwischen Grundsatzbeschluss und der Vorlage habe die Verwaltung hinsichtlich der Neuordnung der Parkplätze nach Abstimmungsgesprächen mit Anliegern noch kleinere Anpassungen vorgenommen, heißt es dazu nun aus der Stadtverwaltung.

Hinsichtlich der konkreten Kosten, die die Umgestaltung rund um die Opelvillen nach dem derzeitigen Planungsstand verursachen wird, gibt es keine weiteren Informationen. "Die Bau- und Planungsleistungen sollen aus Städtebaufördermitteln finanziert werden. Der städtische Anteil an den Kosten beträgt etwa 40 Prozent, der Rest wird über die Landesförderung erstattet", sagt Burghardt (CDU). Fördermittel aus dem Programm "Stadtumbau in Hessen" seien bereits 2015 beantragt worden. Die Maßnahme sei generell förderfähig, es werden zur Ausfinanzierung aber noch Fördermittelbewilligungen für 2016 und 2017 erwartet. Der Baubeginn für die Umgestaltung der Freiflächen Opelvillen ist nach entsprechender Beschlussfassung und Ausschreibung für Oktober geplant.

Nachdem der Magistrat für die beiden Planungen grünes Licht gegeben hat, müssen nun noch die Stadtverordneten zustimmen. Die Planungen könnten auf die Tagesordnung der Sitzung am 2. Juni zur Beschlussfassung kommen. göc


Lieber voll als ungenutzt

Umgestaltung von Landungsplatz und Opelvillen-Umfeld sorgt für Wegfall von Stellflächen / Planer sehen ausreichend Alternativen

Von André Domes (aus "Main-Spitze" vom 23.04.2016)

Nicht nur Marktplatz, Friedensplatz und Frankfurter Straße werden bis zum Hessentag 2017 ordentlich umgekrempelt, auch der Landungsplatz und die Fläche vor den Opelvillen sollen noch herausgeputzt werden. Dass die Planungen in beiden Fällen aber auch eine Reduzierung der Autoabstellplätze vorsehen, will einigen Anliegern so gar nicht schmecken. Gastronomiebetriebe, aber auch einige Gewerbetreibende in der Innenstadt, beklagen den Wegfall von Kapazitäten und fürchten Umsatzeinbußen. Wir sprachen mit Oberbürgermeister Patrick Burghardt (CDU) und Stadtplaner Frank Kohmann über die Planungen.

Seit der ersten Vorstellung der Planungen habe es bereits eine Vielzahl von Gesprächen gegeben – mit Gewerbetreibenden ebenso wie mit Anwohnern und den Institutionen in den betroffenen Gebieten. Die eigentliche Gestaltungsplanung sei dabei durchweg auf Wohlwollen gestoßen, versichern Burghardt und Kohmann.

In Zahlen

Im Bereich Opelvillen erstreckt sich der Planungsbereich vom Hauptmann-Scheuermann-Weg bis zum Sommerdamm an den Mainwiesen. Hier gibt es momentan 46 zumeist kostenpflichtige Stellplätze. Nach der Umgestaltung finden sich im Planungsgebiet dort noch 25 Parkplätze, 20 davon entlang der Verna-Park-Mauer an der Ludwig-Dörfler-Allee. Die vorhandenen Parkmöglichkeiten (etwa 25) zwischen der Frankfurter Straße und dem Palais Verna bleiben von der Umgestaltung unberührt.

Auf dem Landungsplatz sollen nach der Umgestaltung noch 224 Parkplätze, plus drei Bus- und sieben Wohnmobil-Stellflächen zur Verfügung stehen. Bislang gibt es dort 277 Parkplätze.

Einwände habe es lediglich mit Blick auf den geplanten Wegfall von Parkplätzen gegeben – vor allem im Bereich der Opelvillen, wo die Stellplätze direkt vor dem Gebäude und entlang des Hauptmann-Scheuermann-Weges zugunsten von Verkehrsberuhigung und einer freien Sichtachse vom Vernapark bis zur Festung gestrichen werden. "Da gibt es einfach einen Widerspruch: Es soll schön aussehen und kein Verkehr sein, aber die Kunden sollen direkt vors Haus fahren können", macht Frank Kohmann die Bedürfnislage klar.

"Wir haben da getan, was wir konnten"

Die Aufgabe lasse sich an den Opelvillen planerisch nicht lösen, ohne den eigentlichen Planungsauftrag zu opfern. Um den Gastronomen und auch dem Museum und dem Kunstzentrum Opelvillen entgegen zu kommen, habe man nachträglich noch eine kleine Parkfläche kurz vor dem Abgang in den Festungsgraben, rechts am Scheuermann-Weg eingefügt. Hier sollen ein Behinderten-Parkplatz und vier reguläre Stellplätze entstehen, die die Sichtachse nicht stören. "Wir haben da getan, was wir konnten", sagt Oberbürgermeister Burghardt und fügt hinzu, dass nur wenige Meter entfernt das Parkhaus Frankfurter Straße mit mehr als 400 Plätzen stehe: "Da findet man zu jeder Tages- und Nachtzeit immer einen Platz und ist in zwei Minuten an der Festung." Um das Parkhaus mehr ins Bewusstsein der Festungs- und Opelvillen-Besucher zu rücken, sei eine Umbenennung in Planung.

Welchen Namen das im Besitz der Stadt befindliche Parkhaus künftig tragen soll, stehe noch nicht fest, Varianten wie "Parkhaus Opelvillen" oder "Parkhaus Festung" seien aber durchaus denkbar.

Ganz ähnlich sieht die Argumentation der Planer beim Blick auf die Landungsplatz-Umgestaltung aus. Hier sollen durch die neue Promenade, aber auch die Einrichtung von Sonderstellflächen für Busse und – nach einem Beschluss der Stadtverordnetenversammlung – auch für Wohnmobile 53 reguläre Parkplätze wegfallen. "Wir haben in den Parkhäusern der Stadt große Kapazitäten, die nicht ausreichend genutzt werden. Und man muss auch sehen: Bisher war der Landungsplatz fast nie wirklich voll", sieht Burghardt kein echtes Problem.

Auch der steigende Parkdruck, der durch die beiden neuen Hotels und Restaurants an der Mainstraße und den Wegfall des Mainblock-Parkplatzes entstehe, werde aus seiner Sicht nicht zu Engpässen führen: "Da kommt man sich nicht in die Quere. Wenn die Restaurants abends ihre Hauptzeit haben, sind die Rathaus-Mitarbeiter schon wieder weg." Darüber hinaus entstünden im Zuge der Marktplatz-Umgestaltung entlang der Mainstraße ja auch noch zusätzliche Kurzzeit-Parkplätze. "Man muss sich ja auch überlegen: Wollen wir Parkplätze unterhalten, die immer leer sind, oder wollen wir Flächen, die gut ausgenutzt sind", fragt Stadtplaner Kohmann.


Umplanung des Mainvorlands: Das neue Wohnzimmer Rüsselsheims

Der Main soll, zumindest gefühlt, näher an die Stadt heranrücken. So beschreibt Oberbürgermeister Patrick Burghardt das Ziel der Umplanung des Mainvorlands. Auch an den Opelvillen soll viel passieren, und die Festung soll sichtbarer werden.

Von ROBIN GÖCKES (aus "Frankfurter Neue Presse" vom 21.01.2016)

Etwa 3,3 Millionen Euro will die Stadt Rüsselsheim in die Umgestaltung des Mainufers am Landungssteg und des Areals vor den Opelvillen und der Festung investieren. "Wir können mehr Geld in die Hand nehmen als ursprünglich geplant, da wir bei der Umgestaltung in der Innenstadt etwa 1,5 Millionen Euro unter dem Plan bleiben werden", erklärt Oberbürgermeister Patrick Burghardt (CDU). Die Pläne, die in den zurückliegenden Monaten erarbeitet wurden, seien im Magistrat auf "wohlwollende Zustimmung gestoßen", ehe sie am gestrigen Abend auch dem Bauausschuss der Stadtverordnetenversammlung präsentiert wurden.

Neugestaltung: Hellgrau ist in unserer Grafik die künftige Flaniermeile markiert. Das dunkelgraue Areal dahinter ist als Radweg vorgesehen.

Strukturiert und geordnet wirkt der Entwurf der Planungen für das Areal rund um die Opelvillen.

Einladende Promenade

Aus dem ungeordneten Durcheinander am Mainufer soll auf einer Länge von 140 Metern eine einladende Promenade werden. Eine Treppenanlage zum Main soll die Verweildauer steigern. Verschiedene Abschnitte sollen Fußgängern und Flaneuren einerseits, Radlern und dem Autoverkehr andererseits vorbehalten bleiben. Kenntlich gemacht werden die Abschnitte mittels unterschiedlicher Bodenbeläge und mit Pollern. "Wir wollen das Areal direkt am Main erschließen, klare Kante zeigen", erklärt Ralf Habermann die Grundidee der Planung. Er ist Geschäftsführer der Götte Landschaftsarchitekten GmbH, aus deren Feder die Umplanungen stammen. Der Radverkehr wird nach dem Willen der Landschaftsarchitekten gezielt vom Radverkehr entkoppelt. "Entstehen soll ein Wohnzimmer der Stadt." Holzbänke sollen zum Verweilen einladen, auch die Poller zwischen Radweg und dem Parkplatz-Areal könnten als Sitzmöbel genutzt werden. "Die Ausstattung wird robust, aber nicht rustikal", erläutert Habermann. Während die Promenade selbst gepflastert werden soll, wird der Radweg asphaltiert und aufgeraut, was wertiger wirke.

Eingeplant ist auch ein ausgewiesener Platz für Reisewohnmobile. Fünf bis acht Plätze wird es geben. "Wir haben Gespräche mit möglichen Betreibern geführt, aber in dieser Größenordnung ist das für die nicht interessant", sagt Burghardt. Deshalb werde es zwar Möglichkeiten für die Wasserzu- und -ableitung geben, aber wohl etwa keine Stromanschlüsse.

Auch die Rüsselsheimer Kerb soll von der Neugestaltung profitieren. Ein aufgeräumter Platz biete flexiblere Gestaltungsmöglichkeiten. "Wir bereinigen die Flächen", sagt Landschaftsarchitekt Habermann. Allerdings wird ein Opfer notwendig sein, um die Planung umsetzen zu können. Etwa 30 Autostellplätze wird es nach der Neuordnung weniger geben als bislang. "Damit kommen wir aber gut zurecht, da ist heute ja wirklich nur in absoluten Ausnahmefällen alles zugestellt", sagt Burghardt.

Bestandteil der Planungen ist auch der Bau einer Slipanlage, an der Boote, etwa von der DLRG und der Feuerwehr, zu Wasser gelassen werden können. "Dieser Aspekt der Planung ist auch schon mit dem DLRG durchgesprochen, die die Anlage vermutlich am meisten nutzen werden."

Die Sichtbarkeit erhöhen

Vor Opelvillen und Festung kommt es den Planern vor allem darauf an, die Sichtbarkeit des Ensembles zu erhöhen. Die Opelvillen sollen künftig von weniger Bewuchs in der direkten Umgebung und einer Neuordnung der derzeit als Parkplatz genutzten Fläche vor den Gebäuden in ihrer Wirkung profitieren. Die Ludwig-Dörfler-Straße bleibt bis zur Abzweigung Hauptmann-Scheuermann-Weg frei befahrbar. Dort soll dann jedoch ein Pflasterwechsel einen verkehrsberuhigten Bereich kenntlich machen. Hinter diesem, in Richtung Mainufer, werden Querparkplätze ausgewiesen.

Das Areal zwischen Opelvillen und Hauptmann-Scheuermann-Weg soll dann nur noch in Ausnahmefällen befahren werden. Die Parkplätze, die aktuell dort ausgewiesen sind, entfallen. In der Bilanz wird es künftig fünf Parkplätze weniger geben als bisher. "Aber auch hier wird die Zahl der Parkplätze auch in Zukunft im Alltag absolut ausreichen", ist sich Burghardt sicher.

Entstehen sollen zwei abgesenkte Rasenflächen, die das Gebäudeensemble gestalterisch aufnehmen. Bis auf die Blutbuche direkt vor den Opelvillen wird der Bewuchs zurückgeschnitten oder entfernt, wovon nicht nur der historische Gebäudekomplex, sondern auch die Blutbuche selbst profitieren sollen. "Das gesamte Areal ist nach Auskunft der Denkmalschutzbehörde ein Denkmal im Sinne des Gesetzes", sagt Landschaftsarchitekt Habermann. Die Festung soll künftig, genau wie die Opelvillen, deutlich besser wahrnehmbar sein und zur Geltung kommen. Eine Teilfläche des Areals, welche für die Ferienspiele im Sommer genutzt wird, soll robuster gestaltet werden. "Sie wird noch als Wiese erkennbar sein, aber einfach mehr mitmachen", sagt der Landschaftsarchitekt. Eine weitere Teilfläche soll künftig als Freilufterweiterung des Museums in den Opelvillen dienen. "Das ist erklärter Wille", sagt Burghardt.

Mit Volldampf in die Zukunft: So illustriert Bengt Fosshag die Entwicklung des Automobils.

Beschlossen sind die Planungen noch nicht. Bislang handelt es sich lediglich um Entwürfe, welche man nun aber den Stadtverordneten präsentieren wollte, sagt Burghardt.

Im Planungs- und Bauausschuss

"Wenn da jetzt keine großen Einsprüche kommen, werden wir bis Juni eine Beschlussvorlage erarbeiten", erläutert der Oberbürgermeister das weitere Vorgehen. Wird die von den Stadtverordneten verabschiedet, geht es an die Vergabe der Aufträge und bereits im Herbst dieses Jahres könnte mit der Umsetzung der Pläne begonnen werden. Fertig sein soll die Neugestaltung bis zum Hessentag im Jahr 2017.


Drittes Motiv enthüllt

Aus "Frankfurter Neue Presse" vom 19.01.2016

Anlässlich des Neujahrsempfangs des Rüsselsheimer Gewerbevereins im Stadttheater wurde das dritte von insgesamt vier Hessentags-Motiven des Rüsselsheimer Grafikers Bengt Fosshag enthüllt. Das Werk zeigt ein raketengetriebenes, selbststeuerndes Cabrio, dessen Passagier fröhlich lächelnd einen Laptop bedient. Es soll Vergangenheit und Zukunft der Stadt Rüsselsheim im Hinblick auf die Automobilwirtschaft symbolisieren. In seinen vier Motiven thematisiert Fosshag die Stadtverwaltung, die Kulturschaffenden, die Sportvereine und -verbände sowie die örtliche Wirtschaft. Das vierte Motiv zum Hessentag, welches sich mit der Rüsselsheimer Sportlandschaft befassen wird, soll anlässlich der Sportlerehrung enthüllt werden. Bengt Fosshag, geboren 1940, hat Grafik-Design studiert und war Art Director in mehreren Werbeagenturen. Seit 1983 ist er als freischaffender Illustrator tätig. Seine Arbeit wurde in den zurückliegenden Jahrzehnten international und national vielfach ausgezeichnet. göc


So soll sich der Hessentag 2017 verteilen. Blau sind die Landesangebote, gelb die Flächen, die von der Stadt und den Rüsselsheimer Vereinen und Institutionen bespielt werden sollen. Nicht auf unserer Grafik ist die Hessentagsarena am Adam-Opel-Haus. Rot ist die Shuttlebus-Linie.

Was ist wo auf dem Hessentag?

Stadt präsentiert Einzelheiten der Planung / Innovation und Internationalität als Kernthemen

Von André Domes (aus "Main-Spitze" vom 4. Dezember 2015)

Schritt für Schritt wird es immer konkreter, wie der Hessentag 2017 in Rüsselsheim aussehen soll: Am Donnerstagnachmittag stellten Oberbürgermeister Patrick Burghardt und einige der städtischen Hessentagsplaner das Flächenkonzept für das Landesfest vor, an der im Rathaus seit einigen Monaten gearbeitet wurde.

Darin wird nicht nur deutlich, welche Themenbereiche wo im Stadtgebiet angesiedelt werden sollen, sondern auch die Rolle des Kooperationspartners Opel nimmt konkretere Formen an.

"Es wird alles sehr kompakt und sehr gut erreichbar", wirbt der Oberbürgermeister für die Flächenplanung. Rüsselsheim sei nach Kassel 2012 die zweitgrößte Ausrichterkommune und könne im Vergleich zu ländlichen Orten allein durch ihre innerstädtischen Flächen und die hervorragende Verkehrsanbindung für Besucher gute Rahmenbedingungen bieten. Dazu gehöre, dass beide Bahnhöfe in die Konzeption einbezogen werden können und die große Hessentagsarena am Adam-Opel-Haus für 32.000 Menschen von dort aus fußläufig erreichbar ist.

Das Herz des Hessentages schlage aber nicht auf der großen Bühne, sondern in der Innenstadt, betont der OB. Insbesondere im Bereich zwischen Marktplatz und Stadion, um den Verna-Park und das dortige Weindorf, die Festung und das Mainvorland sich die Angebote konzentrieren und den Besuchern viel Abwechslung auf kleinem Raum bieten. Neben der beliebten Naturausstellung "Natur auf der Spur" auf den Mainwiesen sollen sich hier auch Vereinsangebote entlang einer "Straße der Region" wiederfinden und auch die Stadt Rüsselsheim selbst plant, ihre Angebote im Bereich der Opelvillen und der Festung anzusiedeln.

Weitere Details

Die Stadt will für ihre eigenen Angebote zwei Schwerpunkte setzen. Das erste Thema "von der Arbeiterstadt zur Denkfabrik" wird sich in der "Straße der Innovation" wiederfinden, das zweite Thema, die Internationalität, soll auf dem Marktplatz und im Bereich der Opelvillen in den Fokus gerückt werden.

Teile des Programms werden sich auch in den Stadtteilen sowie Hallen und Schulgebäuden abspielen. Diese Punkte werden später noch näher vorgestellt.

Opel engagiert sich stark

Durch die gesamte Innenstadt hindurch wird sich die Hessentagsstraße ziehen, die sich in zwei grobe Teilbereiche gliedert. Im Westend soll eine "Straße der Innovation" entstehen, auf der Forschung, Entwicklung und Mobilität die bestimmenden Themen sein sollen. Hier sollen sich Opel und andere Unternehmen des Technologiestandortes Rüsselsheim präsentieren, aber auch die Hochschule mit Projekten und Angeboten. Vom Marktplatz bis zum Stadion sind die klassischen Hessentagsangebote angesiedelt. Auf dem Friedensplatz wird beispielsweise die Polizei ihre Repräsentanz erhalten, die Bundeswehr soll ihr Lager an der Stresemann-Anlage aufschlagen.

Deutlich wird nun, wie das Engagement der Adam Opel AG aussehen wird: Zum einen soll die Opel-Veranstaltungshalle K48 ins Veranstaltungsprogramm eingebunden werden, weshalb der Aufbau eines teuren Festzeltes für mindestens 8.000 Personen entfallen kann. Auch die traditionelle Landesausstellung wird nicht in einem Zelt, sondern in Opel-Hallen im Bereich M55 untergebracht. Zusammen mit den Parkflächen auf Opel-Gelände ergebe sich so schon eine enorme Kostenersparnis im Vergleich zu anderen Hessentagsstädten, sagt der OB. Zudem habe sich Opel bereit erklärt, die eigene Grafikabteilung mit der Entwicklung des Hessentagslogos zu beschäftigen.


Stadt will attraktiver werden

Vor dem Hessentag soll auf dem Mainvorland ein Kunstpfad entstehen. Ein Drittel der Kosten soll die Stadt selbst tragen.

Von ROBIN GÖCKES (aus "Frankfurter Neue Presse" vom 3. Dezember 2015)

Kunst im öffentlichen Raum ist in Rüsselsheim seit Jahren fester Bestandteil des Stadtbildes. Egal, ob es das "Familientreffen" von Ottmar Hörl vor dem Rathaus oder im Vernapark, das Opel-Denkmal vor den Toren des Altwerks oder der Leinreiter am Mainufer ist – die Kunstwerke bereichern die Innenstadt. Und es könnten sehr bald noch einige dazu kommen. Spätestens zum Hessentag 2017 soll sich das Rüsselsheimer Mainufer nämlich weiterentwickelt haben. Geplant ist laut eines Magistratsberichts, einen "Kunstpfad" mit vier Stationen anzulegen. Seinen Anfang soll dieser am Leinreiter-Denkmal unterhalb der Mainstraße haben und den vorhandenen Radwegen folgend, bis zu der Grünfläche unterhalb der Opelvillen führen.

An vier strategisch gewählten Punkten sollen die Skulpturen aufgestellt werden und das Mainvorland auch nach dem Hessentag 2017 bereichern.

Fördergelder zur Finanzierung

Kosten darf die kulturelle Bereicherung der grünen Wiesen insgesamt 300.000 Euro, wovon die Stadt 100.000 Euro tragen soll. Der Rest soll über Fördergelder finanziert werden. Welche Kunstwerke aufgestellt werden, ist noch nicht geklärt. Die Standorte entlang des Radwegs sollen den Vorteil haben, dass sich die Mainwiesen auch künftig flexibel von Veranstaltern nutzen lassen.

Eine Vorschlagsjury soll die Ergebnisse eines zuvor ausgelobten Wettbewerbs im ersten Quartal 2016 sichten. Diese Vorschlagsjury soll aus dem Hessischen Kunstbeirat und dem Kulturdezernenten bestehen. Sie soll zwölf Kunstwerke auswählen, welche schließlich als Modell ausgestellt und so der Bevölkerung zugänglich gemacht werden. "Die Entscheidung der Bevölkerung" soll schließlich einer zweiten Jury, der Vergabejury, zukommen und in deren Entscheidung über die letztliche Auswahl jener vier Kunstwerke einfließen, die auf dem Mainufer stehen werden.

Eng verknüpft mit den Opelvillen

Neben dem Stadtverordnetenvorsteher, dem Oberbürgermeister und dem Kulturdezernenten sollen auch Dr. Beate Kemfert vom Vorstand der Stiftung Opelvillen, der Vorsitzende des Kunstvereins Rüsselsheim sowie Peter Gorschlüter vom Museum für Moderne Kunst in Frankfurt und Vertreter möglicher Geldgeber in der Vergabejury sitzen. "Die Kuratierung des Kunstpfads wird eng verknüpft mit der Kunst- und Kulturstiftung Opelvillen, die bei dem gesamten Prozess eng eingebunden sein wird", heißt es im Magistratsbericht.

Inhaltlich sollen sich die Kunstwerke mit vier Themenschwerpunkten auseinandersetzen: Industrialisierung, Strukturwandel, Arbeitswelten und Migration. So sollen Vergangenheit und Gegenwart der Opel-Stadt eingebunden werden. Weitere Kriterien, die an die Auswahl der Kunstwerke angelegt werden, sind deren Witterungsbeständigkeit und die Fähigkeit, auch Hochwasserszenarien unbeschadet zu überstehen. Darüber hinaus sollen die Werke eine Interaktion ermöglichen. So sollen vor allem jüngere Menschen dazu gebracht werden, sich mit den Kunstwerken auseinanderzusetzen und sich diesen "spielerisch zu nähern".

Der Zeitplan für die Vorbereitung des Wettbewerbs, die Bewertung der Kunstwerke und die letztliche Auswahl und Aufstellung ist eng getaktet. Noch im zweiten Quartal 2016 sollen die Modelle der Kunstwerke ausgestellt werden. Die Vergabejury wird ihre Entscheidung dann im dritten Quartal treffen und die Arbeiten in Auftrag geben. Ende des kommenden Jahres und Anfang 2017 sind dann die Vorbereitungen an den Standorten eingeplant. Und fertig sein soll der Kunstpfad bereits im zweiten Quartal 2017.

Fosshags zweites Hessentagsmotiv ist der Kultur gewidmet.


Zweites Motiv zum Hessentag

Aus "Rüsselsheimer Echo" vom 7. November 2015

(red). Das zweite Hessentagsmotiv von Bengt Fosshag ist als handsignierter Kunstdruck beim Stadtmarketing erhältlich. Der Grafikdesigner und Illustrator aus Rüsselsheim unterstützt den Hessentag 2017 mit Illustrationen, die symbolhaft alle am Hessentag beteiligten Gruppierungen darstellen. Das erste Motiv "Fliegendes Rathaus" erschien im Juli und repräsentiert die Stadtverwaltung. Das zweite Motiv steht für die Kulturschaffenden. Insgesamt wird es vier Motive geben, die jeweils in limitierter Auflage von 20 Bildern als handsignierte Kunstdrucke produziert und bei der Stadtverwaltung für 80 Euro erworben werden können. Wer Interesse hat, kann sich an Bärbel Becker vom Stadtmarketing wenden, Telefon 06142-83 20 21, E-Mail stadtmarketing@ruesselsheim.de.


Ideen und helfende Hände werden gebraucht

Wie sich Vereine beim Landesfest einbringen können / Breite Palette für ehrenamtliches Engagement

Von Alexandra Groth (aus "Main-Spitze" vom 5. November 2015)

Wie sich Vereine am Hessentag 2017 beteiligen können, dazu gebe es viele Möglichkeiten, sagte Oberbürgermeister Patrick Burghardt (CDU) am Dienstagabend vor knapp 250 Vereinsvertretern. Die Stadtverwaltung sei offen für Ideen, forderte er auf, sich mit konkreten Vorschlägen zu melden. Es sei wünschenswert, aber kein Muss, wenn sich die Vereine bei ihren Angeboten an den zwei formulierten Leitthemen orientierten. Diese lauten "von der Arbeiterstadt zur Denkfabrik" und "internationale Stadt".

Im Prinzip gebe es drei Bereiche, wo sich Vereine einbringen können. Zum einen könne sich jeder ehrenamtlich als Helfer melden, denn zum Beispiel werden Ansprechpartner an den Infoständen, Parkplatzeinweiser oder Kinderbetreuer gebraucht. In Bensheim seien dies etwa 3.500 Freiwillige gewesen. Zum anderen könnten die Vereine Beiträge zum Programm beisteuern, durch kulturelle oder sportliche Angebote, Ausstellungen, Workshops und Ähnliches. Burghardt zog den Vergleich zu Bensheim, wo 2014 von 1.000 Veranstaltungen rund 250 mit örtlicher Beteiligung stattgefunden hätten. Er gehe davon aus, dass dies in Rüsselsheim noch mehr sein werden.

Als dritte Möglichkeit nannte der OB Infostände auf der Hessentagsstraße. Hier jedoch müsse bedacht werden, dass ein Stand an zehn Tagen jeweils von 10 bis 22 Uhr besetzt werden müsse, es also sehr vieler Helfern bedürfe. Er regte an, Gemeinschaftsstände zu initiieren, was gerade bei den kleineren Vereinen auf Interesse stieß.

Der OB skizzierte bei der Veranstaltung auch noch einmal, wo der Hessentag stattfinden soll. Zentrum werde die Innenstadt sein, alle Plätze sollen bespielt werden, gerne auch mit Auftritten der Vereine auf den Bühnen. Hinzu kommen das Theater, der Vernapark, der Bereich um die Opelvillen sowie das Mainvorland und der Main, auf dem auch Schiffe eine Rolle spielen sollen, wie Burghardt andeutete. Vom Opel-Tor M55 bis zum Stadion soll die Hessentagsstraße reichen. "Wir wollen auch, dass die Ortsteile stattfinden", unterstrich Burghardt auf Nachfrage. Er forderte die Stadtteilvertreter auf, sich Gedanken zu machen, was sie anbieten könnten, dann werde man sehen, wie man die Besuchern in die Stadtteile bringt oder wie sich die Stadtteile umgekehrt in der Innenstadt präsentieren können. Denkbar sei auch, dass dort Übernachtungsmöglichkeiten für Jugendliche geschaffen würden, wie bereits angeregt worden sei. Reinhard Hill von den Königstädter Ortsvereinen schlug vor, dass sich die Stadtteile im Vorfeld zusammensetzen, um doppelte Arbeit zu vermeiden und sich nicht gegenseitig auf den Füßen zu stehen.

Zur Anregung, Leerstände in der Innenstadt für künstlerische Angebote zu nutzen, sagte der OB, dass dies an den Besitzern liege. Für das ehemalige Karstadt-Gebäude versprach er, dass es 2017 nicht mehr so aussehe wie jetzt. Man sei nach wie vor in Gesprächen, er könne dazu aber nicht mehr sagen. Gerhard Hackbarth von der Lebenshilfe regte an, wenigstens das Erdgeschoss freundlich mit Läden zu gestalten, wofür er Applaus bekam.

"Der Hessentag ist extrem wichtig für die Stadt und die Menschen", betonte der OB erneut. Er wolle, dass sich das Image der Stadt ändere und die Rüsselsheimer wieder stolz auf ihre Stadt sind. Zudem würden die durch Zuschüsse möglichen Investitionen "uns in vielen Teilen voranbringen, die sonst nicht möglich gewesen wären".


Interesse am Hessentag steigt

Rund 250 Vertreter von Vereinen informieren sich / Kostenfrage wird oft gestellt

Von Alexandra Groth (aus "Main-Spitze" vom 5. November 2015)

Konnte man in den vergangenen Wochen immer wieder den Eindruck gewinnen, dass der Hessentag 2017 von den Rüsselsheimern nicht gewollt ist, sogar Abstimmungen über die Ausrichtung von Gruppierungen gefordert wurden, zeigte sich am Dienstagabend im Ratssaal ein gänzlich anderes Bild: Knapp 250 Vereinsvertreter waren der Einladung der Stadtverwaltung zu einer ersten Informationsveranstaltung für das Landesfest gefolgt.

Die große Zahl sei "beeindruckend", machte Oberbürgermeister Patrick Burghardt (CDU) keinen Hehl aus seiner Freude über das Interesse. Aber nicht nur die Teilnehmerzahl war ein Zeichen pro Hessentag. Sondern auch die Wortbeiträge zeigten, dass eine positive Einstellung dominiert. Es gab keine einzige negative Äußerung. Im Gegenteil: Radverkehrsbeauftragter und ADFC-Vorsitzender Mario Schuller lobte – unter Applaus der Anwesenden – ausdrücklich die Stadtverwaltung, dass sie die Arbeit für die Organisation des Hessentags auf sich nehme, obwohl sie "sowieso schon viel zu tun hat".

Ebenso waren unter den 250 Anwesenden nicht nur die bekannten Vertreter der vielfach in der Öffentlichkeit präsenten Vereine, sondern auch eher weniger im Stadtbild bekannte Vereine wie zum Beispiel der Flugsportclub Rüsselsheim, der ebenfalls Interesse äußerte, sich zu beteiligen. Aufgrund der Beschränkungen in der Einflugschneise des Frankfurter Flughafens ist dies nicht uneingeschränkt möglich. In einem Gespräch soll nun geschaut werden, was machbar ist.

Teilnahme soll auch für Vereine mit "kleinem Budget" möglich sein

Auch wenn das Interesse am Dienstagabend hoch war, bleibt abzuwarten, wie viele am Ende tatsächlich mitmachen. Dies wird vermutlich davon abhängen, welche Rahmenbedingungen für die Vereine gelten. Denn den Fragen mehrerer Vereinsvertreter war zu entnehmen, dass die finanzielle Belastung derzeit das vorrangige Interesse ist. Es müsse auch für kleine Vereine tragbar sein, äußerten sich mehrere. Zu den genauen Kosten konnte Burghardt noch keine genauen Angaben machen. In Herborn, wo der Hessentag im kommenden Jahr stattfindet, würden von gemeinnützigen Organisationen 120 Euro für einen reinen Infostand verlangt, mit Essens- und Getränkeverkauf werde es teurer. Ähnliches gelte für Gema-Gebühren für Veranstaltungen, was von der Größe abhänge.

Er versprach für das erste Quartal 2016 weitere Details zu diesen Themen. "Es wird kein Konzert an Gema-Gebühren scheitern. Wir werden es erträglich für die Vereine gestalten", versprach Burghardt, dass nur ein "kleines Budget" notwendig sei. Über die genauen Gebühren müsse man sich noch mal unterhalten, schließlich müsse der Hessentag auch finanziert werden, wagte er hier nicht die Zusage für eine kostenlose Teilnahme.

Vereine möchten ihre Kasse durch den Hessentag aufbessern

"Wir brauchen beim nächsten Treffen eine ordentliche Aussage zu den Kosten", forderte unter anderem Andrea Wahl für die Skatfreunde. Schließlich wollten die Vereine den Hessentag nicht nur nutzen, sich zu präsentieren, sondern auch die Vereinskasse aufzubessern, indem Speisen und Getränke verkauft werden. Von anderer Seite kam der Wunsch, sich im geplanten Weindorf im Vernapark mit einem Stand zu beteiligen. Diesem Ansinnen musste Burghardt aber mehr oder weniger eine Absage erteilen. Denn das Weindorf werde von den Winzergenossenschaften in Hessen organisiert, so dass es dort "relativ wenig Spielraum für Vereine" gebe. Es fänden sich aber andere attraktive Möglichkeiten.


Großes Interesse am Landesfest

Welche Chancen der Hessentag für die Rüsselsheimer Vereine bieten wird, darüber informierte Oberbürgermeister Patrick Burghardt rund 250 Vereinsvertreter.

Von ROBIN GÖCKES (aus "Frankfurter Neue Presse" vom 5. November 2015)

Mit einem solchen Andrang hatte auch Oberbürgermeister Patrick Burghardt (CDU) nicht gerechnet. Vereine, Stiftungen und Institutionen waren eingeladen, um sich über ihre Mitwirkungsmöglichkeiten beim Hessentag zu informieren. Rund 250 waren gekommen, und damit war so ziemlich jeder Platz im Ratssaal besetzt. "So etwas hatten wir noch nie, und das ist ein richtig guter Start", freute sich Burghardt. Ohne die Mitwirkung der Vereine, betonte Burghardt, sei der Hessentag nicht zu stemmen. Der Oberbürgermeister baut auf die Rüsselsheimer, und zwar gleich mehrfach. Er hofft, dass sich viele dafür entscheiden, ehrenamtlich bei dem Fest zu helfen. Rund 3.500 Ehrenamtler unterstützten die Organisation des Hessentags in Bensheim, eine ähnliche Größenordnung werde wohl auch in Rüsselsheim benötigt. Vor allem sei der Hessentag aber eine schöne Chance für die Vereine, ihre Arbeit zu präsentieren – entweder beim Hessentags-Umzug, mit einem Stand auf der Festmeile, einem Auftritt auf einer der Aktionsbühnen oder im Theater. Zwei Leitthemen sollen die inhaltlichen Beiträge prägen: "Von der Arbeiterstadt zur Denkfabrik" und "Rüsselsheim – eine internationale Stadt" lauten die Eckpfeiler des Programms.

Viele Antworten mussten der Oberbürgermeister und sein Team an diesem Abend noch schuldig bleiben. Wie hoch etwa die Standgebühr genau sein wird, ist noch nicht festgelegt. Ebenfalls offen ist, ob und wie die Vereine möglicherweise bei der finanziellen Last, die wegen der Gema-Gebühren entstehen können, unterstützt werden. "An den Gema-Gebühren werden wir kein Konzert scheitern lassen", sagte Burghardt. Vor allem für Vereine mit wenigen Mitgliedern wäre ein eigener Stand auf der Hessentagsmeile, der über zehn Tage jeweils von 10 bis 22 Uhr besetzt werden muss, ein echter Kraftakt – auch ohne Standgebühren. "Kann sich ein kleiner Verein die Teilnahme überhaupt leisten?", fragte etwa Monika Rink vom Volkschor. Burghardt verwies auf die Gebührenordnung vom Bensheimer Hessentag, an der sich Rüsselsheim wohl zumindest orientieren wird. Zudem sei es für kleinere Vereine auch möglich, gemeinsam einen Stand zu betreiben.

Auch welche Rolle der Main in den Planungen für das Fest genau spielen soll, ist noch nicht im Detail geklärt. Etwa der Shantychor soll aber "ganz sicher" ein schönes Ambiente am Fluss für ein Konzert vorfinden. Und auch die Innenstadt soll schöner werden. Leerstände soll es nach Möglichkeit nicht mehr geben. "Und so, wie der Karstadt jetzt aussieht, wird er zum Hessentag garantiert nicht mehr aussehen", versprach Burghardt.

Die Stadtteile sollen – bei aller Konzentration auf die Festmeile in der Innenstadt – nicht vergessen werden, sagte der Oberbürgermeister. In Haßloch gibt es schon erste konkrete Überlegungen, wie der Stadtteil sich zum Landesfest präsentieren kann, andernorts beginnen derzeit die Gespräche. "Wenn die Vereine sich dafür entscheiden, in den Stadtteilen etwas zu organisieren, werden wir sehen, wie wir die Menschen dann auch dort hin bekommen", sagte Burghardt.

Im kommenden Jahr sind eine ganze Reihe weiterer Infoveranstaltungen für Vereine, Organisationen und Ehrenamtler geplant.


Rüsselsheimer Hessentag wird gegen Kritiker verteidigt

Aus "Frankfurter Neue Presse" vom 21. Oktober 2015

Lange hat der erste Widerstand gegen die Forderung nach einem Aufschub für den Hessentag in Rüsselsheim durch die Kommunalwahlliste "Wir sind Rüsselsheim" nicht auf sich warten lassen.

CDU-Vorsitzender Thorsten Weber erklärt: "Dem Hessentag, sowie den damit verbundenen Infrastrukturmaßnahmen, liegt sehr wohl ein Gesamtkonzept vor." Konkret geht es etwa um die Weiterentwicklung der Innenstadt und die räumliche Aufwertung einzelner Teilbereiche. Machbar sei dies nur "durch die Fördermittel, die es als Infrastrukturhilfe zum Hessentag gibt". Schon jetzt sei Rüsselsheim aufgrund des Zuschlags für den Hessentag stärker in den Fokus möglicher Investoren gerückt. "Die Stadt wird sich als das darstellen, was sie ist, moderner Wohnstandort und Innovationsstandort im Rhein Main Gebiet. Dies ist eine Chance, die man auf anderen Wegen so nicht bekommt. Die öffentliche Wahrnehmung des Hessentages geht weit über die Landesgrenzen hinaus." Und auch CDU-Fraktionschef Michael Ohlert findet klare Worte. "Der Hessentag wird 2017 ein unvergessliches Stadterlebnis. Das lassen wir uns nicht madig reden", sagt er und verweist auf die bereits stattgefundenen Informationsveranstaltungen, die Bürgerversammlung, die Sitzung des Hessentagsbeirats sowie lnfobriefe an Magistratsvertreter und Stadtverordnete.

Auch Achim Weidner, Stadtverordneter und Kandidat für die Kommunalwahl mit eigener Ein-Mann-Liste, verteidigt den Hessentag. "Der Hessentag ist das Landesfest des Bundeslandes Hessen. Da kann man nicht sagen, ich möchte am Sankt Nimmerleinstag eine Bewerbung platzieren. Da gibt es Termine die gesetzt sind", sagt er. Weidner verteidigt die Entscheidung des Rathauses für den Hessentag gegen die Kritiker. "Der Hessentag nach 2017 wird mit anderen Finanzmitteln seitens des Landes bedacht werden. Da war es richtig, den Stier jetzt bei den Hörnern zu packen und diese Chance zu nutzen. Die daraus erwachsenden Herausforderungen tut einer lamentierenden und an Selbstzweifeln zerfressenen Stadt gut", sagt er. göc


Hessentags-Konzept nimmt Formen an

Aus "Frankfurter Neue Presse" vom 25.08.2015

Langsam konkretisieren sich die Planungen der Stadt für den Hessentag, der 2017 in Rüsselsheim gefeiert werden soll. "Die Festung mit dem Museum, die Opelvillen, der Vernapark und das Mainufer werden eine wichtige Rolle spielen", sagte Oberbürgermeister Patrick Burghardt bei einem Treffen mit Axel Wintermeyer, Chef der Hessischen Staatskanzlei. Im Stadt- und Industriemuseum sollen bis zum Hessentag neue Ausstellungskonzepte installiert werden, die vor allem auf eine jüngere Zielgruppe attraktiv wirken sollen. Für die Landesausstellung "Der Natur auf der Spur" wird ein großes Areal direkt am Mainufer unterhalb von Park und Opelvillen reserviert. Der Vernapark soll Ruhepol und Veranstaltungsort gleichermaßen werden, wie etwa mit einem Kunsthandwerkermarkt über einige Tage. Die Parkanlage soll außerdem Platz für ein Weindorf mit zwölf Ständen bieten. Bis zum Hessentag soll der Park noch einmal ordentlich hergerichtet werden.

Zwei am Rande der Stadt gelegene Parkplätze sollen die Verkehrsströme aus Rüsselsheim selbst weitestgehend heraushalten. "Das sind 12.000 Parkplätze. Das sollte reichen", meinte Burghardt. Eine der Flächen liegt in Raunheim, die andere am westlichen Ende der Stadt. Shuttlebusse sollen die Besucher in die Stadt und am Ende des Tages auch wieder in Richtung ihrer Autos bringen. Zudem soll ein Fährbetrieb von Flörsheim aus eingerichtet werden. Haltepunkte sind am Mainvorland und in Höhe des neuen Opelstegs angedacht. Die Frankfurter Straße soll als Hessentagsmeile zentraler Knotenpunkt für die Besucher werden. Mit Opel werden derzeit Gespräche über die Nutzung einzelner Flächen des Firmengeländes geführt. (eco)


Hessentag-Planungen − Hier wird gefeiert

Parkplätze, Feierstätten und genug Platz für die Rüsselsheimer Vereine – die Planungen für den Hessentag laufen auf Hochtouren

Von ROBIN GÖCKES (aus "Frankfurter Neue Presse" vom 25. August 2015)

Langsam konkretisieren sich die Planungen der Stadt für den Hessentag, der 2017 in Rüsselsheim gefeiert werden soll. Gestern besuchten Staatssekretär Axel Wintermeyer (CDU) und Thorsten Herrmann, Ex-Bürgermeister der ehemaligen Hessentagsstadt Bensheim und Beauftragter der Landesregierung für den Hessentag, einige der zentralen Flächen, die die Stadt gerne als Spielorte für das zehntägige Fest in knapp zwei Jahren nutzen möchte. Geführt wurden sie dabei von Oberbürgermeister Patrick Burghardt (CDU) und seinem Büroleiter Andreas Vogt, der von städtischer Seite aus die Koordination des Programms übernimmt.

Viele Überlegungen der Stadt stehen noch am Anfang, müssen konkretisiert, intern diskutiert und schließlich auf ihre Umsetzbarkeit überprüft werden. Einige Eckpunkte konnte Burghardt aber doch schon präsentieren, bunt markiert auf einem großen Übersichtsplan des Stadtgebietes. "Die Festung mit dem Museum, die Opelvillen, der Vernapark und das Mainufer werden eine wichtige Rolle spielen", sagt Burghardt. Im Stadt- und Industriemuseum sollen bis zum Hessentag neue Ausstellungskonzepte installiert werden, die vor allem auf eine jüngere Zielgruppe attraktiv wirken sollen.

Schönheitskur für den Vernapark

Für die Landesausstellung "Der Natur auf der Spur" – erfahrungsgemäß einer der Besuchermagneten – wird ein großes Areal direkt am Mainufer unterhalb von Park und Opelvillen reserviert. Der Vernapark soll Ruhepol und Veranstaltungsort gleichermaßen werden. Auf den Grünflächen werde vor allem der Rüsselsheimer Kunst- und Kulturszene der Raum geboten, um sich an dem Fest zu beteiligen, so der Oberbürgermeister. Auch temporäre Veranstaltungen soll es geben wie etwa einen Kunsthandwerkermarkt über einige Tage. "Es gibt schon Gespräche und wir überlegen, wie wir das organisieren können", sagt Burghardt.

Die Parkanlage soll außerdem Platz für ein Weindorf mit zwölf Ständen bieten – übrigens nicht unter Beteiligung der Rüsselsheimer Winzerfreunde, die ein eigenes Angebot auf die Beine stellen wollen. "Wie genau sich das alles aufteilen wird, steht noch nicht fest, aber in groben Zügen ist das der Plan für den Vernapark", sagt Burghardt. Bis zum Hessentag soll der übrigens noch einmal ordentlich hergerichtet werden. "Wir werden den Park aufwerten, nach alten Wegebeziehungen schauen und den Teich, der schon seit Jahren Wasser verliert, renovieren", sagt Burghardt. Und auch ein Beleuchtungskonzept für die Parkanlage, die von vielen Rüsselsheimern in den Abendstunden als zu dunkel empfunden werde, sei in Planung. Ein entsprechendes Parkpflegewerk sei bereits in Auftrag gegeben worden.

Zwei am Rande der Stadt gelegene Parkplätze sollen die Verkehrsströme aus Rüsselsheim selbst weitestgehend heraushalten. "Das sind 12.000 Parkplätze. Das sollte reichen", meint Burghardt. Eine der Flächen liegt in Raunheim, die andere am westlichen Ende der Stadt. Shuttlebusse sollen die Besucher in die Stadt und am Ende des Tages auch wieder in Richtung ihrer Autos bringen. Zudem soll ein Fährbetrieb von Flörsheim aus eingerichtet werden. Haltepunkte sind am Mainvorland und ungefähr in Höhe des neue Opelstegs angedacht.

Gemein ist sowohl dem Vernapark und dem Mainufer als auch den Opelvillen und dem Museum in der Festung, dass sie alle nah an der Frankfurter Straße liegen, die als Hessentagsmeile zentraler Knotenpunkt für die Besucher werden soll. "Es ist ganz zentral, dass man die Laufwege der Menschen nutzt und sich auf Orte konzentriert, die in der Nähe liegen", lobt Axel Wintermeyer die Überlegungen der Stadt. Einige andere Veranstaltungsstätten, wie etwa Flächen auf Opel-Gelände oder das Theater, in dem als "Hessenpalace" kleinere Veranstaltungen und Konzerte unterkommen sollen, liegen zwar etwas abseits der Hessentags-Meile, dafür aber nah an den S-Bahn–Haltepunkten und sind damit ebenfalls bestens erreichbar.

Mit Opel werden derzeit noch Gespräche über die Nutzung einzelner Flächen des Firmengeländes geführt. "Aber da sind wir auch auf einem guten Weg. Im Herbst werden wir das abschließen können und dann werden bis Ende des Jahres die Planungen ganz konkret öffentlich gemacht", sagt Burghardt. So sei auch gewährleistet, dass sich Rüsselsheimer Vereine und Institutionen, die sich beteiligen möchten, genug Zeit für ihre Planungen haben.

Weniger freudig als die Fortschritte im Planungsprozess für den Hessentag stimmt den Oberbürgermeister derzeit hingegen die Diskussion um die geplante Fällung von vier Bäumen auf dem Marktplatz. "Was mir in Teilen der Bevölkerung derzeit fehlt, ist ein bisschen die Gesamtsicht auf das Projekt. Da wird die Diskussion auf vier Bäume reduziert, was mir im Gesamtkontext Hessentag einfach viel zu eng ist", sagt Burghardt.

Wenn die Rüsselsheimer mitziehen, da ist sich Axel Wintermeyer sicher, könne der "Geist des Hessentages2 zur echten Chance für die Stadt werden. "Dieser Geist ist unbezahlbar – gerade wenn die Bevölkerung mithilft, die eigene Stadt darzustellen." Rüsselsheim könnte davon in besonderer Weise profitieren, glaubt Wintermeyer. "Hier entstehen Dinge, die nicht nur für zehn Tage wirken, sondern für zehn Jahre. Das ist wichtig, gerade auch für eine Stadt wie Rüsselsheim, die sich ja doch in einem gewissen Umbruch befindet."


Zwei Leitthemen für den Hessentag

Internationalität und der Wandel zum Technologiestandort sollen die Themenschwerpunkte für den Hessentag 2017 sein.

Aus "Frankfurter Neue Presse" vom 12. August 2015

Die Internationalität Rüsselsheims und der Wandel von der Arbeiterstadt zum Technologiestandort werden die Themenschwerpunkte für den Hessentag sein. Dies teilt Oberbürgermeister Patrick Burghardt (CDU) mit. Er sagt: "Die Rüsselsheimer haben Benzin im Blut. Während andere Städte Trachten haben, können wir stolz auf legendäre Oldtimer verweisen, die hier gebaut wurden, und auf die Technologien der Zukunft, die in unserer Stadt entwickelt werden. Eine weitere Besonderheit ist, dass in einer Stadt in der Größenordnung von Rüsselsheim 120 Nationen leben. Dies wollen wir ganz klar hervorheben."

Die beiden Themenschwerpunkte hat die Stadtverwaltung intern erarbeitet. Der erste Themenschwerpunkt soll den Wandel von der Arbeiterstadt Rüsselsheim zu einem modernen Technologiestandort aufzeigen. Zum einen soll die industrielle Geschichte Rüsselsheims aufgegriffen werden. Zum anderen soll auch deutlich werden, dass sich Rüsselsheim inzwischen zu einem Standort entwickelt hat, an dem viele kluge und gut ausgebildete Menschen Tag für Tag an Technologien der Zukunft arbeiten. Seit einigen Jahren forciert die Stadt gemeinsam mit den "Drei gewinnt"-Kommunen die Ansiedlung chinesischer Firmen.

Der zweite Themenschwerpunkt ist die Internationalität Rüsselsheims. Mehr als 120 verschiedene Nationalitäten leben in Rüsselsheim und prägen die Vielfalt im Stadtbild. Den Gästen soll zum Hessentag 2017 die Gelegenheit geboten werden, diese Vielfalt sowohl kulturell als auch kulinarisch zu erleben.

Mit den beiden Leitthemen will die Stadt die Chance ergreifen, viele Menschen zum Hessentag vom 9. bis 18. Juni 2017 in die Stadt einzuladen und ihre Stärken zu präsentieren.


Landesfest 2017 in Rüsselsheim − Vogt ist "Mister Hessentag"

Der Autostadt soll das Fest zu neuem Aufschwung verhelfen. Das Bild vom deutschen Detroit soll verschwinden.

Christian Vogt auf dem tristen Bahnhofsplatz vor dem (noch) leeren, alten Opelwerk.

Von Hanspeter Otto (aus "Frankfurter Neue Presse" vom 14. Juli 2015)

Der Hessentag ist das jährliche Fest, bei dem sich das Land feiert. Für die Städte, die das Fest ausrichten, ist es viel mehr. Sie haben die Chance, sich mit Unterstützung des Landes aufzuhübschen, sich zumindest landesweit öffentlich zu präsentieren und Werbung für sich zu machen. Das einst eher triste Hofheim hat vom Hessentag 1988 deutlich profitiert. Sechs Tage dauerte das Fest, 450.000 Besucher waren damals da und seitdem hat Hofheim den Ruf, eine lebendige Kreisstadt mit einer ausgesprochen hübschen Altstadt zu sein. 2017 ist Rüsselsheim dran. Manager des ganzen Rummels ist ein Hofheimer, der sich vermutlich nur an das Kinderprogramm in Hofheim erinnern kann, denn Christian Vogt war damals gerade am Ende des Grundschulalters angekommen. Heute ist der Jurist CDU-Vorsitzender in Hofheim und Büroleiter des Rüsselsheimer Oberbürgermeisters Patrick Burghardt, der übrigens ein Jahr jünger ist als Vogt. "Die Stelle war ausgeschrieben und ich habe mich beworben", erzählt Vogt, der zuvor Referent von Landrat Michael Cyriax war. Der neue Kelkheimer Bürgermeister Albrecht Kündiger (Grüne) war damals auf die Barrikaden gegangen und hatte Cyriax angegriffen, weil er plötzlich zwei Referenten beschäftigte und überproportional viele CDU-Leute beschäftigte. Einer davon war Vogt.

Keine Tankstellentreffen

Auch sein neuer Chef ist ein CDU-Mann. "Wir kannten uns nur flüchtig von hessischen Kongressen oder Landesveranstaltungen", sagt Vogt. Aber die Chemie stimmt. Eine Tankstellen-Connection wie bei Roland Koch gebe es nicht mehr. Damals trafen sich eine Reihe hessischer CDU-Jungpolitiker nachts an Autobahntankstellen, um Politik auszukungeln. Dabei wurden auch politische Karrieren angeschoben. Eine Tankstellen-Connection gebe es schon lange nicht mehr, sagt Vogt, seine die Bewerbung sei einfach der nächste logische Schritt in seiner beruflichen Entwicklung gewesen. Er sei die rechte Hand des Oberbürgermeisters mit eigenem Büroteam. Und er ist damit auch "Mister Hessentag" geworden. Eine Chance für einen Karrieresprung, wenn er sich bewährt. "Aber auch die Chance für einen echten Karriereknick, wenn wir es vergeigen", baut Vogt vor. Dazu hat er im Moment keinen Grund. "Es läuft gut", sagt er, "Rüsselsheim freut sich auf das Ereignis." Schon jetzt profitiere die Stadt von dem Ereignis in zwei Jahren.

Es wird gebaut

In der Tat scheint die Stadt wieder wacher zu sein. Vor Monaten wirkte die Autostadt noch, als würde GM dafür sorgen, dass die Agonie der US-Autostadt Detroit auch auf das Tochterunternehmen Opel und damit auf Rüsselsheim übertragen werden. Zwischen Bahnhof und Rathaus herrschte Totentanz, das Einkaufszentrum mittendrin war mit seinen Leerständen deutliches Zeichen für den Verfall. "Rüsselsheim? Zu Essen und zum Anziehen kannste da nix kaufen, nur Ein-Euro-Plunder und Handys", war und ist noch die gängige Meinung über die Stadt. Aber die Innenstadt hat sich belebt, es gibt wieder mehr Geschäfte als Leerstände, an vielen Ecken wird gebaut und saniert und es wirkt, als hätten die Bewohner wieder Lust bekommen, vor die Tür zu gehen.

Der Platz vor dem Bahnhof und der Bahnhof selbst wirken, als hätte sich der Architekt gedacht, dass es darauf jetzt auch schon nicht mehr ankommt. Und das leerstehende Opel-Altwerk gleich gegenüber verstärkte den Gedanken an Detroit noch. "Da wird bald eine Firma einziehen", verkündet Vogt. Und der Rest des denkmalgeschützten Industriegebäudes wird kulturell genutzt. Es soll Leben auf den öden Platz kommen. Die Vereine, zumindest die alten Rüsselsheimer Vereine, ziehen mit, es gibt rege Gespräche mit vielen Ideen. Nicht ganz einfach sind die 56 Prozent "Migrationshintergrund". Dieser Begriff, von vielen gut gebildeten und gut integrierten Menschen, deren Wurzeln außerhalb Deutschlands liegen, inzwischen als Beleidigung angesehen, bezeichnet in Rüsselsheim das, was er meint: "Ghettos mit wenig deutscher Sprache, wenig Bildung und viel fremder Tradition." Wer sich mit seinen Landsleuten sein eigenes Diyarbakir oder Beni Mellal aufgebaut hat, entwickelt kaum Beziehungen zur Stadt in der erlebt. Aber auch zu diesen Gruppen gibt es Beziehungen. Vogt ist sicher, dass auch sie sich am Hessentag beteiligen wollen.

Bunte Tücher

Wenn man Vogt zuhört, gewinnt man schnell den Eindruck, dass er sich mit der Stadt identifiziert. Und so spaziert er durch Rüsselsheim und zeigt stolz die Mainuferanlagen, die 2017 für Sport- und vor allem Open-Air-Kulturveranstaltungen genutzt werden. Er freut sich über Häuser, die zwar denkmalgeschützt sind, aber wieder zu neuem Leben, beispielsweise als Hotel, erweckt werden, hofft bei anderen, dass da noch was passiert und vor einigen Brachen, über die sich Erben streiten, will man während des Hessentags bunte Tücher aufziehen. Und genau da, wo vor Monaten noch Totentanz war, soll 2017 die Festmeile sein. Dann wird Vogt sehen, ob er alles richtig gemacht hat, oder ob seine berufliche Karriere, die bisher immer auch eine politische war, einen empfindlichen Knick erleidet. Alles ist offen.


Unterstützung für den Hessentag: Handsignierte Kunstdrucke erwerben

"Fliegendes Rathaus" heißt dieser Druck von Bengt Fosshag zum Hessentag in Rüsselsheim.

Aus "Frankfurter Neue Presse" vom 13. Juli 2015

Der Illustrator Bengt Fosshag unterstützt bereits den Hessentag 2017 und wird vier Motive entwickeln, die symbolhaft alle am Hessentag beteiligten Gruppierungen darstellen: Die Stadtverwaltung, die Kulturschaffenden, die Sportvereine und -verbände sowie die örtliche Wirtschaft. Mit dem "fliegenden Rathaus" startet die kleine Serie von Illustrationen. Das Motiv hat bereits beim Firmenlauf die Shirts des Teams der Stadtverwaltung geziert.

Zu seinem Engagement sagt Bengt Fosshag: "Ich sehe den Hessentag als große Chance für meine Heimatstadt Rüsselsheim und möchte für eine breite Zustimmung und große Beteiligung bei allen relevanten Gruppierungen sorgen." Oberbürgermeister Patrick Burghardt dankt dem Künstler für sein Engagement. Burghardt sagt: "Ziel der Stadt ist es, den Gästen aus Hessen und den benachbarten Bundesländern beim Hessentag zu zeigen, welche Stärken Rüsselsheim hat. Der Blumenstrauß an Stärken ist groß – beispielhaft stehen hierfür die künstlerischen Leistungen von Fosshag."

Es freue ihn sehr, dass er sich bei der Stadt gemeldet hat, um sich einzubringen. Viele Vereine hätten sich ebenfalls bereiterklärt, den Hessentag zu unterstützen. "Gemeinsam werden wir ein unvergessliches Landesfest auf die Beine stellen und das Image von Rüsselsheim deutlich aufpolieren."

Das erste Motiv gibt es in limitierter Auflage von 20 Bildern als handsignierten Kunstdruck. Der Preis beträgt 80 Euro ohne Rahmen. Der Verkaufserlös fließt in vollem Umfang der Stadtverwaltung Rüsselsheim zur Verwendung für den Hessentag 2017 zu. Wer Interesse hat, kann sich an Bärbel Becker vom Stadtmarketing, (0 61 42) 83-20 21 oder per E-Mail an stadtmarketing@ruesselsheim.de wenden. Für den Verkauf ist der Zeitpunkt der Bestellung entscheidend.

Bengt Fosshag, geboren 1940, hat Grafik-Design studiert und war Art Director in mehreren Werbeagenturen. Seit dem Jahr 1983 ist er als freischaffender Illustrator tätig. Er ist international und national vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Golden Award of Montreux und dem Silbernen Löwen von Cannes. (fnp)


Termin für Hessentag steht

Aus "Frankfurter Neue Presse" vom 06. Juni 2015

Der Hessentag 2017 in Rüsselsheim dauert vom 9. bis 18. Juni. Die Landesregierung habe den Wunschtermin bestätigt, teilte eine Sprecherin der Stadt am Freitag mit. Der Feiertag Fronleichnam fällt in den Festzeitraum. "So haben viele neben dem Wochenende eine weitere Gelegenheit, den Hessentag an einem arbeitsfreien Tag zu besuchen oder sich sogar einzubringen", sagte Oberbürgermeister Patrick Burghardt (CDU). Derzeit ist die Stadt mit der Planung der Veranstaltungsflächen beschäftigt.

Der diesjährige Hessentag findet in diesen Tagen in Hofgeismar statt. Bis zum kommenden Sonntag werden 800.000 Besucher in der Dornröschenstadt erwartet. 2016 ist die Stadt Herborn vom 20. bis 29. Mai Gastgeber des nächsten Hessentags. (lhe)


Hessentag in Rüsselsheim "stärkt das Wir-Gefühl"

Aus "Frankfurter Neue Presse" vom 24. Februar 2015

Die ersten Vorbereitungen für den Hessentag 2017 in Rüsselsheim laufen bereits. Das Hessentagsteam, das Oberbürgermeister Patrick Burghardt jetzt vorstellte, nimmt ebenfalls die Arbeit auf, um Infrastrukturprojekte anzugehen und das Landesfest mit Leben zu füllen. "Seitdem Rüsselsheim den Zuschlag für den Hessentag erhalten hat, ist in der Stadt und im Rathaus eine Aufbruchstimmung entstanden. Das ist eine gute Basis für die Arbeit des Hessentagsteams. Die Stadt hat kompetente Führungskräfte und Mitarbeiter, die mit acht Arbeitskreisen den Hessentag vorbereiten werden", sagte der Oberbürgermeister.

Der Rüsselsheimer Hessentagsbeauftragte ist Christian Vogt, Büroleiter des Oberbürgermeisters. Als Vertreterin steht ihm Regina Weidmann vom Marketing zur Seite. Sie werden in einer Lenkungsgruppe arbeiten, die an den Hessentagsausschuss mit den drei hauptamtlichen Dezernenten berichtet. Es werden themenspezifische Arbeitskreise gebildet: Infrastruktur, Flächeninfrastruktur, Sicherheit und Verkehr, Marketing, Sponsoring und Protokoll, Veranstaltungen (Orga, Logistik), Ehrenamtliche Helfer, Kunst und Kultur und Betriebshöfe/Administration. "Es zeichnet sich schon jetzt ab, dass der Hessentag das Wir-Gefühl in Rüsselsheim stärken wird und sich Rüsselsheim als guter Gastgeber auszeichnen wird", so Burghardt.

Er betonte nochmals, mit dem Automobilhersteller Opel nicht nur einen Kooperationspartner gewonnen zu haben, sondern auch einen Partner, der sich von Beginn an organisatorisch und koordinativ einbringen will: "Der Hessentag ist ein Gemeinschaftsprojekt von der Stadtverwaltung und Opel." (fnp)


Landesfest − Rüsselsheim ist Hessentagstadt 2017

Aus "Frankfurter Neue Presse" vom 15. Januar 2015

Der Hessentag im Jahr 2017 wird in Rüsselsheim gefeiert. Rüsselsheim sei eine bunte und weltoffene Stadt und habe viel mehr zu bieten als nur den Autobauer Opel, sagte Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) am Donnerstag in Wiesbaden. Die 61.000-Einwohner Stadt, die größte im Kreis Groß-Gerau, stehe wegen des Opel-Standorts für eine Tradition, dass Menschen unterschiedlicher Herkunft dort Arbeit und eine Heimat gefunden haben. In diesem Jahr wird das Landesfest im nordhessischen Hofgeismar gefeiert. Herborn in Mittelhessen ist im Jahr 2016 Gastgeber des Hessentags.


Stadt will attraktiver werden

Vor dem Hessentag soll auf dem Mainvorland ein Kunstpfad entstehen. Ein Drittel der Kosten soll die Stadt selbst tragen.

Von ROBIN GÖCKES (aus "Frankfurter Neue Presse" vom 3. Dezember 2015)

Kunst im öffentlichen Raum ist in Rüsselsheim seit Jahren fester Bestandteil des Stadtbildes. Egal, ob es das "Familientreffen" von Ottmar Hörl vor dem Rathaus oder im Vernapark, das Opel-Denkmal vor den Toren des Altwerks oder der Leinreiter am Mainufer ist – die Kunstwerke bereichern die Innenstadt. Und es könnten sehr bald noch einige dazu kommen. Spätestens zum Hessentag 2017 soll sich das Rüsselsheimer Mainufer nämlich weiterentwickelt haben. Geplant ist laut eines Magistratsberichts, einen "Kunstpfad" mit vier Stationen anzulegen. Seinen Anfang soll dieser am Leinreiter-Denkmal unterhalb der Mainstraße haben und den vorhandenen Radwegen folgend, bis zu der Grünfläche unterhalb der Opelvillen führen.

An vier strategisch gewählten Punkten sollen die Skulpturen aufgestellt werden und das Mainvorland auch nach dem Hessentag 2017 bereichern.

Fördergelder zur Finanzierung

Kosten darf die kulturelle Bereicherung der grünen Wiesen insgesamt 300.000 Euro, wovon die Stadt 100.000 Euro tragen soll. Der Rest soll über Fördergelder finanziert werden. Welche Kunstwerke aufgestellt werden, ist noch nicht geklärt. Die Standorte entlang des Radwegs sollen den Vorteil haben, dass sich die Mainwiesen auch künftig flexibel von Veranstaltern nutzen lassen.

Eine Vorschlagsjury soll die Ergebnisse eines zuvor ausgelobten Wettbewerbs im ersten Quartal 2016 sichten. Diese Vorschlagsjury soll aus dem Hessischen Kunstbeirat und dem Kulturdezernenten bestehen. Sie soll zwölf Kunstwerke auswählen, welche schließlich als Modell ausgestellt und so der Bevölkerung zugänglich gemacht werden. "Die Entscheidung der Bevölkerung" soll schließlich einer zweiten Jury, der Vergabejury, zukommen und in deren Entscheidung über die letztliche Auswahl jener vier Kunstwerke einfließen, die auf dem Mainufer stehen werden.

Eng verknüpft mit den Opelvillen

Neben dem Stadtverordnetenvorsteher, dem Oberbürgermeister und dem Kulturdezernenten sollen auch Dr. Beate Kemfert vom Vorstand der Stiftung Opelvillen, der Vorsitzende des Kunstvereins Rüsselsheim sowie Peter Gorschlüter vom Museum für Moderne Kunst in Frankfurt und Vertreter möglicher Geldgeber in der Vergabejury sitzen. "Die Kuratierung des Kunstpfads wird eng verknüpft mit der Kunst- und Kulturstiftung Opelvillen, die bei dem gesamten Prozess eng eingebunden sein wird", heißt es im Magistratsbericht.

Inhaltlich sollen sich die Kunstwerke mit vier Themenschwerpunkten auseinandersetzen: Industrialisierung, Strukturwandel, Arbeitswelten und Migration. So sollen Vergangenheit und Gegenwart der Opel-Stadt eingebunden werden. Weitere Kriterien, die an die Auswahl der Kunstwerke angelegt werden, sind deren Witterungsbeständigkeit und die Fähigkeit, auch Hochwasserszenarien unbeschadet zu überstehen. Darüber hinaus sollen die Werke eine Interaktion ermöglichen. So sollen vor allem jüngere Menschen dazu gebracht werden, sich mit den Kunstwerken auseinanderzusetzen und sich diesen "spielerisch zu nähern".

Der Zeitplan für die Vorbereitung des Wettbewerbs, die Bewertung der Kunstwerke und die letztliche Auswahl und Aufstellung ist eng getaktet. Noch im zweiten Quartal 2016 sollen die Modelle der Kunstwerke ausgestellt werden. Die Vergabejury wird ihre Entscheidung dann im dritten Quartal treffen und die Arbeiten in Auftrag geben. Ende des kommenden Jahres und Anfang 2017 sind dann die Vorbereitungen an den Standorten eingeplant. Und fertig sein soll der Kunstpfad bereits im zweiten Quartal 2017.


Zu holprig und bei Nässe glatt seien die Metallplatten, kritisieren Nutzer des neuen Opelstegs, an dem inzwischen alle Arbeiten abgeschlossen sind.

Jetzt sind alle Arbeiten erledigt

OPELSTEG   Unzufrieden mit dem Boden

Von André Domes (aus "Main-Sitze" vom 11. November 2015)

Jetzt ist er wirklich richtig fertig, der Opelsteg. Nachdem erst die Eröffnung mehrfach verschoben und der Steg nach der Eröffnung gleich wieder geschlossen werden musste, sind nun sämtliche Restarbeiten erledigt.

Insbesondere die wichtigen Dalben, deren Installation sich als schwierig erwiesen hatte, sind seit Anfang Oktober im Flussbett verankert. Damit ist auch keine tageweise Sperrung mehr nötig, der Steg uneingeschränkt nutzbar.

Die Kritik an dem nicht unumstrittenen Bauwerk reißt deshalb aber trotzdem nicht ab. Gleich mehrfach gingen in der "Main-Spitze"-Redaktion Beschwerden über die Beschaffenheit des Bodens ein. Zu holprig und vor allem bei Nässe glatt seien die Metallplatten, hieß es.

Die Stadtverwaltung lässt zu diesem Thema verlauten, auch dort seien Beschwerden eingegangen, die als holprig beschriebenen Zwischenelemente, sogenannte Schleppbleche, seien zum Abfangen von Materialdehnungen unabdingbar. Man habe nach den Beschwerden über die Glätte bei der Baufirma nachgehakt, die die rutschhemmende Beschaffenheit der Blechprofilroste nochmals bestätigt habe.


Fotoworkshop des Stadtarchivs − Fotos auf dem Opelsteg

Die Stadt und ihren Fluss, den Main, hatte ein Fotoworkshop des Stadtarchivs zum Thema gemacht. Am Sonntag wurden die entstandenen Motive auf dem Opelsteg präsentiert.

Aus "Frankfurter Neue Presse" vom 26. Oktober 2015

möb - An zwei Wochenenden waren neun Teilnehmer eines Workshops unter der Leitung von Fotograf Frank Möllenberg auf der Jagd nach den passenden Motiven. Neben den Grundlagen der Fototechnik standen vor allem die inhaltlichen Aspekte der Aufnahmen im Fokus.

Die Teilnehmer waren auf unterschiedlichen Kenntnisständen. "Manche waren besonders fortgeschritten in der Bildbearbeitung, andere mehr in der Fototechnik", sagte Möllenberg. Sein Ziel war es, "alle dort abzuholen, wo sie gerade stehen", sagte der Treburer. Aufgabe war es für jeden, sein eigenes Projekt zum Thema "Fluss an der Stadt oder Stadt am Fluss" zu entwickeln und Stellung dazu zu beziehen.

Fachgespräch auf dem Opelsteg: Frank Möllenberg im Gespräch mit Lucia Grimm.

Lucia Grimm aus Rüsselsheim war unter den Teilnehmern. Seit rund sechs Jahren sei sie mit der Kamera unterwegs und habe bereits an VHS-Kursen zum Thema teilgenommen, berichtete sie. Der Workshop des Stadtarchivs sei etwas anders gewesen, was sie besonders freute. "Wir sollten nicht einfach drauf los fotografieren, sondern sind mit einem anderen Ansatz ans Thema gegangen", sagte sie.

Grimm hatte sich auf die Menschen am Fluss konzentriert und diese teilweise auch portraitiert. Besonders gefiel ihr, dass im Workshop der gesamte Ablauf – vom Abdrücken des Auslösers bis zum fertigen, gedruckten Werk – durchgearbeitet wurde.

Frank Weidmann, ebenfalls aus Rüsselsheim, hatte das Thema in einen Dreiteiler verwandelt, der sich mit Fluss, Weg und Stadt einzeln befasste. "Es war einfach ein Experiment", betonte er. Es sei sehr viel Arbeit gewesen, habe aber ebenso viel Spaß gemacht. "Besonders die Arbeit im Team war super", erklärte er. Der Kurs insgesamt sei anspruchsvoll gewesen, was ihm gefallen habe.

Auch Möllenberg selbst hatte beim Projekt mitgemacht und eine Fotoserie entwickelt. Dabei reduzierte er das Thema auf das Wesentliche. "Ich habe versucht, das Thema auf Strukturen und Inhalte zu begrenzen", sagte der Profi.

Wer jetzt selbst Lust darauf bekommen hat, der kann im nächsten Jahr bei einem der Kurse des Stadtarchivs mitmachen. "Es ist wieder ein Workshop fest im Jahresprogramm eingeplant", verriet Gudrun Senska, Leiterin des Stadtarchivs.

Bei den Kursen stehe auch immer der geschichtliche Hintergrund im Zentrum. "Beim aktuellen Fotoworkshop haben wir beispielsweise zu Beginn eine Führung und einen Rundgang am Main entlang unternommen", sagte sie. Zudem sei Wert darauf gelegt worden, die gesamte Bandbreite der Fotografie zu beleuchten, so Senska. "Das begann mit dem Konzept, dem Bildaufbau mit Bildaussage, der anschließenden Bildbearbeitung am Computer und endete mit dem Druck und der Ausstellungsvorbereitung", erklärte sie.

Herausgekommen ist eine bunte, abwechslungsreiche Ausstellung mit mehr als 100 Bildern. Mit Magneten auf der Rückseite hafteten sie direkt auf den metallenen Spundwänden des Opelstegs. Der besondere Hintergrund eignete sich optimal für die kleinen Kunstwerke, waren sich alle einig. Mehrere Stunden hatte es zuvor gedauert, die Bilder alle auf hochwertige Materialien aufzuziehen, mit Schutzfolie zu versehen und mit den Magneten auszustatten. Doch die Arbeit hat sich gelohnt: Der ein oder andere Radfahrer und Spaziergänger blieb stehen und betrachtete interessiert die Aufnahmen. "Genau das ist es, was wir den Teilnehmern bieten möchten: eine Plattform", sagte Senska.

Dass die Ausstellung vor Einbruch der Dunkelheit wieder abgehängt werden musste, störte die wenigsten. "Es ist immer toll zu sehen, wie die Bilder in gedruckter Form aussehen und wirken, statt sie nur am Bildschirm des Computers zu betrachten", so Möllenberg.

PRAKTISCHE TIPPS

Die beschriebene Tour auf dem südlichen Mainradweg von Frankfurt nach Mainz ist etwa 38 Kilometer lang und leicht in zweieinhalb Stunden (ohne Pausen) zu schaffen. Sie verläuft fast durchweg auf separaten, gut ausgebauten Radwegen ohne Steigungen. Für die Anreise von Darmstadt nach Frankfurt und die Rückreise von Mainz nach Darmstadt bieten sich die stündlich verkehrenden Regionalbahnen an. Eine gute Übersicht der Route bietet die im Griesheimer Meki-Verlag erschienene Radwanderkarte "Nördliches Ried und Rheinterrasse", zu der es auch Geodaten für eine Smartphone-App gibt (ISBN 978-3-931273-62-0, Preis: acht Euro).


Kühne Konstruktionen am Fluss

Von Norbert Bartnik (aus "Rüsselsheimer Echo" vom 11. Oktober 2015)

Es ist die Mischung aus historischer Industriearchitektur und den in jüngster Zeit entstandenen Naturreservaten, die eine Radtour am Main zwischen Frankfurt und Mainz so reizvoll macht. Wir starten mitten im Verkehrstrubel am Frankfurter Hauptbahnhof, fahren über die Friedensbrücke ans südliche Mainufer, biegen nach rechts ab und gelangen auf den gut ausgeschilderten Mainradweg (R3). Schon nach wenigen hundert Metern lohnt am Niederräder Ufer ein Abstecher über eine Radfahrer- und Fußgängerbrücke in eine Parkanlage auf einer Halbinsel, das Licht- und Luftbad (Lilu), ein urbanes Biotop mit einer spannenden Geschichte. Bis in die fünfziger Jahre bestand dort eines der letzten Flussbäder am Main, wegen der schlechten Wasserqualität musste das Schwimmen dann verboten werden. Heute ist das Lilu ein beliebtes Ausflugsziel mit Liegewiese und Bänken und einem Café, dem "Ponton Lilu".

Weiter geht es immer in Flussnähe an Niederrad und Schwanheim vorbei, bis die Route hinter der Schwanheimer Brücke nach links abknickt. Der Industriepark Höchst macht eine weiträumige Umfahrung nötig, direkt neben den neuen Chemieanlagen befindet sich aber eine weitere Naturidylle, die "Schwanheimer Düne". Das 60 Hektar große Naturschutzgebiet mit seinen Wiesen, Waldstücken, renaturierten Baggerseen und bis zu 20 Meter hohen Dünen bietet Raum für selten gewordene Tier- und Pflanzenarten und ist für Besucher mit mehreren Wegen erschlossen, die im sandigen Bereich über Bohlen führen.

Nach Umfahren des Industrieparks kann man mit einer Personenfähre nach Frankfurt-Höchst übersetzen, wir wollen jedoch auf dem südlichen Mainradweg bleiben und folgen nun den Wegweisern Richtung Kelsterbach und Rüsselsheim. Kurz vor Kelsterbach ist das Mainufer wieder erreicht. Fortan verläuft der Radweg bis Mainz fast durchweg direkt am Fluss entlang. Da blickt man zum Beispiel auf die ehemalige Zellstofffabrik von Okriftel, ein markantes Denkmal der Industriekultur des 19. Jahrhunderts, und die Eddersheimer Schleuse, bis die kleine Mönchhofkapelle erreicht ist, die etwas verloren zwischen Main und den gigantischen Lagerhallen einer Lebensmittelfirma steht. Die Ende des 17. Jahrhunderts erbaute Kapelle gehörte einst zu einem Klostergut. Als auf dem Gelände der ehemaligen Staatsdomäne Mönchhof in den sechziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts die Caltex-Raffinerie entstand, blieb nur die Kapelle als Zeugnis vergangener Zeiten erhalten.

Optische Reize auf der Industriebrache

Inzwischen gehört auch die Raffinerie zur Vergangenheit. Das Gelände war viele Jahre eine trostlose Industriebrache. Geblieben ist der Ölhafen, in dem heute Treibstoffe für den Frankfurter Flughafen gelagert werden. Früher waren Radfahrer hier zu einem längeren Umweg gezwungen, seit 2013 kann man über die Ölhafenbrücke direkt am Main weiterfahren. Die avantgardistische Stahlkonstruktion ist auch optisch reizvoll und wurde schon mit mehreren Architekturpreisen gewürdigt.

Eine weitere Lücke im südlichen Mainuferweg ist im September mit dem Opelsteg in Rüsselsheim geschlossen worden. Der 440 Meter lange Stahlsteg wurde an die sanierte Wand des Opelhafens montiert und verläuft auf Blechprofilrosten direkt über dem Wasser. 2,4 Millionen Euro hat das Projekt gekostet, rechnet man die rund fünf Millionen Euro Baukosten für die Ölhafenbrücke hinzu, ist hier der wohl teuerste Radweg Deutschlands entstanden. So hoffen denn die beteiligten Gemeinden darauf, dass die Investitionen sich auf Dauer durch eine Zunahme der Radtouristen auszahlen werden. Bleibt zu hoffen, dass die Verantwortlichen nach den Millionenbeträgen für Steg und Brücke noch einige hundert Euro übrig haben, um ein paar Schilder anzubringen, die den Weg zu den neuen Attraktionen weisen. Weil noch Arbeiten ausgeführt werden müssen, ist der Opelsteg bisher nur am Wochenende (freitags ab 12 Uhr) geöffnet, ab 19. Oktober soll er aber die ganze Woche über zugänglich sein.

Auf einem neu geteerten Uferweg und danach auf dem Bischofsheimer Maindeich führt die Fahrt weiter Richtung Gustavsburg. Dort kann man noch einen Abstecher zur Mainspitze unternehmen und das Mainzer Stadtpanorama betrachten. Dann geht es auf dem Radweg neben den Gleisen der Bahnbrücke über den Rhein und weiter zum Mainzer Winterhafen, wo man den Ausflug im Restaurant des Rudervereins mit Blick aufs Wasser ausklingen lassen kann.


"Entspricht nicht der Wahrheit"

Opelsteg: "Schließung nach Eröffnung war mit dem Bauherrn abgesprochen"

Von Andreas Hand (aus "Main-Spitze" vom 23. September 2015)

Opel-Steg auf, Opel-Steg zu. Keine 24 Stunden durften sich Fußgänger und Radfahrer über die neue Streckenführung entlang des Mains freuen. Die Stadtverwaltung äußerte sich am Montag auf Anfrage, sie sei von der Schließung überrascht worden und niemand der bei der Eröffnung am Sonntag anwesenden Vertreter der Kommune habe davon gewusst. Dies entspricht allerdings nicht der Darstellung der mit dem Ausbau des Stegs beauftragten Fachfirma.

Mathias Badtke, Oberbauleiter der in Wesel ansässigen Firma Hülskens, war deshalb auch überrascht, als er am Montagabend auf dem Online-Portal dieser Zeitung diese Darstellung las. Entsprechend froh war er, dass er auf Nachfrage der Redaktion seine Sicht der Dinge darlegen konnte. "Das entspricht nicht der Wahrheit. Es gab vor der Eröffnung ein Gespräch, in dem wir dem Bauherrn mitgeteilt haben, dass eine erneute Sperrung nötig ist", sagte er.

Dies konnte er nach einem Blick in seinen Kalender auch genau terminieren: Mittwoch, 16. September, 10 Uhr – vor Ort. Dabei habe die Firma die Erlaubnis erhalten, den Steg an Wochentagen in der Zeit von 7 bis 19 Uhr zu schließen. An den Wochenenden sei er offen.

"Es stehen noch Bohrarbeiten an"

Warum diese erneute Schließung nur einen Tag nach der feierlichen Eröffnung nötig geworden war, sagt Badtke auch. "Es stehen noch Bohrarbeiten an mit einer 100 Tonnen schweren Drehbohranlage. In die Löcher der Austauschbohrungen kommen später 20 Meter lange Dalben hinein. Die Distanz vom Steg bis zu den Arbeitsgeräten beträgt gerade einmal einen halben Meter, da ist das Risiko für Passanten viel zu groß", erklärt der Oberbauleiter anschaulich.

Durchfahrt verboten: Weil noch Dalben als Aufprallschutz gesetzt werden müssen, ist der gerade eröffnete Opelsteg schon wieder gesperrt. Bei der Stadtverwaltung will man von der Sperrung nichts gewusst haben und verweist auf die Baufirma, mit der anderslautende Vereinbarungen getroffen worden seien.

Immerhin kann er Fußgängern und Radfahrern Hoffnung machen, dass sie den Steg bald wieder nutzen können. "Wir kommen gut voran und werden voraussichtlich noch in dieser Woche mit den Austauschbohrungen fertig. In ein bis zwei Wochen müssten auch die Dalben gesetzt sein. Wir werden auf jeden Fall alle möglichen Beschleunigungsmaßnahmen ergreifen, um so schnell wir möglich zum Abschluss zu kommen", versprach er.

Außerdem sollten im Laufe des Dienstags weiträumig Hinweisschilder aufgestellt werden, um die Passanten frühzeitig über die Sperrung zu informieren. "Das ist ein Entgegenkommen von uns", betonte Badtke abschließend.


Kaum auf, schon wieder zu

Opelsteg in Rüsselsheim wegen "Restarbeiten" 24 Stunden nach Eröffnung wieder gesperrt

Von André Domes (aus "Main-Spitze" vom 22. September 2015)

Das war ein kurzer Spaß: Etliche Ausflügler und Pendler trauten ihren Augen kaum, als sie am Montag durch eine Absperrung am Überqueren des neuen Stegs am ehemaligen Opel-Hafen gehindert wurden. Das Bauwerk war keine 24 Stunden zuvor feierlich und mit großem Tamtam eingeweiht worden. Ärgerlich auch: an der Zufahrt zu dem Steg fand sich keinerlei Hinweis auf die Sperrung, erst am Steg selbst standen die Betroffenen dann vor vollendeten Tatsachen.

Auf Nachfrage der "Main-Spitze" erklärte die Stadtverwaltung, es sei zwar bekannt gewesen, dass die zuständige Baufirma noch Restarbeiten erledigen müsse, von der Sperrung sei man am Montag aber ebenfalls überrascht worden. Mit der Fachfirma sei vereinbart gewesen, dass die Arbeiten, es handelt sich um die Setzung von 13 Dalben zum wasserseitigen Schutz des Stegs, bei geöffnetem Steg durchgeführt werden.

Sperrung zunächst bis Donnerstag

Nun hat es sich die Baufirma wohl offenbar anders überlegt und den Weg abgesperrt. Aus dem Rathaus heißt es dazu: "Weil mit schweren Gewichten und Kran gearbeitet wird, muss aus Sicherheitsgründen für Fahrradfahrer und Spaziergänger der Steg jedoch tagsüber von 7 bis 19 Uhr gesperrt werden. Dies gilt zunächst bis Donnerstagabend, danach ist der Steg über das Wochenende wieder frei benutzbar. Für das Setzen der Dalben vom 28. September bis zum 6. Oktober gelten dann wieder diese Einschränkungen." Niemand der am Sonntag bei der Eröffnung beteiligten Vertreter der Kommune habe gewusst, dass es zu der Sperrung kommen werde. Man habe nun veranlasst, dass die Sperrung schon frühzeitig am Weg ausgeschildert wird.


Hafenspaziergang ab sofort möglich

Lückenschluss im Regionalpark-Netz offiziell eröffnet / Interkommunales Projekt kostet 2,25 Millionen

Von Daniela Ammar (aus "Main-Spitze" vom 21. September 2015)

Mehrere Hundert Rüsselsheimer, Raunheimer, Kelsterbacher und Bischofsheimer fanden sich zur Eröffnung des Opelstegs ein, die feierlich begangen wurde. Nach einem knappen Baujahr ermöglicht der Steg nun Fahrradfahrern und Fußgängern einen durchgängigen Weg entlang des Mains von der Mainspitze bis nach Frankfurt und schließt somit die letzte Lücke im südlichen Mainuferweg.

Gemeinsam mit seinem Amtskollegen Thomas Jühe und Manfred Ockel aus Raunheim und Kelsterbach gab Oberbürgermeister Patrick Burghardt den Weg frei und erläuterte dabei kurz das "Drei gewinnt"-Projekt der Städte Rüsselsheim, Raunheim und Kelsterbach. Der Steg biete nicht nur einen riesigen Zugewinn an Lebensqualität, sondern mache gemeinsam mit der Ölhafenbrücke in Raunheim auch den Main erlebbar, so Burghardt zu den Gästen.

Geplant schon 2004

Die Planungen des 1.950 Meter langen Stegs, der aus 74 Elementen besteht und dessen Stahlkonstruktion rund 300 Tonnen wiegt, gehen auf 2004 zurück. Das Projekt ist eingebunden in die interkommunale Zusammenarbeit der drei Kommunen Rüsselsheim, Raunheim und Kelsterbach, die 2004, beziehungsweise 2005 in das Förderprogramm "Stadtumbau Hessen" aufgenommen wurden.

Die Gesamtkosten für Bau und Planung des Opelstegs lagen bei 2.250.000 Euro, wobei nach Abzug der Förderungen durch das Land ein Eigenanteil von 645.200 Euro von den drei Kommunen zu finanzieren ist. Der Unterhalt des Stegs wird künftig ebenfalls auf die Kommunen verteilt, wobei dieser noch nicht zu beziffern sei, wie seitens der Stadt mitgeteilt wurde. Auch Kelsterbachs Bürgermeister Manfred Ockel kommentierte das Zusammenwachsen des Regionalparks, der auf beiden Seiten entlang des Mains attraktive Routen zu bieten hat. "Ich wünsche mir, dass die Trasse gut angenommen wird", so Ockel, der den Opelsteg als Meilenstein bezeichnete.

Dass der Steg mehr als eine verbesserte Querung sei und noch mehr die Handlungsfähigkeit der Städte zeige, ergänzte Raunheims Bürgermeister Thomas Jühe, der an dieser Stelle ein Appell an alle Bedenkenträger richtete und sich mehr Belohnung von Mut und Konstruktivität wünschte, damit es auch bei anderen Projekten, wie zum Beispiel der Umgestaltung der Innenstadt, so voran gehe wie beim "Drei gewinnt"-Projekt.

Auch die Rüsselsheimer Bürger teilten die Begeisterung für das räumlich übergreifende Element entlang des Mains. "Eine gute Idee und schön gemacht", war sich beispielsweise das Ehepaar Bergelt einig. "In meiner Kindheit habe ich in der Theodor-Körner Straße gewohnt", erinnerte sich Margarethe Bergelt. "Als Kinder haben wir hier am Damm gerodelt, aber am Kraftwerk war dann Schluss, da konnte man nicht weiter."

Für das neue Wegenetz sprach sich auch Hubert Schlosser aus Raunheim aus. Er sei oft mit dem Fahrrad von Raunheim nach Mainz unterwegs und habe immer auf der Hauptstraße das Opelwerk umradeln müssen, erklärte der 45-Jährige, der die Kosten für das Projekt als "angemessen" bezeichnete und so die überwiegende Meinung der Gäste teilte.

Lange her: Am Opelhafen wird ein Auto verladen.


Hafen-Ära ist lang vorbei

An der Kaimauer legten einst Frachtschiffe an / Autos für den Export und Kohle aus Duisburg

Von Alexandra Groth (aus "Main-Spitze" vom 15. September 2015)

Seit Kurzem ist der Opelhafen wieder etwas mehr ins Bewusstsein der Rüsselsheimer gerückt. Denn am Sonntag, 20. September, soll endlich die neue Radwegeverbindung am Opelhafen eröffnet werden. Dann müssen die Radler nicht mehr den Mainweg verlassen.

Dass es sich an der Stelle des Stegs um einen Hafen handelt, ist aber nicht auf den ersten Blick ersichtlich. Denn die allgemeine Vorstellung, dass ein Hafen eine Bucht hat, wie zum Beispiel auf der gegenüberliegenden Seite in Flörsheim zum Shell-Tanklager hin, trifft hier nicht zu. Vielmehr ist es eine lange Kaimauer parallel zum Wasser, an welche der neue Steg montiert wurde. Und Schiffe haben hier auch schon lange nicht mehr angelegt, denn seit Mitte der 1990er Jahre nutzt der Autobauer den unmittelbaren Zugang zum Seeweg nicht mehr.

100 Schiffe jährlich

Bis dahin lieferten rund 100 Schiffe im Jahr 110.000 Tonnen Kohle aus Duisburg für das eigene Kraftwerk in unmittelbarer Nähe zum Hafen. Drei Tage waren die Schiffe dafür unterwegs, das Entladen hat etwa zehn Stunden gedauert. Im Zwei-Schichtbetrieb haben fünf Opelmitarbeiter am Hafen gearbeitet, zwei davon hoch oben in den gelben Kränen gesessen. Die elektrisch betriebenen Monstren konnten jeweils 60 bis 70 Tonnen Kohle pro Stunde verarbeiten. Vorrangig Schubverbände machten an der Hafenmauer fest, so dass die Schiffer nicht warten mussten, bis entladen war, sondern weiterfahren konnten.

Eröffnung

Der Opelsteg wird am Sonntag, 20. September, 11 Uhr offiziell eröffnet. Treffpunkt ist am Ende des Maindamms, unterhalb der Theodor-Körner-Straße.

Da das Kraftwerk 1998 stillgelegt wurde, bestand kein Bedarf mehr an Kohlelieferungen. 2004 sind auch die markanten Schornsteine demontiert worden, da deren Unterhalt zu teuer gewesen wäre.
Die Verladung von Fahrzeugen für den Export wurde bereits 1979 eingestellt. Der Transport von Fahrzeugen nach Großbritannien erfolge heute über den belgischen Hafen Zeebrugge. Dorthin gelangen die Autos entweder per Bahn oder werden in Ginsheim-Gustavsburg am Rhein verladen. Während früher die Autos per Kran auf die Schiffe gehievt wurden, werden sie am Rhein heute auf RoRo-Schiffe geladen. Das bedeutet, dass sie sich auf bereits beweglichen Unterbauten befinden und auf die Schiffe gefahren werden.

Neue Spundwand

Erbaut wurde der Hafen zwischen 1935 und 1937. 1955 wurde er auf die heutigen Abmessungen von rund 400 Metern Länge erweitert und modernisiert. Das Anlegebecken ist 30 bis 40 Meter breit und rund drei Meter tief. 2013 hat Opel für 1,3 Millionen Euro die Spundwand erneuert. Damit wurde es möglich, dass der Fahrradsteg gebaut werden konnte. Dieser ist aber so gestaltet, mit Dalben, die in den Main gerammt wurden, dass auch weiterhin Schiffe anlegen können. Dann müsste der Steg für das Be- und Entladen gesperrt werden. Denn Opel hat nach wie vor eine Betriebsgenehmigung für den Hafen. Außerdem dient der Bereich, der im Zuständigkeitsbereich des Wasser- und Schifffahrtsamt Aschaffenburg liegt, der Mainschifffahrt als Ausweichanlegestelle.


Der neue Fahrradsteg am Opelhafen am 6. September 2015


Mainland Games Rüsselsheim: 37 Mannschaften lassen die Muskeln spielen

Robin Molatta und Annika Schad vom gemischten Rüsselsheimer Team

Von Daniela Ammar (aus "Main-Spitze" vom 06.09.2015)

Bereits zum achten Mal hielt am Wochenende schottisches Flair in Rüsselsheim Einzug, wo mehrere Tausend Besucher am Mainvorland die "Mainland Games" besuchten. Neben traditionellen Wettbewerben garantierten die Games vor allem eines: Unterhaltung und Spaß.

"Mit 37 gemeldeten Mannschaften haben wir wieder einen neuen Rekord", berichtete Veranstalterin Birgit Remmer und zeigte sich schon am Samstag, trotz des Regens, zufrieden. Während die teilnehmenden "Clans" in der "Highlander-Arena" zwölf unterhaltsame Kämpfe austrugen, bei denen nicht nur Kraft, sondern auch Geschicklichkeit und Teamgeist gefordert war, ließen es sich die Zuschauer nicht nehmen, die "Spiele" ausreichend zu kommentieren.

"Wichtig ist es zu atmen"

Mit Zurufen, wie "Auf, Dicker!", "Komm, eine noch!" oder "Gib‘ alles, du Tier!"“, versuchten die Fans, auch noch das Letzte aus ihren "Helden" herauszuholen, wobei auch der Moderator mit nützlichen Tipps nicht sparte. "Wichtig ist es zu atmen", lautete so der Hinweis gegenüber den Teammitgliedern der "Fighting Celts", als diese beim "Farmer‘s Walk" mit Griffen versehene 60 Kilogramm schwere Stämme über die Wiese schleppten.

Während am einen Ende die "Ladies of the Mainland bagpipes" den an einem Seil befestigten Baumstamm hinter sich herziehen und die aus Mainz stammenden "The Crossfitnessies" mit der Diziplin "Stones of Manhood" hadern, müssen sich andere Teams mit einer weitaus "schlimmeren" Tradition auseinandersetzen, nämlich dem Whiskytrinken am Ende der Wettkämpfe.

Ohne Training erfolgreich

In ihre Kuh-Kilts gehüllt und mit Kuhglocken ausgestattet zog am Vormittag auch das Team "Mad Beasts" auf das Spielfeld, wobei sich das gemischte Team spontan aus den weiblichen Mitgliedern des "das Rind"-Kneipenteams, den "Killer Beasts", sowie drei männlichen Mitgliedern des "Mad Cattle"-Clans zusammensetzte. "Dafür, dass wir nicht trainiert haben, sind wir sehr zufrieden mit den Leistungen", berichteten Annika, Robin und Johann, die sich sicher waren, dass der Erfolg in der Disziplin "Stone of Manhood", bei dem 48 von 50 möglichen Punkten erreicht wurden, nur auf dem ewigen Kistenschleppen im Rüsselsheimer Kultur-Treff gründet.

Doch der gälische Trinkspruch "Sláinte" war nicht nur bei den Clans zu hören, sondern auch beim Publikum, das den "Celtic Market" bevölkerte, der nicht nur schottische Mode und Schmuck, das köstliche Weichkaramell "Fudge", das dunkle Bier "Guinness" und natürlich Whisky von den Britischen Inseln bereithielt, sondern auch "Magenfüllendes", wie Gegrilltes, gefüllte Brottaschen, Fish‘n‘Chips oder das schottische Nationalgericht "Haggis", das selbst für echte Schottland-Liebhaber eine Herausforderung ist, und das es auf den Mainland Games als "To Go"-Variante gab.

Axtwerfen für jedermann

Während auf der Bühne hochkarätiger "Celtic Rock" und "Scottish Folk"-Musik von diversen Bands geboten wurde, ließen es sich einige der Besucher nicht nehmen, Bogenschießen oder Axtwerfen selbst auszuprobieren. "Einfach vorstellen, der Chef steht da vorne", lautete die nützliche Anweisung des "Highlanders" an die junge Frau, bevor diese die Axt fliegen ließ, die dann prompt im Holzbrett stecken blieb.

Dank Ponyreiten und der Hütevorführung kamen auch die jüngsten Gäste auf ihre Kosten, und während an vielen der Stände auf dem "Celtic Market" geshoppt, geschlemmt und verkostet wurde, stand bei einigen Besuchern auch stets die Frage im Vordergrund, was schottische Highlander und "Rüsselsheimer Mainlander" eigentlich unter ihren Kilts tragen.


Lückenschluss nimmt Gestalt an

Fahrradsteg am Opelhafen – Eröffnung für den 20. September geplant – Baustellenbesichtigung vom Boot aus

Von Heinrich Schreiber (aus "Rüsselsheimer Echo" vom 28. Juli 2015)

Am 20. September wird der 2,2 Millionen Euro teure und 440 Meter lange Radwegsteg am Opelhafen festlich eröffnet. Das nicht nur finanziell, sondern auch technisch aufwendige Bauwerk schließt die letzte Lücke des Radwegs am südlichen Mainufer zwischen Frankfurt und Mainz.

Freie Fahrt für Radler: Am 20. September wird der Radwegsteg am Opelhafen mit einem Fest eröffnet und damit eine Lücke im Mainradweg geschlossen. Gestern wurde die Konstruktion vorgestellt.

Um einen Eindruck vom Stand der Bauarbeiten am Radwegesteg entlang der Spundwand des Opelhafens zu vermitteln, kletterten gestern Mittag der Rüsselsheimer Oberbürgermeister Patrick Burghardt, sein Kelsterbacher Kollege Manfred Ockel und Frank Kohmann, Leiter des Fachbereichs Umwelt und Planung im Rüsselsheimer Rathaus, am Schiffsanleger auf dem Landungsplatz mit einigen Journalisten zu Steuermann Dieter Mehlem in ein schwankendes Arbeitsboot der ausführenden Firma Hülskens Wasserbau AG, Wesel, um in Richtung Opelhafen zu tuckern.

Verbindungen zum Radweg fehlen noch

Bis auf die beidseitigen Geländer ist der mit 1.300 Quadratmetern verzinkter Blechprofilroste ausgestattete und auf eine Breite von 2,75 Meter ausgelegte Radwegsteg fast fertig. Was auch noch fehlt, sind auf beiden Seiten die Anschlüsse an den landseitigen Radweg sowie in Höhe der nördlichen Auffahrt vom Landungsplatz her ein kleiner Pausenplatz.

Neben Zögerlichkeiten bei Opel waren wiederholte Terminverschiebungen vor allem der anspruchsvollen Unterbaukonstruktion mit 55 vertikal in den Flussgrund eingerammten Trägern und den horizontal durchlaufend montierten 440 Stahlträgern geschuldet. Hinzu kam eine zusätzliche Spundwand, die vor die alte Hafenspundwand von Opel gesetzt werden musste, deren unter Wasser liegende Teile durch Rost brüchig geworden sind.

Jetzt aber steht der Eröffnungstermin endgültig fest: 20. September. Wie OB Burghardt ankündigte, wird es keine "Riesensause" geben, sondern "zwar was Offizielles, aber im Rahmen".

Der Radwegsteg am Opelhafen, der nach der Eröffnung der Raunheimer Ölhafenbrücke im Mai 2013 eine weitere wichtige Lücke schließt, macht es möglich, von Frankfurt hindernisfrei am südlichen Mainufer entlang nach Mainz (und umgekehrt) zu radeln. Besser: fast hindernisfrei. Denn laut Manfred Ockel, Geschäftsführer der Regionalpark RheinMain Südwest gGmbH, führt der Radweg zwischen dem Industriepark Höchst und Schwanheim in einer Schleife ein Stückchen weg vom Main. Insgesamt aber könne der Radweg auf wechselnden Seiten des Flusses bis nach Aschaffenburg und darüber hinaus befahren werden.

Die beiden anspruchsvollsten Projekte Öl- und Opelhafen, in denen sich das erfolgreiche Zusammenwirken der drei Untermain-Städte Kelsterbach, Raunheim und Rüsselsheim ("Drei gewinnt") spiegelt, waren politisch nicht unumstritten. Denn derart teurer Radwegebau dürfte Seltenheitswert haben. So errechnet sich beispielsweise aus einem Aufwand von rund fünf Millionen Euro für die 170 Meter lange Raunheimer Brücke über den Ölhafen ein Preis von 29.400 Euro pro Meter Radweg. Preislich sehen lassen kann sich auch der 440 Meter lange Radwegsteg am Opelhafen: Aus den Gesamtkosten von rund 2,2 Millionen Euro ergibt sich ein Aufwand von rund 5.000 Euro pro Meter.

Hoffen auf Stopps der Radler in der Stadt

Ockel und Burghardt sind sich einig in der Einschätzung, dass nach der Ölhafenbrücke in Raunheim und nun der Fertigstellung des Opelstegs der Radtourismus auf der schönen Mainstrecke kräftig angeschoben wird. In Rüsselsheim hofft man, dass die Radler nicht einfach durchrauschen, sondern Stopps einlegen. Der lückenlose Radweg wird nach den Worten von Oberbürgermeister Burghardt vermehrt Radtouristen und Ausflügler ans Mainvorland locken. "Wir wollen aber, dass davon nicht das Mainvorland, sondern die Innenstadt profitiert", begründet er den Verzicht auf Biergärten oder Ähnliches in Radwegnähe.

Wie in Raunheim für die Ölhafenbrücke trägt das Land Hessen auch für den Radwegsteg am Opelhafen mit einer Bezuschussung von 70 Prozent den Löwenanteil der Kosten. Den Rest teilen sich die drei Kommunen Kelsterbach, Raunheim und Rüsselsheim im Rahmen der Interkommunalen Zusammenarbeit zu je einem Drittel. Bleibt für die finanziell gebeutelte Opelstadt eine Summe von rund 250.000 Euro.


Das Geländer und einige andere Elemente fehlen zwar noch, trotzdem kann man mittlerweile gut die Ausmaße des Stegs am Opelhafen erkennen.

Übers Wasser radeln

OPEL-STEG   Regionalpark-Projekt soll am 20. September eingeweiht werden / 2,25 Millionen Euro Gesamtkosten

Von André Domes (aus "Main-Spitze" vom 28. Juli 2015)

Wegen brütender Schwäne und eines unerwartet harten Untergrundes waren die Arbeiten zum Bau des Stegs am Opelhafen einige Wochen in Verzug geraten. Nun aber steht das Datum für die Eröffnung endgültig fest: Am 20. September soll das Bauwerk für Fußgänger und Radfahrer offiziell eingeweiht werden.

Den Lückenschluss auf der Südseite des Main-Radwegs lassen sich das Land Hessen und die "Drei gewinnt"-Kommunen Rüsselsheim, Raunheim und Kelsterbach insgesamt 2,25 Millionen Euro kosten. Das Land übernimmt 70 Prozent der Summe, den Rest teilen sich die drei Städte, die jeweils zwischen 200.000 und 250.000 Euro investieren.

Drüberlaufen kann man über den rund 440 Meter langen Stahl-Steg zwar schon. Dürfen tut man es, jenseits von Besichtigungsterminen wie am Montagvormittag, aber nicht. Neben den Auffahrrampen zum Steg fehlt nämlich vor allem die Sicherheitsausstattung – das Geländer einerseits, aber auch die großen Dalben, die die Konstruktion zur Wasserseite hin absichern. Den Dalben – so heißen die mächtigen, im Flussbett verankerten Stahlpfosten – kommt eine besondere Bedeutung zu.

Zahlen und Fakten

Der Steg am Opelhafen entlang ist rund 440 Meter lang und bietet mit 2,75 Metern ausreichend Breite für gegenläufigen Radverkehr.

An mehreren Stellen gibt es zusätzliche, balkonartige Ausbuchtungen.

Die Fahrbahn besteht aus gelochten Blechprofilrosten, von denen insgesamt 1.300 Quadratmeter verbaut wurden.

Der Steg ruht auf 55 Trägern, die teils im Flussbett, teils auf der Spundwand des Opelhafens gründen.

Direkt vor und hinter dem Steg sollen kleinere Plätze eingerichtet werden.

Zum einen soll durch die meterhoch aus dem Wasser ragenden Pfosten eine Art Rammschutz entstehen. Einige werden aber auch mit einer Anlege- und Vertaumöglichkeit für Schiffe versehen, berichtet Dieter Mehlem, der für die Wasserbau-Firma Hülskens das Projekt betreut. So könnte, sollte sich Opel irgendwann einmal dazu entschließen, der seit vielen Jahren stillgelegte Hafen wieder reaktiviert werden. Oberbürgermeister Patrick Burghardt fügt hinzu, man wolle beim Hessentag 2017 am Opel-Steg Schiffe anlegen lassen. Die Dalben, erklärt Mehlem weiter, hätten sich auch als problematischste Komponente des Bauprojektes erwiesen, denn beim Einrammen der ersten Pfeiler habe sich der Untergrund in tieferen Schichten als unerwartet hart erwiesen. Die Folge: Statt der Ramme muss nun ein Bohrer zum Einsatz kommen – mehr Aufwand, mehr Zeit. Dass das Projekt dadurch viel teurer wird, hält Frank Kohmann von der Stadtplanung für unwahrscheinlich. Selbst wenn die Dalben etwas teurer kämen, hätte man beim Wegebau vor und hinter dem Steg schon einige Einsparungen erzielt.

Lange Geschichte

Blickt man mal auf die gesamte Entstehungsgeschichte des Steg-Projekts, fallen die Verzögerungen während der Bauphase gar nicht mehr so sehr ins Gewicht. "Die Idee, am Wasser einen Steg am Opelwerk vorbei zu bauen, ist schon ganz in der Anfangszeit des Regionalparks geboren worden. 1996 war das", erinnert sich Manfred Ockel, Bürgermeister von Kelsterbach und Geschäftsführer der Regionalpark Südwest gGmbH. Dass es so lange gedauert habe, sei auch der besonderen Situation mit dem Opel-Firmengelände geschuldet.

Durch die unlängst erfolgte Sanierung der Spundwand durch Opel habe sich nun die Gelegenheit ergeben, dieses wichtige Teilstück des Main-Radweges endlich zu verwirklichen, so Ockel: "Die Strecke nach Mainz ist sehr attraktiv und zählt im Regionalpark zu den am meisten genutzten. Das hat mit dem Einzugsgebiet zu tun, aber auch damit, dass die S-Bahn in der Nähe verläuft." Die Umsteigemöglichkeit sei ein großer Pluspunkt und sorge dafür, dass der Radweg gleichermaßen von Pendlern, Ausflüglern und Radtouristen genutzt werde.


Das Mainvorland Richtung Westen im Mai und Juni 2015

Blick von der Aussichtsplattform auf dem Wall der Rüsselsheimer Festung Richtung Westen am 26. Mai 2015

Blick auf das "Klassikertreffen" auf dem Mainvorland zwischen Landungsplatz und RRK-Bootshaus am 28. Juni 2015


Besuch auf dem Wall der Rüsselsheimer Festung am 26. Mai 2015

Blick vom Wall der Rüsselsheimer Festung auf die Ostseite des Bauwerks

Blick vom Wall der Rüsselsheimer Festung auf die Westseite des Bauwerks

Dalben und Stützpfeiler wurden gestern von einem Schiff aus im Main angebracht für den zukünftigen Opel-Steg. Rund 440 Meter lang wird diese Verbindung am südlichen Mainufer sein, für die rund 300 Tonnen Stahl verbaut werden.


Regionalpark-Lücke bis Juli geschlossen

Baubeginn des Stegs am alten Opel-Hafen – 300 Tonnen Stahl für 440 Meter – Kosten von 2,25 Millionen Euro

Von Marc Schüler (aus "Rüsselsheimer Echo" vom 18. März 2015)

Von Frankfurt am Main entlang über Kelsterbach, Raunheim, Rüsselsheim, Bischofsheim und Gustavsburg mit dem Fahrrad bis nach Mainz zu fahren, das soll ab Juli 2015 möglich sein. Gestern wurde mit dem Bau des OPEL-Stegs begonnen, einem 440 Meter langem Teilstück, das die letzte Lücke am Mainuferweg schließt.

"Bei der Sanierung der Spundwand haben wir schon die Errichtung des Stegs vorbereitet", erklärte Uwe Hager von der Adam Opel AG. Bislang war das Werksgelände des Automobilherstellers nur über die öffentlichen Straßen zu umrunden, wenn man vorhatte, auf der Regionalparkroute am Main entlang zu fahren.

Vorbereitet worden waren auch schon die beiden Endstücke, mit denen der neu gebaute Steg verbunden wird. "Das Problem war eigentlich immer eine Lösung zu finden, wie der alte Hafen im Fall der Fälle noch genutzt und das Werksgelände geschützt werden kann. Gleichzeitig soll der Öffentlichkeit aber die Möglichkeit gegeben werden, diese Stelle am Main entlang zu passieren. Diese Probleme haben wir erfolgreich gelöst, daher kann nun mit dem Bau begonnen werden", so Hager weiter.

Rund 2,25 Millionen Euro wird die Errichtung des Opel-Stegs kosten, für den 74 Stegelemente auf 44 Stützpfeiler verbaut werden müssen. Rund 440 Meter lang wird diese Verbindung am südlichen Mainufer sein, für die rund 300 Tonnen Stahl verbaut werden. Die Sanierung der Spundwand durch die Adam Opel AG, mit der diese Baumaßnahme vorbereitet wurde, kostete alleine 1,3 Millionen Euro, jeweils 270.000 Euro werden Rüsselsheim, Raunheim und Kelsterbach im Rahmen der interkommunalen Zusammenarbeit zuschießen. Mit 13 in den Main eingelassenen Dalben von 23 Meter Länge soll zum einen der Steg vor möglichen Folgen durch eine Havarie auf dem Main geschützt werden, gleichzeitig aber auch der Schifffahrt die Möglichkeit gegeben werden, an der Stelle des alten Opel-Hafens anzulegen.

Auch wenn der Baubeginn erst am Dienstagvormittag erfolgte, war in der vergangenen Woche schon auf der Flörsheimer Seite alles vorbereitet worden. "Dort haben wir den Rüstplatz eingerichtet, das heißt, dass die Materialien dort hingeliefert wurden, die von den Schiffen zum Verbauen abgeholt werden", erklärte Projektleiter Frank Jung vom Büro Arcadis.

Mit dem Schiff wurden am Dienstagvormittag die ersten Stützpfeiler über den Main gefahren und mit einer Dieselramme in den Main gestoßen. Dabei wurde bei jedem Schlag die Energie eines Pkw-Aufpralls mit 30 Stundenkilometern eingesetzt, um die Pfeiler fest an Ort und Stelle anzubringen. Das Werksgelände wird während der Bauarbeiten mit einem Übersteigeschutz gesichert, um "spontane Werksbesichtigungen" zu verhindern.

Begrüßt wurde der Lückenschluss am Mainradweg der Regionalparkroute auch von Rüsselsheims Oberbürgermeister Patrick Burghardt und Kelsterbachs Bürgermeister Manfred Ockel, der auch gleichzeitig Geschäftsführer der Regionalpark Südwest GmbH ist. Sie machten sich bei einem Ortstermin am Dienstagvormittag selbst ein Bild vom Bauvorhaben und den ersten Arbeiten und lobten die interkommunale Zusammenarbeit. "Dass sich der Baubeginn verzögert hat, lag daran, dass wir mit dem Prüfstatiker uns noch absprechen mussten. Dabei hatten wir Auflagen zu erfüllen und redeten über die von ihm gemachten Vorgaben. Wir mussten Alternativen suchen, denn von den Ursprungsvorgaben her wäre das Projekt sonst zu teuer geworden", sagte Jung.

Bis Mitte Juli dieses Jahres soll der Bau des Opel-Stegs fertig sein und damit die letzte Lücke des Mainradwegs geschlossen werden.


Endlich Baubeginn für Opel-Steg

Vom Schiff aus werden die Stützen und Dalben in den Boden des Mains gerammt. Zwischen diesen und der Spundwand verläuft dann der Steg.

Lückenschluss im Mainradweg soll im Juli eröffnet werden / Kosten von 2,25 Mio Euro

Von Alexandra Groth (aus "Main-Spitze" vom 18. März 2015)

Lang wurde diskutiert und geplant, seit vergangener Woche wird endlich gebaut: Der Steg entlang des Opelhafens, der eine Lücke im südlichen Mainradweg schließen soll. Noch müssen die Radler aber Geduld haben, denn eine Fertigstellung ist für Mitte oder Ende Juli geplant.

Steg heißt das Projekt deshalb, weil die Konstruktion parallel zur Spundwand des Opelhafens angebracht wird. Dazu werden zunächst alle zehn Meter Stützen in den Boden des Mains gerammt und anschließend 13 Dalben mit einer Länge von 23 Metern – das entspricht einem Gebäude mit sieben Stockwerken, wie Frank Jung, Projektleiter bei der ausführenden Arcadis Deutschland GmbH, am Dienstagmorgen erläuterte.

25 Kilonewton je Anschlag

Gearbeitet wird vom Schiff und nicht vom Opelgelände aus. Eine Dieselramme, die an einem Kran auf dem Schiff hängt, rammt die Dalben und Stützen mit einer kinetischen Energie von rund 25 Kilonewton je Anschlag in den Boden. Das entspricht etwa der Aufprallwucht eines Autos mit 30 Stundenkilometern und bringt den Boden an Land entsprechend zum Vibrieren. Die Dalben dienen nicht nur zum Anlegen von Schiffen, sondern sollen im Falle einer Schiffshavarie als Aufprallschutz fungieren.

Auf den Stützen an der zum Main hin gewandten Seite sowie auf der Spundwand an der Hafenseite wird später der Steg aufgelegt, der 440 Meter lang ist und aus 74 Elementen besteht. Opel hatte bereits im vergangenen Jahr bei der 1,3 Millionen Euro teuren Sanierung der Spundwand diese Konstruktion berücksichtigt. Auch wenn der Autobauer derzeit den Hafen nicht nutze, wollte man sich die Option dennoch für die Zukunft offen halten, erläuterte Uwe Hager vom Opel-Immobilienmanagement.

Opel stimmt der Nutzung des Geländes zu

Zugleich wollte man aber auch das für die Region wichtige Projekt unterstützen, so dass man diese konstruktive Lösung gefunden habe. Auch der an den Steg anschließende Weg Richtung Bischofsheim führe über Opelgelände, hier habe der Autobauer gerne einer Nutzung zugestimmt. Die Wege auf beiden Seiten sind schon weitgehend fertiggestellt. Wenn die Auflager des Stegs montiert sind, werde die Asphaltdecke auf den Wegen abschließend hergestellt, sagte Frank Kohmann, Fachbereichsleiter Umwelt und Planung.

Der Steg samt den Anbindungen auf beiden Seiten kostet 2,25 Millionen Euro, größtenteils finanziert über Fördermittel des Landes zur Interkommunalen Zusammenarbeit. Rüsselsheim, Raunheim und Kelsterbach müssen jeweils 270.000 Euro zahlen. Auch die Ölhafenbrücke in Raunheim hatten sie gemeinsam finanziert.

Der Bau des Anschlusswegs zwischen Hafen und Landungsplatz am Mainufer hat mittlerweile begonnen und wird sich rund vier Wochen hinziehen. Die Asphaltdecke kann erst später aufgebracht werden, wenn die Außentemperaturen etwas höher sind.


Eröffnung des Stegs am ehemaligen Opel-Hafen verzögert sich

Von André Domes (aus "Main-Spitze" vom 11. Februar 2015)

Mit der Fertigstellung des Fahrrad- und Fußgängerstegs entlang des ehemaligen Opel-Hafens bis Pfingsten wird es wohl doch nichts.

Während die Arbeiten zu den Zuwegen westlich und östlich des Hafens im Zeitplan liegen, haben sich laut Stadtverwaltung beim eigentlichen Steg Probleme ergeben. Mittlerweile spricht die Verwaltung von einem Einweihungstermin des Bauwerks "vor den Sommerferien".

Als problematisch hat sich das Setzen der sogenannten Dalben erwiesen. Die Pfähle, die den rund 440 Meter langen Steg wasserseitig gegen Kollisionen mit Schiffen absichern sollen, müssen fest im Flussbett verankert werden. Trotz vorheriger Bodenuntersuchungen habe sich der Untergrund an manchen Stellen allerdings als ungeeignet erwiesen, sodass weitere Planungsarbeiten nötig geworden seien.


Blick vom Wahrzeichen der Stadt

Festung – Neue Aussichtsplattform eröffnet – Projekt überwiegend aus Spenden finanziert

Von Ralph Keim (aus "Rüsselsheimer Echo" am 8. November 2014)

Die neue Aussichtsplattform an der Festung ist am Freitag offiziell ihrer Bestimmung übergeben worden. 50.000 Euro kostete das Projekt, das die Bürgerstiftung Festung überwiegend aus Spenden finanzierte.

Bei schönem Wetter reicht der Blick bis in den Rheingau und in den Taunus. Auf alle Fälle dominiert das Opel-Kraftwerk, das aus dieser Perspektive und Entfernung allerdings fast schon einen faszinierenden Charakter bekommt. Wer auf der neuen Aussichtsplattform der Festung steht, kann allerdings auch seiner Fantasie freien Lauf lassen und sich vorstellen, was die Menschen vor einem halben Jahrtausend von diesem Punkt aus gesehen haben: wahrscheinlich die aus heutiger Sicht sehr lieblichen Auenlandschaften des Mains, Felder und Wiesen und mehr oder weniger große Hütten und Häuser.

Die Aussichtsplattform an der Festung ist am Freitag ihrer Bestimmung übergeben worden. Uwe Hurlin (Mitte), Geschäftsführer der Bürgerstiftung, informierte die Gäste, darunter OB Patrick Burghardt, Freundeskreisvorsitzender Uwe Menges, Baustadtrat Nils Kraft und Bürgerstiftungsvorsitzender Carlo von Opel

Die Rüsselsheimer Festung ist längst zu einem historischen Relikt aus vergangenen Jahrhunderten geworden. Doch erst in den letzten Jahrzehnten ist sie, auch dank des Engagements der 1995 gegründeten Bürgerstiftung und des 2008 gegründeten Freundeskreises der Festung, aus ihrem Dornröschenschlaf erwacht und wieder mehr und mehr in das Bewusstsein der Bevölkerung und der Besucher gerückt. Dazu beitragen soll jetzt auch die neue Aussichtsplattform, die am Freitagvormittag offiziell ihrer Bestimmung übergeben wurde.

Ein befestigter Weg und ein sicheres Geländer machen die wenige Quadratmeter große Plattform aus, die rund 50.000 Euro gekostet hat, wie Uwe Hurlin, Geschäftsführer der Bürgerstiftung, bei der Eröffnung informierte. Möglich geworden sei die Finanzierung durch zahlreiche Spenden von Bürgern und Unternehmen.

Oberbürgermeister Patrick Burghardt (CDU) und Baustadtrat Nils Kraft (SPD) sowie Carlo von Opel als Vorstandsvorsitzender der Bürgerstiftung Festung und Uwe Menges, Vorsitzender des Freundeskreises, zeigten sich begeistert von der Plattform und dem Ausblick, der sich von hier bietet. OB Burghardt erinnerte an die Diskussionen um den Grünschnitt, der notwendig war, um den Ausblick von der Plattform zu gewährleisten.

Burghardt und Kraft kündigten weitere Maßnahmen an, um die Festung noch weiter "herauszuputzen". Vorgesehen sei beispielsweise, die Fundamente und Kasematten der Anlage zu sichern. Baustadtrat Kraft kündigte an, dass die wertvolle Flora und Fauna gepflegt werden soll, während OB Burghardt auf die zahlreichen Maßnahmen im Umfeld der Festung und des Mainvorlands verwies. Carlo von Opel freute sich, dass die Festung längst zu einem Wahrzeichen der Stadt Rüsselsheim geworden ist.

Schwungvoll: Die Brücke für Radfahrer und Fußgänger über den Raunheimer Ölhafen


Städtebaupreis für Ölhafenbrücke

Aus "Frankfurter Allgemeine Zeitung" vom 16. Oktober 2014

Die Fußgängerbrücke ist 170 Meter lang und führt über den Ölhafen in Raunheim. Das klingt nicht sonderlich spektakulär, doch die Brücke ist es in vielerlei Hinsicht. Das hat auch die Jury erkannt und die attraktiv geschwungene Ölhafenbrücke mit dem deutschen Städtebaupreis 2014 ausgezeichnet. Die Auszeichnung zählt hierzulande zu den renommiertesten Architekturpreisen und wird von der Deutschen Akademie für Städtebau und Landesplanung alle zwei Jahre vergeben. Die Brücke ist in Zusammenarbeit der Städte Kelsterbach, Raunheim und Rüsselsheim entstanden. Unter dem Motto "Drei gewinnt" kooperieren die Kommunen seit 2006 und nehmen damit am Förderprogramm "Stadtumbau in Hessen" teil. Eines ihrer Vorhaben ist, das Mainufer als Regionalpark-Route von der Frankfurter Stadtgrenze flussabwärts bis zur Mainmündung als wichtiges Freizeit- und Erholungsangebot durchgängig für Radler befahrbar zu machen. Der Raunheimer Ölhafen schien eine unüberwindbare Hürde zu sein. Aus Sicherheitsgründen wollten die Betreiber des Hafens keine Brücke zulassen. Täglich fahren bis zu drei Schiffe, gefüllt mit Kerosin für den benachbarten Flughafen, das am Hafen gelegene Tanklager an. Doch die gemeinsame Planung der Städte mit Unterstützung von Bund, Land, Regionalpark und der Fraport AG haben im vergangenen Jahr das fünf Millionen Euro teure Vorhaben möglich gemacht. Insbesondere die Vorgabe, das Geländer so zu gestalten, dass keine Zigarette auf ein Schiff fallen könne, habe der Brücke eine "besonders skulpturale Form gegeben", urteilte die Jury. Und die Brücke wird genutzt: Rund 200.000 Passanten haben im vergangenen Jahr den Fluss überquert. (mch.)


Wie einst die Grafen Katzenelnbogen

Stiftung und Freundeskreis der Festung in Rüsselsheim errichten Aussichtsplattform / Blick auf Main und Flörsheimer Ufer

Von Michael Wien (aus "Main-Spitze" vom 12. September 2014)

Mit Errichtung einer Aussichtsplattform, die dem Mainknie zugewandt sein wird, setzen Bürgerstiftung und Freundeskreis ihr Bemühen fort, die Festung Rüsselsheimern und Gästen näher zu bringen. Ein teures, aber lohnendes Unterfangen, wie Carlo von Opel am Donnerstag beim nachgeholten "Ersten Spatenstich" deutlich machte, ohne Zahlen zu verraten. Die Stadt sei nicht reich an historisch wertvollen Gebäuden. Desto wichtiger sei es, die Bürger mit dem vertraut zu machen, was an Kostbarem überliefert worden ist.

Blick auf Main und Flörsheimer Ufer

Der Stiftungsvorsitzende sowie der Vorsitzende des Freundeskreises, Uwe Menges, erinnerten daran, dass schon die Herren von Katzenelnbogen hier auf den Main blickend den Schiffsverkehr ins ungeliebte Mainz überwachten. Leider hätten Gustav Adolf und seine Schweden alle Rondelle geschleift und "die Festung zugerichtet, wie wir sie vorfanden". Jetzt gestalte man in mehreren Abschnitten eines der Rondelle nach, in einer lichten Stahlkonstruktion, die den Aufbau eines solchen Festungselementes augenscheinlich macht.

Die Etagen im Rondell waren nicht untereinander zugänglich, nur einzeln vom Inneren der Festung her. Ein 27 Meter langer Weg wird auch künftig in den 1. Stock führen. Von dort soll man (Eröffnung noch nicht terminiert) auf Rosten stehend Main, Opel-Kraftwerk und Flörsheimer Ufer betrachten können. Baudezernent Nils Kraft dankte Stiftung, Freundeskreis und Vorgänger Peter Layer, die Festung Stück um Stück erschlossen zu haben. Brunnenstube, Ostbastion, Befreiung der Gräben und Wallanlagen von einem in Jahrhunderten gewucherten Urwald hätten dazu beigetragen.

Festung dem ursprünglichen Zustand annähern

Etwa 1.000 Gewächse wurden seit 1995 entfernt, für einen guten Main-Blick sind noch Bäume auszulichten. Im Gespräch mit der "Main-Spitze" erinnerte Uwe Hurlin daran, wie die Stiftungsmitglieder ihren ersten Plan verwerfen mussten, den Turm hier wieder komplett aus Stein zu errichten. Die Stiftung kann zur Finanzierung von Projekten nur die Zinsen des Stiftungskapitals (138.000 Euro) beitragen. Ist mehr möglich als die bereits teure Erhaltung des mittlerweile freigelegten Areals, sei dies dem Freundeskreis (derzeit 88 Mitglieder) zu danken. Hurlin appellierte an alle Bürger, sich diesem Kreis anzuschließen (Jahresbeitrag 75 Euro, 60 davon erhält die Stiftung zur Investition).

An Ideen, den Zustand der Festung noch mehr dem ursprünglichen anzunähern, mangelt es Stiftern und Freunden nicht. Im Festungseingang das Ende eines Schauers abwartend, blickte Layer mit Hurlin am Ende auf die schnurgerade Zufahrtsstraße. Den ursprünglichen festungsgemäßen Zickzackkurs wiederherzustellen, wird sich anbieten, wenn diese Straße ohnehin mal mehr als nur ausgebessert werden muss...


RRK-Bootshaus am frühen Abend eines herrlichen Sommertages (9. August 2014)

Am 09.08.2014 gegen Abend sitzt man auf der Terrasse des Restaurants traumhaft

Das RRK-Bootshaus am 09.08.2014 in der Abendsonne


Steg soll Pfingsten 2015 eröffnet werden

Mainradweg in Rüsselsheim: Arbeiten für 2,25-Millionen-Projekt sollen bald beginnen / Land übernimmt 70 Prozent der Baukosten

Von André Domes (aus "Main-Spitze" vom 15. Juli 2014)

Ganze zehn Jahre hat es gedauert, nun kann der Fahrrad- und Fußgängersteg am ehemaligen Opelhafen endlich gebaut werden. Und läuft alles nach Plan, dann kann nächstes Jahr um diese Zeit bereits durchgängig direkt am Main von Bischofsheim nach Rüsselsheim geradelt werden – und weiter.

Die Bauarbeiten sollen schon in den nächsten Wochen beginnen, die Eröffnung ist für Pfingstmontag 2015 anvisiert. Insgesamt rund 2,25 Millionen Euro kostet der Bau des Verkehrswegs, dessen Umsetzung durch kommunale Finanznot und Bedenken des Autobauers, der um die künftige Nutzbarkeit seines Hafens fürchtete, lange ungewiss war.

An der Kaimauer des Opel-Hafens soll der Fahrradsteg montiert werden.

1,5 Millionen Euro Förderung

Die Schwierigkeiten scheinen nun vom Tisch. Die Planung ermöglicht eine spätere Reaktivierung des Hafens im Bedarfsfall und auch finanziell scheint sich, Dank Hilfe vom Land und interkommunaler Zusammenarbeit, die Anspannung gelöst zu haben. Dass beim Pressetermin zur Übergabe des Förderbescheides zwischen Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne), Oberbürgermeister Patrick Burghardt (CDU) und dem Raunheimer Bürgermeister Thomas Jühe (SPD) beste Stimmung angesagt war, überraschte daher nicht – immerhin hatte Al-Wazir auch 1,5 Millionen Euro Fördermittel im Gepäck.

"Wir sind sehr dankbar, auch für die Höhe der Förderung. 70 Prozent – das ist schon eine Hausnummer", freute sich Burghardt über den Beitrag des Landes. Die verbleibenden 30 Prozent der Baukosten teilen sich auf mehrere Träger und Förderprogramme auf. Nach Abzug der Beiträge des Projekts "Stadtumbau", ein anderes Förderprogramm des Landes, und des Regionalparks Rhein-Main, in dessen Wegenetz der Steg eingebunden wird, bleibt für jede der drei Partnerkommunen Rüsselsheim, Raunheim und Kelsterbach jeweils noch ein Beitrag von 230.000 Euro übrig.

"Der Main-Radweg R3 erfreut sich schon lange sehr großer Beliebtheit"

Gut angelegtes Geld aus Sicht der Anwesenden am Montag, biete der neue Weg doch sowohl für Pendler einen Anreiz, aufs Fahrrad umzusteigen, als auch touristisches Potenzial. Dazu Tarek Al-Wazir: "Der Main-Radweg R3 erfreut sich schon lange sehr großer Beliebtheit. Und mit diesem Lückenschluss kann praktisch von der bayerischen Grenze bis zur Mündung durchgehend am Fluss gefahren werden." Er selbst erlebe immer wieder, dass es Menschen gebe, die Rüsselsheim zwar mit Flughafen und Opel in Verbindung bringen könnten, aber nicht wüssten, dass die Stadt am Main liege. Eine Erschließung des Ufers wie nun durch den Steg, sei der beste Weg, dies zu ändern. 

Joachim Koschnicke, Opel Vorstandsmitglied und zuständig für Regierungsbeziehungen, sah in dem Projekt auch ein Zeichen dafür, dass dem Autobauer die Stadt Rüsselsheim und das Land Hessen sehr am Herzen liege. Opel hatte durch die Sanierung der maroden Uferwand des Hafens in den Jahren 2012 und 2013 die Voraussetzungen für die Errichtung des Stegs geschaffen.

Pfeiler als Rammschutz

Etwa 2,50 Meter breit und 440 Meter lang wird der eigentliche Steg, der hafenseitig auf einer Spundwand ruht und auf der anderen Seite an im Flussbett verankerten Stützpfeilern befestigt wird – die Nutzer werden also über dem Wasser radeln und laufen. Die Poller dienen gleichzeitig als Aufprallschutz für den Schiffsverkehr und als Möglichkeit für Opel, um eventuell Schiffe zum Abfertigen festzumachen. Mit in die Maßnahme integriert sind auch die Anschlusswege, insgesamt entstehen damit knapp zwei Kilometer neuer Rad- und Gehweg.

Mit dem knapp einen Kilometer langen Abschnitt in Richtung Bischofsheim soll bereits in den nächsten Wochen begonnen werden, der Abschnitt parallel zur Straße "Am Maindamm" soll nach der Rüsselsheimer Kerb Ende August in Angriff genommen werden. Aussehen werden die Wege wie der Regionalpark-Weg vom Landungsplatz in Richtung Raunheim. Nur auf die zusätzliche Ausstattung des Weges mit Bänken oder Rastpunkten soll aus Kostengründen vorerst verzichtet werden.


Den Opel-Steg als Modell begutachten hier bei der Übergabe des Förderbescheids des Landes: Opel-Manager Joachim Koschnicke, Oberbürgermeister Patrick Burghardt, Raunheims Bürgermeister Thomas Jühe, Amtsleiter Stadtplanung Frank Kohmann und Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir, der Überbinger des Bescheids über 1,5 Millionen Euro.

Al Wazir übergibt Förderbescheid für Opel-Steg

Opelhafen – Land steuert Löwenanteil zum Lückenschluss des Mainradwegs bei – Fertigstellung zu Pfingsten 2015

Von Ralph Keim (aus "Rüsselsheimer Echo" vom 15. Juli 2014)

Hessens Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) nutzte den Besuch bei Opel und hat wenige Stunden später den Förderbescheid für den 2,5 Millionen Euro teuren Opel-Steg an die Stadt übergeben. Der Lückenschluss des Radwegs entlang des Mains soll bis Pfingsten nächsten Jahres vollzogen sein.

Radfahrer kennen das Problem: Wer am südlichen Mainufer unterwegs ist, kommt an Opel derzeit nicht vorbei. Auf einer Strecke von mehreren hundert Metern reicht das Firmengelände bis ans Wasser und unterbricht den sonst am Main entlangführenden Radweg.

Das wird sich mit dem sogenannten Opel-Steg ändern. Das knapp 450 Meter lange Bauwerk führt die Radler direkt an der Spundwand des Opelhafens vorbei. Rund 2,5 Millionen Euro kostet der Steg. Das Land unterstützt das Vorhaben mit gut 1,5 Millionen Euro.

Hessens Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) übergab am Mittwoch den entsprechenden Förderbescheid aus Finanzmitteln nach dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz an Rüsselsheim Oberbürgermeister Patrick Burghardt (CDU) und Raunheims Bürgermeister Thomas Jühe (SPD). Abzüglich weiterer Fördermittel aus dem Topf der Regionalpark-Gesellschaft bleiben rund 982.000 Euro an Kosten, die sich die drei Kommunen Rüsselsheim, Raunheim und Kelsterbach im Rahmen ihrer interkommunale Zusammenarbeit zu je gleichen Anteilen teilen, was in den politischen Gremien − und auch innerhalb der via Abgaben und Steuern zunehmend zur Kasse gebetenen Bürgerschaft – von Rüsselsheim nicht unumstritten war.

Wie Frank Kohmann, Leiter des Fachbereichs Planung in der Rüsselsheimer Stadtverwaltung, am Mittwoch informierte, steht der Beginn der Bauarbeiten zum Opel-Steg in Richtung Bischofsheim unmittelbar bevor. Auf der Rüsselsheimer Seite soll es nach Ende der Kerb losgehen, also Ende August. "Wir eröffnen den Opel-Steg an Pfingstmontag kommenden Jahres", ergänzte OB Burghard. Das wäre der 25. Mai 2015.

Auch Opel-Manager Joachim Koschnicke war bei der Übergabe des Förderbescheids am Mainufer dabei. "Mit Erneuerung der Spundwand hat das Unternehmen Opel gerne seinen Beitrag geleistet", unterstrich er. Mit der Erneuerung sei gewährleistet, dass der Steg auch dann genutzt werden kann, sollte der Opel-Hafen mit der Anlandung von Schiffen einmal wieder in Betrieb genommen werden.

Er übergebe den Förderbescheid sehr gerne, schließlich sei er zweckgebunden für die Verbesserung einer Radwegeverbindung, bekräftigte Verkehrsminister Al-Wazir. Der neue Opel-Steg werde außerdem mit dazu beitragen, dass manche Leute eines feststellen werden: "Rüsselsheim liegt am Main und nicht am Flughafen."


Der Main am RRK-Bootshaus und das RRK-Bootshaus im Februar 2014

Am 07.02.2014 macht ein Ausläufer des Orkantiefs "Qumaira" den Main unruhig

Der Main am RRK-Steg: Seegang durch das Orkantief "Qumaira" am 07.02.2014, kein Ruderwetter

Das RRK-Bootshaus am 7. Februar 2014 − links die alte Bootshalle − dann links über der Terrasse das Dach des neuen Wintergartens − dann Bootshallen, Restaurant und altes "Klubhaus"


Der Main und das Mainvorland an der Festung vor dem RRK-Bootshaus und auch etwas entfernt davon, seine Veränderungen in den Jahren 2008 bis 2013 sowie Planungen für die Zukunft (hier klicken!)